Vielleicht weil sich die EVG mit den Finanzzahlen aus 2013 der DB beschäftigt hat und sichere Arbeitsplätze haben möchte?
Sie hat also 850 Mio. Euro Gewinn gesehen und sich gedacht, das ist noch nicht genug für den Bund und die Aktionäre, da müssen wie auf Geld verzichten? Klingt arbeitgeberfreundlich.

Und das wäre? Die Gewerkschaft verblasst und die Arbeitnehmer haben unsicherere Jobs.
Und die GdL verblasst nicht, wenn sie der EVG die Verhandlungen überlassen soll? Jobs sind übrigens per Definition nur dann unsicher, wenn keine Arbeit mehr da ist. Erst einmal völlig unabhängig von den Einkünften der Arbeitnehmer. Die Bahn wird die Preise erhöhen (müssen), wie sie das seit Jahren jedes Jahr macht und sie wird weiter Leute entlassen, wie sie das seit 15 Jahren macht. Wenn Du meinst, es würde auch nur ein Mitarbeiter weniger entlassen, weil die Gewerkschaften auf Forderungen verzichten, dann liegst Du einfach falsch.

Und dann kommt die nächste Splittergewerkschaft, dann fängt das Spiel von vorne an.
Die braucht erst einmal genug Mitglieder, um bei einem Streik etwas zu bewirken. Wenn 10 Zugführer streiken, dann setzt die Bahn dort einfach andere ein. Wenn 1000 streiken, kann man das nicht mehr.

Die Gewerkschaften können übrigens gar nicht mehr Personal fordern, das ist der Hoheitsbereich des Arbeitgebers. Die Gewerkschaften könnten aber eine Beschäftigungssicherung für bestehende Arbeitsplätze fordern. Da würde ich mal gerne sehen, wie die Bahn reagiert. Keine Verkürzung mehr um 2 Stunden, dafür Beschäftigungssicherung für alle Bahn-Mitarbeiter...

Natürlich ist VW mittlerweile eine Edelmarke.
Wiederholung macht es nicht besser. Bugatti ist eine Edelmarke, Rolls-Royce. Die können verlangen, was sie wollen, die Kunden kaufen es, wenn sie es haben möchten.

Konkurrenz VW Golf z.B. (Ausstattung und Größe), Hyundai i30, Kia ceed. Der Preisunterschied ist da schon enorm.
Der Kunde kauft aber den Golf, weil der sein Geld wert ist, nicht weil es eine Edelmarke ist. Wenn Volkswagen eine Edelmarke wäre, dann hätte man ihnen den Phaeton ja förmlich aus den Händen gerissen.
 
Sie hat also 850 Mio. Euro Gewinn gesehen und sich gedacht, das ist noch nicht genug für den Bund und die Aktionäre, da müssen wie auf Geld verzichten? Klingt arbeitgeberfreundlich.

Woher hast du die 850 Mio? Die Bahn gibt einen Gewinn von 650 Mio an(https://www1.deutschebahn.com/gb2013-de/Konzern_Abschluss_2013/guv.html). Davon müssen 525 Mio an den Bund ausgeschüttet werden (Vertraglich meines Wissens garantiert, da die Bahn viele Anlagegüter übernehmen konnten). bleiben 125 Mio an Gewinn. Die Bahn brauch die Aktionäre als Geldgeber, dass heißt, dass da auf jeden fall etwas getan werden muss, auch für die Bahnangestellten, für die Zukunftssicherheit. Also hat ein Unternehmen mit einer Gesamtleistung von 41,4 Mrd einen Gewinnanteil geschafft von 0,3 %. Das ist natürlich WoW. Personalkosten liegen bei 14,4 Mrd. Das heißt bei 1% mehr Lohn habe ich Mehraufwendungen von 144 Mio. Das heißt es bleibt für die Aktionäre nichts mehr übrig. Interesse in die Bahn zu investieren sinkt gegen 0. Und das ist dann Arbeitnehmerfreundlich? Möchte ich nicht ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen für langfristige Sicherheiten?

Und die GdL verblasst nicht, wenn sie der EVG die Verhandlungen überlassen soll? Jobs sind übrigens per Definition nur dann unsicher, wenn keine Arbeit mehr da ist. Erst einmal völlig unabhängig von den Einkünften der Arbeitnehmer. Die Bahn wird die Preise erhöhen (müssen), wie sie das seit Jahren jedes Jahr macht und sie wird weiter Leute entlassen, wie sie das seit 15 Jahren macht. Wenn Du meinst, es würde auch nur ein Mitarbeiter weniger entlassen, weil die Gewerkschaften auf Forderungen verzichten, dann liegst Du einfach falsch.

Wieso fordern Gewerkschaften denn nicht Entlassungsstop bei gleichen Bezügen. Vertraglich garantiert. Entlassungen kommen, weil diese nicht interessieren. Und es gehen keine Jobs verloren, dass ist richtig. Aber sieh dir die Flugfahrt an. Lufthansapiloten werden abgebaut und die Flüge werden kompensiert von Billigairlines. Die dort beschäftigen machen die gleiche Arbeit für weit weniger Geld. Und bei der Bahn kann auch noch viel privatisiert werden.

Die braucht erst einmal genug Mitglieder, um bei einem Streik etwas zu bewirken. Wenn 10 Zugführer streiken, dann setzt die Bahn dort einfach andere ein. Wenn 1000 streiken, kann man das nicht mehr.

Wenn die Splittergewerkschaft nur 10 Mitglieder hat. Aber die Realität zeigt etwas anderes. Verhältnismäßig kleine Gewerkschaften können sehr viel lahm legen.

Die Gewerkschaften können übrigens gar nicht mehr Personal fordern, das ist der Hoheitsbereich des Arbeitgebers. Die Gewerkschaften könnten aber eine Beschäftigungssicherung für bestehende Arbeitsplätze fordern. Da würde ich mal gerne sehen, wie die Bahn reagiert. Keine Verkürzung mehr um 2 Stunden, dafür Beschäftigungssicherung für alle Bahn-Mitarbeiter...

Ich denke schon, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber in einem Dialog eine Abmachung treffen können, welche die Belegschaft entlastet. Wenn der Wille wirklich da wäre.
 
Woher hast du die 850 Mio?
Aus dem Geschäftsbericht der Deutschen Bahn. Gewinn vor Steuern = 850 Mio. für 2013

Und das sind bei einem Grundkapital (investiertem Kapital) der Deutschen Bahn von 2,1 Mrd. Euro wieviel Rendite?

Und der Staat bekommt nicht nur 550 Mio. Euro davon, er bekommt zusätzlich 200 Mio. ergebnisabhängige Steuern... Und wer bekommt wohl die letzten 100 Mio? Richtig, der Eigentümer als Alleinaktionär... und wer ist das? Und wer bekommt von den Gehaltserhöhungen wohl auch den grössten Kuchen? Richtig, der Staat.

Und vielleicht erschliesst sich dann auch, warum man kein Interesse an höheren Kosten hat... weil der Staat dann weniger Geld hat, deshalb sind Politiker auch so schnell mit Forderungen nach Gesetzesänderungen.

Wieso fordern Gewerkschaften denn nicht Entlassungsstop bei gleichen Bezügen.
Weil das dämlich wäre und man dann keinen Verhandlungsspielraum hätte.

Aber sieh dir die Flugfahrt an. Lufthansapiloten werden abgebaut und die Flüge werden kompensiert von Billigairlines. Die dort beschäftigen machen die gleiche Arbeit für weit weniger Geld. Und bei der Bahn kann auch noch viel privatisiert werden.
Ja, die gesamte Bahn z.B... Ach Mist, schon passiert. Und statt der ach so teuren Beamten hat man jetzt billige Mitarbeiter, die streiken dürfen. Schon blöd, und das alles nur für ein bisschen Geld für den Staatshaushalt.

Als nächstes privatisieren wir die Feuerwehr und wundern uns dann, dass die auch streiken, wenn es brennt.

Ich denke schon, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber in einem Dialog eine Abmachung treffen können, welche die Belegschaft entlastet. Wenn der Wille wirklich da wäre.
Den Willen bei den Arbeitgebern kann man getrost vergessen, die bauen seit Jahren Personal ab... Natürlich nur wegen der bösen Streiks von abwechselnd EVG und GdL. Die würden sofort neue Leute einstellen, wenn die bösen Gewerkschaften nicht immer so viel mehr haben wollten vom Kuchen. Dabei muss doch für den Schäuble was übrig bleiben.

Ist mir alles zu billig. Natürlich kann man Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte für alles verantwortlich machen. Der Kündigungsschutz in Deutschland sorgt ja schon seit Jahrzehnten für verbrannte Erde, Gewerkschaften und ihre Forderungen hungern die deutsche Wirtschaft aus.

Nur, oh Wunder: Die grossen deutschen Unternehmen verdienen mehr Geld als Kühe kacken können, die reichen Anteilsinhaber schwimmen in Dividenden und werden reicher und reicher.... Aber bleibt der Zug stehen, ist derjenige Schuld, der 2.300 Euro im Monat brutto bekommt für einen miesen Job.

Lasst uns die Zugführer versklaven, sie schlafen in ihren Lokomitiven und essen das, was die Fahrgäste in der ersten Klasse wegwerfen. Dann geht es uns gut, die Züge sind wieder pünktlich, die Welt ist gerettet. Und dasselbe machen wir mit Piloten, Busfahrern, Bäckereifachverkäuferinnen und dem Heizungsmonteur... Ohne die steht Deutschland still und das kann niemand wollen.

Meine Meinung ist nun ausreichend dargestellt.
 
Weil es der grösste Arbeitgeber ist vielleicht. Wenn die IG Metall streikt, dann streiken die auch bei den Grosskonzernen und nicht bei Schrauben Müller aus Remscheid.

Jo, trotzdem verhandelt die IGM, um bei dem Beispiel zu bleiben, mit einem Arbeitgeberverband. Was übrigens kein Alleinstellungsmerkmal der IGM ist.

Wenn die Mitglied bei der GDL ist, bekommt sie doch auch die Tariferhöhung. Ist sie aber nicht. Warum sollte die GDL für Nichtmitglieder streiken?

Ich zweifle gerade dran, dass Dir gerade die Strukturen klar sind.
Die GDL verhandeln die Tarifverträge für die Lokführer, die EVG die Tarifverträge für die übrige Belegschaft.
Damit kann die Kantinenfrau in welcher Gewerkschaft auch immer sein.

Es ist schon komisch. Streiken Zugführer oder Piloten, dann ist das ganz böse, weil ja der arme Kunde Leidtragender ist. Streiken aber die Frauen im Einzelhandel, dann findet das überall Unterstützung.

Die Frau im Einzelhandel streikt auch für die Kantinenfrau, wie der Stahlkocher für den Kaufmann streikt, und irgendwo auch ein Monteur für den IT Supporter streikt.
Oder sagen wir es allgemein: Es ist üblich, dass an strategisch wichtigen Stellen gestreikt wird, um das Gehaltsniveau für die Gesamtheit der (gewerkschaftlich organisierten) Mitarbeiter unabhängig von der Position in der Firma zu steigern.
Nennt sich Solidarität.
Was machen Piloten und Lokführer?
Sie streiken nur zur Sicherung der eigenen Pfründe, ohne Rücksicht auf die Gemeinschaft der Angestellten.
Nennt sich glaub ich Egoismus.

Und was passiert denn mit der Belegschaft, wenn die Lokführer streiken?
Die Zugbegleiter sind genauso aufgeschmissen wie die Kunden. Wenn der Lokführer streikt, haben sie nix davon, außer dass sie irgendwo stranden.
Zugbegleiter und Servicepersonal auf den Bahnhöfen müssen sich mit unzufriedenen Kunden rumschlagen, werden teilweise angepöbelt, obwohl sie weder was für den Streik können, noch davon profitieren.
Die Disponenten dürfe bei jeder Steikan/abkündigung Überstunden schieben, ohne was von dem Streik zu haben.

Nebenbei war ich am Sonntag in Berlin zu den Feierlichkeiten zum 9. November.
Hätte da die GDL gestreikt, wie angekündigt war, dann hätte es mehr als nur böses Blut gegeben.
Ein Streik für das Wochenende anzukündigen, war pure Provokation.

Oder auch das Hickhack die Tage davor:
Donnerstag wurde vor Gericht verhandelt, ein Vergleich wurde abgelehnt.
Freitag wurde vor Gericht verhandelt, ein Vergleich wieder angestrebt, aber nein, Streik aufhöre3n geht nicht.
Dann kommt Weselsky zur Tür raus, und sagt, dass der Streik vorzeitig beendet wird.

Dieses Verhalten ist reine Schikane des Kunden und der anderen Angestellten, mehr nicht.

Nächster Unterschied:
Ich kenn keine Gewerkschaft, die so früh das komplette Land bestreikt. Da gibt es Schwerpunktstreiks, teilweise auf Tarifbezirke begrenzt.
Die GDL haut ganz groß auf die Kacke.
Man könnte den Fernverkehr von Dienstag morgen bis Donnerstag Nacht bestreiken, wo überwiegend Geschäftskunden unterwegs sind, aber nein, man nimmt die Wochenenden mit Ferienbeginn/Ende in neun Bundesländern oder so.
Man könnte auch die S-Bahn in Berlin bestreiken, da hat der Pendler noch Chancen auszuweichen, habe ich dieses Jahr auch durch, nicht schön, geht aber. Aber nein, die S-Bahn plus Regionalbahnen, so dass Pendler nichtmal in die Stadt kamen.

Die Verhältnismäßigkeit ist zwar gerichtlich festgestellt, aber die Art und Weise, was da passiert, die stimmt einfach nicht.

Aber jetzt zu fordern, Arbeitnehmern die Rechte einzuschränken, damit Arbeitgeber Geld sparen und Kunden nicht betroffen sind, ist so falsch, falscher geht es nicht.

Es geht nicht ums Geld sparen, da das Angebot der DB AG recht gut ist.

Tarifverträge gelten eigentlich nur Gewerkschaftsmitglieder. Wenn Arbeitgeber das wollten, könnten sie heute schon verlangen, dass Mitglieder sich outen und nur Mitglieder die Vorzüge aus dem Tarifvertrag bekommen. Das wollen die ARBEITGEBER aber nicht. Das jetzt als Nachteil für Gewerkschaftsmitglieder zu deuten...

Zur Zeit ist dem so, bzw. so lange, wie für eine Beschäftigungsgruppe der selbe Tarifvertrag gilt.
Was die GDL will, würde im Endeffekt wie folgt aussehen:
Tarifvertrag für Gewerkschaft A mit 14,50 €/h
Tarifvertrag für Gewerkschaft B mit 14 €/h

Als Arbeitgeber würde ich den Vertrag für Gewerkschaft B als Standard setzen.
Will jemand mehr, muss er nachweisen, dass er Mitglied in Gewerkschaft A ist.
Nicht organisierte Mitarbeiter und Mitglieder von Gewerkschaft B brauchen sich nicht outen.

Wer ist jetzt der Gelackmeierte?
 
Ich zweifle gerade dran, dass Dir gerade die Strukturen klar sind.
Die GDL verhandeln die Tarifverträge für die Lokführer, die EVG die Tarifverträge für die übrige Belegschaft.
ich möchte das nicht alles widerlegen müssen, aber dieser Punkt ist einfach falsch. Die GdL DURFTE bisher nur für die Lokführer verhandeln. Jetzt gilt diese Regelung nicht mehr und sie MÖCHTE ja gerade für alle verhandeln. Der Arbeitgeber möchte das aber nicht.

Als kleine Lektüre, vielleicht wird dann einiges klarer: https://www.nachdenkseiten.de/?p=23772 (die URL der Seite ist übrigens wörtlich zu nehmen)
 
ich möchte das nicht alles widerlegen müssen, aber dieser Punkt ist einfach falsch. Die GdL DURFTE bisher nur für die Lokführer verhandeln. Jetzt gilt diese Regelung nicht mehr und sie MÖCHTE ja gerade für alle verhandeln. Der Arbeitgeber möchte das aber nicht.

Nicht ganz.
Die GDL hat bis dato die Verträge für die Lokführer ausgehandelt, unabhängig davon, ob die EVG oder GDL Mitglied waren.
Die EVG ist dahingehend damit einverstanden, da die Mehrheit der Lokführer bei der GDL organisiert ist.

Jetzt will die GDL für das fahrende Personal verhandeln, nicht für die Serviceleute, nicht für die Kantinenfrauen.

Als kleine Lektüre, vielleicht wird dann einiges klarer: https://www.nachdenkseiten.de/?p=23772 (die URL der Seite ist übrigens wörtlich zu nehmen)

Ich zitiere mal:
"Doch dieser Grundlagentarifvertrag ist im Juni dieses Jahres ausgelaufen und die GDL beansprucht nun das Recht, für das gesamte Fahrpersonal Tarifverträge auszuhandeln. Zum Fahrpersonal gehören neben den Lokführern auch Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten, Rangierführer und Ausbilder. Die GDL streikt also auch, um eben keine Rosinenpickerei für eine „Funktionselite“ zu betreiben, sondern um möglichst vielen Mitarbeitern Vorteile durch die Schlagkraft der Lokführer zu veschaffen."

Nix von wegen alle Mitglieder.
Die GDL hat außerhalb der Lokführer kaum Akzeptanz in der Belegschaft, eben weil ihr Verhalten durch die anderen ausgebadet werden muss.

Zum Rest habe ich schon dort https://www.klamm.de/forum/7339827-post35.html Stellung genommen.
 
Ja, warum machst Du dann zuerst diese Aussage als Beweis dafür, dass die GdL ja nur Pfründe für eine kleine Gruppe sichern will, wenn das doch gar nicht mehr aktuell ist?
Die GDL verhandeln die Tarifverträge für die Lokführer, die EVG die Tarifverträge für die übrige Belegschaft.
Eine Forderung der GdL (ja wirklich), die die Bahn ja nun jetzt endlich erfüllt, ist, dass man zu dritt (Bahn, GdL, EVG) verhandelt... bisher wollte das die Bahn nicht!
 
Ja, warum machst Du dann zuerst diese Aussage als Beweis dafür, dass die GdL ja nur Pfründe für eine kleine Gruppe sichern will, wenn das doch gar nicht mehr aktuell ist?

Die Bahn hat irgendwas um 300.000 Angestellte, die GDL hat irgendwas um die 30.000 Mitglieder.

Und ja, irgendwas um die 10% nenne ich eine kleine Gruppe.
 
Die GdL vertritt die Mehrheit des Personals im Zugverkehr, die EVG hat die Mehrheit im Netzbertrieb, Bahnhöfen und Werkstätten. Warum sollte die EVG also als Minderheitsgewerkschaft in dem Bereich für die Mehrheit verhandeln dürfen?

Aber jetzt stehen wir wieder ganz am Anfang. Und meine Meinung ist immer noch oft genug und ausreichend hier zu lesen, die Argumente drehen sich im Kreis.
 
Die GdL vertritt die Mehrheit des Personals im Zugverkehr, die EVG hat die Mehrheit im Netzbertrieb, Bahnhöfen und Werkstätten. Warum sollte die EVG also als Minderheitsgewerkschaft in dem Bereich für die Mehrheit verhandeln dürfen?

Je nachdem wo man die Grenze willkürlich zieht, kommt man zu ganz verschiedenen Mehrheiten.
Geht man nach dem gesamten fahrenden Volk, wird die GDL allein wegen der zahlenmäßuigen Mehrheit der Lokführer gewinnen.

Unterteilt man nach Berufsgruppen, sieht es wieder anders aus.

Wo zieht man die Grenze.
Beide Ansätze sind aus meiner Sicht gleichermaßen zulässig.
 
GDL-Chef: Streik ist "zulässig, rechtmäßig und verhältnismäßig"

Folgende News wurde am 04.05.2015 um 20:49:27 Uhr veröffentlicht:
GDL-Chef: Streik ist "zulässig, rechtmäßig und verhältnismäßig"
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Berlin (dts) - Der Bundesvorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat den erneuten Streik bei der Deutschen Bahn verteidigt: "Was die GDL tut, ist zulässig, rechtmäßig und bisher verhältnismäßig", sagte Weselsky im ZDF-Wirtschafts- und Verbrauchermagazin "Wiso"."Die Bahn AG bringt immer wieder die alte Vorbedingung, Tarifverträge nur mit uns abzuschließen, wenn sie inhaltsgleich mit einer anderen Gewerkschaft sind. Das ist ein Widerspruch in sich, das kann niemand schlichten, denn an dieser Stelle ist die Rechtslage eindeutig". Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Lokomotivführer wirft der Bahn vor, dass sie keine Abschlüsse erzielen und nur das "rettende Ufer Tarifeinheitsgesetz" erreichen wolle. So betonte Weselsky im ZDF: "Wir sagen nicht generell keine Schlichtung, sondern wir sagen: Wir lassen nicht über Grundrechte schlichten, die im Grundgesetz verankert sind." Dass sich die GDL mit der EVG im Vorfeld einigt, lehnt Weselsky entschieden ab: "Das wäre für die Arbeitgeber schlicht und ergreifend eine traumhafte Vorstellung, wenn sie erstmal zuschauen könnten, wie zwei Gewerkschaften ihre Forderungen übereinander bringen, abgleichen und dann die Hälfte der Forderungen schon vom Tisch sind."
 
Bahn-Streik: "Bild" bemängelt die Unfähigkeit der GDL zum "digitalen Wandel"

Folgende News wurde am 06.05.2015 um 19:17:00 Uhr veröffentlicht:
Bahn-Streik: "Bild" bemängelt die Unfähigkeit der GDL zum "digitalen Wandel"
Shortnews

Wie das Boulevard-Blatt "Bild" heute schreibt, sei der Arbeitsmarkt schon seit Längerem im Umbruch, dies sei "keine Utopie mehr" heißt es da. Vieles verändere sich durch die Digitalisierung der Gesellschaft und das schneller als gedacht.

So prognostiziert man dort: "Selbstfahrende Züge werden kommen und lange Streiks werden dafür sorgen, dass die Gesellschaft eine derartige Entwicklung begrüßen wird." Weiter heißt es: "Traditionelle Branchen werden automatisiert und Arbeitsplätze werden massiv wegbrechen."


Laut dem Artikel hat "Forrester", ein amerikanisches Marktforschungsunternehmen, prognostiziert, dass bis 2020 eine Million Arbeiter in den USA ihren Job verlieren werden - allein aufgrund von Automatisierungsprozessen.
 
Auch Züge, die automatisch fahren, brauchen Spezialisten in der Überwachung und Steuerung. Und auch die können dann in Zukunft streiken und alles lahmlegen. Automatisch fahren bedeutet nicht völlige Autarkie von Menschen. Im Gegenteil, es konzentriert sich dann auf immer weniger Personen.

So, wie heute schon ein paar Fluglotsen den gesamten Flugverkehr lahmlegen können, können dann ein paar Informatiker den ganzen Bahnverkehr lahmlegen.
 
Ganz klares Jein.

Sowohl in den Zügen als auch in den Stellwerken gehen die Aufgaben immer mehr weg vom aktiven "Steuern" hin zu überwachenden Tätigkeiten.
Eingegriffen wird nur bei Unregelmäßigkeiten.

Im Gegensatz zu den Lotsen, die ja aktiv mit den Piloten kommunizieren müssen, was bei der Bahn schon zwischen Strecke und Zug geregelt wird, ohne humanoide Interaktion.

gruss kelle!
 
Sowohl in den Zügen als auch in den Stellwerken gehen die Aufgaben immer mehr weg vom aktiven "Steuern" hin zu überwachenden Tätigkeiten.
Eingegriffen wird nur bei Unregelmäßigkeiten.
Und wenn die "Überwacher" streiken? Fahren die Züge dann trotzdem autonom weiter ohne Überwachung? Ich glaube nicht. Technisch würde das gehen, die Verantwortung wird niemand tragen wollen.
 
Und wenn die "Überwacher" streiken? Fahren die Züge dann trotzdem autonom weiter ohne Überwachung?

Da müsste man schon sehr genau schauen, wie was geregelt ist.
Wo der Name Nürnberg fiel, da sind die Zugabstände so kurz, dass das technische System die Sicherheitsüberwachung mit macht, sprich bleibt der erste Zug wegen eines Defektes stehen, werden automatisch die folgenden gestoppt.
Der "Überwacher" muss dann den Schlamassel auflösen.

Ob/wie man da einen Betrieb ohne Überwachung realisiert bekommt, da müsste man schon die Zulassung kennen.