News Busunfall: Ermittlungen gegen Lkw-Fahrer ausgeweitet

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25 April 2006
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[N] Busunfall: Ermittlungen gegen Lkw-Fahrer ausgeweitet

Folgende News wurde am 19.06.2007 um 20:44:22 Uhr veröffentlicht:
Busunfall: Ermittlungen gegen Lkw-Fahrer ausgeweitet
DPA-News

Könnern/Dessau/Hopsten (dpa) - Nach dem Busunglück auf der Autobahn Dresden-Magdeburg wird gegen einen Lastwagenfahrer ermittelt, der den verhängnisvollen Unfall verursacht haben soll. Die Staatsanwaltschaft Dessau ermittele wegen fahrlässiger Tötung gegen den 46-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Folker Bittmann.«Das heißt aber nicht, dass er der alleinige ist, der möglicherweise die Verantwortung für das Unglück trägt», fügte er hinzu. Die Polizei hatte ...
 
Warum immer gegen die LKW-Fahrer wettern?

Ich möchte zunächst nochmal den Angehörigen der Opfer mein Beileid ausdrücken und den Verwundeten wünsche ich eine schnelle Genesung!

Dies soll hier nicht zu einem 'Kleinkrieg' zwischen LKW-Fahrern und PKW-Fahrern ausarten, aber ich denke es sollte jeder wissen, das der LKW nunmal unverzichtbar ist.

Viele Güter werden bereits auf der Schiene, dem Luftweg oder auf Wasserstrassen transportiert und sicherlich könnten es ein paar mehr sein.

Aber unabhängig davon, ist dem jedem bewußt, was ein LKW-Fahrer täglich durchmacht?

Das Beginnt schon damit, das eine 60+ Stundenwoche standard ist. Und da meckern die Telekom Mitarbeiter das Sie zukünftig nicht mehr nur 34h arbeiten sollen.
Dann sollen die LKWs natürlich Ihre Lenk-und Ruhezeiten einhalten. Na klar, gerne, sofort. Und WO?????
Es werden immer mehr Parkplätze an Autobahnen dicht gemacht und der Rest reicht nicht mal Ansatzweise aus. Neue Gewerbegebiete, die als Ausweichplätze genutzt werden, sind so verplant, das man mit dem LKW, nirgends mehr durchkommt und schon gar nicht parken kann.
Also wo, soll denn der LKW-Fahrer seine Pause machen??

Und wenn man mit viel Glück einen Parkplatz auf einer Raststätte hat, dann stehen die LKW mit der Kabine zur Autobahn. - Sehr erholsam, wenn in unregelmäßigen Abständen PKW mit Tempo 200 und LKW mit Tempo 90 vorbeidonnern.

Hat mal jemand versucht unter solchen Bedingungen zu schlafen? Möglicherweise noch bei Temperaturen um die 40grad im Fahrerhaus, weil zufällig Hochsommer ist?

Dann kommen noch so Faktoren hinzu, wie z.B. der Chef will die Ware am besten 'vorgestern' geliefert haben, oder du kannst dir einen anderen Job suchen.

Bitte vergesst nicht, der LKW-Fahrer macht nur seinen Job. Die Zeiten des 'Kapitäns der Landstrasse' oder auch 'King of the Road' sind schon lange vorbei. Es ist nur ein Job. Jeder Fahrer wäre lieber zu Hause bei der Familie, anstatt bis zu 3 und mehr Wochen unterwegs.

Viele nützliche Hilfen wie Abstandskontrollen in den Fahrzeugen etc. sind erhälltlich, ja, aber wer will das bezahlen? Der Spediteur, gibt die Kosten weiter an seinen Auftraggeber und der an uns Kunden. Will der Auftraggeber sowas nicht, sucht er sich einen günstigeren Spediteur ohne diese kostenintensiven Sicherheitsmerkmale und fertig.

Auch generelle Überholverbote auf 2 spurigen Autobahnen erhöhen nicht die Sicherheit, sondern verringern diese noch. Denn, wenn der LKW nicht mehr überholen kann, was passiert denn dann? Jeder hat es schon gesehen und erlebt. Es bilden sich mega Kolonnen von LKWs, teilweise mit sehr geringem Abstand und zu was führt dies? Andere Fahrzeuge, müssen in teils halsbrecherischen Aktionen zwischen rein scheren, um eine Ausfahrt zu erreichen, bzw. auf die Autobahn zu kommen. Obwohl die meisten genau wissen, wo sie von der Autobahn runter müssen. Aber da wird lieber bis zum letzten Augenblick gewartet, der LKW kann ja bremsen.
Ja klar, mit 40 t von 85km/h auf 40km/h in null komma nix. Wie soll das denn funktionieren.

Ich möchte wie oben bereits gesagt, keinen 'kleinkrieg' anzetteln sondern einfach zum Nachdenken anregen. Auch ich weiß, das es äußerst rücksichtslose Fahrer unter den LKWs gibt, aber nicht alle sind so.
Uns bleibt auch manchmal keine andere Wahl.

Abschließend möchte ich noch an alle appelieren, LKW-Fahrer wie auch die anderen Verkehrsteilnehmer, nehmt Rücksicht auf einander, es gibt einfach zu wenig Strassen für zu viel Verkehr. Aber solange dies nicht geändert wird, weil sich die lieben Politiker gerne bei solchen Unfällen prfillieren wollen, müssen wir uns die Strassen teilen.

Ich war zufällig gestern in dem Stau auf der A14 in Richtung Norden. Ich kam aus dem Urlaub mit meinem PKW und ich sage ganz ehrlich was ich in dem Zusammenhang erlebt habe ist nicht mehr schön.

Zunächst wurden etliche Kamerateams und Presseleute angefordert, ich sah sie aufgereiht an der Leitplanke. Dann kam der Politiker aus Sachsen-Anhalt mit Blaulicht und 2 7er BMWs auf der Gegenfahrbahn zu Unfallstelle. Und um das Fass zum Überlaufen zu bringen, wurde auch der Bundesverkehrsminister hochwichtig per Hubschrauber eingeflogen. Natürlich alles gut geplant und vorbereitet. Also wurden die Bergungsarbeiten weiterhinausgezögert, damit die Herren Politiker sich schön vor dem Wrack des Busses aufbauen konnten.
Eine Schande auch die Berichterstattung im Radio. Es wurde nur noch von dem Bus berichtet, kein Wort darüber, das es zuvor zu einem Unfall in der anderen Richtung gab, sondern nur noch der Sensationslust frönend, wieviele Opfer im Bus und das die Politiker zu Unfallstelle kamen.

Wer hat denn an all die LKW-Faherer gedacht, als der Verkehr, der hinter der Unfallstelle warten mußte, zurück zur Ausfahrt geleitet wurde? Nur die LKWs durften stehen bleiben?

Tolle Show!
 
Ich kann Deinen Beitrag ja voll und ganz unterschreiben...

Nur, was hat das mit dem Unfall zu tun? Grund scheint wohl zu sein, dass der LKW-Fahrer nicht seinen LKW gefahren hat und dabei auf den Verkehr geachtet, sondern irgendwo im Beifahrerraum nach einer Flasche gesucht hat. Lag das an der Überlastung, an den fehlenden Ruhezeiten, an dem Termindruck? Ich denke nicht.

Marty
 
Ich kann Deinen Beitrag ja voll und ganz unterschreiben...

Nur, was hat das mit dem Unfall zu tun? Grund scheint wohl zu sein, dass der LKW-Fahrer nicht seinen LKW gefahren hat und dabei auf den Verkehr geachtet, sondern irgendwo im Beifahrerraum nach einer Flasche gesucht hat. Lag das an der Überlastung, an den fehlenden Ruhezeiten, an dem Termindruck? Ich denke nicht.

Marty

Nein, sicherlich nicht. Sondern schlichtweg an 'Schlamperei'. Das steht völlig ausser Frage.

Mein Beitrag sollte auch eigentlich mehr auf die diversen Kommentare zu dem NewsArtikel zielen als auf die Tatsache, das es zu diesem grausamen Unfall kam.

Sollte es dann tatsächlich so gewesen sein, das der Fahrer so einen 'Blödsinn' gemacht hat, ist dieser dafür auch voll zur Rechenschaft zu ziehen.
 
Sollte es dann tatsächlich so gewesen sein, das der Fahrer so einen 'Blödsinn' gemacht hat, ist dieser dafür auch voll zur Rechenschaft zu ziehen.

Ich finde es gut, dass Du den Alltag des Fahrers beschrieben hast. Nur scheint hier nun wirklich ein Fehlverhalten vorzuliegen. Weiterhin ist heute in der Presse zu lesen gewesen, dass der LKW nicht straßentauglich war und weitere Personen in die Reihe der Straftäter aufgenomen worden ist. U.A. der Spediteur und der am Hof ansässige KFz-Meister.

Trotzdem ist immer der Führer des Fahrzeugs für den Zustand des Fahrzeugs und für seine eigene Fahrtüchtigkeit verantwortlich.

Meines Erachtens sollten aber wirklich auch viele Arbeitgeber in dem Bereich mit zur Verantwortung gezogen werden. Zum einen hat der Fahrer den Druck, den Arbeitsplatz zu verlieren und zum anderen wird ihm sein Arbeitsgerät vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt.

Moral steht gegen Arbeitsplatzverlust. "mit dem Auto gehe ich nicht auf die Straße" kann sich kaum ein Berufskraftfahrer leisten. Dann kommt halt der nächste, der es macht.

Hier ist mehr die Kontrolle und Bestrafung des Fahrzeughalters und Arbeitgebers gefragt, als alles andere!