News Der Fall Dejagah: Ein Kommentar

Schade, dass Du jetzt auch in Dieses platte Gerede verfällst. Lies mal aufmerksam den Thread und meine Kommentare und überleg dann bitte nochmal, was Du sagst.

Hab ich (muss ich ja auch, irgendwie ... ;)... )

Das scheint doch eine gute Zusammenfassung zu sein:

Falls es wirklich noch nicht klar geworden sein sollte, hier nochmal meine Position: Verständnis für die Privatperson Dejagah. Unverständnis für die Vereinbarkeit dieser persönlichen Gebundenheit mit seiner Tätigkeit als deutscher Nationalspieler.

Wir reden von einem Sportler, nicht von einem Diplomaten. Es gibt andere Möglichkeiten, das Problem zu umgehen, und Dejagah hat sich ungeschickt verhalten, in dem er einen Falschen Terminus verwendet hat. Wenn du Verständnis für sein Problem hast, dann solltest du auch Verständnis dafür aufbringen, dass sich ein 21 Jähriger Fußballer nicht politisch korrekt ausdrücken kann... Ein dummer Satz macht noch keinen Antisemiten.

Er hat keine Wahl, was seinen iranischen Pass angeht - den wird er nämlich nicht los!
 
Aus meiner Sicht drückt man sich mit dieser Wischiwaschi-Regelung (vielleicht auch ma ne Verletzung antäuschen) nur um das Problem herum, dass hier deutsche Repräsentanten (auch wenn "nur" sportliche) ohne es zu wollen von einer Diktatur ferngesteuert werden. Wie stehst Du denn persönlich zur doppelten Staatsbürgerschaft Photon?
Es geht doch hierbei gar nicht um die doppelte Staatsbürgerschaft (die ich persönlich für den gröbsten Unfug halte, den sich deutsche Politiker jemals ausgedacht haben). Es geht hier darum, dass der Mann einen Job hat, dem er aufgrund von privaten Problemen vorübergehend und teilweise nicht nachkommen kann. Mehr nicht.

Dass es ein Politikum wird, und zu diesem hochstilisiert wird (ich schaue vielleicht doch zu viel Fußball *g*), dafür ist doch nur der ZdJ verantwortlich, der in bekannter Manier völlig überzogen und deplaziert reagiert hat.

Um Dir die Gegenfrage zum Thema "ferngesteuert" zu stellen: Sollte er lieber seine Familie in Gefahr bringen, um dem ZdJ zu gefallen?

Gruß,
Photon
 
Ein dummer Satz macht noch keinen Antisemiten.

Ich möchte Dich nochmal bitten, mir zu sagen, wo ich ihn als Antisemiten bezeichnet habe, das käme mir nie in den Sinn, zumal ich ihn sogar entfernt kenne. Ich finde das eine Sauerei von Dir, das ist genauso dumm wie die ewigen Vorwürfe an den Zentralrat.
 
Dass es ein Politikum wird, und zu diesem hochstilisiert wird (ich schaue vielleicht doch zu viel Fußball *g*), dafür ist doch nur der ZdJ verantwortlich
Das ist doch Blödsinn. Da haben auch ein Politiker - hauptsächlich ein paar Hinterbänkler - aufgeheult. Und wenn ich mich recht erinnere, war's Pflügler, der den Vorfall zum Politikum machte (erst dann jaulte der ZdJ, ruderte später aber zurück und zeigte Verständnis).
 
Ich schließe daraus, dass du ihn hier als "hörigen" eines ohne zweifel antisemitischen Regimes plakatierst (und gleichzeitig seine verantwortung als "Deutscher" herausstellst, die es ohne zweifel auch gibt), das du den Spieler Dejagah (NICHT DEN MENSCH, für den hast du ja Verständnis, was ich dir auch glaube) als Antisemiten siehst und deshalb nicht für einen geeigneten Nationalspieler hälst.

Korrigiere mich, wenn ich das falsch verstehe. Deshalb auch meine Frage mit dem Faulspiel. Aber ich werde Sarkasmus in Zukunft wieder kennzeichnen.... :ugly:
 
Er wird durch antisemitische Politik in dem Sinne beeinflusst, dass er (und/oder sein Vater) sich aus Angst vor wie auch immer gearteten Sanktionen deren Doktrin beugt, ja.

perlini schrieb:
Da haben auch ein Politiker - hauptsächlich ein paar Hinterbänkler - aufgeheult.

Die beiden Generalsekretäre der CDU und SPD meines Wissens ebenfalls, und auch DFB-Präsident Theo Zwanziger, der übrigens gesagt hat "Iraner UND Deutscher, das geht eben nicht."
 
Er wird durch antisemitische Politik in dem Sinne beeinflusst, dass er (und/oder sein Vater) sich aus Angst vor wie auch immer gearteten Sanktionen deren Doktrin beugt, ja.

Und wo ist der Unterschied Mensch/Spieler? den sehe ich immer noch nicht. Hätte er "Aua, mein Zeh" gerufen, wäre die Sache erledigt gewesen. Er hat versucht, auf himmelschreiend naive Art ehrlich zu sein.

Die beiden Generalsekretäre der CDU und SPD meines Wissens ebenfalls, und auch DFB-Präsident Theo Zwanziger, der übrigens gesagt hat "Iraner UND Deutscher, das geht eben nicht."

Die Herren Generalsekretäre haben, ebenso wie Zwanziger, vor allem auf eine Meldung eine bestimmten Boulevard-Gazette reagiert, die nachweislich NICHT korrekt bzw. höchst ungenau war! Herr Zwanziger hat gestern (!!!), also NACH dem Spiel in Israel das Gespräch mit Dejagah gesucht - Das zeugt eher von Vorverurteilung als Sachlichem Umgang!

Im übrigen sollte sich Herr Zwanziger mal Schlau machen - Iraner UND Deutscher geht eben nun mal doch!!! :LOL::LOL::LOL:
 
Und wo ist der Unterschied Mensch/Spieler?

Der Unterschied liegt nicht bei Mensch/Spieler, sondern bei Privatperson/öffentliche Person. Damit mein ich nicht unbedingt, dass er hätte anders handeln müssen. Sondern dass er so nicht als Nationalspieler handeln kann (mE). Sprich Verständnis, dann aber Rücktritt.

Die Herren Generalsekretäre haben, ebenso wie Zwanziger, vor allem auf eine Meldung eine bestimmten Boulevard-Gazette reagiert, die nachweislich NICHT korrekt bzw. höchst ungenau war!

Also moment mal, das Zitat der politischen Motivation wurde von Dejagah durchaus so getroffen, später aber von ihm relativiert bzw vom DFB anders dargestellt. Nachweislich unkorrekte Darstellung gab es eher bei denen, die immer gerne auf Boulevardblätter schimpfen. Da wurde mal eben erfunden, Dejagahs Bruder spiele in Teheran Fußball, dabei hockt er zuhause bei Muttern in Berlin.

darkkurt schrieb:
Im übrigen sollte sich Herr Zwanziger mal Schlau machen - Iraner UND Deutscher geht eben nun mal doch!!!

Geht so... wie man sieht.
 
Der Unterschied liegt nicht bei Mensch/Spieler, sondern bei Privatperson/öffentliche Person.
War so gemeint.
Damit mein ich nicht unbedingt, dass er hätte anders handeln müssen. Sondern dass er so nicht als Nationalspieler handeln kann (mE). Sprich Verständnis, dann aber Rücktritt.
Also wäre es besser gewesen, zu lügen und eine Verletzung zu erfinden. Auch sehr vorbildlich...
Also moment mal, das Zitat der politischen Motivation wurde von Dejagah durchaus so getroffen,
Unglücklich ausgedrückt, schreibe ich die ganze Zeit.
später aber von ihm relativiert bzw vom DFB anders dargestellt. Nachweislich unkorrekte Darstellung gab es eher bei denen, die immer gerne auf Boulevardblätter schimpfen. Da wurde mal eben erfunden, Dejagahs Bruder spiele in Teheran Fußball, dabei hockt er zuhause bei Muttern in Berlin.
Er hat Verwannte im Iran und er hat Angst vor Problemen, die ihm selber Drohen. In der Bild wurden ihm falsche, oder zumindest aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen in den Mund gelegt, um die Sache zu verschärfen.
 
Also wäre es besser gewesen, zu lügen und eine Verletzung zu erfinden. Auch sehr vorbildlich...

Nein das wäre alles andere als vorbildlich gewesen. Vorbildlich wäre zu sagen "ich bin noch zusehr Iraner, um meine Pflichten als sportlicher Repräsentant Deutschlands in vollem Umfang erfüllen zu können." Aber ich gebe zu, dass ist vor allem für einen so ambitionierten und jungen Sportler, der durchaus gerne für Deutschland spielt, etwas zuviel verlangt. Deshalb habe ich von Anfang an vor allem den DFB kritisiert, nicht in erster Linie Dejagah.
 
Nein das wäre alles andere als vorbildlich gewesen. Vorbildlich wäre zu sagen "ich bin noch zusehr Iraner, um meine Pflichten als sportlicher Repräsentant Deutschlands in vollem Umfang erfüllen zu können."
Er ist auch Iraner, ob er will oder nicht! Er kann sich das nicht aussuchen, der Iran bürgert nicht aus (ich bin mir nicht sicher, aber Landesverräter sind wohl die einzigen) und nimmt keine Staatsbürgerschaften zurück.
Aber ich gebe zu, dass ist vor allem für einen so ambitionierten und jungen Sportler, der durchaus gerne für Deutschland spielt, etwas zuviel verlangt. Deshalb habe ich von Anfang an vor allem den DFB kritisiert, nicht in erster Linie Dejagah.
Es stimmt, sowohl der Verein als auch der DFB hätte ihn abschirmen können. Man kann nicht von einem Fußballer erwarten, sich sicher auf so glattem Parkett bewegen zu können.
 
Er ist auch Iraner, ob er will oder nicht! Er kann sich das nicht aussuchen, der Iran bürgert nicht aus (ich bin mir nicht sicher, aber Landesverräter sind wohl die einzigen) und nimmt keine Staatsbürgerschaften zurück.

Naja naja, also es gibt auch Exil-Iraner, die sich in aller Deutlichkeit gegen das Mullah-Regime stellen usw für die ist das eine Frage des Gewissens und die pfeifen auf die Drohungen des Regimes in Teheran und nehmen Gefahren für sich und Bekannte/Angehörige in Kauf, weil sich diese Familien in ihren Ansichten oft auch einig sind. Aber das geht wieder in eine Richtung, auf die ich garnicht hinaus will. Ich gestehe jedem zu, unpolitisch zu sein, aber internationaler Fußball ist eben auch Politik, Dejagah lebt ja bereits ein sehr angenehmes Leben als Jung-Millionär, der zwischen zwei Kulturen pendelt. Da muss er vielleicht auch einfach sagen, ok viel ist möglich, aber deutscher Nationalspieler zu sein scheitert eben daran, sich nicht klar vom Iran abgrenzen zu können (oder zu wollen).
 
Die einzige Frage, die er sich in dem Fall zu stellen hat ist, ob er für Deutschland oder den Iran als Nationalspieler aufläuft. Das hat er getan. Darüber hinaus soll er sportlich natürlich die Leistung zeigen, die man von ihm erwartet, ansonsten fliegt er eben aus der Nationalmannschaft 'raus. Mehr Verpflichtungen hat er imho als Fußballspieler nicht.

Ich finde, es kann ihm zugestanden werden, das er 1. für Deutschland spielen will und 2. Sein Privatleben nicht durch ein einziges Fußballspiel zumindest verkompliziert.
Wie schon gesagt: das ganze ist ganz bescheiden kommuniziert worden, er hätte sowohl Hilfe von Verband oder verein gebrauchen als auch sein Hirn etwas besser einsetzen können, aber er ist kein Politiker, der für einen Fehltritt gleich seinen Hut nehmen muss.

Mann kann sich nicht aussuchen, was sein Leben oder seine Lebensplanung beeinflusst. In solchen Fällen gibt es keinen Königsweg, kein Schwarz oder Weiß. Was bleibt, ist die Tatsache, das die Aussage dämlich war.
 
Die einzige Frage, die er sich in dem Fall zu stellen hat ist, ob er für Deutschland oder den Iran als Nationalspieler aufläuft. Das hat er getan. Darüber hinaus soll er sportlich natürlich die Leistung zeigen, die man von ihm erwartet, ansonsten fliegt er eben aus der Nationalmannschaft 'raus. Mehr Verpflichtungen hat er imho als Fußballspieler nicht.

Es gibt da auch so Begriffe wie Spielerverpflichtung, Pflichtspiel usw. Es geht hier nicht um eine lose Verabredung zum Bolzen, sondern auch um eine gewisse Verantwortung und eben Verpflichtung. Wenn er für ein bestimmtes Team spielt bzw sich nach Nominierung verpflichten lässt, muss er sich auch mit dessen Aufgaben arrangieren/identifizieren. Dieses Rosinenpicken ohne sich mit den mögliche Konflikten auseinanderzusetzen stößt mir wirklich extrem bitter auf.
 
Das ist in der heutigen Zeit bei relativ dichtem Terminkalender gängige Praxis: Es steht nur ein Freundschaftsspiel an, schon kurieren Stammspieler Wehwehchen aus oder sind beim Verein unabkömmlich.

Hier werden auch Rosinen gepickt, es wird nur netter umschrieben