Gute Ärzte - gibt es die noch?

Gibt es noch gute Ärzte?


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MrToiz

Well-known member
ID: 72115
L
28 April 2006
766
91
Hallo Klammunity,

komme gerade mal wieder völlig entnervt vom Arzt und stelle mir mittlerweile echt die Frage:

Gibt es noch gute Ärzte?

In letzter Zeit war ich bei zahlreichen verschiedenen Ärzten, aber bei den meisten sehen meine Erfahrungen leider so aus:
  • Sie sind inkompetent.
    Entweder gibt's gar keine Diagnose, es dauert ewig bis sie was finden oder sie stellen gar erstmal falsche Diagnosen. Und selbst wenn die Diagnose mal stimmt, zeit die Behandlung oft praktisch keine Wirkung.
  • Sie sind arrogant.
    Lange Wartezeiten sind das eine (erst recht für Kassenpatienten), Unfreundlichkeit und Überheblichkeit das andere. Bei vielen Ärzten komme ich mir so vor, als wollten sie die ganze Zeit ihre Überlegenheit demonstrieren und hätten es gar nicht nötig, mir überhaupt zuzuhören.
Damit ist glaub ich recht gut zusammengefasst, was ich von Ärzten halte. Ich finde es schon irgendwie erschreckend, dass ich in meiner Stadt keinen wirklich guten Arzt kenne, dafür für praktisch jedes Teilgebiet mindestens einen, zu dem ich mit Sicherheit nicht (noch einmal) freiwillig gehen würde.

Gibt es eigentlich irgendwelche Portale oder Foren im Internet, wo man Ärzte bewerten kann o.ä.? Einfach, damit ich nicht wirklich alle Ärzte hier selbst ausprobieren muss...

Viele Grüße,
ein verzweifelter MrToiz

P.S.: Die heutige Story: Ich komme zum Orthopäden, warte fast 10 Minuten an der Anmeldung und bekomme dann gesagt, dass der Doktor krank sei und sie mich leider nicht erreichen konnten, obwohl ich von heute morgen bis zum Termin keine 2 Stunden außer Haus war, sie hätten also genug Gelegenheit gehabt noch einmal anzurufen. Jetzt soll ich also am Montagmorgen um 8:00 wieder dort antanzen "und genug Wartezeit" mitbringen...mal schauen was daraus wird, beim letzten Orthopäden musste ich auf exakt 4 Minuten Behandlung 6,5 Stunden warten!
 
Die gibt es definitiv noch. Mein Vater ist Arzt (Psychiater) und ich weiß, dass er seinen Job wirklich sehr gut und gewissenhaft macht. Er erhält auch ab und zu Geschenke von Patienten als Dankeschön für seine Arbeit :)
Allerdings ist er nicht selbstständig und du hast hier ja eher Selbstständige angesprochen denke ich. Dennoch - es gibt noch Licht am Horizont ;)

Ich kann deine Laune aber durchaus nachvollziehen. Wegen einer Erkrankung am Fuß & Finger war ich mal beim Hautarzt (waren so Bläschen unter der Haut, die irgendwann aufplatzten), sie hat mir dann 2 Salben verschrieben, die zwar die Symptome gelindert haben, aber an den Fingern habe ich das heute noch in schwacher Form, obwohl ich mehrmals da war. Gesagt, was das ist, hat sie mir auch nicht...
Meinen Erfahrungen nach müssen Privatpatienten aber nicht so lange warten, als ich letztens beim Impfen war, saßen da noch zig andere Leute, aber ich kam vor dem Großteil an die Reihe...
 
Zuletzt bearbeitet:
Jap ich bezog mich auf selbstständige Ärzte und die Psychiater gehören zu der kleinen Gruppe von Ärzten, bei denen ich noch nicht war.

Hier mal meine schönsten Erlebnisse:
  • Hautarzt: Hatte da irgendwas am Oberarm, das erst aussah wie ein Pickel mit knapp 5mm Durchmesser, ab und an mal geblutet hat und vor allem einfach nicht wegging. Nach ungefähr einem Jahr bin ich damit mal zum Hautarzt. Was es genau war, konnte mir nicht gesagt werden ("Vermutlich ein Insektenstich, der sich entzündet hat"), aber immerhin ist es jetzt weg. Dafür hab ich an der Stelle jetzt eine 3cm lange und 2cm breite, dicke Narbe, obwohl die Operation mittlerweile fast 4 Jahre her ist.
  • Zahnarzt: Gut, am Karies war ich selbst schuld, aber mein alter Zahnarzt war so freundlich, davon nur die Hälfte wegzubohren und den Rest einfach einzubetonieren. Ein, zwei Jahre später war dann eine Wurzelbehandlung fällig...
  • HNO-Arzt: Mit in Strömen blutender Nase komme ich da an und bekomme erstmal nur ein Taschentuch, um mich ins Wartezimmer zu setzen. Als ich dann endlich drankomme, werde ich ermahnt, bei der Untersuchung bloß nicht zu husten, denn dann käme ja Blut auf den weißen Kittel, und so kurz vor Feierabend müsse das ja nicht sein. Der gute hat dann ohne jegliche Ankündigung versucht, die betroffene Ader zu verätzen, was in einem Schmerzensschrei meinerseits und einem blutbesprenkelten Kittel seinerseits endete. Da hatte er dann plötzlich keine Lust mehr und hat mich in die Klinik geschickt, natürlich ohne mir mitzuteilen oder gar auf die Überweisung zu schreiben, dass er eine Verätzung versucht hatte.
Lust auf mehr? Hätte noch Geschichten im Angebot vom Orthopäden (sogar gleich 2), Augenarzt, Kardiologen und Internisten/Lungenarzt.

Dazu sei noch gesagt, dass das alles meine eigenen Erfahrungen sind, also die eines eigentlich recht gesunden 19jährigen. Wenn ich noch die meiner Eltern und Großeltern dazunehme, gibt's noch einiges mehr zu berichten.
 
Zahnarzt: Gut, am Karies war ich selbst schuld, aber mein alter Zahnarzt war so freundlich, davon nur die Hälfte wegzubohren und den Rest einfach einzubetonieren. Ein, zwei Jahre später war dann eine Wurzelbehandlung fällig...
Ich weiß jetzt was du jetzt unter zu betonieren verstehst, aber mein Zahnarzt hatte mir bei meiner Krone erklärt, dass es eine gewissen Chance besteht, dass an dem Stift, den er rein gesetzt hat, Keime überleben können, die dann zu einer Wurzelbehandlung führen. Also hört sich das für mich erst einmal gar nicht so schaurig an.


HNO-Arzt: Mit in Strömen blutender Nase komme ich da an und bekomme erstmal nur ein Taschentuch, um mich ins Wartezimmer zu setzen. Als ich dann endlich drankomme, werde ich ermahnt, bei der Untersuchung bloß nicht zu husten, denn dann käme ja Blut auf den weißen Kittel, und so kurz vor Feierabend müsse das ja nicht sein. Der gute hat dann ohne jegliche Ankündigung versucht, die betroffene Ader zu verätzen, was in einem Schmerzensschrei meinerseits und einem blutbesprenkelten Kittel seinerseits endete. Da hatte er dann plötzlich keine Lust mehr und hat mich in die Klinik geschickt, natürlich ohne mir mitzuteilen oder gar auf die Überweisung zu schreiben, dass er eine Verätzung versucht hatte.
Den Arzt solltest du wechseln :p

Und das mit dem Orthopäden kenne ich auch zur genüge. Nervig so etwas.
 
Wie stellt ihr euch einen guten Arzt vor?

Ich arbeite bei einer Zahnärztin, welche sehr gewissenhaft arbeitet und sich die Zeit nimmt für jeden Patienten. Dadurch kommt es halt auch mal zu Verzögerungen. Ob Privat oder Kasse spielt bei uns keine Rolle.

Ich selber gehe auch hin und wieder mal zum Arzt. Zu mir waren sie nie unfreundlich, wenn dann nur die Schwestern... na und, solange mir geholfen wird nehm ich auch mal längere Wartenzeiten in Kauf. Und ich glaub mal nicht das man bei nem Arzt 6,5 h warten muss, das ist höchsten in Krankenhäusern so
 
Mein Hausarzt ist auch so einer wo man das Gefühl hat der will einen nur möglichst schnell wieder raushaben ... war früher anders, aber heute ist die Praxis grundsätzlich überfüllt und man darf sein Anliegen in 2 Sätzen schildern, man kriegt n Rezept und schwupp ist man auch wieder drausen .... 30 Min warten für 3 Minuten Gespräch.

Bei meinem Zahnarzt ist es da doch netter.. zwar auch voll aber dafür auch genug Personal und trotzdem eine nette, entspanne und individuelle Behandlung (obwohl das ja bei einem Zahnarzt ungleich schwieriger ist). Ab und an hat aber auch der einen schlechten Tag und es wird ähnlich wie beim oben geschilderten Hausarzt.

Von Spezialärzten wie Augen-/Haut-/Röntgen-/HNO-Arzt müssen wir ja gar nicht reden .. alleine die Wartezeiten von >1h haben mich dazu gebracht, die letzten 5-10 Jahre dort nicht mehr zu erscheinen wenns nicht dringenst notwendig ist...
 
.....
na und, solange mir geholfen wird nehm ich auch mal längere Wartenzeiten in Kauf. Und ich glaub mal nicht das man bei nem Arzt 6,5 h warten muss, das ist höchsten in Krankenhäusern so

ich bin auch Arzthelferin, und muss leider zu der Wartezeit sagen, dass ich auch schon einen Chef hatte, bei dem 3 Stunden warten kein Einzelfall waren.

Da man die Termine so vergeben musste wie er das wollte war daran leider auch nichts zu ändern. Aber "Kundschaft" hat und hatte der immer genug, viele Patienten warten bei einem guten Arzt weil sie wissen, dass ihnen geholfen wird.
 
Und ich glaub mal nicht das man bei nem Arzt 6,5 h warten muss, das ist höchsten in Krankenhäusern so

Oh doch und das nicht selten. Ich saß schon mit meinen sich extrem juckenden Kids ( Neurodermitis) 4 Stunden beim Hautarzt (mit Termin) und sollte dann auch noch zusehen das die Kids still sind. :roll: Das ist nur ein kleiner Auszug meiner Erfahrungen.

Es gibt trotz allem noch gute Ärzte.

Ich sehe das Problem in der Organisation und bei Geld verdienen.
Die einen bekommen es nicht geregelt die Termine sinnvoll zu legen da jeder Patient individuell versorgt werden sollte, und die anderen sehen wenig Sinn, denn sie sind demotiviert da ein niedergelassener Arzt längst nicht mehr das verdient was er sollte.
Diese bittere Pille ist schwer zu schlucken.
 
Habe bisher immer einen vertrauenswürdigen Arzt gefunden. Nicht immer im ersten Versuch, aber letztendlich konnten alle medizinischen Probleme bisher gelöst werden :mrgreen:
 
Ich will es mal ausdrücken, es gibt einen Arzt der hat mir mein Knie bei einer OP so verpfuscht, das das nie mehr 100% wird und ich mein Leben lang mit Einschänkungen leben muß. Dann gibt es noch einen Arzt der in einer erneuten OP alles wieder so hingebogen hat, damit ich halbwegs normal leben kann. Extremsport wie Bungee Jumping oder auch nur in Verein Fußball spielen sind für mich jedoch leider für immer völlig tabu.

Der erste Arzt ist ein Arzt aus einem öffentlichen Krankenhaus, der zweite Arzt ist Chef einer Privatklinik und ehemaliger Mannschaftsarzt eines bekannten deutschen Fußballvereins. Ich habe inzwischen die Kosequenz daraus gezogen und bei einer komplizierten Behandlung gehe ich nur noch zum Spezialisten. Ist auch einer der Gründe warum ich inzwischen Privatpatient bin. Als Kassenpatient muß ich ja (fast) jeden Pfuscher akzeptieren.

Champ
 
Ich weiß jetzt was du jetzt unter zu betonieren verstehst, aber mein Zahnarzt hatte [mir die Risiken geschildert]
Damit meinte ich eine ganz normale Füllung, und mein Zahnarzt hat mir (bzw. damals meinen Eltern) leider gar nichts dazu gesagt.

Wie stellt ihr euch einen guten Arzt vor?
In erster Linie soll er mich gesund machen, das würde mir ja schon reichen. Und wenn er dann noch, was eigentlich jeder Mensch sein sollte, freundlich ist, zuhört und mich nicht gleich als unwissenden Idioten behandelt, bin ich schon sehr zufrieden. Wenn er dann noch so ehrlich ist zu sagen, dass er an einem Tag leider schon ausgebucht ist, statt einen zig Stunden warten zu lassen, fällt mir kaum noch was zum Verbessern ein :)

Und ich glaub mal nicht das man bei nem Arzt 6,5 h warten muss, das ist höchsten in Krankenhäusern so
Ein oder auch zwei Stunden Wartezeit halte ich ja im Normalfall auch noch für hinnehmbar, aber bei besagtem Arzt bin ich morgens um 8:00 angetanzt, habe festgestellt dass der Herr Doktor erst um 9:00 kommt aber halt vorher schonmal Patienten "ansammelt", wurde um 13:45 ins Behandlungszimmer gerufen und um 14:30 kam dann der Arzt, hat mich nach zwei Sätzen unterbrochen, eine fragwürdige Behandlung vorgenommen und sich um 14:34 wieder verabschiedet.
Klar, das ist jetzt das Extrembeispiel, aber ich habe definitiv schon öfter > 2 Stunden im Wartezimmer gesessen, und da hört irgendwann der Spaß auf.
 
Also ich hab' mal für "Nein, absolut nicht" gestimmt, aber nur, weil ich gerade tierisch sauer auf die Ärzte bin. Und eigentlich nicht unbedingt auf die Ärzte (auf die auch und aus gutem Grund), sondern auf das Ulla Schmidt. Ärzte können von Kassenpatienten nicht mehr leben; auch dann nicht, wenn sie 12 Stunden pro Tag pausenlos Kassenpatienten behandeln. Ohne Privatpatienten werden die Praxen geschlossen und woanders neu eröffnet.

Entsprechend werden Kassenpatienten behandelt, oft wie Vieh. Die warten dann schonmal 4 Stunden, zahlen ihre 10 Euro und dürfen sich dann vom Arzt anhören, was alles gemacht werden könnte, was aber die Krankenkasse nicht bezahlt. Teilweise schlagen Ärzte aber auch Therapien vor, die gar nicht notwendig sind, nur um den Leuten das Geld aus den Taschen zu leiern.

Ältere Ärzte bilden sich oft nicht mehr weiter (wahrscheinlich aus Altersturheit) und erzählen teilweise Sachen, die dem medizinischen Stand des Mittelalters entsprechen (so kommt es mir jedenfalls vor). Geht man zu einem jüngeren Arzt, der dementiert das alles und meint, dass es schon ganz andere Möglichkeiten gibt. Es sollte eine Weiterbildungspflicht für Ärzte geben.

Achja und die letzten Therapien, die ich bekommen habe, waren etwa so wirkungsvoll, wie ein Aderlass. Ich hatte zwar nichts ernsthaftes, aber geholfen hat gar nichts. Bin dann also nicht mehr zum Arzt gegangen und habe es über Wochen von allein ausheilen lassen. Beim nächsten Mal kaufe ich mir ein Glas voll Blutegel und heile mich gleich selbst, ist wohl das Beste :)

Gruß,
Photon
 
1. Es gibt gute Ärzte
2. Ich bin Privat versichert, lol

Aber im Ernst, die Private Krankenkasse hat nicht nur Vorteile, so habe ich selber die Erfahrung gemacht, dass man zu viel Diagnostik bekommt. Da Ärzte bei Privatpatienten auch Technische Untersuchungen besser abrechnen können als Gesprächsleistungen, hat man schneller ein EKG Gerät am Körper als man gucken kann (Für eine Beratung gibt es ca. 11,- Euro, für ein Ruhe-EKG 43,- Euro).

Mittlerweile habe ich einen Hausarzt gefunden den ich als gut bezeichne, ich schicke auch Freunde hin die "normal" versichert sind und ich merke keinen Unterschied, ich komme in keinster Weisse schneller dran oder bekomme mehr Zeit als ein Kassenpatient.

Schlimm ist es bei Spezialisten, ich sollte letztes Jahr zum CT vom Thorax, hier habe ich in einer Röntgenpraxis angerufen und ein Termin in 2 Monaten vereinbart. Nach dem ich der Arzthelferin noch am Ende des Gespräches mitteilte das ich Privat versichert bin und deshalb meine Chip Karte und die Überweisung nicht mitbrigen brauche kam der Satz "ich sehe grade, morgen um 11 Uhr hat ein Patient abgesagt", na so ein Zufall!

Streitpunkt bleibt für mich was ein guter Arzt ist?! Was habe ich von einem Arzt der schnell Termine frei hat, sich eine Stunde Zeit nimmt aber keine Ahnung hat was mir fehlen könnte.
Und wenn ich eine Meinung eines wirklich guten Arztes haben möchte, so muss ich gegebenfalls auch mal mehrere Stunden warten, es wird seinen Grund haben warum die Wartezeiten bei guten Ärzten länger ist.
 
Hier mal meine schönsten Erlebnisse:
  • Hautarzt: Hatte da irgendwas am Oberarm, das erst aussah wie ein Pickel mit knapp 5mm Durchmesser, ab und an mal geblutet hat und vor allem einfach nicht wegging. Nach ungefähr einem Jahr bin ich damit mal zum Hautarzt. Was es genau war, konnte mir nicht gesagt werden ("Vermutlich ein Insektenstich, der sich entzündet hat"), aber immerhin ist es jetzt weg. Dafür hab ich an der Stelle jetzt eine 3cm lange und 2cm breite, dicke Narbe, obwohl die Operation mittlerweile fast 4 Jahre her ist.
  • Sorry, aber du schleppst da was ein Jahr mit dir rum und erwartest dann, daß der Arzt sofort erkennt was es ist? Wenn du gleich hingegangen wärst, als es dir auffiel, hätte man vielleicht was ausrichten können. Was die Narbe angeht, da bist du auch selbst Schuld, hättest ja eher hingehen können. Wenn du eine Schönheitsoperation hättest haben wollen, dann hättest du zum Schönheitschirurgen gehen sollen. Wenn nur der "Pickel" wegsollte, dann finde dich mit ner Narbe ab, die bringt dich wohl nicht um. Ärzte sind nun mal keine Zauberer.

    Ich hab auch schon 3 Stunden mit einer Verletzung in der Notaufnahme gesessen und mit Nierenbeckenentzündung 3 Stunden bei Urologen, aber da können die Ärzte auch nichts dafür. Wer akute Schmerzen hat kommt halt ohne Termin und dann verzögert sich alles. Man kann sich aber auch Termine in 3 Monaten geben lassen, aber das will ja auch keiner.
 
Sorry, aber du schleppst da was ein Jahr mit dir rum und erwartest dann, daß der Arzt sofort erkennt was es ist? Wenn du gleich hingegangen wärst, als es dir auffiel, hätte man vielleicht was ausrichten können. Was die Narbe angeht, da bist du auch selbst Schuld, hättest ja eher hingehen können. Wenn du eine Schönheitsoperation hättest haben wollen, dann hättest du zum Schönheitschirurgen gehen sollen. Wenn nur der "Pickel" wegsollte, dann finde dich mit ner Narbe ab, die bringt dich wohl nicht um. Ärzte sind nun mal keine Zauberer.
Nagut, meine Mitschuld an der mangelhaften Diagnose erkenne ich ja an, aber der Zusammenhang zwischen Zeitpunkt der Operation und Größe der Narbe will mir noch nicht einleuchten. Und das fette Ding an meinem Arm ist definitiv ein "Kunstfehler", hab glaub ich genug Narben um das beurteilen zu können. Letztes Jahr hab ich mir z.B. eine 5cm lange Platzwunde an der Stirn geholt, von der sieht man inzwischen nichts mehr (wobei das wohl eher Glück als ärztliches Können war, denn das Klammerpflaster war so schlecht gesetzt, dass es nach 3 Tagen von selbst abgefallen ist).

Und zu den Wartezeiten: Würden die Ärzte nicht schamlos zu viele Termine gleichzeitig vergeben, müsste man nicht so lange warten und Notfälle könnten auch noch zeitnah behandelt werden.
 
Und zu den Wartezeiten: Würden die Ärzte nicht schamlos zu viele Termine gleichzeitig vergeben, müsste man nicht so lange warten und Notfälle könnten auch noch zeitnah behandelt werden.

Das kenne ich. Da wird einfach jeder Termin doppelt belegt, es könnte ja ein Patient nicht kommen und dadurch Leerlauf entstehen. So wurde mir das auch von der Arzthelferin erklärt. Der Arzt könne sich das nicht leisten.

Das es anders geht zeigen andere Ärzte. Mein Hausarzt macht exakt alle 15 Minuten einen Termin. Ich hatte noch nie eine Wartezeit länger als 10 Minuten über meine vereinbarte Zeit. Mein Zahnarzt ist da noch besser. In dessen Wartezimmer liegen nicht mal mehr Zeitschriften, man kommt gar nicht zum Lesen. Rein in die Praxis, Jacke aufhängen, ab ins Behandlungszimmer, die Helferin bereitet alles vor und nach, der Zahnarzt kommt rein, erledigt seine Arbeit, hat noch ne Minute für Smalltalk und ist wieder weg. So soll das sein.

Das hat aber nichts mit der aktuellen Situation zu tun, dass bei vielen Ärzten solange Wartezeiten vorherrschen. Das war vor 30 Jahren auch nicht anders. Als Stöpsel musste ich beim Zahnarzt auch immer 2 Stunden im Wartezimmer schmoren. Heute würde ich das nicht akzeptieren.

Wenn wirklich ein Notfall dazwischenkommt, dann kann ich das verstehen, das ist für jeden Arzt unplanbar. Aber auch dafür gibt es Möglichkeiten, das zu managen.

Ob Ärzte gut oder schlecht sind, liegt meist an ihrer persönlichen Fähigkeit zu diagnostizieren. Ich habe festgestellt, Ärzte sind nicht anders als Automechaniker oder der Schrauber im Computerladen. Kunde kommt mit einem Problem, dass er als Laie nur unzureichend beschreiben kann. Der Arzt muss dann durch Fehlereingrenzung, Tests etc. rausfinden, was das sein könnte. So wie der Automechaniker dabei mal ein falsches Teil austauscht, ohne den Fehler zu beheben, so passiert dem Arzt es eben auch mal, dass er etwas falsch diagnostiziert.

Marty
 
[...] So wie der Automechaniker dabei mal ein falsches Teil austauscht, ohne den Fehler zu beheben, so passiert dem Arzt es eben auch mal, dass er etwas falsch diagnostiziert.
Das ist absolut richtig. Trotzdem denke ich, dass man es so nicht abtun darf. Ich meine, ein Körper hat keine Garantie und im Normalfall hat man auch keinen zweiten Körper im Schrank hängen, wenn da zu viel verpfuscht wurde.

Aus dieser Sicht bin ich der Meinung, dass zwar ein Arzt natürlich auch nur ein Mensch ist, dem auch Fehler passieren können. Da es aber bei diesem Beruf einfach nicht passieren darf, muss man halt Mittel und Wege finden, das Risiko zu minimieren und vielleicht mit Hilfe von Technik irgendwann ganz ausschließen.

Wem hilft es schon, wenn auf dem Grabstein steht: "Wäre er zu einem anderen Arzt gegangen..."

Gruß,
Photon
 
Ältere Ärzte bilden sich oft nicht mehr weiter (wahrscheinlich aus Altersturheit) und erzählen teilweise Sachen, die dem medizinischen Stand des Mittelalters entsprechen (so kommt es mir jedenfalls vor). Geht man zu einem jüngeren Arzt, der dementiert das alles und meint, dass es schon ganz andere Möglichkeiten gibt. Es sollte eine Weiterbildungspflicht für Ärzte geben.

Habe als quasi "Angeklagte" bislang nur still mitgelesen. Es gibt viele Ärzte, die haben ein unmögliches Zeitmanagement. Aber wie auch? Wir studieren mind. 12 Jahre Medizin (die Weiterbildung mal eingerechnet) um uns niederlassen zu dürfen. Und ich hatte bis jetzt nach 8 Jahren nicht ein Seminar zum Thema: "Wie schaffe ich es eine Praxis zu führen und zu organisieren. Und wie mach ich das auch noch, damit ich damit finanziell nicht zuzahle." Fast für alle Berufszweige gibt es Existenzgründerseminare. Bei uns sind die (noch) ziehmlich rar.
Also ist jetzt die erste Frage, wie definiere ich einen guten Arzt? Jemand der Ahnung vom Fach hat oder vom Praxismanagement?
Ich habe einen Hausarzt, der beides ganz gut hinbekommt. (Und ich bin nicht privat-versichert, sondern nur Kollegin).
Meine Gynäkologin hab ich lange suchen müssen, bis ich eine hatte, mit der ich fachlich zufrieden war. Allerdings hat die auch mit Termin gerne mal Wartezeiten von 2-3h. Da richte ich mich halt drauf ein und nehm mir Arbeit oder nen Buch oder nen Computer mit. Dafür ist sie halt fachlich super.

Und die oben zitierte Aussage ist übrigens falsch. Es gibt seit einigen Jahren eine Weiterbildungspflicht. Für alle Ärzte (niedergelassen und in der Klinik). Man muss jetzt innerhalb von 5 Jahren eine bestimmte Anzahl von Fortbildungspunkten sammeln. Wenn man die nicht alle 5 Jahre vorweisen kann verliert man seinen Facharzt (wobei auch der Allgemeinmediziner ein Facharzt ist) und darf nur noch als Assistent arbeiten. D.h. auch, dass man seine Niederlassung aufgeben muss.
Aufgrund des Misstandes, dass ältere Kollegen oft auf einem alten Wissenstand liegen, ist ursächlich hierfür.

Und um die Eingangsfrage zu beantworten. Ich glaube schon, dass ich eine gute Ärztin bin. Hab zwar mit meinen 2 Jahren Berufserfahrung noch keine Antwort auf jede Frage, scheue mich aber nicht, meinen Oberarzt zu fragen, wenn ich nicht weiter komme. Und ein freundliches Wort braucht genauso viel Zeit wie ein unfreundliches, insofern habe ich eigentlich im großen und ganzen den Eindruck, dass mich meine Patienten mögen....
 
Da es aber bei diesem Beruf einfach nicht passieren darf, muss man halt Mittel und Wege finden, das Risiko zu minimieren und vielleicht mit Hilfe von Technik irgendwann ganz ausschließen.

Juhu, und was meinst du, warum in vielen Unis die Robo-Docs unbenutzt in der Ecke stehen? (Info Robo-Docs sind Roboter, der in der Orthopädie verwendent wurden/werden sollten, um die Implantation von künstlichen Gelenken zu verbessen).
Eben weil die Robo-Docs eben doch ungenauer waren als die Ärzte. Der Mensch ist halt keine Maschine und bei Krankheit A ist Lösung A immer genau richtig. Manchmal ist Lösung A genau das falsche, und Lösung B, die sonst der falsche Weg wäre doch die bessere Alternative...

Ärzte werden immer Fehler machen. Aber statt zu sagen, dass darf nicht sein, müssen wir ein System etablieren, wo ein Arzt sagen kann, "Stopp hier ist was falsch gelaufen! Was können wir tun um den Fehler beim nächsten mal zu vermeiden?" Aber solange man sich hierzulande nicht trauen kann seine Fehler einzugestehen wird das nicht möglich sein...