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- 25 April 2006
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Folgende News wurde am 06.02.2008 um 12:41:02 Uhr veröffentlicht:
Ludwigshafen: Spekulationen über Brandursache
DPA-News
Ludwigshafen: Spekulationen über Brandursache
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Hamburg (dpa) - Nach dem Brand in einem von türkischen Familien bewohnten Haus in Ludwigshafen spekulieren die Medien des Landes über die Ursache des Feuers. Die konservative Zeitung «Zaman» berichtete unter Berufung auf Angehörige der Brandopfer in der Türkei von Drohungen gegen die Hausbewohner. Die fremdenfeindlichen Drohungen seien eingegangen, nachdem im Erdgeschoss ein türkisches Kaffeehaus eröffnet worden sei. Auch ein türkenfeindlicher Spruch sei in der Nähe des Hauses an eine Wand gesprüht worden. Die Tageszeitung «Hürriyet» hatte am Dienstag den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan zitiert: «Wir wollen kein neues Solingen erleben». Bei dem Brandanschlag im Jahr 1993 waren fünf türkische Frauen und Mädchen ums Leben gekommen. Der Direktor des Essener Zentrums für Türkeistudien, Faruk Sen, hatte am Dienstag zur Besonnenheit aufgerufen. Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hatte gefordert, die Behörden sollten die Ermittlungen in alle Richtungen fortführen. Derweil werden die Ermittlungen nach dem Wohnhausbrand mit neun Todesopfern mit Hochdruck fortgesetzt. Polizei und Staatsanwaltschaft hoffen auf Erkenntnisse aus der Befragung von zwei Mädchen, die am Brandort einen Mann gesehen haben wollen, der Feuer legte. Bislang ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft aber noch vollkommen offen, ob Brandstiftung oder ein technischer Defekt Auslöser für das verheerende Feuer war. Bei dem Brand in dem von türkischen Familien bewohnten Haus waren am Sonntag neun Menschen gestorben, darunter fünf Kinder. 60 Menschen wurden verletzt. In die Ermittlungen vor Ort sollen in den kommenden Tagen auf Wunsch der türkischen Regierung auch türkische Experten einbezogen werden. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag im Kreis von Parteifreunden gesagt, man müsse sich fragen, ob der Grund für dieses traurige Ereignis Fremdenfeindlichkeit sei. Er will - falls nötig - bei seinem Deutschland-Besuch in den kommenden Tagen auch den Brandort in Ludwigshafen besuchen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte mit Befremden auf den Wunsch der Türkei, sich an den Ermittlungen nach dem Brand in Ludwigshafen zu beteiligen. «Es gibt für niemanden den geringsten Anlass, der deutschen Polizei zu misstrauen», teilte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg am Mittwoch mit. «Die türkischen Beamten sind Beobachter und können sich von der professionellen Arbeit unserer Polizei überzeugen. » Die Politik forderte Freiberg zur Zurückhaltung auf. «Es ist nie sachdienlich, wenn Politiker sich in laufende Ermittlungen einmischen. » Nach den Ergebnissen der Obduktion waren die im Haus gefundenen acht Menschen an Rauchgasvergiftungen gestorben. Eine Frau hatte sich tödlich verletzt, als sie aus dem Gebäude in die Tiefe gesprungen war, um sich vor den Flammen zu retten.