G8 / G9 - "Scheiss G8 - wir lernen die ganze Nacht!"

Würdet ihr eine Petition online unterzeichnen, um G8 schnellstmöglich wieder abzuschaffen? (anonym)

  • Ja

    Stimmen: 22 46,8%
  • Nein

    Stimmen: 25 53,2%

  • Umfrageteilnehmer
    47
Wenn nicht dieses Schuljahr, aber in den kommenden Schuljahren werden wohl warscheinlich deutlich mehr Leute Probleme mit den Noten bekommen als es vorher jemals war.

Wo ist das Problem?

Dann machen evtl nicht mehr gefühlte 80% eines Schülerjahrgangs Abitur :) Und die, die es schaffen, haben bessere Chancen auf ihre Wunschstudienplätze ;)

LG
 
Sehe ich ähnlich. Wenn dir Abitur zu viel Arbeit ist, brich ab und mach 'ne Ausbildung. Aber glaub nicht, dass das per se weniger Arbeitsaufwand ist.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Man kriegt Bildung nicht geschenkt, sondern muss mitunter auch mal was dafür tun und lernen. ;)
 
Ich mag auch mal ein wenig dazu schreiben.
Ich gehe momentan in die 13. Klasse und habe das "Glück" der letzte G9-Jahrgang zu sein.
Bei mir im Jahrgang gibt es also sowohl G8- als auch G9-Schüler. Trotzdem muss ich sagen, dass man pauschal nicht sagen kann, dass die G8-Schüler schlechtere Noten hätten oder mehr Lernaufwand bewältigen müssten. Im Gegenteil: durch das eher lasche 11. Schuljahr der G9-Schüler war es für uns eine gewaltige Umstellung, plötzlich so viele Stunden zu haben.
Wenn ich hier lese, dass du mit deinem Stundenplan überfordert bist, muss ich ehrlich gesagt auch ein wenig den Kopf schütteln.
Ich habe momentan 35 Wochenstunden, davon montags 10, dienstags 6, donnerstags 8. Die restlichen Tage hänge ich durch die Freistunden auch von 8 bis 15:30 in der Schule. Trotzdem kommen wir damit alle ganz gut klar.
Natürlich ist das ganze anstrengend und gerade die Klausurenphasen lassen kaum noch Spielräume für andere Dinge (habe zum Beispiel gerade meine Vorabiklausuren hinter mir, war zwar anstrengend, bin nun aber durch :)). Trotzdem ist es doch der Sinn, dass das Abitur für diejenigen Schüler gedacht ist, die "besonders leistungsstark" (so war es zumindest wohl mal gedacht :ugly:) sind und erwerben damit auch die allgemeine Hochschulreife. Was bringt es denn, das Abitur zu "verschenken", wenn die Schüler später dann auf der Uni völlig überfordert sind?
Ich für meinen Teil halte die Leistungsanforderungen für angemessen und betrachte es auch als eine erzieherische Maßnahme für das spätere teilweise durchaus anstrengende Berufswesen.

Sebi
 
Als Ex-G8er berichte ich auch mal.
Ich kam teilweise 4x die Woche erst nach 16 Uhr nach Hause (42 Wochenstunden - 4 Freistunden = 38 Unterrichtsstunden). Dann hab' ich mich vor'm PC etwas entspannt, irgendwann dann 30 min - 1h Hausaufgaben gemacht und den Rest des Tages so verbracht wie ich Lust dazu hatte.
Klar, andere hatten deutlich mehr Freizeit. Aber ich hatte immer im Hinterkopf, dass ich dafür 1 Jahr spare.
Für Klausuren habe ich dann 2-3 Tage vorher gelernt und gut war's.
In der 12. Klasse, wo meine G8-Klasse dann mit den "normalen" Schülern zusammen kam, haben wir G8er im Schnitt (egal in welchem Fach) merklich besser abgeschnitten, sowohl bei den Klausuren als auch bei den Endnoten. Keiner von uns hat sein Abi nicht geschafft oder ein Abi von >3,0 gehabt, im Gegensatz zu einigen "Normalos".
Wobei ich dazu sagen muss, dass wir am Ende der 6. Klasse selektiert wurden, d. h. alle mit (überdurchschnittlich) guten Noten haben das Angebot bekommen, in die Förderklasse (G8-Klasse) zu gehen.

Mein Fazit ist, dass es definitiv die richtige Entscheidung für mich war. Ich wüsste gar nicht, was ich noch 1 Jahr länger in der Schule hätte machen sollen. Auch in der G8-Klasse habe ich mich nie überfordert gefühlt, das meiste war recht locker zu bewältigen, was mir sehr entgegen kam, da meine Interessen sich damals schnell von "Schule" auf "Freizeit" verlagert haben :mrgreen:
 
ich finde, dass es auch auf dem Gymnasium noch zeitlich reichen sollte, Hobbies nachzugehen, Geld nebenher zu verdienen oder sich sozial zu engagieren oder einfach mit Freunden was zu machen.

Egoisten gibt es so auch schon genug, die sich mit Ellbogenmentalität durchs Leben boxen und die "besseren" Studienfächer besetzen können.

Auch finde ich nicht korrekt, dass das G8-System als Rechtfertigung einer "elitären Bildungsschicht" fungieren muss. Damit öffnet sich nämlich die Armutsschere. Als Schüler aus ner "Arbeiterfamilie" hat man so schon genug Nachteile, was Ausstattung, Taschengeld und Ausfahrten angeht... :roll:
Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass nur noch diejenigen auf ne Schule gehen können, die sich dann das tägliche Mittagessen in der Mensa leisten können, oder spätnachmittags heimkommen und eben keinen "Schülerjob" machen können, um sich was leisten zu können, dann geht doch da irgendwas in die falsche Richtung.




Schön, dass man uns immerhin noch den Sonntag als Ruhetag lässt und dieser im GG verankert ist (wenn man die Hausaufgaben Samstags erledigt). :evil:

doch noch etwas, wofür man sich bei der Kirche bedanken kann :ugly: ;)
 
Auch finde ich nicht korrekt, dass das G8-System als Rechtfertigung einer "elitären Bildungsschicht" fungieren muss. Damit öffnet sich nämlich die Armutsschere. Als Schüler aus ner "Arbeiterfamilie" hat man so schon genug Nachteile, was Ausstattung, Taschengeld und Ausfahrten angeht... :roll:
Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass nur noch diejenigen auf ne Schule gehen können, die sich dann das tägliche Mittagessen in der Mensa leisten können, oder spätnachmittags heimkommen und eben keinen "Schülerjob" machen können, um sich was leisten zu können, dann geht doch da irgendwas in die falsche Richtung.

Finde die Argumentation relativ sinnfrei.

Schule an sich ist kostenlos. Wenn man will, kann man da (bei G8 -> beknackter Name übrigens) 12 Jahre (oder auch 13,14,15, evtl sogar 16 Jahre mit Wiederholen) lernen. Zahlen tut man im Grunde für nix.

Man kann sich sein Butterbrot (wenns für nen vernünftigen Aufstrich nicht reichen sollte :roll:) mitbringen und muss nicht in irgendne Mensa gehen (wäre ja froh gewesen, hätte es bei uns sowas gegeben -> Mcces tuts aber auch :evil:)

Es zwingt einen aber auch niemand, aufs Gymnasium zu gehen. Mach deinen Hauptschulabschluss und mach ne Ausbildung, wenn du Geld brauchst. Später machst du dann dein Abitur nach. Oder arbeite parallel und wiederhole auf dem Gymnasium 1 Jahr. Alles kein Problem, oder?

Weiterhin verstehe ich nicht wirklich, warum man als "Arbeiterkind" (eigentlich lächerlicher Begriff -> ich gehe nicht davon aus, das du Jobs an der Armutsgrenze damit meinst, denn das sind meist Dienstleitungsberufe) eine schlechtere Ausstattung als ein "Akademikerkind" (denke, das du das als "besser" betiteln wolltest) haben sollte?
Schon klar, das bei 2 vollzeit arbeitenden Akedemiker-Eltern wohl mehr Geld jeden Monat reinkommen sollte, aber trotzdem ist das nur "meckern" auf sehr hohem Niveau. Ob man sich nun als "Arbeiterkind" nur ne Kursreise nach Prag leisten kann oder ob es wirklich NewYork oder Miami sein muss, ist - denke ich - nicht weiter entscheidend. Ob man mitm Rad zur Schule fährt oder mitm Auto jeden Tag kommt, auch nicht. Ob man Markenklamotten trägt oder nicht, ebenfalls nicht. Ob man sich das gesamte Wochenende im P1 in München besäuft oder nicht, spielt wohl ebenfalls eher eine untergeordnete Rolle :ugly:

Ich stelle mal die These auf, dass man als Schüler definitiv keinerlei "schlechtere" Ausstattung hat, wenn mindestens 1 Elternteil Vollzeit arbeitet.

Sind beide Eltern arbeitslos, kann ich verstehen, das man sich einschränken muss. Unter Umständen auch sehr einschränken muss.. aber nicht so, das man im Vergleich zu anderen Schülern "keine" Chance hat, sehr gut (entsprechend den eigenen Möglichkeiten -> vererbte Intelligenz :ugly: [wehe, jemand nimmt das ernst]) in der Schule zu sein.

LG
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab mir nun nicht alles durchgelesen, aber ich frage mich, was der Threadersteller erwartet? Wer ne gute Bildung möchte, der muss dafür nun mal in Deutschland etwas Investieren und dazu gehört nicht nur Geld sondern auch Zeit.

Die Pausen mögen zwar ziemlich kurz sein, aber dennoch Frage ich mich, was es da zu Meckern gibt? Die Schulzeiten sind doch Human und für das Gymnasium vollkommen passenden, man muss ja bedenken, wie viele Fächer man hat, zudem ist man ja nicht mehr auf der Grundschule wo man schon immer gegen 12 Uhr schluss hat.

Bei mir sah/sieht das auf dem Gymnasium und jetzt auf der Berufsschule so aus (jeweils Doppelstunden)
1 Stunde: 7:30 - 8:15 Uhr
- 5 Minuten Pause
2. Stunde 8:20 - 9:05 Uhr
- 20 Minuten Pause
3. Stunde: 9:25 - 10:10 Uhr
- 5 Minuten Pause
4. Stunde 10:15 - 11:00 Uhr
- 10 Minuten Pause
5. Stunde: 11:10 - 11:55 Uhr
- 5 Minuten Pause
6. Stunde: 12:00 - 12:45 Uhr
- 20 Minuten Pause
7. Stunde: 13:05 - 13:50 Uhr
- 5 Minuten Pause
8. Stunde: 13:55 - 14:40 Uhr

Vor 14:40 Uhr ist bei uns nie Schluss. Als ich noch auf dem Gymnasium war hatten wir auch jeden Dienstag 10 Stunden, da war erst 16:25 Uhr Schulschluss.

Die Zeiten sind demnach ganz normal zumal man wie ich schon geschrieben habe nicht vergessen darf, wie viele Fächer man hat und wie viel man in diesen Lernt.
 
Finde die Argumentation relativ sinnfrei.
darfst du, seh ich aber anders. Ich spreche aus eigener Erfahrung...

Schule an sich ist kostenlos. Wenn man will, kann man da (bei G8 -> beknackter Name übrigens) 12 Jahre (oder auch 13,14,15, evtl sogar 16 Jahre mit Wiederholen) lernen. Zahlen tut man im Grunde für nix.

Schulmaterialien kosten Geld. Bücher kosten Geld. Nachhilfe kostet Geld.
Busfahrkarte kostet Geld. Sportsachen kosten Geld. Essen kostet Geld.

Man kann sich sein Butterbrot (wenns für nen vernünftigen Aufstrich nicht reichen sollte :roll:) mitbringen und muss nicht in irgendne Mensa gehen (wäre ja froh gewesen, hätte es bei uns sowas gegeben -> Mcces tuts aber auch :evil:)

und du glaubst da is man scharf drauf jeden Tag mit nem lätschigen Butterbrot in die Schule zu kommen, während andere sich in jeder Pause beim Bäcker was zum Naschen holen?
Hast du das schonmal nen Monat ausgehalten, jeden Tag dasselbe aufm Brot zu essen?
btw. wer soll überhaupt das Pausenbrot machen, wenn beide Eltern frühs wegsind, weil se Frühschicht haben? man selbst? dann spart man sichs der Einfachheit halber gleich :-?


Es zwingt einen aber auch niemand, aufs Gymnasium zu gehen. Mach deinen Hauptschulabschluss und mach ne Ausbildung, wenn du Geld brauchst. Später machst du dann dein Abitur nach. Oder arbeite parallel und wiederhole auf dem Gymnasium 1 Jahr. Alles kein Problem, oder?
wovon redest du? Hast du Ahnung, wieviele Leute emotional damit klarkommen auf ne Schule zu gehen, auf der sich bildungsferner Abschaum (sorry!) aufhält, während man das Bewusstsein hat, man hat was in der Birne und wird nicht gefördert, weil man sichs nicht leisten kann? von den ganzen sozialen Problemen mal ganz abgesehen. Geh mal als "Streber" auf ne Hauptschule und dann steh da ohne deine 100€-Baggypants und sonstwas... "Was Argumente? Ich stopf dir dein Maul du Spastistreber... - kauf dir mal richtige Klamotten du P*nner"
usw. :ugly:


Weiterhin verstehe ich nicht wirklich, warum man als "Arbeiterkind" (eigentlich lächerlicher Begriff -> ich gehe nicht davon aus, das du Jobs an der Armutsgrenze damit meinst, denn das sind meist Dienstleitungsberufe) eine schlechtere Ausstattung als ein "Akademikerkind" (denke, das du das als "besser" betiteln wolltest) haben sollte?

Schulsachen, Klamotten, Hobbies, Ausflüge, Pausenbrot... :roll:
das sind alles Dinge, die nen Jugendlichen in seiner Entwicklung bremsen können, weil er keinen Anschluss mehr an "normale" Jugendliche findet. Intellektuell als auch sozial.

Schon klar, das bei 2 vollzeit arbeitenden Akedemiker-Eltern wohl mehr Geld jeden Monat reinkommen sollte, aber trotzdem ist das nur "meckern" auf sehr hohem Niveau. Ob man sich nun als "Arbeiterkind" nur ne Kursreise nach Prag leisten kann oder ob es wirklich NewYork oder Miami sein muss, ist - denke ich - nicht weiter entscheidend. Ob man mitm Rad zur Schule fährt oder mitm Auto jeden Tag kommt, auch nicht. Ob man Markenklamotten trägt oder nicht, ebenfalls nicht. Ob man sich das gesamte Wochenende im P1 in München besäuft oder nicht, spielt wohl ebenfalls eher eine untergeordnete Rolle :ugly:

Die Schicki-Micki-Schüler hab ich gar nicht gemeint. Ich meine ganz normale Akademiker-Kids, die sich keine Gedanken machen müssen, wenn se mal ihren Turnbeutel verlieren, in dem sich Klamotten und Sportschuhe im Wert von 200€ befinden. Während man als Schüler mit 20€-Turnschuhen und 20€ Trainingsanzug ausm Supermarkt schon mega Anschiss kriegt, wenn man seinen Turnbeutel mal vergisst/verliert whatever.:roll:

Ich stelle mal die These auf, dass man als Schüler definitiv keinerlei "schlechtere" Ausstattung hat, wenn mindestens 1 Elternteil Vollzeit arbeitet.
Ich behaupte das Gegenteil.

Sind beide Eltern arbeitslos, kann ich verstehen, das man sich einschränken muss. Unter Umständen auch sehr einschränken muss.. aber nicht so, das man im Vergleich zu anderen Schülern "keine" Chance hat

ich hab nirgends behauptet man hätte keine Chance.
Ich studier jetzt auch, aber die Zeit aufm Gymi war echt hart.
Ich will nicht mein Leid beklagen, wie gesagt, ich hab mich durchgeboxt, aber es war echt anstrengend und wenn ich mir jetzt überlege, jemand mit denselben Sorgen (die man täglich hat), hat nun nichtmal mehr Zeit für nen blöden Zeitungsausträgerjob oder für ein einziges Hobby die Woche...
also ich würd emotional durchdrehen... :ugly:
 
ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber mir ist aufgefallen, dass fast alle nur die nachteile von G8 sehen.

erstmal zu mir: ich hab vor 5 jahren mein abi in sachsen gemacht. dort ist schon immer "G8" und es ging ja die ganzen jahre. im pisatest liegen wir auch nicht schlecht, also wird auch nicht so viel wichtiger stoff gegenüber bayern oder anderen ländern weggelassen.
ich habe erst bis zur 10. klasse die mittlere reife abgelegt und danach in 3 jahren auf einem beruflichen gymnasium in 3 jahren mein abi abgelegt. demnach hatte ich eigentlich auch G9.

ich kann auf jeden fall die beschwerten einiger nicht ganz verstehen. klar ist es ungüsntig, wenn man noch einen weiten schulweg hat (den hatte ich zum glück nicht), aber das kann man schlecht dem schulsystem zuschreiben, das liegt eher an den geburtenschwachen jahrgängen. ich glaube kaum, das jemand der schüler auf 40h (ich meine volle stunden) pro woche kommt. zumal sich ein teil der zeit selber eingeteilt werden kann (sei es auf freistunden, auf die bus/bahnfahrt oder aufs wochenende). den vorteil des gesparten jahres, in dem man dann schon geld verdienen kann, sieht irgendwie niemand.

auch wenn es hier nicht ganz her gehört, es ist aber fast das gleiche thema: beim studieren wird sich ja jetzt auch massiv beschwert, dass man viele richtungen nicht in den 3 jahren schaffen kann. ich habe mich nach meinem abi für ein BA-studium entschieden. da waren schon die reihen unterrichtszeiten ca 35h (ganze zeitstunden) pro woche. da hatte man aber noch nichts gelernt, nichts nachgearbeitet und auch noch keine hausarbeiten oder dergleichen geschrieben. und was soll ich sagen: keiner aus meinem jahrgang hat sich groß beschwert, hatte depressionen oder gar burn-out. die leute haben sich bewusst dafür entschieden und sind jetzt alle ziemlich froh, ihr diplom in nur 3 jahren erreicht zu haben und dabei auch noch praxis-erfahrung gesammelt zu haben. wenn man später arbeitet, fragt auch kein chef, ob man nicht lieber 2 tage die woche nur halbtags arbeiten möchte.

klingt jetzt vielleicht ein bisschen hart und ist auch ohne kenntniss über die einzellnen fälle geschrieben, aber ich finde, man sollte nicht immer über all nur das schlechte sehen, sondern versuchen das gute für sich aus der situation zu ziehen.

stumpi
 
um hier kesselchen ein bisschen zu unterstützen:
und du glaubst da is man scharf drauf jeden Tag mit nem lätschigen Butterbrot in die Schule zu kommen, während andere sich in jeder Pause beim Bäcker was zum Naschen holen?
Hast du das schonmal nen Monat ausgehalten, jeden Tag dasselbe aufm Brot zu essen?
btw. wer soll überhaupt das Pausenbrot machen, wenn beide Eltern frühs wegsind, weil se Frühschicht haben? man selbst? dann spart man sichs der Einfachheit halber gleich :-?
ich hatte die ganzen 13 jahre schule nen "latschiges" pausenbrot (wurst und käse konnten wir drauf machen) und irgendwie bin ich net dran gestorben. gemacht haben wir die brote abends beim abendbrot.
das habe ich dann auch während des studiums so ziemlich weiter geführt und jetzt im arbeitsleben auch. klar könnte ich mir auch auf arbeit jeden tag ne belegte semmel in der kantine holen, leisten könnte ich es mir locker, aber für was?

zum mittag gabs bei uns (scheint im osten doch was gutes hängen geblieben zu sein) schon immer preiswerte mittagsverpflegung. da musste auch keine riesen mensa mit großen krediten gebaut werden. ne größere küche und 2 angestellte tuns irgendwie auch.

Die Schicki-Micki-Schüler hab ich gar nicht gemeint. Ich meine ganz normale Akademiker-Kids, die sich keine Gedanken machen müssen, wenn se mal ihren Turnbeutel verlieren, in dem sich Klamotten und Sportschuhe im Wert von 200€ befinden. Während man als Schüler mit 20€-Turnschuhen und 20€ Trainingsanzug ausm Supermarkt schon mega Anschiss kriegt, wenn man seinen Turnbeutel mal vergisst/verliert whatever.:roll:
für was bitte 200€ im turnbeutel? wenn da bei mir jemals mehr als 60€ drin waren, dann wars schon viel. nen einfaches t-shirt, ne turn-hose und schuhe.
ich hab nirgends behauptet man hätte keine Chance.
Ich studier jetzt auch, aber die Zeit aufm Gymi war echt hart.
Ich will nicht mein Leid beklagen, wie gesagt, ich hab mich durchgeboxt, aber es war echt anstrengend und wenn ich mir jetzt überlege, jemand mit denselben Sorgen (die man täglich hat), hat nun nichtmal mehr Zeit für nen blöden Zeitungsausträgerjob oder für ein einziges Hobby die Woche...
also ich würd emotional durchdrehen... :ugly:
na siehst du. hat dir das ganze geschadet?
bei mir war die ganze schul und studienzeit immer ein elternteil arbeitslos und das in einer region, wo auch 40h arbeiten nicht gleich bedeutet, dass man 1500€ am ende des monats raus bekommt. ich kann das meckern auf recht hohem niveau echt nicht mehr hören. deutschland müsste schon längst am boden sein, wenn es allen so schlecht geht, wie sie nur tun,

stumpi
 
na siehst du. hat dir das ganze geschadet?
bei mir war die ganze schul und studienzeit immer ein elternteil arbeitslos und das in einer region, wo auch 40h arbeiten nicht gleich bedeutet, dass man 1500€ am ende des monats raus bekommt. ich kann das meckern auf recht hohem niveau echt nicht mehr hören. deutschland müsste schon längst am boden sein, wenn es allen so schlecht geht, wie sie nur tun,

stumpi

nein, aber mein Weg in den Beruf war auch alles andere als geradlienig (und noch lange nicht beendet...)
Und nem Schüler, der mit 18 sein Abi macht, ne Entscheidung aufzubürden, die er dann 40 Jahre lang "ausbaden" kann, find ich schon krass. Vor allem, wenn er in der Zwischenzeit gar keine Möglichkeit hatte sich über seine persönlichen Stärken klarzuwerden.
Leistungsfähigkeit ist kein Talent...

klingt jetzt vielleicht ein bisschen hart und ist auch ohne kenntniss über die einzellnen fälle geschrieben, aber ich finde, man sollte nicht immer über all nur das schlechte sehen, sondern versuchen das gute für sich aus der situation zu ziehen.
Nicht die Burn-Outs mit 25 sind das Problem, sondern die mit 40. ;)
Sorry, meine Meinung. Kinder sollen ne Kindheit haben.
Wen interessierts, wenn in Japan Schüler mit 18 aus der Schule gehen und dann 50 Jahre lang arbeiten. Mich nicht.
Mich interessieren aber irgendwann mal meine Kinder... :roll:
und dass die glücklich sind und aus ihrem Leben das machen, was sie sich unter "Leben" vorstellen. Dazu gehört für mich kein 12h-Job und auch keine steile Karriere, sondern soziale, emotionale Kompetenzen.

und ich hab kein Bock mich dafür zu rechtfertigen, wenn ich mal 2 Jahre rumstudiere und mich dabei persönlich entwickle, aber für den lieben Herr Staat dabei leider keine Produktivität herausgekommen ist.

Ihr verkennt das System ja insgesamt. Wenn ihr in 30 Jahren alt und kaputt seid, wer zahlt dann ins System ein? Ganz gewiss nichtmehr unsere Politiker. Die sind bis dahin schon Asche :ugly:
 
Ich spreche aus eigener Erfahrung...
Als ehemaliger Schüler eines Gymnasiums mit abgeschlossenem Abitur würde ich auch sagen, das ich aus Erfahrung spreche (also nicht wirklich ein "abgrenzendes" Argument :ugly:)

Schulmaterialien kosten Geld. Bücher kosten Geld. Nachhilfe kostet Geld.
Busfahrkarte kostet Geld. Sportsachen kosten Geld. Essen kostet Geld.
Bücher gibts in der Schulbibliothek, im Internet als Download und wenn man sich wirklich mal eins kaufen will, werden die 10 Euro dafür auch da sein (evtl bei beide Eltern arbeitslos nicht, aber ansonsten wohl auf jeden Fall).
Geld für nen Block, nen kostenlosen WerbeKugelschreiber (*gg*) und nen Ordner (oder halt Hefter) wird auch da sein.. das kostet im Monat evtl bei hohem Verbrauch 3 Euro.
und du glaubst da is man scharf drauf jeden Tag mit nem lätschigen Butterbrot in die Schule zu kommen, während andere sich in jeder Pause beim Bäcker was zum Naschen holen?
Joah, zu "anderen" hab ich auch immer gehört *gg*.
Klar ist das einfach angenehm... aber das ist nicht das entscheidene. Ich kann mich auch einschränken und muss das nicht zwanghaft machen (jedenfalls hab ich die Erfahrung in der Uni jetzt gemacht *gg*).
Hast du das schonmal nen Monat ausgehalten, jeden Tag dasselbe aufm Brot zu essen?
Nein, dasselbe nicht. Aber es gab auch Phasen in meinem bisherigen Studium, wo ich mich ähnlich ernährt habe *gg* Auf Dauer ist das nicht angenehm... aber man muss auch sagen, das man sich auch günstig und trotzdem nicht "primitiv" ernähren kann. Man muss nur bissl erfinderisch sein und ne Menge ausprobieren ;)
btw. wer soll überhaupt das Pausenbrot machen, wenn beide Eltern frühs wegsind, weil se Frühschicht haben? man selbst? dann spart man sichs der Einfachheit halber gleich :-?
Wenn man es wirklich aufs Gymnasium geschafft hat, wird man das wohl noch selbst hinbekommen.
Grundschülern kann man das nicht zumuten, das verstehe ich schon. Aber spätestens wenn es aufs Gymnasium geht, gehört doch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung dazu. Liegt diese nicht vor, dann wirst du ausgesiebt. Wenn du kein Brot dabei hast, wirst du trotzdem nicht verhungern :ugly: Gibt bei mir auch genug Tage, wo ich so sehr verpenne, das ich nur noch morgens kurz dusche, nen Kaffee trinke und dann mittags nach der Uni das erste mal was esse... (auch wenns nicht umbedingt gut ist & spaß macht... es geht und zwar ohne probleme ;))

wovon redest du? Hast du Ahnung, wieviele Leute emotional damit klarkommen auf ne Schule zu gehen, auf der sich bildungsferner Abschaum (sorry!) aufhält, während man das Bewusstsein hat, man hat was in der Birne und wird nicht gefördert, weil man sichs nicht leisten kann? von den ganzen sozialen Problemen mal ganz abgesehen. Geh mal als "Streber" auf ne Hauptschule und dann steh da ohne deine 100€-Baggypants und sonstwas... "Was Argumente? Ich stopf dir dein Maul du Spastistreber... - kauf dir mal richtige Klamotten du P*nner"
usw. :ugly:
Ich denke, du beziehst dich vor allem auf das Hauptschul-Argument. Selbstverständlich war das übertrieben dargestellt.. aber es soll auch "nicht verweichtlichte" Schüler geben, die damit keine Probleme haben. Ich habe mitten in meiner Gymnasialzeit auch die Schule gewechselt, weil ich es auf der Alten einfach nicht ausgehalten habe. Da kam es mir selbst auf dem Gymnasium so vor, als ob 90% der Schüler solche Menschen waren, die du soeben beschrieben hast.
Auf der neuen Schule gab es damit überhaupt keine Probleme - meine Noten wurden deutlich besser und ich habe ein mehr als zufriedenstellendes Abitur gemacht.
Wenn es nicht läuft und ihr den Eindruck habt, das es nicht an euch liegt, kann ich euch also nur raten, die Schule zu wechseln!

Schulsachen, Klamotten, Hobbies, Ausflüge, Pausenbrot... :roll:
das sind alles Dinge, die nen Jugendlichen in seiner Entwicklung bremsen können, weil er keinen Anschluss mehr an "normale" Jugendliche findet. Intellektuell als auch sozial.
Ich denke, dass das einfach nicht stimmt. Schulsachen sollte jeder dieselben haben (in etwa..). Klamotten mögen an Schulen mit geringer Bildung eine Rolle spielen.. und in gewissen Kreisen am Gymnaisum möglicherweise auch.. aber im Regelfall werden die Leute dort so gebildet sein, das sie "dahinter" gucken können.. selbst in solch relativ jungen Alter.
Hobbys & Ausflüge sind nötig, aber nichts davon ist wirklich "teuer". Man muss nicht jedes Wochenende nach Berlin fahren und dort im 5-Sterne Hotel logieren.. man muss auch nicht Golf spielen oder nen eigenes Segelboot (Achtung, ich karikiere!) haben :evil: Normale Hobbys und Ausflüge in der Region.. und ab und zu auch außerhalb der Region sind mit Sicherheit auch auch von normal arbeitenden Eltern zu finanzieren.
Die Schicki-Micki-Schüler hab ich gar nicht gemeint. Ich meine ganz normale Akademiker-Kids, die sich keine Gedanken machen müssen, wenn se mal ihren Turnbeutel verlieren, in dem sich Klamotten und Sportschuhe im Wert von 200€ befinden. Während man als Schüler mit 20€-Turnschuhen und 20€ Trainingsanzug ausm Supermarkt schon mega Anschiss kriegt, wenn man seinen Turnbeutel mal vergisst/verliert whatever.:roll:
Klar, kann man Turnschuhe für 100 Euro.. ne Hose für 50 und nen Sporttshirt für 50 Euro anziehen.. aber tut mir leid.. es geht auch für gesamt 50 Euro mit gleichwertigen, aber günstigen Produkten (ok, evtl sind 50 Euro etwas zu tief.. aber in die Richtung gehts).
Ich behaupte das Gegenteil.
Ich denke, das stumpi15 an seinem Beispiel (auch wenn es selbstverständlich ein Einzelfall ist) meine Hypothese nochmals gut erläutert hat.


ich hab nirgends behauptet man hätte keine Chance.
Ich studier jetzt auch, aber die Zeit aufm Gymi war echt hart.
Ich will nicht mein Leid beklagen, wie gesagt, ich hab mich durchgeboxt, aber es war echt anstrengend und wenn ich mir jetzt überlege, jemand mit denselben Sorgen (die man täglich hat), hat nun nichtmal mehr Zeit für nen blöden Zeitungsausträgerjob oder für ein einziges Hobby die Woche...
also ich würd emotional durchdrehen... :ugly:

Ich habe immer noch nicht verstanden, warum man überhaupt neben der Schule arbeiten muss?
Bei mir hat so gut wie niemand neben der Schule gearbeitet. Wenn, dann war das Spaß.. oder um sich noch 2 Flaschen Vodka die Woche zusätzlich zu leisten.. aber nicht, weil es irgendwie nötig gewesen wäre :( Ich versteh es einfach, leider nicht :(

Und nem Schüler, der mit 18 sein Abi macht, ne Entscheidung aufzubürden, die er dann 40 Jahre lang "ausbaden" kann, find ich schon krass. Vor allem, wenn er in der Zwischenzeit gar keine Möglichkeit hatte sich über seine persönlichen Stärken klarzuwerden.
Leistungsfähigkeit ist kein Talent...
Worauf beziehst du dich bei stumpi15? irgendwie erschließt sich bei mir kein Zusammenhang.
Um trotzdem darauf einzugehen: Wenn du direkt nach dem Abi studieren gehst, dann wirst du schon wissen, worauf du dich bewerben willst. Wenn nicht, hast du etwas falsch gemacht bzw wurdest von der Schule nicht gut darauf vorbereitet. Allerdings ist es überhaupt kein Problem, wenn man dann mal 1-2 Semester Pause macht, evtl ist ja eh erstmal ein Zivi/Bund fällig (ok, jetzt nicht mehr) und man kann sich dann noch genug Gedanken machen.

Auf den Rest deines Beitrags gehe ich jetzt nicht ein, weil es einfach nix mit dem Thema Schule zu tun hat. Grundsätzlich ist klar, das man nicht sein Leben lang 12h Arbeiten will und auch mal ein wenig Freizeit haben will. Aber das ist sowohl beim G8 (Samstags, Sonntags) als auch während des Studiums (ich studiere Bachelor und es geht auf jeden Fall *gg*) und auch mit Sicherheit parallel bei der Arbeit später -> und wenn man auf ne 3/4 Stelle reduziert.. du kannst ja jederzeit wählen -> Vollzeit arbeiten und mehr Geld, oder etwas weniger Arbeit/Geld...

LG
 
Nicht die Burn-Outs mit 25 sind das Problem, sondern die mit 40. ;)
Sorry, meine Meinung. Kinder sollen ne Kindheit haben.
Wen interessierts, wenn in Japan Schüler mit 18 aus der Schule gehen und dann 50 Jahre lang arbeiten. Mich nicht.
Mich interessieren aber irgendwann mal meine Kinder... :roll:
und dass die glücklich sind und aus ihrem Leben das machen, was sie sich unter "Leben" vorstellen. Dazu gehört für mich kein 12h-Job und auch keine steile Karriere, sondern soziale, emotionale Kompetenzen.
ich für meinen teil habe nicht vor eine steile kariere zu machen. wenn es so bleibt, wie es jetzt ist, kann ich mehr als zu frieden sein. ich hätte auch nichts gegen 30h/woche, aber das ist in meiner situation (24 und ledig) nur schwer dem arbeitgeber zu vermitteln.

ich stimme dir zu, dass man oft noch nicht so recht weiß, wo man in seinem leben hin möchte. da hatte ich bestimmt auch glück, dass meine persönliche neigung (computer und technik) gerade sehr gefragt ist und ich so nicht lange überlegen musste, was ich mal studiere und in welche richtung meine arbeitsstelle gehen wird. es geht auch nicht darum, ob man ein freiwilliges soziales jahr macht oder 1-2 jahre ein studium/eine lehre anfängt, um zu erkennen, wo man hin will. hier geht es einzig und allein um die angeblich fehlende freizeit. diese zeit zum ausprobieren wird dir durch eine verkürzte schule und einem verkürztem studium sogar noch erleichtert, denn wenn du g8 machst und dann in 3 jahren fertig studierst, hast du 3 jahre gespart, in denen du deine persönlichen stärken finden kannst. zur not macht man halt eine lehre, von der man denkt, dass sie zu einem passt, und danach studiert man erst.

zum burn out mit 40: ich kanns zwar jetzt noch nicht sagen, aber falls ich doch ein burn out mit 40 haben sollte, dann lags nicht an meinem "stressigen" berufseinstieg mit schule bis nachmittag und studieren bis in die nacht. im gegenteil, das hat mich gestärkt. klar war ich nach dem studium erstmal ziemlich runter und dann im ersten richtigen job fußfassen war auch nicht leicht, aber jetzt nach 2 jahren bin ich total ausgeglichen und kann mich nicht beklagen.

stumpi
 
Bücher gibts in der Schulbibliothek, im Internet als Download und wenn man sich wirklich mal eins kaufen will, werden die 10 Euro dafür auch da sein (evtl bei beide Eltern arbeitslos nicht, aber ansonsten wohl auf jeden Fall).
Geld für nen Block, nen kostenlosen WerbeKugelschreiber (*gg*) und nen Ordner (oder halt Hefter) wird auch da sein.. das kostet im Monat evtl bei hohem Verbrauch 3 Euro.

ich weiss jetzt nicht, wie alt du bist, aber mit 3€ im Monat zurechtkommen?
Ich glaub du hast was vergessen. In der Oberstufe hats tatsächlich gereicht nen Block und nen Kuli mitzunehmen, aber in der Unter+Mittelstufe wurde bei uns (in BaWü) zumindest darauf geachtet, dass man Hefte hatte (und die kosten 1€ das Stück), sowie nen Füllfederhalter, der zudem noch Patronen erforderte.
Deine 3€ sind unrealistisch und passen jetzt zu meinem Studium grade noch so. Selbst da brauch ich mehr als 2 Blöcke pro Semester.
Über die Kosten möcht ich mich jetzt gar nicht weiter unterhalten. Ich habs Gefühl du unterschätzt das, was ein Kind in Schulausbildung kostet.


Joah, zu "anderen" hab ich auch immer gehört *gg*.
Klar ist das einfach angenehm... aber das ist nicht das entscheidene. Ich kann mich auch einschränken und muss das nicht zwanghaft machen (jedenfalls hab ich die Erfahrung in der Uni jetzt gemacht *gg*).
brauchste mir jetzt nicht erklären.
Erklär das nem 15 jährigen, der mitten in der Pubertät steckt und sein Selbstbewusstsein nicht finanziert bekommt.

Nein, dasselbe nicht. Aber es gab auch Phasen in meinem bisherigen Studium, wo ich mich ähnlich ernährt habe *gg* Auf Dauer ist das nicht angenehm... aber man muss auch sagen, das man sich auch günstig und trotzdem nicht "primitiv" ernähren kann. Man muss nur bissl erfinderisch sein und ne Menge ausprobieren ;)
Auch hier appelliere ich an deinen "jetzt" vorangeschrittenen Verstand.
Vor 10 Jahren hab ich auf mein Pausenbrot geschissen und war die letzten Stunden im Unterricht vllt konzentrationsschwächer und gelangweilt.


Grundschülern kann man das nicht zumuten, das verstehe ich schon. Aber spätestens wenn es aufs Gymnasium geht, gehört doch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung dazu. Liegt diese nicht vor, dann wirst du ausgesiebt. Wenn du kein Brot dabei hast, wirst du trotzdem nicht verhungern :ugly: Gibt bei mir auch genug Tage, wo ich so sehr verpenne, das ich nur noch morgens kurz dusche, nen Kaffee trinke und dann mittags nach der Uni das erste mal was esse... (auch wenns nicht umbedingt gut ist & spaß macht... es geht und zwar ohne probleme ;))
auch hier nochmal. Du bist erwachsen. Ein Gymnasiast, so weit er in seiner Reife auch sein mag eben nicht. Du überschätzt den Durchschnittsschüler.
Eigenverantwortung? Ich seh keine Eigenverantwortung bei nem 12jährigen. Die liegt ganz klar bei den Erziehungsberechtigten oder Pädagogen.


Ich denke, du beziehst dich vor allem auf das Hauptschul-Argument. Selbstverständlich war das übertrieben dargestellt.. aber es soll auch "nicht verweichtlichte" Schüler geben, die damit keine Probleme haben. Ich habe mitten in meiner Gymnasialzeit auch die Schule gewechselt, weil ich es auf der Alten einfach nicht ausgehalten habe. Da kam es mir selbst auf dem Gymnasium so vor, als ob 90% der Schüler solche Menschen waren, die du soeben beschrieben hast.
keine Ahnung wo du wohnst, hier auf dem Land mit vielen bildungsfernen Migrantenkindern geht das nicht so einfach. Und daran sind die Kids nichtmal schuld...
Auch ein Schulwechsel ist hier nicht einfach möglich, wenn man nicht mehr als eine Stunde auf dem Schulweg verbringen möchte.

Ich denke, dass das einfach nicht stimmt. Schulsachen sollte jeder dieselben haben (in etwa..). Klamotten mögen an Schulen mit geringer Bildung eine Rolle spielen.. und in gewissen Kreisen am Gymnaisum möglicherweise auch.. aber im Regelfall werden die Leute dort so gebildet sein, das sie "dahinter" gucken können.. selbst in solch relativ jungen Alter.
hab ich andere Erfahrungen gemacht. Natürlich nicht bei allen, aber beim Großteil. Reicht ja schon, wenn man nur von 4-5 Trotteln gemobbt wird. Das muss gar nicht die ganze Klasse sein ;)

Hobbys & Ausflüge sind nötig, aber nichts davon ist wirklich "teuer". Man muss nicht jedes Wochenende nach Berlin fahren und dort im 5-Sterne Hotel logieren.. man muss auch nicht Golf spielen oder nen eigenes Segelboot (Achtung, ich karikiere!) haben :evil: Normale Hobbys und Ausflüge in der Region.. und ab und zu auch außerhalb der Region sind mit Sicherheit auch auch von normal arbeitenden Eltern zu finanzieren.
Schullandheim kostet mal eben 300-400 Tacken.
Studienfahrt kostet 400Tacken. Und dann gehts nicht nach Miami, sondern in die Toskana oder nach Borkum :ugly:

Als Student solltest du wissen, dass das schon n Batzen Geld ist. Dazu kommt noch Taschengeld etc.
Mir gehts nichtmal um den Ausflug an sich. Der wird oft auch bezuschusst etc. Aber wenn dann das Kind, sagen wir mal, nur 50€ Taschengeld mitkriegt, während Klassenkameraden 200€ mitnehmen und die aufn Kopf hauen. Dann stehst du daneben und denkst dir auch... "super..." :ugly:




Klar, kann man Turnschuhe für 100 Euro.. ne Hose für 50 und nen Sporttshirt für 50 Euro anziehen.. aber tut mir leid.. es geht auch für gesamt 50 Euro mit gleichwertigen, aber günstigen Produkten (ok, evtl sind 50 Euro etwas zu tief.. aber in die Richtung gehts).
50€ sind auch n Batzen Geld. Und für gewöhnlich wachsen manche Extremitäten eines Homo Sapiens bis zum 21. Lebensjahr.
Sagen wir mal, spätestens alle 2 Jahre ne neue Garnitur (omg, der rennt mit uraltem T-Shirt rum). :roll:


Ich habe immer noch nicht verstanden, warum man überhaupt neben der Schule arbeiten muss?
Bei mir hat so gut wie niemand neben der Schule gearbeitet. Wenn, dann war das Spaß.. oder um sich noch 2 Flaschen Vodka die Woche zusätzlich zu leisten.. aber nicht, weil es irgendwie nötig gewesen wäre :( Ich versteh es einfach, leider nicht :(
Weil man kein Taschengeld kriegt. Weil man den Führerschein bezahlen muss. Weil man auf der Studienfahrt nicht immer nur in McDoof rennen will.
Weil man mal seinen Geburtstag feiern möchte und und und.
Und dann hab mal ne Freundin, die man anrufen muss, der man simsen muss, der man kleine Geschenke machen will. 8O


Schule (und das Leben drumrum) kostet Geld! :ugly:
Und deswegen jemanden früher ausm Bildungssystem reissen, um ihn aufn Arbeitsmarkt zu stopfen, ohne dass er sich wirklich entscheiden konnte, halte ich für falsch.

Ich hab 3 Jahre Lehramt studiert, da wurde uns ständig beigebracht, dass das ganze System fürn Arsch wäre. Dass die oben im Kultusministerium keinen Schimmer hätten, was sie anrichten.
Wenn da der Verdacht aufkommt, dass es denen nur darum geht ihre "Vormachtstelleung" zu behaupten, dann ist dieser Gedanke wohl nicht ganz so absurd...

Als Politiker kannst deine Kinder auf Privatschulen schicken, auf private Hochschulen stecken. Egal wie lang die brauchen.
Diese Chance hat n Arbeiterkind nicht. Das muss sich entweder reinhängen oder seine Ambitionen runterschrauben.
 
Nabend zusammen,

danke für eure Beiträge, die ich mir aber bisher noch nicht komplett durchlesen konnte aufgrund meiner gesundheitlichen Situation. Morgen ist wieder Schulstart in NRW, allerdings geht es für mich erstmal zum Arzt.

@Flyerchen: Das, was mich stört, ist 3-mal die Woche 9h Unterricht zu haben, nur weil gesetzlich eine Pause da eingebaut werden muss.
Ich habe mich in der Mittelstufe schon dmait auseinandergesetzt, ruhig mal einen Tag 11h (auch mit nur einer Freistunde, so hatten es zumindest meine ehem. 12er-Kumpel) in der Schule zu sitzen und danach Hausaufgaben zu machen. Ich wäre erst um 18 Uhr zuhause... aber ich finde, lieber nur einen Tag kaputt mchen als 3 Tage die Woche...

Bei uns soll jetzt ein Verbot von Pizzabestellungen in die Schule durchgesetzt werden, nur weil wir nicht die teuer gebaute Mensa nutzen - und was man von dort hört, muss man ein Mensch mit sehr wenig Hugnergefühl sein, um dort satt zu werden. Und die Portionen sind für 2,50 Euro / Essen sehr gering. Die jüngeren Schüler schmeißen sogar teilweise ihr Essen einfach weg, wie ich das mir mal in einer Verkaufsstunde angesehen habe - die rennen dann in den nahgelegebn Kaufland, Mäcces oder in den Kiosk auf der anderen Straßenseite, der jetzt sogar schon auf Pommes und heisse Würstchen umgestellt hat.

Mighty hat wohl genau das erkannt, was mir auch am wichtigsten ist - ich würde gerne meine Kindheit bis zu meinem 18. Lebensjahr genießen, denn danach bin ich rund 380.000 Zeitstunden meines Lebens in der Arbeitswelt verplant. Die Kindheit ist einmalig - und die sollte man mir nicht kaputtmachen, uns schon frühzeitig zu Arbeitsmaschinen entwickeln zu lassen. 18. Jahr = 12. Schuljahr (meistens) = Punkte sammeln für das Abitur - da sollte für mich die Arbeit losgehen (und in der 11/2 kann da schon ruhig etwas mehr dran gezogen werden).

Noch gnaz kurz: Das, was uns 11er Jahrgang definitiv fehlt ist die frühzeitige Vorbereitung auf diesen Zusammenschluss. Unsere Stundenpläne in der 9 + 10 sahen 6-6-7-7-6 aus, während der bei den 8 + 9 schon mindestens einen Tag lang lange Unterricht gab. Ich denke, das ist auch ein Punkt, wo es schiefgelaufen ist.

So, nun wieder das Bett hüten und die Tastatur zur Seite legen (Funk rulez!)

Grüße!