Datenschutz pfui, Web 2.0 hui, oder wie auch immer...

liquid_frozen

Alter Benutzer
23 Juli 2009
11
6
Hallo Leute
was denkt ihr eigentlich zur Problematik über den Datenschutz? Es wird in den Medien immer viel darüber berichtet wie wichtig der Datenschutz doch ist etc. Nicht nur ich, sondern auch viele meiner Kolleginnen und Kollegen mussten aber immer wieder feststellen, wie sorglos die Menschen im Netz mit ihren Daten umgehen. Will heissen dass, alle empört sind wenn sich fremde Menschen über sie informieren, andererseits wird mit Photos oder persönlichen Informationen vor allem bei Web 2.0 Appliaktionen nur so um sich geworfen. Auch hier im Forum fällt auf, dass viele Member mit ihren Daten auch nicht gerade zimperlich umgehen und eigentlich viel zu viel von sich preisgeben. Was denkt ihr dazu, vor allem die Facebookgeneration würde mich dazu interessieren (nicht meine Generation).
Liebe Grüsse
frozen
 
Das Internet vergisst nichts, dessen sollte sich jeder bewusst sein. Deshalb sollte man sich bei jeder Information die man preis gibt, sei es ein Foto, eine Nickpage, ein Forenbeitrag oder ein Newskommentar, dessen bewusst sein, dass das mit einem selbst als Person in Verbindung gebracht werden kann. Seien die Wege manchmal noch so abstrus, Information diffundiert in digitalen Netzen sehr sehr gut.

Ich persönlich achte darauf und frage mich jedes mal wenn ich was preis gebe: würde es mich stören, wenn jemand x-beliebiges das über mich weiß? Auch wenn ich für x meinen zukünftigen Chef, meinen größten Erzfeind, meinen Nachbarn, meinen Arbeitskollegen, meinen Lebenspartner oder meine Eltern einsetze? Es stellt sich heraus, dass man trotzdem relativ viel preis geben kann, aber auch klare Grenzen ziehen muss. Gegen ein paar lustige Fotos hat keiner was... exzessive Parties, abstruse Verschwörungstheorien oder sexuelle Vorlieben jedoch gehören IMHO nicht breitgetreten. Aber da hat jeder eine andere "Schmerzgrenze".

Ich habe das Bild was im Netz über mich entsteht jedenfalls selbst in der Hand und kann es so formen wie ich will, wenn ich mir denn ein bisschen Mühe gebe. Das heißt nicht, dass ich mich als makellosen oder gefühllosen Perfektionisten hinstellen muss, das nimmt einem sowieso keiner ab. Persönlichkeit darf man beweisen, auch Schwächen ehrlich zugeben. Aber mit manchen Dingen sollte man es halt einfach nicht übertreiben.

Nebenbei, selbst die sogenannten "anonymen Accounts" stellen keinen sicheren Weg dar, Unsinn zu verbreiten. Mit ein bisschen kriminalistischem Spürsinn lässt sich am Ende doch wieder eine Verbindung zur realen Person herstellen und sei es, dass Betreiber IP-Adressen abgleichen. Ob sie das dürfen oder nicht mal dahingestellt, das nützt im Nachhinein auch nichts mehr.

Deshalb: Ja, Datenschutz ist wichtig, aber noch wichtiger ist, den Kopf einzuschalten bevor man sich munter im Web breit macht.
 
Dem kann ich erstmal komplett zustimmen. Das Netz vergisst nichts, man muss aufpassen was man wo online stellt und man muss klare Grenzen ziehen.

Zwei zusätzliche Sachen vielleicht noch:

Erstmal wird eine vernünftige Online-Reputation heutzutage immer wichtiger. Arbeitgeber googlen gerne mal ihre Mitarbeiter oder ihre zukünftigen Mitarbeiter. Da muss halt unbedingt sichergestellt sein, dass jene exzessive Partyfotos nicht im Netz und auch nicht im vermeintlich geschützten StudiVZ oder Facebook sind. Wenn man dagegen ein bisschen im Netz aktiv ist (z.B. eigener Blog, Profile bei Social Networks, ...), kann man ganz gut steuern was man bei Google über sich angezeigt bekommt.

Und dann noch: Mir ist es völlig wurscht, ob beispielsweise Google Daten über mich sammelt um mir damit personalisierte Werbung zu schicken. Sollen sie doch machen. Vielleicht finde ich sogar noch schöne Sachen dadurch.
 
Will heissen dass, alle empört sind wenn sich fremde Menschen über sie informieren, andererseits wird mit Photos oder persönlichen Informationen vor allem bei Web 2.0 Appliaktionen nur so um sich geworfen. Auch hier im Forum fällt auf, dass viele Member mit ihren Daten auch nicht gerade zimperlich umgehen und eigentlich viel zu viel von sich preisgeben.
Findest du das nicht ein wenig zu verallgemeinert? Wer ist alle? Und wer bestimmt, was zuviel ist? Sollte das nicht jeder für sich entscheiden?

Erstmal wird eine vernünftige Online-Reputation heutzutage immer wichtiger. Arbeitgeber googlen gerne mal ihre Mitarbeiter oder ihre zukünftigen Mitarbeiter. Da muss halt unbedingt sichergestellt sein, dass jene exzessive Partyfotos nicht im Netz und auch nicht im vermeintlich geschützten StudiVZ oder Facebook sind.
Warum? Weil der Chef nie jung war und nicht zwischen Arbeit und Privatleben unterscheiden kann? Warum geht jeder davon aus, daß Chefs diskriminierende Arschlöcher sind, die einen nicht einstellen, nur weil man im Netz keinen Hehl daraus macht, daß man homosexuell ist oder gern feiern geht?
 
Warum geht jeder davon aus, daß Chefs diskriminierende Arschlöcher sind, die einen nicht einstellen, nur weil man im Netz keinen Hehl daraus macht, daß man homosexuell ist oder gern feiern geht?
Bitte keine Verallgemeinerungen. Und damit, dass Chefs "Arschlöcher" sein sollen hat das überhaupt gar nichts zu tun. Wobei ich nirgends gesagt habe und auch nicht glaube, dass dem so ist.

Wenn du aber bei StudiVZ zig Fotos hast, wo du besoffen über Geländern hängst, eindeutig regelmäßig exzessive Partys feierst und in Gruppen wie "SAUFEN, SAUFEN, SAUFEN" bist, dann könnte sich das eventuell negativ auf deine Arbeitsmoral auswirken, weil du montags statt um 8 Uhr erst um 10 Uhr erscheinst.

Es könnte sein, es muss nicht so sein. Wenn aber zwei Bewerber zur Auswahl stehen, dann kann sowas schon mal in Betracht kommen.

Was du jetzt da noch mit Homosexualität hast weiß ich leider überhaupt nicht. Entweder du hast meinen Beitrag falsch verstanden, oder du wolltest etwas reininterpretieren.
 
weil du montags statt um 8 Uhr erst um 10 Uhr erscheinst.

Ja und? Wenn ich sog. Gleitzeit habe, ist das doch völlig egal. Da kann es dem Chef doch nur recht sein, wenn ich 10:00 Uhr total fit erscheine statt um 8:00 Uhr völlig verkatert auf der Matte zu stehen.
Und habe ich keine Gleitzeit, muss ich mein Partyleben auf Freitag und Samstag verlegen. Und da steigen nach meiner Erfahrung eh die besseren Parties.
 
Mag ja richtig sein, aber das war nicht das, um was es geht. Personalchefs fragen da ja im Zweifelsfall nicht nach, sondern ziehen den Bewerber ohne solche Risiken vor. Das war die Arbeitshypothese. Wenns auf dich nicht zutrifft, dann ist das toll, hat aber mit der Diskussion nichts zu tun.
 
Personalchefs die die Arbeitskraft und -weise ihrer potentiellen Angestellten aufgrund ihrer privaten Aktivitäten beurteilen, sind nichts wert. Was kommt dann als nächstes? Überwachungskameras im Frühstücks- und Umkleideraum, damit der Chef auch ja nichts verpaßt?
 
Naja, man sollte schon Vorsichtig sein. Ich kann diejenigen Personalchefs verstehen, die sich im Vorfeld ein wenig in Web2.0 umschauen, um sich ein Bild vom Bewerber zu machen.
Wie bereis Blomberger gesagt hat, es spiegelt keine guten sozialen Kompetenzen und eine anstädnige Arbeitsmoral wieder, wenn man sich als Säufer darstellt.
Und natürlich wollen die Chefs in etwa wissen wie der Bewerber auch privat tickt! Wenn man zum Beispiel viel mit Kunden zu tun hat, und dann ein Kunde am Wochenende dich total besoffen Abends inner Innenstadt trifft ist das warscheinlich nicht ganz so gut.
 
Also ich weiß ja nicht, wie Chefs so suchen, aber wenn ich nur meinen Namen und die Stadt eingebe, sehe ich auf den ersten 5 Google-Seiten lediglich Links zu stayfriends, meinen Veröffentlichungen, meinen Vorträgen, meinem Posterpreis und irgendeiner Schauspielerin bzw. Drehbuchautorin mit meinem Namen. Nichts, was mich jetzt als Personalchef irgendwie abschrecken würde.
 
Personalchefs fragen da ja im Zweifelsfall nicht nach, sondern ziehen den Bewerber ohne solche Risiken vor. Das war die Arbeitshypothese.
Danke, genauso ist es.

Personalchefs die die Arbeitskraft und -weise ihrer potentiellen Angestellten aufgrund ihrer privaten Aktivitäten beurteilen, sind nichts wert.
So so. Offenbar denkst du jetzt aber ein bisschen an der Realität vorbei. Natürlich wird das Internet zumindest mal kurz zu Bewerbern gefragt und da geht es natürlich auch ein Stück ins Privatleben rein.

Und wenn es richtig wäre was du sagst, dann wären mittlerweile fast alle Personalchefs nichts wert.
 
Und wenn es richtig wäre was du sagst, dann wären mittlerweile fast alle Personalchefs nichts wert.

Ich würde sogar noch weiter gehen: Die Aufgabe des Personalers ist, herauszufinden, welcher Kandidat für eine Stelle am besten geeignet ist, fachlich (Qualifikationen, Können) wie persönlich (Charakter, Moral).

Nutzt er dazu nicht alle ihm zu Verfügung stehenden Quellen, macht er seinen Job nicht ordentlich. Das heißt ja nicht, dass eine detaillierte Recherche sein muss, aber mal einen Eindruck verschaffen sollte derjenige sich schon.
 
Was geht den Personaler mein Privatleben an? Was sagt das denn über mich aus, wenn ich mit Frauen knutsche oder mich einmal im Jahr auf nem Festival besaufe?
 
...

Als den Eigentümer interessiert nicht, ob der Personalchef gut oder schlecht einstellt, sondern das er erfolgreich einstellt. Und das bedeutet, da kann jemand noch so besoffen im Web umherschwirren, politisch extreme Ansichten äußern, wenn der durch seinen Job den Gewinn des Unternehmens zu steigern versteht, dann wird der den Job bekommen.

Alles andere ist Kaffeesatzleserei. Ich habe schon Personalentscheidungsgesprächen beigewohnt, da sind Leute aussortiert worden, weil sie bei der freiwilligen Feuerwehr waren. Begründung: Der säuft uns bei der Betriebsfeier in Grund und Boden. :ugly:

Zu dem Zeitpunkt hat die Firma übrigens floriert, mit mehr "klassisch solideren" Personalentscheidungen später isse nun pleite ^^
 
Niemand hat behauptet, dass es schlimm wäre, wenn im Netz bekannt wäre, dass du dich 1x im Jahr besäufst. Selbst in meinem allerersten Posting hier habe ich das ganz klar verneint. Vielleicht musst Du es doch nochmal lesen.
 
Aber wenn nun von diesem einen Besäufnis Bilder im Netz kursieren, bekommt das der AG doch in den falschen Hals. Das habt ihr mir doch hier erzählen wollen.