Gute Ärzte - gibt es die noch?

Gibt es noch gute Ärzte?


  • Umfrageteilnehmer
    60
[...] Also ist jetzt die erste Frage, wie definiere ich einen guten Arzt? Jemand der Ahnung vom Fach hat oder vom Praxismanagement?
Von den ganzen beschriebenen Problemen habe ich natürlich keine Ahnung. Ich kann es nur aus der Sicht eines Patienten beurteilen und das mache ich auch. Um Dir also zu antworten, wen ich als "guten Arzt" betiteln würde:

Erstens vermisse ich bei vielen Ärzten das Einfühlungsvermögen. Bei jemandem aus meiner Familie passiert (81 Jahre): "Herr Doktor, wie lange habe ich noch?" - "Bin ich Gott? Das weiß ich nicht. Aber 6 Monate bestimmt noch. Sie sollten aber schon mal ihren Nachlass regeln..." Jetzt ist er 18 Monate "über seiner Zeit" und macht erstmal keine Anstalten abzutreten. Oder bei meinem ehemaligen Zahnarzt, der nur die Augen verdreht und mich forsch zur Mäßigung gerufen hat, wenn er mir buchstäblich auf dem Nerv herumgetanzt ist. Dazu kommen bei meinem Chirurgen (früher Unfallchirurg) elend lange Wartezeiten. Man kommt mit einem Muskelfaserriss in der Wade zu ihm, wartet 3 1/2 Stunden, darf sich dann anhören, dass er eigentlich auf Hände spezialisiert ist, lässt sich dann den Fuss drehen und verbiegen, was sogar ohne Riss weh tun würde, um dann einen Verband und E-Schock-Therapie verordnet zu bekommen. Und Isoprofen. Also wenn Du mich fragst, sollte nicht nur das Fachliche primär sein...

Zweitens sind ja nicht nur Ärzte erbitterte Feinde der Ulla Schmidt. Was die Frau verbrochen hat, ist selbstredend unter aller Sau und die Frau sollte sich nicht "Gesundheits"ministerin nennen dürfen. Ich finde es ebenso absolut dreckig, dass Ärzte von Kassenpatienten nicht mehr leben können, auch wenn die Praxis prügelvoll ist. Aber dennoch darf es nicht passieren, dass Ärzte beispielsweise in der Notaufnahme 36-Stunden-Schichten fahren müssen, um nach 19 Stunden einen schweren Motorradunfall zu operieren. Dann braucht sich Peter auch nicht wundern, dass er mit einem Bein an der Backe aufwacht.

[...] Und um die Eingangsfrage zu beantworten. Ich glaube schon, dass ich eine gute Ärztin bin. Hab zwar mit meinen 2 Jahren Berufserfahrung noch keine Antwort auf jede Frage, scheue mich aber nicht, meinen Oberarzt zu fragen, wenn ich nicht weiter komme. Und ein freundliches Wort braucht genauso viel Zeit wie ein unfreundliches, insofern habe ich eigentlich im großen und ganzen den Eindruck, dass mich meine Patienten mögen....
War nicht auf Dich persönlich bezogen. Ich habe aber auch schon genug Mist erlebt.

Achja, zu Deinen "Robodocs": Es geht mir vielmehr um die Diagnose, nicht unbedingt um Behandlungsfehler. Oft haben Ärzte gar keine Kenntnis von aktuellen Ereignissen. Wenn beispielsweise eine Tropenkrankheit von jemanden nach Deutschland verschleppt wird. Der jenige hat Fieber, Übelkeit - also eine "ganz normale Erkältung" oder vielleicht irgendeinen Infekt. Der alte Hausarzt verordnet Wick Medi Nait, Bettruhe und macht einen Termin für nächste Woche. Inzwischen steckt der seine Familie an, vielleicht seine Nachbarn und Freundschaften, die einen Krankenbesuch machen. Nach wenigen Tagen leidet unter so einer "Erkältung" sein halber Bekanntenkreis und man muss dann schon von Glück sprechen, wenn jemand zu einem Arzt geht, der sich auch mit solchen Erkrankungen auskennt und richtig diagnostiziert.

Ich könnte Dir aber auch Geschichten aus meinem Bekanntenkreis erzählen, da würdest auch Du sicherlich mit dem Kopf schütteln. Zum Beispiel: Ein damals 7-jähriger hatte jede Nacht unerträgliche Schmerzen in den Kniegelenken. Die Mama ist von einem Arzt zum nächsten gewandert. Erst wurde Rheuma vermutet, wurde dann ausgeschlossen. Was weiß ich, was alles noch untersucht wurde, alles negativ. Am Ende hieß es, er würde simulieren, um Aufmerksamkeit zu heischen. Erst 3 Jahre später hat dann ein Arzt einen Test auf Borreliose gemacht, der positiv ausfiel. Leider ist der Kontakt abgebrochen, aber überleg' mal: Er musste mindestens 3 Jahre mit Schmerzen leben, Sport machen und so weiter. Sowas darf (in dem Alter schon gar nicht!) passieren...

EDIT:
Ckocks schrieb:
[...]
Ärzte werden immer Fehler machen. Aber statt zu sagen, dass darf nicht sein, müssen wir ein System etablieren, wo ein Arzt sagen kann, "Stopp hier ist was falsch gelaufen! Was können wir tun um den Fehler beim nächsten mal zu vermeiden?" Aber solange man sich hierzulande nicht trauen kann seine Fehler einzugestehen wird das nicht möglich sein...
Auch das hängt natürlich eng damit zusammen, dass bestimmte Fehler irreversibel sind. Wenn ich einen Fehler mache, baue ich einen Patch und gut ist. Wie "patcht" man einen Menschen?

Eigentlich ist es in jedem Beruf möglich, einen Fehler auszubessern, und wenn es halt eine finanzielle Entschädigung ist. Wie bemisst man Gesundheit (ohne Ulla Schmidt zu fragen!)?

Gruß,
Photon
 
Zuletzt bearbeitet:
...................
Und zu den Wartezeiten: Würden die Ärzte nicht schamlos zu viele Termine gleichzeitig vergeben, müsste man nicht so lange warten und Notfälle könnten auch noch zeitnah behandelt werden.

das liegt auch nicht daran, dass "schamlos zu viele Termine gleichzeitig" vergeben werden.

Wie lange soll denn Deiner Meinung ein Arzt seine Praxis offen haben um jedem gerecht zu werden? 24 Stunden?
 
das liegt auch nicht daran, dass "schamlos zu viele Termine gleichzeitig" vergeben werden.
Was ist denn Deiner Meinung nach der Grund, wenn ein Arzt ein volles Wartezimmer hat und Wartezeiten von 2 Stunden?

Wie lange soll denn Deiner Meinung ein Arzt seine Praxis offen haben um jedem gerecht zu werden? 24 Stunden?
Kann ein Arzt Patienten schneller behandeln, wenn er zwei Termine gleichzeitig hat? Wenn er 15 Minuten pro Patient braucht, dann braucht er die auch, wenn das Wartezimmer voll ist, oder?

Marty
 
Es gibt schon noch gute Ärzte, man muss sie nur finden.

Und wenn ich einen Arzt richtig gut finde, dann muss das nicht für meine Freundin gelten, der ich den Arzt dann vielleicht empfehle.

Bei mir ist das so:
Orthopäde:
Ein Arschloch hoch 10, denkt er wäre Gott und wir anderen nur kleine Arbeitsbienen, die ihm untertan sind. Aber er ist ein verdammt guter Operateur und hat mein Knie nach mehreren verpfuschten OPs endlich für derzeit 5 Jahre schmerzfrei bekommen.

Hautarzt:
Der hat irgendwie einen Sprung in der Schüssel. Dieser Mensch ist voller "Ticks". Aber er ist ein klasse Arzt und deswegen fahre ich 60 km für einen Termin bei ihm.

Frauenarzt:
Der passt im Großen und Ganzen. Er ist ein wenig barsch, aber fachlich 1A - ohne ihn wäre ich nicht Mama.

Zahnarzt:
Das ist der Sohn des Zahnarztes, zu dem die Familie meines Mannes schon seit Urzeiten geht. Fachlich kann ich nicht meckern, menschlich ist er ein Goldstück. Leider ist da ewige Warterei angesagt, aber das nimmt man in Kauf.

Endokrinologe:
Super Arzt, fachlich ein echt genialer Typ - aber bei dem wartet man 9 Monate auf einen Termin. Wenn man den dann aber hat, kommt man beinahe auf die Minute pünktlich dran.
Wenns schneller gehen muss, vergeben die so Puffertermine mit Wartezeit. Da habe ich vor 3 Wochen einen für August bekommen. 8O

Hausarzt:
Super Typ, fachlich okay, menschlich in Ordnung. Wartezeiten gibts bei Terminen kaum, außer es rollt die dicke Grippewelle.

KEINEN dieser Ärzte habe ich übrigens auf Anhieb gefunden. Ich musste immer mindestens ein Mal wechseln, weil ich mit dem vorherigen Facharzt nicht einverstanden war.
 
Zweitens sind ja nicht nur Ärzte erbitterte Feinde der Ulla Schmidt. Was die Frau verbrochen hat, ist selbstredend unter aller Sau und die Frau sollte sich nicht "Gesundheits"ministerin nennen dürfen. Ich finde es ebenso absolut dreckig, dass Ärzte von Kassenpatienten nicht mehr leben können, auch wenn die Praxis prügelvoll ist. Aber dennoch darf es nicht passieren, dass Ärzte beispielsweise in der Notaufnahme 36-Stunden-Schichten fahren müssen, um nach 19 Stunden einen schweren Motorradunfall zu operieren. Dann braucht sich Peter auch nicht wundern, dass er mit einem Bein an der Backe aufwacht.

Ich könnte Dir aber auch Geschichten aus meinem Bekanntenkreis erzählen, da würdest auch Du sicherlich mit dem Kopf schütteln. Zum Beispiel: Ein damals 7-jähriger hatte jede Nacht unerträgliche Schmerzen in den Kniegelenken. Die Mama ist von einem Arzt zum nächsten gewandert. Erst wurde Rheuma vermutet, wurde dann ausgeschlossen. Was weiß ich, was alles noch untersucht wurde, alles negativ. Am Ende hieß es, er würde simulieren, um Aufmerksamkeit zu heischen. Erst 3 Jahre später hat dann ein Arzt einen Test auf Borreliose gemacht, der positiv ausfiel. Leider ist der Kontakt abgebrochen, aber überleg' mal: Er musste mindestens 3 Jahre mit Schmerzen leben, Sport machen und so weiter. Sowas darf (in dem Alter schon gar nicht!) passieren...

Ich habe mich auch nicht persönlich angegriffen gefühlt. Und ich muss dir zu großen Teilen zustimmen, dass manchmal lange Ärzte an etwas herumdoktern bevor sie an jemanden überweisen, der Ahnung hat. Warum kann ich nicht sagen? Angst sich einzugestehen, dass man auch nicht alles kann? Die Hoffnung, dass man es doch alleine kann? Oder die unausgesprochene Anschuldigung, dass man keine Ahnung hat weil man jeden weiterverweist?
Bei Hausärzten geht das ja noch, weil ja klar ist, dass die wenige spezialisiert sind und einen groberen Überblick haben sollten. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es für einen Facharzt nicht einfach ist einen Patienten zum Kollegen zu schicken, weil man nicht weiterkommt.

Was das zwischenmenschliche angeht muss ich dir aber voll und ganz recht geben. Wie gesagt, ein freundliches Wort kostet genauso viel Zeit viel ein unfreundliches. Also kann ich auch freundlich sein. (In der Mehrzahl der Fälle...) Klar, ne Stunde Zeit für Small-Talk hab ich nicht. Aber ne vernünftige Aussage, gut erklärt erspart ja auch unter Umständen weitere Rückfragen und spart auch wieder Zeit.
Und was das mit den Fristen angeht: wir kriegen immer wieder eingebläut bloss nichts über Lebenserwartungen zu sagen. Stimmt sowieso nie. Aber andereseits wird man oft von Familien auch gedrängt was zu sagen. Naja, und da braucht man halt ne gute Antwortstrategie, schließlich hat der Patient ja auch ein Recht zu wissen woran man ist. (Wenn ich gefragt werde, wie lange hab ich denn noch erkläre ich immer genau das zuerst und dann verbleibe ich meist so in etwa mit einer Aussage wie: "es ist eine schwerwiegende Erkrankung, die derzeit nicht heilbar ist. Aber wie lange sie noch leben, kann ich ihnen nicht sagen. Es ist halt so, dass ihr Tumor an sich eine Krankheit darstellt, aber damit auch andere Risiken verbunden sind. So ist z.B. eine Lungenembolie viel wahrscheinlicher als beim Gesunden (oder oder oder). Aber wie der Tumor bei Ihnen wächst kann ihnen keiner vorhersagen. Und ob sie morgen nen Autounfall haben, der alles was ich sage zunichte macht schon gar nicht." Die meisten Patienten sind mit so einer Aussage zufrieden, weil sie ehrlich ist. Aber es gibt immer welche, die fragen dann weiter "Aber Frau Doktor, wie lange hab ich denn noch? Nen Monat, nen Jahr?" und dann wird es irgendwann schwierig hart zu bleiben und nichts zu sagen. (Wobei im Endstadium, die Patienten eigentlich auch alle wissen, dass es soweit ist, da fragt keiner mehr.)

Ja, Frau Ulla Schmidt... Wie wir sie lieben. Mal ehrlich, seit Anfang 2007 ist aufgrund europäischer Gesetzgebung nur noch eine Wochenstundenzahl von 48 bzw. 54h zulässig. Und mehr als 12h am Stück darf man auch nicht arbeiten. Obwohl unser Haus extrem personalfreundlich ist, waren wir zuletzt mit 5,5 Stellen von 26 unterbesetzt. Da funktioniert das System einfach nicht. Also arbeiten wir seit August wieder mit 24 bzw. 32h Schichten. Und wenn ich nach 31h jemand mit grippalem Infekt, der noch nicht einmal Fieber gemessen hat in der Ambulanz steht oder nachts um halb 5 mit Harnwegsinfekt (junges Mädel, 21Jahre), dann ist es mit der Freundlichkeit manchmal nicht so weit hin. Ok, meistens fällt es mir auf, und ich gehe dann nachher nochmal hin und entschuldige mich für meinen unfreundlichen Ton. Aber verständlich ist es auch irgendwie. Oder wenn man dann noch 4h Überstunden macht und nach 36h endlich nach Hause darf und dann stehen da die Angehörigen und wollen unbedingt und sofort Auskunft, obwohl man schon 3x mit ihnen gesprochen hat, und sich nicht nen Termin für den Folgetag zum Gespräch geben lassen wollen, dann geht freundlich manchmal nicht mehr.

Trotz allem bin ich mir sicher, dass es viele gute und engagierte Ärzte gibt (neben vielen, die über die Jahre einfach abgestumpft sind und keine Lust zum kämpfen mehr haben und sich einfach nur noch auf ihre Rente freuen).
 
Es gibt wie bei allen anderen Berufszweigen gute und schlechte Ärzte. Auch ich habe da schon einige Erfahrungen sammeln dürfen, obwohl ich meistens nur 4-5mal im Jahr zum Arzt muss (2xPillenrezept, 1xGrippeimpfung, 1-2xZahnarzt).

Ärzte haben es heute bestimmt sehr schwer, da die Gesundheitsreform immer mehr zur Lachnummer wird und wir mit Kassen- und Privatpatienten eine Zwei-Klassen-Gesellschaft erfolgreich aufgebaut haben.
Wenn ich z.B. bei meinem Ex-Hausarzt die Behandlungszeiten am Türschild anschaue (6-18 Uhr), frage ich mich auch, ob Ärzte überhaupt mal etwas Freizeit haben. Ist schon Wahnsinn, wieviel Zeit und Kraft sie in ihren Beruf stecken.

Nun zu meinen Erfahrungen:
Hausarzt: hatte ich seit meiner Kindheit bis Dezember 2007 (bin dann nach Dresden gezogen) ein- und denselben. Nur zu Grippezeiten musste man mal eine halbe Stunde im Wartezimmer sitzen, aber er hatte immer ein offenes Ohr und für alle kleinen Krankheiten, die ich hatte, hat er mir sofort die richtigen Medikamente verschrieben. War das Wartezimmer nicht krachend voll, nahm er sich auch noch Zeit für einen Small Talk. Die letzten zwei Male, wo ich nur ein Rezept bzw. die Grippeimpfung haben wollte, hat er mich gleich drangenommen und nach 2 Minuten war ich schon wieder draußen. Habe mir trotzdem böse Blicke von den Leuten im Wartezimmer eingefangen (nach dem Motto "Bestimmt privat versichert, jetzt fängt dieser Arzt auch noch damit an, argh!", bin aber leider Kassenpatient). Ich werde ihn echt vermissen. Im Moment habe ich gar keinen Hausarzt, muss ich mir hier erst noch suchen.

HNO: Als Baby hatte ich Meningitis und bin seitdem auf einem Ohr taub. Als Kind musste ich deswegen alle zwei Jahre mal ein Audiogramm beim HNO-Arzt machen lassen (da sich nie etwas verändert hat, schenke ich mir das jetzt natürlich). War anfangs immer im Klinikum Hoyerswerda. Da in der Lausitz mittlerweile sehr viele Rentner leben und viel zu wenig Ärzte dort arbeiten, kann man sich denken, was das für die Wartezeiten bedeutete. Einmal - da war ich 9-10 Jahre alt - nahmen die ständig Leute dran (hauptsächlich Rentner - die haben ja viel weniger Zeit als Schüler :roll:), die viel später da waren als ich. Nach drei Stunden hat meine Mutti da eine Szene gemacht, sich die Krankenversicherungskarte gekrallt und wir sind nie wieder dorthin. Kann ich echt nicht nachvollziehen, wieso man die Leute nicht in der Reihenfolge zum Arzt schickt, wie sie gekommen sind. Erst recht nicht, wenn man einen Termin hatte.

Zahnarzt: absoluter Horror. Die war überhaupt nicht einfühlsam. Hat man beim Bohren vor Schmerzen geschrieen, sagte sie bloß "Das kann doch gar nicht wehtun..." Der beste Kommentar, den ein Arzt von sich geben kann.

Orthopäde: Bin mal beim Fußball im vollen Sprint aufs Knie gefallen. Da muss irgendeine Sehne oder sowas sich etwas zu sehr gedehnt haben und schnappt seitdem über das Kniegelenk. War mir nicht geheuer und ich bin zum Hausarzt. Der hat einige geübte Handgriffe am Knie gemacht. Tat aber nix weh und er gab mir eine Überweisung zum Orthopäden. Ich machte einen Termin aus - in 4 Wochen war einer frei, grrr. Ich ging 4 Wochen später hin, schilderte dem Orthopäden alles und da hatte ich schon das Gefühl, er hört mir überhaupt nicht zu. Mein Beim wurde gleich geröntgt, Arzt: "Sieht top aus." Danach machte er haargenau die gleichen Handgriffe wie mein Hausarzt, natürlich tat mir da auch nichts weh. Als ich am Ende gemerkt habe, dass er mich eben nicht richtig verstanden hat (er hat am Gelenk was gesucht, deswegen das Röntgen, Sehnen sieht man dort wohl kaum), wollte ich schnell noch sagen, dass er mich falsch verstanden hat - da fand ich mich plötzlich schon vor der verschlossenen Tür wieder. Das war auch nur Patientenabfertigung: schnell mal Röntgen, ein paar Handgriffe - gibt ein paar 100 Euro von der Krankenkasse für die 5 Minuten. Toll. Das Problem mit dem Knie hab ich heut noch, aber da es nicht mehr weh tut und man dieses Knackgeräusch zum Glück auch nicht mehr hört, spiele ich eben weiter Fußball.

Ärzte suchen auch gern an den falschen Stellen. Ein Verwandter von mir (genauso alt wie ich - 24) hatte kurz nach einem Urlaub im Süden plötzlich Fieber bekommen und ihm ging's saumäßig. Alle Ärzte gingen sofort von einer Tropenkrankheit aus und haben NUR danach gesucht. Dem Verwandten ging es immer schlechter und schlechter, er hatte schon viele Kilo Gewicht verloren. Tage später: die Mutter besucht ihn, drückt kurz auf dem Bauch und er wimmert vor Schmerzen. Sie denkt an Blinddarmentzündung, geht zu den Ärzten und tatsächlich war dem auch so. Meine Fresse, da wäre fast ein junger Mensch an einer Blinddarmentzündung verreckt, das kann doch echt nicht angehen!!!

Sehr positive Erfahrungen habe ich übrigens mit Ärzten gemacht, die weit auswärts fern jeder öffentlichen Verkehrsanbindung arbeiten. Da gibt es schon mal die Sicherheit, dass man keine langen Wartezeiten hat. Ich hab eine Zahnärztin gefunden, die wirklich absolut super-top und gründlich arbeitet. Findet sie etwas, erklärt sie haargenau, was sie nun macht und wenn es wehtut, soll man es sagen. Das ist echt verdammt beruhigend. Nach der Alptraum-Zahnärztin meiner Kindheit hat sie es geschafft, mir jede Angst vorm Zahnarzt zu nehmen. Und für sie fahre ich dann auch 50 km von Dresden aus hin.
In Chemnitz habe ich auch mal nach einem HNO-Arzt gesucht und weiter auswärts jemanden gefunden. Fünf Minuten Wartezeit, sehr netter Arzt, der auch alles gleich sagte, was er so entdeckt hat. Er hat sich auch viel Zeit für meine Fragen genommen und gründlich gearbeitet - so soll das sein.

@Ckocks
Obwohl unser Haus extrem personalfreundlich ist, waren wir zuletzt mit 5,5 Stellen von 26 unterbesetzt. Da funktioniert das System einfach nicht. Also arbeiten wir seit August wieder mit 24 bzw. 32h Schichten.
Sowas finde ich echt heftig. 32 Stunden auf den Beinen und arbeiten und dann beschweren sich die Leute über Fehler der Ärzte. Wenn ich auf Arbeit sitze und was programmieren soll, kriege ich nach 10 Stunden eigentlich auch nichts mehr auf die Reihe und mache das dann am nächsten Tag früh ohne Probleme zu Ende und gut. Sowas könnt ihr nicht machen, aber es wurde eben zu Recht gesagt, dass Ärzte nicht mehr als 12 Stunden arbieiten dürfen und nun seid ihr wegen Unterbesetzung doch dazu gezwungen?! In diesem Land geht gehörig was schief.
Ok, meistens fällt es mir auf, und ich gehe dann nachher nochmal hin und entschuldige mich für meinen unfreundlichen Ton.
Das machen aber bestimmt nur die wenigsten, aber so etwas macht schon zum Teil einen guten Arzt aus. Natürlich muss er auch von Medizin viel Ahnung haben ;) (das ist wohl das Wichtigste), aber Höflichkeit kann echt nie schaden.
 
Zuletzt bearbeitet:
[...] Angst sich einzugestehen, dass man auch nicht alles kann? Die Hoffnung, dass man es doch alleine kann? Oder die unausgesprochene Anschuldigung, dass man keine Ahnung hat weil man jeden weiterverweist? [...]
Genau das vermute ich. Klingt absolut plausibel. Wer gesteht schon gern so offiziell Schwächen ein? Zumal viele Patienten dann sagen: "Na mein Arzt guckt sowieso nur einmal, dann schickt der mich weiter zum nächsten. Den Besuch hätte ich mir sparen können. Nächstes Mal gehe ich gleich zu dem..."

Obwohl es ja eigentlich keine Schwächen sind. Im Gegenteil empfinde ich es als Stärke, wenn mich jemand zu einem Spezialisten schickt oder sogar ein Spezialist zu einem anderen. Besser, als wenn ich zum Versuchskarnickel werde. Ich persönlich hätte zu einem ehrlichen Arzt (und letztlich ist es ja nichts anderes als Ehrlichkeit) weit mehr Vertrauen, als zu einem Geschichtenerzähler.

[...] Wenn ich gefragt werde, wie lange hab ich denn noch erkläre ich immer genau das zuerst und dann verbleibe ich meist so in etwa mit einer Aussage wie: "es ist eine schwerwiegende Erkrankung, die derzeit nicht heilbar ist. Aber wie lange sie noch leben, kann ich ihnen nicht sagen. Es ist halt so, dass ihr Tumor an sich eine Krankheit darstellt, aber damit auch andere Risiken verbunden sind. So ist z.B. eine Lungenembolie viel wahrscheinlicher als beim Gesunden (oder oder oder). Aber wie der Tumor bei Ihnen wächst kann ihnen keiner vorhersagen. Und ob sie morgen nen Autounfall haben, der alles was ich sage zunichte macht schon gar nicht." Die meisten Patienten sind mit so einer Aussage zufrieden, weil sie ehrlich ist. Aber es gibt immer welche, die fragen dann weiter "Aber Frau Doktor, wie lange hab ich denn noch? Nen Monat, nen Jahr?" und dann wird es irgendwann schwierig hart zu bleiben und nichts zu sagen. (Wobei im Endstadium, die Patienten eigentlich auch alle wissen, dass es soweit ist, da fragt keiner mehr.)
Ja, sowas ist auch völlig in Ordnung. Das ist ehrlich, trotzdem einfühlsam und der Patient fühlt sich nicht wie eine Nummer auf dem Weg zur Schlachtbank. Und warum kann nicht jeder Arzt so sein?

Obwohl ich sagen muss, dass ich in Krankenhäusern bessere Erfahrungen gemacht habe, als in Arztpraxen. In Krankenhäusern habe ich nur sehr selten unfreundliche und arrogante Ärzte erlebt, in Praxen scheint es dagegen üblich zu sein.

[...] Trotz allem bin ich mir sicher, dass es viele gute und engagierte Ärzte gibt (neben vielen, die über die Jahre einfach abgestumpft sind und keine Lust zum kämpfen mehr haben und sich einfach nur noch auf ihre Rente freuen).
Ich bin einfach der Ansicht, dass der Beruf "Arzt" (also Humanmediziner) grundsätzlich verschieden ist von allen anderen Berufen, die es auf der Welt gibt. Wenn ein Veterinärmediziner unfreundlich zu Nachbars Lumpi ist, dann wird das Nachbars Lumpi kaum stören. Und wenn er dem Tier dann auch noch beiläufig erzählt, dass es nun eingeschläfert wird, dann guckt das Tier noch immer genauso teilnahmslos wie vorher.

Aber Menschen haben nunmal aufgrund der Tatsache, dass es Menschen sind, auch eine Psyche. Und ich denke, dass zu einer vernünftigen Rekonvaleszenz nunmal auch das explizite Eingehen auf den Patienten gehört. Daneben ist das Fachlich natürlich mindestens genauso wichtig. Aber wenn ich mal einen sehr schlechten Tag habe, dann kann ich mich zurückziehen und für mich allein die Welt hassen, es stört niemanden. Und wenn ich Fehler mache, dann bügle ich sie so wieder aus, dass danach niemand mehr mitbekommt, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Wenn mir jemand nicht passt, dann kann ich mich frei entscheiden, ob ich ihn als Kunden haben möchte / Kontakt mit ihm möchte oder ob ich ihn meide. Und wenn ich merke, dass ich nach 16 Stunden Arbeit mehr Fehler mache, als dass ich konstruktiv bin, dann höre ich einfach auf und mache am nächsten Tag weiter. Das alles ist bei Ärzten nicht oder nur unter bestimmten Umständen möglich.

Deshalb kann man den Beruf "Arzt" nicht mit anderen Berufen vergleichen. Wenn ein Arzt sich auf die Rente freut und keinen Bock mehr hat, dann soll er ein Schild an seine Praxis machen: "Nur noch Notfälle" oder "Habe keinen Bock mehr!". Wenn das Ego eines Arztes es ihm verbietet, einen Fall zu einem anderen Arzt weiterzuverweisen, dann sollten auch Ärzte (und ich weiß auch, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt) das so benennen und wenigstens unter sich den betreffenden Arzt zurechtstutzen, damit offizielle Untersuchungen ausbleiben.

Auch wenn ich menschlich durchaus Verständnis dafür habe, dass ein Arzt nach 30 Stunden Arbeit eine Konzentration gleich Null hat, möchte ich jedoch nicht der nächste sein, der auf dessen Tisch liegt. Das sind dem Beruf unwürdige Arbeitsbedingungen und dagegen sollten sich Ärzte auch stark machen. Es kann nicht sein, dass derzeit fast jeder Berufsstand realitätsferne Forderungen stellt und dafür die Arbeit niederlegen, während Ärzte sich weitestgehend alles von der Schmidt bieten lassen müssen. Andererseits möchte ich aber als Patient der letzte sein, der darunter zu leiden hat. Denn mir hilft es nicht, wenn auf meinem Grabstein steht: "Sein Arzt war einfach überarbeitet..."

Das Gesundheitssytem eines Landes ist nach meiner Ansicht auch der Punkt, woran man einen Sozialstaat messen sollte. Und wenn das Budget einer Praxis gerade mal bis zur Hälfte des Quartals reicht, dann muss eher das Budget erhöht werden, als dass sich die Krankenkassenvorstände neue Hausboote und Pfurzsessel kaufen. Wenn das Gesundheitssystem versagt, versagt die Gesellschaft. Es gibt kein höheres Gut des Einzelnen als seine Gesundheit. Zur Gesundheit zählt auch die Psyche. Beides muss vom Arzt versorgt werden und damit das gewährleistet ist, würde ich jederzeit meine Unterschrift geben oder sonstwas tun, um Ärzte zu unterstützen. Schließlich kommt es mir irgendwann vielleicht auch zu Gute.

Gruß,
Photon
 
Jaja, die Ärzte...

Was macht einen guten Arzt aus?
Für mich folgende Punkte:
  • Er ist freundlich
  • aufmerksam
  • hört zu
  • geht auf mich als Patienten ein
  • antwortet auf Fragen, und zwar so, dass jeder Laie sie verstehen kann
  • bespricht die Therapie mit dem Patienten, kurz:
  • behandelt den Patienten wie einen Menschen und nicht wie eine Krankheit auf Beinen.

Ich habe auch schon schlimme Erfahrungen mit den Vertretern der heilenden Zunft gemacht, und zwar nicht zu knapp. Das ging bei meiner Geburt los (die Geburt wurde eingeleitet und der Wehentropf meiner Mutter zu hoch dosiert, so dass sie schon Presswehen hatte, als der Muttermund noch garnicht geöffnet war und es einen Nabelschnurvorfall gab) und zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben hindurch. Durch diese Erfahrungen bin ich auch nicht zu knapp traumatisiert worden, z. B. muss ich bei Punktionen (bei der Dialyse mache ich das daher alleine, zumindest eine der Kanülen lege ich mir selbst) Blutabnahmen und ähnlichem einfach sehen, was die Leute da mit mir machen, da ich sonst Panikgefühle bekomme. Das kommt daher, dass die Typen da im Kinderkrankenhaus mir gar keine Chance gelassen haben... meine Mutter hatte uns als Kinder vor Arztterminen niemals belogen, wenn es um Impfungen etc. ging. Sie hat immer gesagt, dass es weh tun, der Schmerz aber nicht lange anhalten würde. Dort in Rostock war das Gegenteil der Fall. Zur Blutabnahme wurde man auf die Liege gelegt, dann hielt eine Schwester Hüfte und Beine fest, eine andere Schultern und Kopf, und zwar so, dass man nicht sehen konnte, was die da machen. Im Großen und Ganzen wurden wir nicht als Kinder und Menschen behandelt, sondern als Krankheiten auf Beinen. Uns wurden Sinn und Zweck von Untersuchungen nicht mitgeteilt, sie wurden einfach gemacht.

Es macht mich wütend, wenn Ärzte meinen, aufgrund ihres Studiums mir z.B. erzählen zu können, wo genau man bei mir am besten Zugänge legen kann, obwohl ich es besser weiß. Meistens glaubt der Betreffende mir kein Wort, weil er meine Krankenakte nicht gelesen hat. Oder wenn mir einfach Medikamente verabreicht werden, ohne mir zu sagen, was das ist und was es bewirkt.
 
Erstens vermisse ich bei vielen Ärzten das Einfühlungsvermögen. Bei jemandem aus meiner Familie passiert (81 Jahre): "Herr Doktor, wie lange habe ich noch?" - "Bin ich Gott? Das weiß ich nicht. Aber 6 Monate bestimmt noch. Sie sollten aber schon mal ihren Nachlass regeln..." Jetzt ist er 18 Monate "über seiner Zeit" und macht erstmal keine Anstalten abzutreten.

Du erwartet also von einem Arzt mitleid ?! Ich bin zwar kein Arzt, arbeite aber in der Präklinik als Rettungsassistentin. Auch dort hat man täglich mit den Patienten zu tun und behandelt diese mit oder ohne Arzt. Und dabei sollte man sich selbst nicht vergessen, wer zu oft Mitleid hat mit den Patienten der geht daran selbst zugrunde. Ich biete dir mal ein Beispiel: Klar ist es tragich wenn ein Kind ertrunken ist, aber es betrifft nicht mein Leben - deswegen muss man das schnell wieder vergessen und gar nicht so dicht an sich rankommen lassen.

Was meinst du wie oft man Mitleid haben kann mit Patienten 10 mal, 100 mal oder 1000 mal ? Das ist nicht mal ein Jahr und danach ist man selbst ein Wrack weil man sich alles so zu Herzen nimmt. Das kühle rüberbringen von fakten ist dabei ein Teil dieses Selbstschutzmechanismuses. Deswegen find ich Ärzte die Stundenlang bei den Patienten am Bett hocken und Händchenhalten eher bedenklich und sehe sie als zukünfigte Patienten in meinem Rettungswagen.

Ich mache es in meinem Beruf nicht anders, ansonsten müsste ich jeden der Patienten ein super schauspiel liefern, dass ich mich für sein Wehwehchen und sein psychisches Leid brennend interessiere und nun Nachts nicht schlafen kann. Das strengt nicht nur mich an, sondern auch die Patienten. Demnach bin ich zwar freundlich, aber auch sachlich und fachlich direkt wenn es um Antworten geht. Klar kann man auch mal Händchen halten oder ein witzchen reißen, aber das ist eher eine Ausnahme.

Und die Wartezeiten in den Kliniken mit 6,5 Stunden sind doch super Zeiten wenn man selbst reinkommt, meine Notfallpatienten die mit Blaulicht reinkommen warten z.T. 12 Stunde. Bringt man morgens um 7 Uhr eine ältere Dame mit Herzinfakrtsymptomen in die Klink, und abends um 20 Uhr liegt sie genau noch dort wo wir sie umgelagert haben mit selbigen und hat nur was gegen die Schmerzen gekriegt. Allerdings wurde die Aufsicht vergessen, als das Morphin gespritzt wurde, und demnach war die Oma bereits im Gesicht blau angelaufen und steif ...

Zu den eingangsfragen, ja es gibt viele gute Ärzte nur sind hier einige Leute zu wählerisch und erwarten einfühlsame, schnellarbeitende Menschen die alles können. So etwas gibt es einfach nicht, und demnach sollten mal die Erwartungshaltungen herrabgesetzt werden. Auch das gesamte Gesundheitsystem mit den Budgethaltungen etc. verstehen hier die Laien so was von gar nicht, machen aber ihre Meinung kund über Dinge die sie nicht mal wissen. Wie war das mit dem Satz einfach mal die Fresse halten ... :roll:
Ich arbeite täglich mit mehreren Ärzten zusammen, sei es nun Notarzt, Klinikarzt, Hausarzt oder was weiß ich - und alle machen ihren Job so gut es geht. Klar gibt es auch einige, die besser ihre Aprobation abgeben sollten aber das erledigt sich irgendwann demnächst auf natürliche Weise, dass sie nicht mehr praktizieren.

Oder studiert selbst, und entschärft mal die Gesamtsituation. Wenn in jedem Dorf 5 Ärzte wären statt nur einer für eine ganze kleine Stadt, dann wären die Wartezeiten nicht so lang, und der Arzt hätte mehr Zeit für euch. Also in ca. 12 Jahren dürftet ihr soweit sein und erst dann habt ihr ein Recht auf den Ärzten zu trampeln.

Im übrigen ist es ein Irrrglaube, dass Privatpatienten nicht so lange warten im Krankenhaus. Die warten noch länger, denn es dauert bis der Professor mal seinen Arsch bewegt. Und klar, wir kommen auch mit dem Rettungswagen der ein Fenster hat für die Privatpatienten :roll:
 
Es macht mich wütend, wenn Ärzte meinen, aufgrund ihres Studiums mir z.B. erzählen zu können, wo genau man bei mir am besten Zugänge legen kann, obwohl ich es besser weiß. Meistens glaubt der Betreffende mir kein Wort, weil er meine Krankenakte nicht gelesen hat. Oder wenn mir einfach Medikamente verabreicht werden, ohne mir zu sagen, was das ist und was es bewirkt.[/FONT]

Und von was träumst du nachts, du als Laie willst es besser wissen als jemand der sich damit Jahrelang jeden Tag befasst :ugly:
Auch wenn du Dialysepatient bist, gibt es Punktionsstellen die du nicht mal im Traum erahnen würdest.
 
du als Laie willst es besser wissen als jemand der sich damit Jahrelang jeden Tag befasst

Na ja, ich habe ein ähnliches Problem wie Schwarzdrossel - ich würde mir aber nicht anmaßen, mich über einen studierten Arzt zu stellen.

Bei mir ist es so, dass ich ganz komische Venen habe und Blutabnehmen bei mir immer in einer Art Schatzsuche mit sehr schmerzhaftem Ausgang endet. Teils werde ich 4 Mal in den Arm, das Handgelenk und die Hand gestochen und ich gebe trotzdem kein Blut her. Oder auch ganz nett: man piekt mir in die Armbeuge, merkt, dass nix läuft und sucht dann mit der Nadel noch ein wenig nach einer Vene. *buäx*

Würden all diese Menschen mir zuhören, wenn ich vor dem Blutabnehmen sage, dass es am Besten am Handrücken geht - dann würden sie sich und mir viel ersparen.
Das Netteste, was ich nach diesem Hinweis noch zu hören bekam, war, dass es doch da höllisch wehtun müsse und man deswegen lieber woanders probiert.

JA! Ich weiß, dass es da weh tut. Aber mir tuts noch weh, wenn ich an 3 anderen Stellen gepiekt werde und man im Endeffekt dann doch zum Handrücken greifen muss. *hmpf*
 
Du erwartet also von einem Arzt mitleid ?!
Nein, Einfühlungsvermögen. Das ist ein Unterschied. Dass nicht jeder Arzt persönlich betroffen sein kann und darf, verstehe ich durchaus. Dann würde wahrscheinlich die Selbstmordquote bei Ärzten extrem hoch sein.

Aber ich erwarte, dass meine Verwandten nicht wie Vieh behandelt werden. Von einem Arzt erwarte ich nicht, dass er mir heulend im Arm liegt, wenn einer meiner Verwandten stirbt. Aber ich erwarte auch etwas mehr Einfühlungsvermögen und kein "Nehmen Sie ihn mit, regeln Sie den Nachlass, in etwa 6 Monaten ist er tot. Schönen Tag noch, der nächste bitte..."

[...] Deswegen find ich Ärzte die Stundenlang bei den Patienten am Bett hocken und Händchenhalten eher bedenklich und sehe sie als zukünfigte Patienten in meinem Rettungswagen.
Weil Du so denkst hoffe ich inständig, dass Du auch niemals vom Rettungswagen herunter kommst. Weißt Du, als ich einen Motorradunfall hatte (zum Glück nichts ernstes), kam auch ein Rettungswagen. Da stiegen auch zwei arrogante P*nner aus, die sich unterhalten haben und sich irgendwas Lustiges erzählt haben. Die haben mich nicht mal gegrüßt oder mich überhaupt angeschaut haben beim Sprechen. Ich habe ja neben meinem halben Wrack gestanden und habe eine geraucht. solche Leuten sollten Tierarzt werden oder von mir aus Hundetrainer. Aber sowas darf man nicht auf Menschen los lassen.

Und die Wartezeiten in den Kliniken mit 6,5 Stunden sind doch super Zeiten wenn man selbst reinkommt, meine Notfallpatienten die mit Blaulicht reinkommen warten z.T. 12 Stunde.
Stehen denn eure Verbrennungsöfen auch mal still?

Zu den eingangsfragen, ja es gibt viele gute Ärzte nur sind hier einige Leute zu wählerisch und erwarten einfühlsame, schnellarbeitende Menschen die alles können.
Also ich erwarte, professionell und trotzdem wie ein Mensch behandelt zu werden. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn aufgrund hoher Wartezeiten die Menschen im Warteraum reihenweise umfallen und wie die Fliegen weg sterben, müssen halt mehr Ärzte eingestellt werden. Wenn ein Arzt übermüdet operieren muss und einen Arm am Arsch anbaut, dann muss an den Arbeitszeiten etwas geändert werden. Trotzdem will ich als Patient nicht das Vieh sein, das mit einem Blick in Erwartung einer vortrefflichen Organspende beäugt wird. Ein Mensch ist nunmal etwas mehr als ein Wassersack voll DNA.

Oder studiert selbst, und entschärft mal die Gesamtsituation. Wenn in jedem Dorf 5 Ärzte wären statt nur einer für eine ganze kleine Stadt, dann wären die Wartezeiten nicht so lang, und der Arzt hätte mehr Zeit für euch. Also in ca. 12 Jahren dürftet ihr soweit sein und erst dann habt ihr ein Recht auf den Ärzten zu trampeln.
Also mich persönlich interessiert Medizin nicht. Ich wäre auch kein guter Arzt, weil mir das Einfühlungsvermögen für viele Patienten fehlt. Auch könnte ich nicht persönliche Emotionen außen vor lassen und jeden Menschen gleich gut behandeln. Weil ich das weiß, habe ich einen anderen Beruf ergriffen und ich bin mir sicher, dass einige andere Ärzte besser genauso hätten entscheiden sollen. Denn einige Ärzte sind eher Fleischer als Arzt. Vielleicht wären die auch besser auf dem Schlachthof aufgehoben gewesen, wer weiß.

Gruß,
Photon
 
Also ich erwarte, professionell und trotzdem wie ein Mensch behandelt zu werden. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn aufgrund hoher Wartezeiten die Menschen im Warteraum reihenweise umfallen und wie die Fliegen weg sterben, müssen halt mehr Ärzte eingestellt werden. Wenn ein Arzt übermüdet operieren muss und einen Arm am Arsch anbaut, dann muss an den Arbeitszeiten etwas geändert werden. Trotzdem will ich als Patient nicht das Vieh sein, das mit einem Blick in Erwartung einer vortrefflichen Organspende beäugt wird. Ein Mensch ist nunmal etwas mehr als ein Wassersack voll DNA.

Und wer soll diese Ärzte bezahlen, du gehörst dann auch zu den Leuten die als erstes Heulen wenn die Kassenbeiträge erhöht werden. Auch Ärzte, egal ob sie aus aus Menschlichen Emotionen herraus machen, oder immer noch auf das große Geld hoffen (haha) wollen anständig bezahlt werden. Die Kliniken stellen wegen des Sparkurses niemanden ein, und werden dazu gezwungen übermüdet zu arbeiten. Darunter leiden erstmal die Patienten ist klar, aber andererseits als díe Patienten noch gesund waren und keinen Arzt gebraucht haben, hatten sie eine große Fresse und haben sich über die Betragserhöhungen aufgeregt.

Das ist übrigens überall so im Gesundheitswesen, dass gespart wird ohne Ende. Bei uns ist das nicht viel anders mit 12 - 24 Stunden Schichten. Ein Arbeitsvertrag mit 48 Stunden und in wirklichkeit sind es 60-80 Stunden was wir pro Woche reißen. Währenddessen sitzen Sesselfurzer wie du 35 Stunden im Büro und jammern über das Leben und von "keine Zeit fürs Private" haben. Und meinen dann noch extra Ansprüche stellen zu können wenn sie mal ein kleines Bubu haben.

Und zu deinem Motorrad VU - sei froh das nichts schlimmes war ansonsten wäre das Auftreten meiner Kollegen anders gewesen. Aber was erwartest du, dass wir mit Tränenden Augen aussteigen und dich erstmal in den Arm nehmen, den Boden küssen und Gott danken, dass du noch lebst ? Es ist ein Job, mehr nicht und auch Rettungsdienstler sind nur Menschen aber die im Rettungsdienst arbeiten. Und damit haben sie auch emotionen und Gefühle. Dort muss man ab und zu mal ein Scherzchen vom Zaun reißen um mit dem ganzen noch umgehen zu können.

Ich hoffe das du nie von deinem Sessel runtersteigst, aber wenn du Bedarf hast dann kannst du dir meinen Job einmal eine Woche antun und mich begleiten. Denn dann hast du mal ein Hintergrundwissen wieso alles so ist, wie es ist und kannst danach dein Mundwerk aufreißen. Dann triffst du vielleicht mal die richtigen Leute, und nicht die "Opfer" des Systems.

Und das du einen Tierarzt als Schlachter hinstellst, ist ja wohl ebenfalls eine Anmaßung. Allgemein mit deiner Einstellung wenn du mir so unter die Augen kriechst musst du dich nicht wundern wie ein "Vieh" behandelt zu werden, was in deinem Fall schon eine Beleidigung der Tierwelt darstellt. :roll:
Denn niemand war dabei als du den Arzt über deinen Verwandten ausgefragt hast, der Ton macht die Musik. Nachdem das hier schon das "gelbe vom Ei ist" wundert mich gar nichts mehr ...
 
Und wer soll diese Ärzte bezahlen, du gehörst dann auch zu den Leuten die als erstes Heulen wenn die Kassenbeiträge erhöht werden.
Naja, also ich empfinde den Tod schlimmer als eine Beitragserhöhung. Das mag natürlich jeder auch anders beurteilen, aber ich bleibe dabei. Und wenn ich "heule" über eine Beitragserhöhung, dann nur deshalb, weil durch die Beitragserhöhung ja keine individuelle Verbesserung der Situation eintritt. Das bedeutet in erster Linie nur, dass die Krankenkassenvorstände neue Büros und Boote kaufen können. Und selbst wenn mehr Ärzte eingestellt würden, so bedeutet das ja noch lange nicht, dass sie dann bessere Ärzte wären.

Das ist übrigens überall so im Gesundheitswesen, dass gespart wird ohne Ende. Bei uns ist das nicht viel anders mit 12 - 24 Stunden Schichten. Ein Arbeitsvertrag mit 48 Stunden und in wirklichkeit sind es 60-80 Stunden was wir pro Woche reißen. Währenddessen sitzen Sesselfurzer wie du 35 Stunden im Büro und jammern über das Leben und von "keine Zeit fürs Private" haben. Und meinen dann noch extra Ansprüche stellen zu können wenn sie mal ein kleines Bubu haben.
Nein, ich sitze nicht im Büro, ich bin selbstständig. Folglich habe ich am Tag auch mehr Sachen zu tun, als in meinen Sessel zu flatulieren. Und mein Tag ist auch nicht nach 8 Stunden vorbei und mein Telefon klingelt gelegentlich auch noch um 23 Uhr.

Aber egal, ich habe es ja nicht nötig, mich bei Dir zu rechtfertigen. Fakt ist, das ich schon lange nicht mehr wegen jedem kleinen Bubu zum Arzt renne, weil ich es mir schlicht gar nicht leisten kann und will. Und zweitens erwarte ich auch in dem Fall, dass ich ein kleines Bubu habe, von Arzt genauso behandelt zu werden, als wenn ich ein großes Bubu hätte. Sonst kann der Arzt gerne auf dem Schlachthof arbeiten und dort bei dem Schlachtvieh Bubu machen, aber nicht bei mir.

Und zu deinem Motorrad VU - sei froh das nichts schlimmes war ansonsten wäre das Auftreten meiner Kollegen anders gewesen. Aber was erwartest du, dass wir mit Tränenden Augen aussteigen und dich erstmal in den Arm nehmen, den Boden küssen und Gott danken, dass du noch lebst ?
Nee, das waren zwei furchtbar häßliche Kerle! Pfui!

Aber vielleicht mal ein "Guten Tag"? Ich meine, das gehört zu meinem alltäglichen Wortschatz und ich habe mir bei "Guten Tag" noch nie einen Zacken aus der Krone gebrochen. Oder ist das allgemein unter der Würde eines echten harten Rettungssanitäters/-arztes?

[...] Ich hoffe das du nie von deinem Sessel runtersteigst, aber wenn du Bedarf hast dann kannst du dir meinen Job einmal eine Woche antun und mich begleiten. Denn dann hast du mal ein Hintergrundwissen wieso alles so ist, wie es ist und kannst danach dein Mundwerk aufreißen. Dann triffst du vielleicht mal die richtigen Leute, und nicht die "Opfer" des Systems.
Du, ich kenne das aus meinem Zivildienst in der Charité. Und seitdem hat sich die Situtation sicher auch nicht verbessert, schon gar nicht unter der SPD oder jetzt der Ulla. Aber auch das ist nicht mein Problem als Patient. Es tut mir auch ehrlich leid, dass man heute als Arzt nicht mehr reich werden kann und sich nicht so schnell mehr das Haus, Auto, Boot und Pferderanch leisten kann. Aber vielleicht ist es auch ganz gut so. Denn jetzt werden vielleicht nur noch die Leute Arzt, die sich zu dem Beruf tatsächlich berufen fühlen und nicht mehr so viele arrogante Arschlöcher, die es des Geldes wegen tun und denen sonst das Gejaule ihrer Patienten auf den Sack geht.

Und das du einen Tierarzt als Schlachter hinstellst, ist ja wohl ebenfalls eine Anmaßung. Allgemein mit deiner Einstellung wenn du mir so unter die Augen kriechst musst du dich nicht wundern wie ein "Vieh" behandelt zu werden, was in deinem Fall schon eine Beleidigung der Tierwelt darstellt. :roll:
Naja, nun mäßige Dich mal wieder, junge Dame. Ich habe nicht einen Tierarzt als Schlachter hingestellt, sondern lediglich gesagt, dass manch ein Arzt besser als Fleischer aufgehoben gewesen wäre. Und daran ist wohl auch kaum etwas auszusetzen, wenn man das Auftreten und Gebaren eines manchen Arztes sieht.

Denn niemand war dabei als du den Arzt über deinen Verwandten ausgefragt hast, der Ton macht die Musik. Nachdem das hier schon das "gelbe vom Ei ist" wundert mich gar nichts mehr ...
Doch, der Patient selbst. Nur weil man ein Arzt ist, muss man nicht zwangsweise ein Arschloch sein, oder? Vielleicht irre ich mich auch, dann kläre mich auf: In welches Semester fällt der Arschloch-Kurs?

Gruß,
Photon
 
gerade bei den News entdeckt:

Studie belegt Verständigungsprobleme in Krankenhäusern

Okay, hier geht´s wohl vorrangig um anderssprachige Mitbürger, was wohl wirklich zu Verständigungsproblemen führen kann. Ohne Frage.

Doch interessant fand ich den Satz:
"...Zwölf Prozent der Ärzte bescheinigen aber auch deutschen Patienten Mitteilungsschwierigkeiten...."
Da fragt man sich, woran das liegen mag. Wenn ich doch mal einen Arzt aufsuche, geht´s mir schon verdammt dreckig. Ich bin mittlerweile eine von den Menschen, die dem/r Arzt/Ärztin schon so genau wie möglich berichten, wo es mir wehtut, was meine Beschwerden sind und warum ich eigentlich da bin. Es ist mir schon zu oft passiert, dass aufgrund unzureichender Kenntnis über die Sachlage falsch diagnostiziert wurde. Also sorge ich vor ;)

@ Saber
Es ist richtig, dass ein Arzt oder ein Rettungssanitäter nicht alles an sich persönlich ranlassen sollte. Denn derjenige ist auch nur ein Mensch und würde irgendwann psychisch eingehen, also bleibt man so sachlich wie möglich. Doch Sachlichkeit kann man freundlich und mit Respekt entgegenbringen. Und mehr Menschlichkeit wird selbst von Ärzten nicht erwartet.
Vorrangig soll mich ein Arzt wieder gesund und heile machen. Dabei begegne ich ihm mit Respekt, und so wie ich anderen entgegentrete, erwarte ich es auch mir gegenüber. Wie du so schön geschrieben hast: .... der Ton macht die Musik!

Gruß, Poo
 
Und von was träumst du nachts, du als Laie willst es besser wissen als jemand der sich damit Jahrelang jeden Tag befasst :ugly:
Auch wenn du Dialysepatient bist, gibt es Punktionsstellen die du nicht mal im Traum erahnen würdest.

Tja, da hast du nun unrecht. Ich weiß sehr wohl, wo man überall punktieren kann, ich mache den ganzen Scheiß jetzt nämlich schon sein 1989, und daher kann ich aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpfen. Die Narben an meinen Beinen und Armen pfeifen ein Liedchen davon. Und ich weiß auch, welche Venen mit welchen Nadeln punktierbar sind, ohne dass sie wegplatzen, ich leben nämlich schon ziemlich lange damit, im Gegensatz zu dem Arzt der mir da gegenüber sitzt. :p