Sammelthread G20-Krawalle in Hamburg - Diskussionen und Schlüsse

Och, ich denke das schon... vor allem der eine oder andere Journalist, der einfach seinen Job gemacht und trotzdem auffe Fresse bekommen hat...

Auch wenn ich im Internet nachschaue, Ich sehe keinen Journalisten der eine Anzeige erstattet hat.

Solche Länder nennt man i.d.R. "Diktaturen" oder "Unrechts-Regime", auf jeden Fall nicht "rechtsstaatlich"!

Einmal davon abgesehen, das ich das nie erwähnt hab. Aber innerhalb der Eurozone werden die Politiker besonders geschützt. Neu leider nicht das Volk. Denn davon hat die regierung ja genügend.

Mann sollte sich zumindest vorher selber überlegen, ob man so eine gequirlte Kagge schreiben muss...

Da gebe Ich dir Recht.Vor allem da ja fast jeder seine Meinung dazu gibt und der Meinung ist besser als die Regierung zu sein.
 
Auch wenn ich im Internet nachschaue, Ich sehe keinen Journalisten der eine Anzeige erstattet hat.
Richtig nachschauen? https://www.heise.de/tp/features/G20-Braucht-die-Polizei-Grundgesetz-Nachhilfe-3769396.html


Einmal davon abgesehen, das ich das nie erwähnt hab. Aber innerhalb der Eurozone werden die Politiker besonders geschützt. Neu leider nicht das Volk. Denn davon hat die regierung ja genügend.
Das kann man der Polizei ruhig vorwerfen, tue ich ja auch. Aber es kann nicht angehen, das irgend eine Instanz entscheiden darf, welcher Teil des Volkes geschützt werden soll und welcher Teil als Freiwild zu sehen ist!
 
In anderen Ländern hätten Sie Schaefschützen auf den Dächern postiert und bei Gefahr in Verzug , das mit einer Entgültigen Aktion beendet. Bevor ein Auto gebrannt hätte.

Wo denn? In Syrien? Afghanistan? Nordkorea? Ich glaube nicht, daß Mehrheit von Deutschen schaef auf solche "Schaefschützen" sind.

Andere Länder andere Sitten. Und nein selbst in der USA werden Scharfschützen zur Sicherung eingesetzt.

Aber sicher nicht um Demonstranten wegen ein Paar Sachschaden zu eliminieren! Was zum Geier meinste eigentlich!? 8O
 
Das kann man der Polizei ruhig vorwerfen, tue ich ja auch. Aber es kann nicht angehen, das irgend eine Instanz entscheiden darf, welcher Teil des Volkes geschützt werden soll und welcher Teil als Freiwild zu sehen ist!
Tja, es war das Volk, das diese Politiker gewählt hat.
Und es war schon vor der letzten Wahl bekannt, wie diese Politiker agieren werden.

Wer Angie wählt, der weiß, das das Volk nur eine zahlende Rolle spielt, während die Industriebosse bevorzugt werden.

Allerding`s spielt das hoer nur eine untergeordnete Rolle.
 
Also falls diese Vorkommnisse genau wie dort berichtet, tatsächlich stattgefunden haben sollten, dann ist das schon ein paar Nummern zu viel, auch bei allem Verständnis für die Polizei. Nun habe ich ja so ein angeeignetes Misstrauen der Presse gegenüber, dass ich mit meinem Echauffieren da gern noch warten würde, ob das auch einer Prüfung vor Gericht stand hält.

Was ich auch auf diversen Videos sehe ist, dass einige Vertreter der Presse glauben, sie würden wohl ein Theaterstück dokumentieren. Direkt hinter oder Schulter an Schulter mit den Randalierern Fotos machen und wenn die Polizei zum Gegenschlag ausholt, dann auch nicht oder nur sehr gemächlich beiseite gehen und erwarten, dass eine ganze Hundertschaft um sie herum rennt. Da würde ich mindestens meinen, dass sie den Einsatz (gezielt?) behinderten. Und wenn man diese Leute dann beiseite stößt - für mich geht das völlig in Ordnung.

Dann hier der Bericht von den Ladenbesitzern auf der Schanze. Sofern der echt ist, was ich jetzt einfach mal unterstelle (und sicher kein Widerwort bekomme, weil von Indymedia :LOL:), dann zeichnet sich mir aber noch ein ganz anderes Bild. Mir kräuselt sich zwar das Arschhaar, wie die Ladenbesitzer den "Schwarzen Block" de facto in Schutz nehmen, aber gut - sind ja irgendwie die "eigenen Jungs". Insofern verständlich. Aber die Polizei vor Ort konnte offensichtlich gar nicht mehr zwischen "friedlichem Demonstrant, der sein Recht auf öffentliche Meinungsäußerung wahr nimmt" und "Gewalttourist" unterscheiden. In den Medien, vor allem auf N24 hieß es ja fortwährend, dass "hier rechts von uns das friedliche Partyvolk, das zu Schlager und Techno-Beats feiert und so Protest ausdrückt" (wie das auch immer gehen soll) und "links von uns sehen wir schon die brennenden Barrikaden, hören wie Glas zersplittert und es zu Detonationen kommt". Aber offensichtlich herrschte wohl ein reger Verkehr zwischen beiden Lagern. Wer vom ganzen "Raven" und "Feiern" durstig wurde, ist dann halt zum REWE und hat sich genommen, was er brauchte - oder so. Und mitten drin die Presse, teils gut gekennzeichnet, teils aber auch gar nicht. Und jede Menge "YouTube-Journalisten". Im Grunde hatte beinahe jeder ein Smartphone in der Hand, manche auch abwechselnd Smartphone und Pflasterstein.

Wenn man das dann mal mit beachtet, dann relativiert sich das Bild doch wieder ein wenig - wie beispielsweise das der TAZ-Reporterin. Ein ziemlich rabiates, unfreundliches Verhalten von beiden Seiten in einer aufgeheizten Stimmung. Aber auch nicht viel mehr. Und ich bin mir auch sicher, dass die gute Frau noch immer Journalistin ist.

Und wenn man sich durch die anderen Links mal klickt, dann nehmen viele Kommentatoren mir die Meinung bereits schon aus dem Mund. Wie in dem Fall hier. Sorry, dass ich da wenig Verständnis für den Grünen aufbringen kann, aber inzwischen kann man ja leider aus Erfahrung sagen, dass dieses Volk auch immer ein klein wenig den Konflikt mit der Polizei sucht. Er war auch nicht als "Presse" gekennzeichnet (weil er ja auch kein Journalist ist). Also einer von tausenden, die ein Smartphone in der Hand halten und die "Polizeiarbeit" filmen und dabei wenig honorig kommentieren. Mit oder ohne selbst einen Stein zu werfen, aber Schulter an Schulter mit jenen, die es tun. Und sich dann wundern, wenn er ein wenig unhöflich, eventuell auch rabiat behandelt wird? Ist schon witzig.

Und so zieht es sich wie ein roter Faden durch die Fälle. Was bleibt ist die Feststellung, dass bei der Polizei offensichtlich die Nerven blank lagen und oft ein gesundes Augenmaß fehlte. Aber angesichts der Ausmaße, die diese Krawalle dort angenommen haben und mindestens ein Teil der Beamten um ihr Leben fürchten mussten, ist das für mich auch völlig nachvollziehbar und dann verpufft für mich auch jede Anklage wegen "ungerechtfertigter Einsatz des Wasserwerfers" und dergleichen. Ist dann nur noch lächerlich. Und ich würde mich wundern, wenn ein Gericht das wirklich anders sieht. Aber wie gesagt - warten wir es mal ab.
 
Ich verweise mal auf den link zu dem Stern-Fotograf, der zweimal GEZIELT von einem Wasserwerfer "abgeschossen" wurde, dabei weder BEHINDERTE noch sonst irgendwie im Weg stand. https://mobil.stern.de/panorama/ste...uergermeister--das-stimmt-nicht--7539418.html Am DONNERSTAG, wo die Nerven der Polizisten imho noch nicht "blank" lagen, und die Videos keineswegs eine Lage zeigen, in denen sie "um ihr Leben hätten fürchten" müssen.

Und die Menge der Vorfälle könnte auch implizieren, dass für Teile der Polizeikräfte gegen die Presse eine 2. Front verlief. Nun weiß man aber seit Rodney King, dass jemand mit Kamera die Grenze zwischen legitimer und illegitimer Polizeigewalt recht schnell zu Ungunsten der Sicherheitskräfte verschieben kann...
 
Ich verweise mal auf den link zu dem Stern-Fotograf, der zweimal GEZIELT von einem Wasserwerfer "abgeschossen" wurde, dabei weder BEHINDERTE noch sonst irgendwie im Weg stand. https://mobil.stern.de/panorama/ste...uergermeister--das-stimmt-nicht--7539418.html Am DONNERSTAG, wo die Nerven der Polizisten imho noch nicht "blank" lagen, und die Videos keineswegs eine Lage zeigen, in denen sie "um ihr Leben hätten fürchten" müssen.
Ja, also wie gesagt: Wenn das alles so stimmt, dann ist das wirklich ein äußerst bedauerlicher Einzelfall, von dessen Sorte es hoffentlich nicht viel mehr gab.

Aber weißt Du, ich tue mich schwer mit dem Glauben an seine Geschichte ohne zu hinterfragen. Ich meine, er sagt, er stand bei den Demonstranten an der Roten Flora. Die ganze Hundertschaft ist an ihm vorbei gezogen ohne auch nur aggressiv zu sein. Aber der letzte Giftzwerg hinten hat ihm dann - ohne in irgendeiner Form provoziert worden zu sein - Reizgas in die Fresse gesprüht. Und dann auch gleich eine volle Ladung, sodass er ins Krankenhaus musste. Ja, es könnte natürlich so gewesen sein. Aber da ein Polizist ja nicht im Akkord nach verschossenem Reizgas bezahlt wird, kommt mir diese subjektive Schilderung doch sehr unglaubwürdig vor.

Dann das Bild, wo er allein mit voller Kamera-Montur angeblich vom Wasserwerfer so stark getroffen ("abgeschossen") wurde, dass seine gesamte Ausrüstung zu Bruch ging. Auch das könnte genau so passiert sein. Aber auch hier die Frage: Warum sollte das die Polizei tun? Letztlich wird es wahrscheinlich ein Gericht klären. Aber bis dahin stellt sich mir auch da die Frage: Warum? Angeblich war er ja deutlich als Pressemensch gekennzeichnet, also dürfte es keine Verwechslung gegeben haben. Nur für so dumm halte ich keinen Polizisten, dass er vor laufenden Kameras einen Reporter abschießt, wo sich sonst weit und breit kein Randalierer (oder der wenigstens so aussieht) aufhält. Das war ja nicht in einer stillen kleinen Gasse mitten in der Nacht, sondern am Hotspot, wo jeder mindestens ein Smartphone in der Hand hielt.

Wir werden wohl abwarten müssen, was die Untersuchung der Vorfälle ergibt, sofern man davon nochmal was hört. Ich bin jedenfalls bei so offensichtlichen Rechtsverletzungen äußerst skeptisch. Eher wahrscheinlich würde ich finden, dass in einem allgemeinen Gedränge womöglich auch mal ein Stiefel im Hoden eines Demonstranten seinen Platz findet. Aber nicht solche Sachen...
 
BILD ruft ungefragt zur Jagd nach G20-Krawallmachern auf

Folgende News wurde am 11.07.2017 um 10:09:57 Uhr veröffentlicht:
BILD ruft ungefragt zur Jagd nach G20-Krawallmachern auf
Business/Presse

(lifepr) Köln, 11.07.2017 - Na, wenn wir die Bildzeitung nicht hätten! - Die Polizei ist nach Meinung des Springer-Konzerns offenbar hilflos überfordert mit der Überführung von Straftätern. Daher kommt - natürlich ungefragt - Hilfe: Die BILD veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe vom 10. Juli 2017 Fotos mit mutmaßlichen Brandstiftern und Steinewerfern.

Auf den ersten Blick eine gute Aktion, aber, so Rechtsanwalt Arno Lampmann, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz und Partner bei LHR - Kanzlei für Marken, Medien, Reputation: "Für die Strafverfolgung haben wir die Polizei. Erst wenn diese alleine nicht mehr weiterkommt, werden Medien wie die BILD gebeten, die Arbeit mit Fahndungsaufrufen zu unterstützen. Die Bild-Zeitung geht daher damit jetzt einen Schritt zu weit und über-interpretiert ihre Rolle mal wieder."

Keine Frage: Jegliche Aktion, die zur Festnahme von G20-Randalierern fördert, ist sinnvoll. Allerdings muss ein Konzept dahinterstecken und die Anerkenntnis rechtsstaatlicher Ordnung. Kritiker der BILD-Aktion werfen dem Blatt eine allein auf Auflagensteigerung fokussierte Motivation vor, denn weder Polizei noch Staatsanwaltschaft haben die BILD um Hilfe gebeten. Lampmann: "Wir haben hier in Deutschland ein funktionierendes System mit bestimmten Regeln. Durch die Einflussnahme der BILD-Zeitung kann das nachhaltig ins Wanken geraten." Probleme sieht der Medienrechtsfachmann z.B. dann, wenn von Lesern vermeintlich eindeutig identifizierte Personen öffentlich dem Mob übereignet werden, auch wenn diese vielleicht gar nichts mit den Terrornächten von Hamburg zu tun hatten und nur zufällige Ähnlichkeiten vorliegen. Es kann davon ausgegangen werden, dass eine Vielzahl von Personen durch falsche Verdächtigungen erheblich in ihren Persönlichkeitsrechten geschädigt werden. Frage ist dann: Wer kann dafür zur Rechenschaft gezogen werden? Für Lampmann ist die Sache klar: "Wird jemand einzig und allein aufgrund einer zufälligen Ähnlichkeit mit einem nicht polizei-öffentlichen Fahndungsfoto verdächtigt und nimmt seine Persönlichkeit dadurch Schaden, dann ist der Verursacher schadensersatzpflichtig - und das wäre hier die BILD-Zeitung."

Medienrechtsexperten gehen daher davon aus, dass sich die BILD mit der aktuellen Aktion einen Bärendienst erwiesen hat, obwohl ein Großteil der Fahndungsaufrufe unter Umständen sogar Erfolg haben könnten. Lampmann: "Es ist gefährlich, die klassische und in Demokratien bewährte Gewaltenteilung durch wirtschaftlich motivierte Vorstöße eines Pressemediums in Frage in Frage zu stellen. Die Presse hat zwar wichtige Aufgaben in Bezug auf die Aufklärung von Straftaten - nicht zuletzt deswegen wird sie als vierte Gewalt im Staate bezeichnet. Eigenmächtige Fahnungsaufrufe gehören allerdings nicht dazu."

Opfern dieser Aktion empfiehlt der Kölner Personenschützer, gegen das Blatt juristisch vorzugehen.

(Bild: © Gerhard Seybert - Fotolia.com)
 
Die Berichterstattung der Bild-Zeitung ist vorverurteilend und eindeutig ein rechtswidriger Pranger. Wenn es um Kinderschänder, Extremisten oder Terroristen geht, verfällt die Bild gerne in eine Lynchstimmung. Bei allem Ekel über das Pack, das Hamburg angezündet hat: auch diese Typen haben Rechte. Wir müssen den Rechtsstaat nicht nur im Hamburger Schanzenviertel verteidigen, sondern auch im Berliner Zeitungsviertel.

Es kann nicht sein, daß Politiker Gesetze entscheiden, obwohl weniger als 10% der Abgeordneten vor Ort sind (es werden laut Gesetz mindestens 50% benötigt), oder die Bildzeitung Menschen an den Pranger stellt ... wir sind OFFIZIELL ein Rechtstaat, doch in den letzten Jahren geht es mit Deutschland steil bergab. Die Zeitung kopiert nur noch Artikel aus dem Internet ohne Überprüfung von Quellen und die Politiker tun und lassen was sie wollen ... WACHT ENDLICH AUF UND TUT ETWAS DAGEGEN, sonst haben wir bald genau solche Verhältnisse wie wir sie in schlechten Filmen ständig sehen können.

Nur weil man die Augen vor Problemen verschließt, werden sie sich nicht verbessern ... das sollte man schon im Kindergarten gelernt haben ... mindestens 50% der Deutschen scheinen aber nicht einmal mehr die Hirnfunktionen eines Kindergarten Kindes zu haben, wenn ich beobachte was derzeit in Deutschland so passiert ... echt traurig !!!
 
Bei allem Ekel über das Pack, das Hamburg angezündet hat: auch diese Typen haben Rechte. [...] Die Zeitung kopiert nur noch Artikel aus dem Internet ohne Überprüfung von Quellen und die Politiker tun und lassen was sie wollen
Also Du hast natürlich grundsätzlich recht, keine Frage.

Das Problem, dem wir in Deutschland aber zunehmend gegenüber stehen ist, dass sehr viel in die Persönlichkeitsrechte der Täter investiert wird. Natürlich auch in die der Opfer, aber ich finde, wenn es zur Aufklärung einer Straftat hilfreich ist, dann sollte natürlich auch das Bild des Täters unverpixelt veröffentlicht werden dürfen.

Derzeit muss das alles von einem Richter genehmigt werden und nur in wenigen Ausnahmefällen darf der Täter wirklich unverpixelt abgebildet werden. Dann auch nicht über eine Tageszeitung, sondern nur auf der Webseite der Polizei, auf die sich ohnehin kaum jemand (regelmäßig) verirrt (oder den Link zu den aktuellen Fahndungen findet). Wir können also schon mal festhalten: Die "Fahndung" per (größter) Tageszeitung ist vermutlich um einen 2- oder 3-stelligen Faktor effektiver als auf der Polizei-Webseite, die ihrerseits auch nur regional sucht. Ich schaue mal ab und an bei der Berliner Polizei rein, aber wenn jemand von der Hamburger Polizei gesucht wird, könnte der mir in der Berliner S-Bahn auf dem Schoß sitzen und ich würde nichts bemerken.

Nun muss ja nicht jeder Ladendieb mit Foto und Lebenslauf in die Zeitung. Aber gerade bei bestimmten Straftaten zählt unter Umständen jeder Tag, jede Stunde. Ob es Terroristen sind, die einen Anschlag planen, Vergewaltiger, Mörder, ... Hier wird zu Gunsten der Persönlichkeitsrechte auf Effektivität verzichtet. Ok, aber es werden auch weitere Bürger damit einer latenten Gefahr ausgesetzt. Denn keiner weiß, ob und wann der Täter wieder zuschlägt.

Mein Rechtsverständnis ist auch etwas anders als das des Gesetzgebers. Der hält nämlich die Menschenrechte für "unveräußerlich". Ich hingegen ziehe das Modell des "Guthabenkontos" vor. Wer einen Menschen tötet, hat selbst (vorläufig) seine Menschenrechte verwirkt und muss sie wieder neu erlangen. Das kann er durch Abbüßen einer Strafe tun. Das läuft natürlich auf das "Auge um Auge" und "Wie Du mir, so ich Dir"-Prinzip hinaus, ich weiß. Finde ich aber allemal gerechter als das, was wir hier haben.

Und wie leicht ist es, nicht auf der Seite der BILD zu erscheinen: Einfach kein Krieg spielen mitten in Hamburg.

Ich hatte in meinem Freundeskreis auch schon massenhaft Diskussionen über die Praxis in einigen US-Bundesstaaten, das Schandlaufen. In gewohnter Weise übertreibt es die USA natürlich wieder und einige Richter verhängen diese Strafe bei jedem kleinen Scheiß. Aber ob ein Kinderschänder im Nebenhaus einzieht, mag vielleicht für Familien schon interessant sein. Mir ist auch klar, dass dadurch immer die Gefahr von Lynchjustiz gegeben ist. Aber im direkten Vergleich: Ist der Schutz der Kinder (und entsprechende Vorsicht der Eltern) wirklich weniger wert als die Persönlichkeitsrechte eines Erwachsenen, der sich mehr oder weniger freiwillig dazu entschied, eine Straftat zu begehen?

Sicher sind beide Varianten nicht optimal. Aber im Vergleich beider schneidet bei mir die US-Variante besser ab. Im Grunde ist das, was die BILD da macht, nichts anderes: Straftäter beim Vollzug ihrer Straftat filmen/fotografieren und veröffentlichen. Einziger Kritikpunkt von mir: Sowas sollte zusammen mit der Polizei getan werden, die ihrerseits deutlich mehr Rechte in dieser Hinsicht benötigt.
 
Im Grunde ist das, was die BILD da macht, nichts anderes: Straftäter beim Vollzug ihrer Straftat filmen/fotografieren und veröffentlichen. Einziger Kritikpunkt von mir: Sowas sollte zusammen mit der Polizei getan werden, die ihrerseits deutlich mehr Rechte in dieser Hinsicht benötigt.
Ich denke das Problem ist, dass manche Bilder zwar sehr eindeutig erscheinen, auf manchen sehe ich jedoch ganz objektiv gar nix. Die Bild gibt vor was diese Leute getan haben sollen und wie das Urteil auszufallen hat. Bei der Polizei und Justiz kann ich da zumindest von einer gewissen Sorgfalt ausgehen und selbst da kommen auch Fehler vor.
 
Ich verweise mal auf den link zu dem Stern-Fotograf, der zweimal GEZIELT von einem Wasserwerfer "abgeschossen" wurde, dabei weder BEHINDERTE noch sonst irgendwie im Weg stand. https://mobil.stern.de/panorama/ste...uergermeister--das-stimmt-nicht--7539418.html Am DONNERSTAG, wo die Nerven der Polizisten imho noch nicht "blank" lagen, und die Videos keineswegs eine Lage zeigen, in denen sie "um ihr Leben hätten fürchten" müssen.

Und die Menge der Vorfälle könnte auch implizieren, dass für Teile der Polizeikräfte gegen die Presse eine 2. Front verlief. Nun weiß man aber seit Rodney King, dass jemand mit Kamera die Grenze zwischen legitimer und illegitimer Polizeigewalt recht schnell zu Ungunsten der Sicherheitskräfte verschieben kann...

Schon wild. Polizisten attackieren GEZIELT ZWEI MAL GANZ BRUTAL UND OHNE GRUND auf dem 65-jährigen(!!!) renommierten stern-Fotojournalisten Hans-Jürgen Burkard beim G20-Gipfel. Wohl bemerkt, erste mal war am Donnerstag vor die Krawalle, durch Wasserwerfer Nr. 5 (ganz gezielt, "zwei Kameras und ein Objektiv Totalschaden" = leicht Tausende Euros).

Später am selben Abend(!!!) noch mal mit Pfefferspray: "...Die ganze Hundertschaft sei dann auch ohne Attacken an ihnen vorbei gelaufen. Am Ende des Zuges kommt dann oft der Mann mit der Spritze. Der hat mich, den Fotografen, fixiert und mir aus 50 Zentimetern ins Gesicht gespritzt. Direkt in die Fresse, wie man so sagt."

Das ganze kommt mir ganz merkwürdig vor. Welche Motive gäbe es für solche Attacken? Es lässt hoffen, dass die Polizei-Aktionen beim G20-Gipfel GANZ gründlich erklärt werden.
 
Im Grunde ist das, was die BILD da macht, nichts anderes: Straftäter beim Vollzug ihrer Straftat filmen/fotografieren und veröffentlichen. Einziger Kritikpunkt von mir: Sowas sollte zusammen mit der Polizei getan werden, die ihrerseits deutlich mehr Rechte in dieser Hinsicht benötigt.

Nicht ganz! Im Grunde veröffentlicht BILD Fotos von Personen, schreibt: "Wer kennt diese Verbrecher?" drüber oder drunter und lässt damit keinerlei Interpretationsspielraum oder Verteidigung mehr zu. im Auge der Öffentlichkeit sind diese Leute "Verbrecher". Hinzu kommt der leichtfertige Umgang mit Begriffen, den wer ein "Verbrecher" ist, ist klar definiert.

Auch wenn ich die Strafe des "Blame-Walking" für einen verstoß gegen Menschenrechte erachte und sie deshalb für Ungesetzlich halte (und in den USA im übrigen auch! - Art. 5 und 8 der UN-Menschenrechtscharta - wurden AUCH von den USA unterschrieben...) - Diese Leute sind von einem Gericht SCHULDIG gesprochen worden! Wer hat die Leute schuldig gesrochen, die die Bild (unverpixelt) zeigt?
 
Ich denke das Problem ist, dass manche Bilder zwar sehr eindeutig erscheinen, auf manchen sehe ich jedoch ganz objektiv gar nix. Die Bild gibt vor was diese Leute getan haben sollen und wie das Urteil auszufallen hat. Bei der Polizei und Justiz kann ich da zumindest von einer gewissen Sorgfalt ausgehen und selbst da kommen auch Fehler vor.

Nicht ganz! Im Grunde veröffentlicht BILD Fotos von Personen, schreibt: "Wer kennt diese Verbrecher?" drüber oder drunter und lässt damit keinerlei Interpretationsspielraum oder Verteidigung mehr zu. im Auge der Öffentlichkeit sind diese Leute "Verbrecher". Hinzu kommt der leichtfertige Umgang mit Begriffen, den wer ein "Verbrecher" ist, ist klar definiert.
Ok, also wenn das euer einziger Kritikpunkt wäre, dann wären wir eigentlich einer Meinung. Denn ihr lehnt eine Fahndung über eine Tageszeitung - wenn ich euch richtig verstehe - gar nicht grundsätzlich ab, verlangt aber im Umgang mit den Bildern und Titulierungen mehr Sorgfalt. Insofern würde: "Wer kennt diese Personen?" oder genauer: "Wer kennt diese Tatverdächtigen?" in Ordnung gehen.

Dass man das zwar nur sehr schwer von der BILD erwarten kann, ist eine Sache. Die ist ja quasi dafür bekannt, stets unverhältnismäßig zu berichten. Ich sag nur: "Wir sind Papst!". Da dieses Blatt aus welchen Gründen auch immer die meist gelesene Tageszeitung ist (und nicht nur auf dem Ballermann), würde es beispielsweise durchaus Sinn machen, eine ganze Seite unter der Überschrift: "Die Polizei bittet um Ihre Mithilfe" zu drucken. Jeden Tag ein paar Bilder und/oder Beschreibungen, Tathergänge und die durchschnittliche Aufklärungsquote verbessert sich rasant von rund 50% auf 75% oder mehr...
 
Öffentlichkeitsfahndungen unterliegen REGELN, und dürfen nur auf Anordnungen erfolgen. Ich halte es für legitim, dass die Polizei bittet, ihr (privat erstellte) Fotos und Videos von den Krawallen zukommen zu lassen, um sie fahndungstechnisch auszuwerten. Ergeben sich klare Hinweise auf Straftaten, DANN kann ein Richter oder die Staatsanwaltschaft eine öffentlichen Fahndungsaufruf starten!

Ich lehne grundsätzlich jede Art von Selbstjustiz hab. Ob von Privatpersonen oder Zeitungsredaktionen ist egal!
 
Denn ihr lehnt eine Fahndung über eine Tageszeitung - wenn ich euch richtig verstehe - gar nicht grundsätzlich ab, verlangt aber im Umgang mit den Bildern und Titulierungen mehr Sorgfalt. Insofern würde: "Wer kennt diese Personen?" oder genauer: "Wer kennt diese Tatverdächtigen?" in Ordnung gehen.
Wie darkkurt sagt, angeordnete Öffentlichkeitsfahndung find ich okay. Ich frage mich da immer, was wenn man mal selbst aus irgendeinem dummen Zufall auf so einem Bild landet? Schon der gesähte Verdacht kann Existenzen zerstören. Und dann komme ich zu dem schluss, dass ich sorgfältige und objektive Prüfung erwarte. Ist für mich also keine Frage von Persönlichkeitsrechten von Tätern, sondern der Preis für den Irrtum weshalb das reglementiert sein muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
Öffentlichkeitsfahndung ist leicht wie ein Hexenjagd. Es bietet viel zu viel Missbrauchmöglichkeiten. Ist nur sehr sehr selten brauchbar, wenn überhaupt. Ausser wir wollen Diktatur. Son Hexenjagd ist bekanntlich radikales und tragisches Werkzeug für ein rücksichtloser Machtmensch.
 
Ist nur sehr sehr selten brauchbar, wenn überhaupt.
Also die Geschwindigkeit, in der jemand identifiziert und meist auch verhaftet werden kann (oft stellt sich die Person schon von selbst) ist wohl unvergleichlich und unschlagbar für jedwede andere Methode. Und nicht nur die Geschwindigkeit, auch die Quote. Es gibt de facto nichts, was auch nur im Ansatz so wirkungsvoll wäre.

Aber ja, es birgt auch ein Missbrauchspotenzial. Deswegen sehe ich es auch ein wenig kritisch, was die BILD da gemacht hat. Wie aessitt schon sagte: Was, wenn man sich selbst mal auf einem Bild der BILD sieht und aber ganz genau weiß, dass es eine (gezielte?) Lüge ist. Da kann man noch so oft "Lügenpresse" rufen, hilft nix. Deshalb sollte in jedem Fall die Polizei mit im Boot sein.

Was ich aber meine ist, dass die Öffentlichkeitsfahndung halt in einer überregionalen Tageszeitung stattfinden sollte und nicht auf der hinterletzten Unterseite einer regionalen Polizeipräsenz. Und ich würde gern auch die Bedingungen lockern, unter denen keine Verpixelung notwendig ist (verpixelte Bilder sind ja fast noch sinnloser als Phantombilder...