Sammelthread Birma nach dem Wirbelsturm

News-Bot

klamm-Bot
25 April 2006
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Folgende News wurde am 08.05.2008 um 20:42:50 Uhr veröffentlicht:
USA schließen Hilfe für Birma aus der Luft nicht aus
DPA-News

Washington (dpa) - Die USA schließen eine Katastrophenhilfe aus der Luft für Birma auch gegen den Willen der dortigen Regierung nicht mehr aus. Angesichts der Blockadehaltung der Militärführung würden alle Optionen geprüft, so das Außenministerium. Sehr viel besser wäre es natürlich, wenn die birmanische Regierung einen Zugang zum Land erlauben würde. Das Abwerfen von Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern für die Opfer des Wirbelsturms sei eine weniger gute Lösung, weil diese Hilfe erfahrungsgemäß wenig effizient sei.
 
Kann mich jemand einmal aufklären, ohne gleich Kommentare über meinen Wissensstand zu schreiben, warum die Regierung den Zugang verwehrt?

Gruss Andre
 
Kann mich jemand einmal aufklären, ohne gleich Kommentare über meinen Wissensstand zu schreiben, warum die Regierung den Zugang verwehrt?

Gruss Andre
https://de.wikipedia.org/wiki/Myanmar

Vor allem dann die Abschnitte Politik (Menschenrechte, Militär) und Wirtschaft (Probleme, Außenhandel, Schattenwirtschaft). Danach müsstest Du eigentlich selbst darauf gekommen sein, wieso die niemand ins Land hinein lassen.
 
Kann mich jemand einmal aufklären, ohne gleich Kommentare über meinen Wissensstand zu schreiben, warum die Regierung den Zugang verwehrt?
Ohne Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit zu erheben, hier mal meine Sicht der Dinge:

Burma gehörte bis nach dem Ende des 2. Weltkriegs als Kolonie zu Großbritannien. Danach hat man das Land einfach fallen lassen (man formulierte es öffentlich politisch korrekter: "...in die Freiheit entlassen") und sich selbst überlassen. Der Effekt war klar: Chaos. Und zwar vollständig, wobei es landesweit ständig zu Mord und Totschlag im Großen Stil kam. Das ganze hat sich dann zugespitzt bis 1988, wo dann das Militär eine Regierung etablierte und gewaltsam Ruhe und Ordnung im Lande schuf. Anfang der 90er Jahre gab es wohl dort auch mal Wahlen, in den das Militärregime zwar abgewählt worden sein soll, die Wahl allerdings für null und nichtig erklärte.

Seither herrscht dort das Militärregime und das unter dem Druck der internationalen Öffentlichkeit, obwohl sich die Aggression nie nach außen gekehrt hat. Das Militär macht nun das, was es am besten kann: Wehrt Feinde des Landes ab. Diese Feinde kommen aber nicht mit Panzern, Flugzeugen und Uniformen, sondern oft als Reporter und unter dem Deckmantel diverser Hilfsorganisationen ins Land, die die Machtstellung der Militärdiktatur zu unterminieren versuchen. Gefürchtete Folge: Zustände wie vor 1988.

Also lässt man in Burma zwar Hilfslieferungen zu, lässt aber keine Helfer ins Land. Soll heißen, dass LKWs und Flugzeuge nur bis zur Grenze/Flughafen kommen und dort die Ladung beschlagnahmt wird. Angeblich soll die Fracht dann von der Regierung verteilt werden. Kritiker behaupten nun, dass die Ladung allerdings nicht in den Gebieten ankommt, sondern im inzwischen sehr armen Land (Militär sind nunmal keine Diplomaten und haben von Wirtschaft keine Ahnung) auf dem Schwarzmarkt von der Regierung vertickt werden. Zumal die gesamte Regierung unter generellem Korruptionsverdacht steht. Halte ich auch für wahrscheinlich, weil Militär schweineteuer ist, das Land eine nutzlose Währung hat und kaum Artikel exportiert, die Devisen ins Land bringen könnten.

Jedenfalls hat die Junta nun die Abstimmung knallhart durchgezogen, obwohl so viel Leid und Not im Lande ist. Und warum? Weil der astrologische Berater vor dem Zyklon diesen Zeitpunkt als richtig und am besten geeignet auserkoren hatte. Und daran hält nun der Chef fest. Und wer weiß, was ihm sein esotherischer Berater noch so alles weissagt. Vielleicht auch, dass Hilfslieferungen BÖSE sind? ;)

Gruß,
Photon
 
[N] Militärjunta in Birma verweigert Genehmigung für Hilfe

Folgende News wurde am 12.05.2008 um 17:49:20 Uhr veröffentlicht:
Militärjunta in Birma verweigert Genehmigung für Hilfe
DPA-News

Rangun (dpa) - Hilfe für die notleidende Bevölkerung in Birma ist für ausländische Organisationen immer noch nur in begrenztem Umfang möglich. So bereitet die Kindernothilfe Einsätze für Kinder vor, die Militärjunta verweigere jedoch noch ihre Genehmigung, so die Organisation. Obwohl inzwischen mehrere Flüge mit Hilfsgütern in Rangun eintrafen, ist die Versorgung der Überlebenden völlig unzureichend. Hilfsorganisationen warnen vor Seuchengefahr. Die EU will morgen in einer Krisensitzung über die Lage in Birma beraten.
 
Bin mal gespannt wo das noch hinführen wird, nachdem die Regierung jetzt die Flüchtlinge aus Kirchen und Sporthallen vertreibt.
 
Während die Bevölkerung total am Ende is...lassen es Generäle "ganz oben" so richtig krachen:

Hier ein Video von der Hochzeit der einen Tochter eines generals
https://de.youtube.com/watch?v=TWj0tDpLAaI

Alleine die Diamanten die sie trägt sollen 30 Millionen Pfund (denke mal das sind so 45 mio EUR) gekostet haben....es ist widerlich! 8O
 
Was mich am meisten erschüttert ist die Tatsache, dass mal wieder die ärmsten der Armen unter den Machthabern leiden müssen.
 
Ich möchte aber nicht wissen, was für ein Leid durch die zwei Wochen Verzögerung entstanden ist und durch schnellere Hilfe vermeidbar gewesen wäre.
 
Ist natürlich richtig! Das wichtigste ist, dass man den Machthabern jetzt nicht zugesteht, sich als Menschenfreunde darzustellen. Die Hilfsorganisationen sollen jetzt ihre Arbeit tun und das leid der Bevölkerung - soweit noch möglich - lindern. Der Druck auf das Militär-Regime muss aber aufrecht erhalten werden!