die Burka in Europa

York

Well-known member
6 Juni 2009
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In Frankreich denkt man nun über ein Verbot dieser Burka nach.

Und ich hoffe, der Tag kommt, wo diese Burka weltweit geächtet ist.

Dabei geht es um Burkas, die die Trägerin von Kopf bis Fuß verhüllen und sogar die Augen mit einem Gitter verdecken, und um sogenannte Nikabs, die die Augen freilassen. «Sollte es sich zeigen, dass das Tragen der Burkas unfreiwillig ist, dann wird das Parlament natürlich die Konsequenzen ziehen», sagte Regierungssprecher Luc Chatel am Freitag im Fernsehen.

Unter dem Eindruck einer zunehmenden Verbreitung der Burkas und Nikabs haben rund 60 Abgeordnete vorgeschlagen, das Phänomen und die Motivation ihrer Trägerinnen untersuchen zu lassen. Die Regierung ist in der Frage gespalten. Auch die Muslimorganisationen sind sich uneins.

Die für die Einwandererviertel zuständige Staatssekretärin Fadela Amara forderte ein Totalverbot der «Särge der Freiheit», wie sie die Burkas nannte. Ihre Trägerinnen würden unterdrückt von «männlicher Vorherrschaft» und «Indoktrination». Amara wurde in Frankreich als Tochter eines algerischen Bauarbeiters geboren. Der in Marrakesch in Marokko geborene Minister für Einwanderung und Nationale Identität, Eric Besson, hält es dagegen «nicht für opportun, die Polemik über die religiösen Symbole neu zu entfachen». Das Gesetz reiche; man solle das «gefundene Gleichgewicht nicht gefährden».

https://newsticker.welt.de/?module=dpa&id=21575400

Und was meint ihr zu diesem Thema?
 
Ich denke auch, dass diese Art der Verschleierung zu weit geht. Allerdings ist sie Teil einer religiösen Überzeugung (ob man die nun nachvollziehen kann, oder nicht) und da wir in Deutschland ja jedem alles erlauben, wird es wohl unter der Überschrift Political Correctnes nicht zu einem Verbot kommen.

Obwohl es ja recht einfach wäre: Es gibt ja eh das Vermummungsverbot :ugly:
 
Obwohl es ja recht einfach wäre: Es gibt ja eh das Vermummungsverbot :ugly:

Genau! Damit müsste es gehen. :)

Und zum Religions-Argument:

In Fällen, wo ein Religions-Gebot gegen die Menschenrechte verstößt, gehen die Menschenrechte vor.


Wobei die Burka im Koran ja gar nicht gefordert wird. Das ist Auslegungs-Sache.
 
Und zum Religions-Argument:

In Fällen, wo ein Religions-Gebot gegen die Menschenrechte verstößt, gehen die Menschenrechte vor.
Den Artikel muss man sich mal genauer anschauen, denn "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich." heißt eigentlich nur, dass man für sich selbst glauben kann was man will, ohne andere damit zu belästigen und auch anderes für sich selbst abzulehnen.

Der Artikel der hier gemeint ist ist "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.", und bei Burkas greift schon das Sittengesetz, weil jemand mit Burka etwa keine Verträge abschließen kann, nicht mal nicht einkaufen kann. Ein Geschäftspartner muss ja wissen mit wem er es zu tun hat und ich würde sicher keine Vermummten in den Laden lassen. Wer weiß wer sich dahinter verbirgt? Interessant wäre das auch für Taschendiebe, wenn es sich ausbreiten würde.

Wenn das tragen der Burka aus religiösen Gründen geschieht würde ich das als Meinungsäußerung werten: "(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre." Was dann aber wieder nicht im Staatsdienst geschehen darf.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn das tragen der Burka aus religiösen Gründen geschieht würde ich das als Meinungsäußerung werten:

Soviel ich weiß, wird aber nirgends im Koran das Tragen der Burka verlangt.

Man kann also da keine religiösen Gründe vorschützen.
 
Wenn man einmal gehört hat, wie sich Mädchen fühlen, wenn sie mit einer Burka herumlaufen müssen, dann ist schnell klar, dass das nur die wenigsten freiwillig tun. Die Frage ist nur, wie man sie "befreien" kann, denn im Islam hat der Mann das Sagen, und wenn er seine Frau dazu verpflichtet, dann ???

Vielleicht könnte man die Burka nur denen erlauben, deren Männer sie auch tragen würden? Dann würde das sehr schnell aufhören. :)
 
Obwohl es ja recht einfach wäre: Es gibt ja eh das Vermummungsverbot :ugly:
Das gilt aber nur für öffentliche Versammlungen und Demonstrationen, für kirchliche und religiöse Versammlungen ist es sogar nicht anwendbar.

Für mich ganz einfach: Wer das freiwillig tragen will, soll das tun, und gegen Zwang haben wir schon Gesetze.

Marty
 
amüsant ist ja dass diese frauen die burkas und auch kopftücher ja nur im ausland tragen wenn sie dort leben...in den heimatländern der frauen ist das tragen solcher dinge teilweise verboten..so dürfen frauen in der türkei in gebäuden und ich glaube auch auf der straße keine kopftücher tragen,verlangen dann aber hier in deutschland sie tragen zu dürfen^^...
 
Vorsicht, das ist sehr unterschiedlich. In Afghanistan ist das Tragen der Burka mehr oder weniger Vorschrift. In der Türkei ist das Kopftuch zumindest an Schulen verboten - das ging bei dem "Kopftuchstreit" in BaWü durch die Medien.
 
so dürfen frauen in der türkei in gebäuden und ich glaube auch auf der straße keine kopftücher tragen,verlangen dann aber hier in deutschland sie tragen zu dürfen^^...
schrecklich, oder? Das Deutschland aber auch so hinterwäldlerisch ist und nicht alles nachmacht, was undemokratischere Staaten machen, ts ts ts...

In einigen arabischen Staaten dürfen Frauen kein Auto fahren. Und dann kommen die nach Deutschland und wollen hier einfach Auto fahren... unglaublich, oder?

Und erst die Chinesen... In China kein freies Internet, aber in Deutschland mosern, wenn der Staat Seiten sperrt. Unglaublich, oder?

Marty
PS: ich habe mit Absicht keine Smilies gesetzt, jeder wird auch so erkennen, was ich meine.
 
Interessanter Gedankengang, ich habe so herum tatsächlich noch nicht darüber nachgedacht.

Allerdings sehe ich einen Unterschied, da es sich z.B. im Fall von Internetzensur in China um eine Einschränkung der Menschenrechte handelt, im Fall der deutschen Internetzensur soll es zumindest um den Schutz von Menschenrechte gehen.

Das Tragen des Kopftuches wird mit "Religionsfreiheit" begründet, doch islamische Staaten (auch in Ägypten gibt es Einschränkungen) verbieten das Tragen dieses religiösen Merkmales. Und warum sollte dann ein christlich-freiheitlicher Staat wie Deutschland das Tragen erlauben? Wessen Freiheit soll dadurch geschützt werden?
 
Das Tragen des Kopftuches wird mit "Religionsfreiheit" begründet, doch islamische Staaten (auch in Ägypten gibt es Einschränkungen) verbieten das Tragen dieses religiösen Merkmales. Und warum sollte dann ein christlich-freiheitlicher Staat wie Deutschland das Tragen erlauben? Wessen Freiheit soll dadurch geschützt werden?

Wie Marty bereits sagte: Wir stehen für Religionsfreiheit.
Da ist es völlig egal, ob islamische Länder das Tragen des Kopftuches verbieten, oder nicht.
 
Im Alltag klar, kein Problem. Aber Lehrer haben die Pflicht, eine gewisse NEutralität an den Tag zu legen. Sie dürfen den Kindern auch nicht Wahlwerbung unterjubeln oder für ihren Wanderklub werben. Das Kopftuch ist aber ein relativ extremes religiöses Symbol. Und an islamischen Schulen dürfen sie dies gerne tragen. Und wenn Islamunterricht eingeführt ist und dort dann Frauen dieses Symbol tragen wollen, warum nicht. Aber nicht an allgemeinbildenen Schulen.
 
Das Kopftuch ist aber ein relativ extremes religiöses Symbol. Und an islamischen Schulen dürfen sie dies gerne tragen.
Wenn ich meiner Oma ihr Kopftuch verbiete, dann bringt die mich um. Wenn ich ihr dann noch erzähle, dass ihr Kopftuch, dass sie seit 50 Jahren trägt, ein Symbol des Islam ist, dann begeht die vermutlich Selbstmord und wird bei ihrem katholischen Pfaffen 200 Ave-maria beten gehen.

Marty
 
Bleib bitte ernsthaft. So wie der Ton die Musik macht, so gehören hier die Form und Art des Tragens dazu.
 
Bleib bitte ernsthaft. So wie der Ton die Musik macht, so gehören hier die Form und Art des Tragens dazu.

Du meintest den Vergleich mit der Türkei doch nicht etwa ernst? Oder bist Du ehrlich der Meinung, man sollte die Religionsfreiheit in Deutschland einschränken, weil die Türkei das auch macht?

Marty
 
Das gilt aber nur für öffentliche Versammlungen und Demonstrationen, für kirchliche und religiöse Versammlungen ist es sogar nicht anwendbar.

Für mich ganz einfach: Wer das freiwillig tragen will, soll das tun, und gegen Zwang haben wir schon Gesetze.

[..]

PS: ich habe mit Absicht keine Smilies gesetzt, jeder wird auch so erkennen, was ich meine.

Mit Smileys kapiert es anscheinend auch nicht jeder...

Aber noch mal zu dem angeblich ganz einfachen Teil:

1. Ich würde es nicht akzeptieren, wenn eine vermummte Person mein Geschäft betritt. Woher soll ich wissen, ob Mann oder Frau und ob aus religiösen Gründen.

2. Ich würde nicht akzeptieren, dass eine vermummte Frau meine Kinder unterrichtet. Ebensowenig wie eine mit einem Kopftuch oder einem großen Kreuz um den Hals. Religion gehört in Kirchen, Moscheen oder andere Plätze nicht in öffentliche Gebäude dieses Landes.

3. Ich würde weder einer vermummten noch einer Kopftuch tragenden Frau bei mir Arbeit geben. Genauso allerdings auch keinen Kopfbedeckungen tragenden Männern. Egal aus welcher Überzeugung heraus das passsiert. Religiöse Symbole haben auch am Arbeitsplatz an dem man Kundenkontakt hat nichts zu suchen.

Ich könnte die Liste noch weiter führen, aber ich denke, dass der Tenor klar ist. Im privaten Leben und Umfeld stimme ich der Aussage zu, dass sie tragen können, was sie wollen. Im öffentlichen Leben hat so eine Kleidung Auswirkungen auf die subjektive und evtl. auch objektive Sicherheit der anderen. Dies darf man nicht übersehen. Hinzukommt, dass religiöse Symbole für anders gläubige oder Atheisten abschreckend und abstoßend wirken können. Sie haben daher an manchen Orten einfach nichts zu suchen.
 
Du meintest den Vergleich mit der Türkei doch nicht etwa ernst? Oder bist Du ehrlich der Meinung, man sollte die Religionsfreiheit in Deutschland einschränken, weil die Türkei das auch macht?

Marty

Nein, nicht die Religions"freiheit". Wir reden hier von einem Symbol zur Unterdrückung der Frau. Und in der Türkei wird vor allem eine Religion eingeschränkt und das ist das Christentum.

Und ja, die Ausübung ihrer Religionsfreiheit im Unterricht ist für Lehrer eingeschränkt, das steht so im Gesetz. Der Lehrer hat "Mäßigung" zu üben, das gilt für alle Religionen, weltanschaulichen Überzeugungen, etc.
 
Nein, nicht die Religions"freiheit".
Dann darf jede muslimische Frau also doch in Deutschland jederzeit ein Kopftuch tragen, wenn sie es freiwillig tut?

Wir reden hier von einem Symbol zur Unterdrückung der Frau.
Das sehen die Frauen, die das freiwillig tun, offensichtlich ganz anders.

Und ja, die Ausübung ihrer Religionsfreiheit im Unterricht ist für Lehrer eingeschränkt, das steht so im Gesetz. Der Lehrer hat "Mäßigung" zu üben, das gilt für alle Religionen, weltanschaulichen Überzeugungen, etc.
Und was hat das mit einem Kopftuch zu tun? Was ist daran nicht "mäßigend"? Die Kinder, die ich kenne, haben mit diesen Kopftüchern komischerweise weit weniger Probleme als deren Eltern, woran liegt das?

Marty