Wobei das Wort "Schuld" hier natürlich sehr hart klingt. Du kannst ja nicht sagen, dass jetzt die Gesellschaft vollständig für einen Amoklauf verantwortlich ist, der durch einen offensichtlich psychisch gestörten Menschen durchgeführt wurde.

Man kann ja auch bei psychischen Störungen nicht von Schuld in irgendeinem Sinne sprechen. Aber es verdankt sich der gesellschaftlichen Verhältnisse, dass eine psychische Störung solche Auswirkungen haben kann.
 
Ich verstehe es nicht, beide Aussagen passen doch zueinander.

Die Eltern sagen: Er IST nicht in Behandlung!
Der Arzt sagt: Er war in Behandlung!

Kann doch beides richtig sein, Zeitform beachten.

Marty
 
[N] Ermittlungsverfahren gegen Vater des Amokläufers eingeleitet

Folgende News wurde am 16.03.2009 um 15:45:37 Uhr veröffentlicht:
Ermittlungsverfahren gegen Vater des Amokläufers eingeleitet
DPA-News

Winnenden (dpa) - Nach dem Amoklauf von Winnenden ist gegen den Vater des 17-jährigen Täters ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet worden. Dies teilte eine Polizeisprecherin in Waiblingen auf Anfrage der dpa mit. Der Vater hatte 4600 Schuss Munition zu Hause gelagert und die großkalibrige Tatwaffe vorschriftswidrig im Schlafzimmer aufbewahrt - und nicht im Tresor wie seine anderen 14 Waffen.
 
[N] Polizei bestätigt Ermittlungsverfahren gegen Vater von Amokläufer

Folgende News wurde am 16.03.2009 um 16:07:38 Uhr veröffentlicht:
Polizei bestätigt Ermittlungsverfahren gegen Vater von Amokläufer
DPA-News

Stuttgart (dts) - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart will gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung einleiten. Das bestätigte soeben ein Polizeisprecher in Waiblingen. Demnach wird dem Vater geworfen, dass er eine ungesicherte Waffe in seinem Schlafzimmer aufbewahrte, obwohl sein Sohn offenbar psychisch krank war. Auch soll er seinem Sohn bereits im Alter von zehn Jahren das Schießen beigebracht haben, was ebenfalls ein Verstoß gegen das Waffenschutzgesetz ist. Der 17-Jährige hatte am Mittwoch in der Umgebung von Stuttgart 16 Menschen getötet und anschließend sich selbst. Unter den Opfern waren Schüler, Lehrer und Passanten. Weshalb er die Tat verübte ist derzeit noch unklar.
 
[N] Amokläufer machte Angaben über psychische Störung bei Musterung

Folgende News wurde am 16.03.2009 um 16:57:28 Uhr veröffentlicht:
Amokläufer machte Angaben über psychische Störung bei Musterung
DPA-News

Waiblingen (dts) - Der Amokläufer von Winnenden hat offenbar bei seiner Musterung im Dezember letzten Jahres Angaben über seine psychische Störung gemacht. Demnach habe er im letzten Jahr unter Depressionen gelitten. Als behandelnden Arzt gab er im "Musterungsvorbereitungsbogen" einen Arzt des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg an. Die Polizei und Staatsanwaltschaft haben "konkrete Anhaltspunkte", dass die Eltern Kenntnis von den gesundheitlichen Problemen ihres Sohnes hatten, so ein Sprecher. Auf diesen Umstand begründe sich der konkrete Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung gegen den Vater des Amokläufers. Bereits zuvor hatte ein Polizeisprecher bestätigt, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren gegen den Vater eingeleitet hatte.
 
Ich finde echt das der Vater einfach fahrlässig gehandelt hat, denn wer lässt schon Munition usw. offen stehen und hat Waffen nicht abgeschlossen? Ist doch klar das so etwas dann gerne genutzt wird. Ich meine, er brauchte es ja.

Wie es wohl der Mutter geht. Ich denke das ist für sie ein grosser Schock. Wer rechnet schon damit? Ich denke einfach auch das sie zwar vll. wusste wie es psychisch ungefähr ihn geht aber ansonsten hat doch keiner mit so was gerechnet.

nter Berücksichtigung das natürlich der Vater ach einiges durchmachen muss, denn er hat ja einen Sohn verloren und das ist ja auch Teilweise seine Pseudoschuld.
 
Zuletzt bearbeitet:
Folgende News wurde am 16.03.2009 um 16:57:28 Uhr veröffentlicht:
Amokläufer machte Angaben über psychische Störung bei Musterung
DPA-News

Naja wenn man nicht zur Bundeswehr will und sich eh grad wegen Depressionen in Behandlung befindet, warum soll man das dann auch bei der Musterung verschweigen? :roll:
Und dass es "konkrete Anhaltspunkte" gibt dass die Eltern von den Depressionen wissen (da sie vl ja auch ihr Kind zur Behandlung zum Arzt mit dem Auto hinfahren) ist ja auch nicht grad ne tolle Erkenntnis oder?
 
Wie es wohl der Mutter geht. Ich denke das ist für sie ein grosser Schock. Wer rechnet schon damit? Ich denke einfach auch das sie zwar vll. wusste wie es psychisch ungefähr ihn geht aber ansonsten hat doch keiner mit so was gerechnet.
Ich glaube kaum, dass es den Vater, "nur" weil er fahrlässig gehandelt hat (was ich damit nicht entschuldigen will), nicht auch trifft, dass sein eigener Sohn tot ist und für den Tod von 15 weiteren Menschen verantwortlich ist. Dass auch er seinen Teil dazu beigetragen hat (wie sicherlich auch die Mutter, wenn auch nicht auf juristisch verfolgbarer Ebene), macht die Sache emotional bestimmt nicht leichter für ihn.

Ich weiß, dass das in ähnlicher Form schon in diesem Thread vorkam, aber dennoch: Ein solcher Amoklauf ist eine schreckliche Sache, aber die moralische Entrüstung in der Öffentlichkeit darüber ist mir doch zu viel. 16 Leben sind verfrüht beendet worden, auf jeden Fall traurig, aber darum wird jetzt ein Aufstand gemacht wie sonst um kaum etwas. Es passieren so viele andere schreckliche Dinge auf der Welt, auch in Deutschland - Kinder werden vernachlässigt, Kinder werden missbraucht, Menschen werden vergewaltigt, landen auf der Straße. Wen kümmert's? Die Öffentlichkeit selten.
Aber hier sehen wir, wie die Eltern und nicht zuletzt die Gesellschaft versagt haben und wer soll's ausbaden? Genau, die Politiker. Dass die's nicht können, ist klar, weil sie nicht die Ursache darstellen. Aber dann hat man ja wieder was zu schimpfen. Erbärmlich.
(Und ja, auch ich gehöre zur Gesellschaft, ich klammere mich da nicht aus.)
 
Natürlich ist es traurig aber trauriger für mich ist die Umweltkatastrophe, die zur Zeit wieder mal auf den Weltmeeren zu finden ist. Tausende von Tieren sind qualvoll verendet, weil wieder die Menschen so dämlich waren und Tonnen von Öl ins Meer gekippt haben. Mich kotzt es an das nichts anderes mehr in den Medien kommt (im übertragenden Sinne). Es gibt genug schreckliches auf der Welt, was nicht in den Medien erscheint. So langsam sollte wieder alles abgeflacht werden. Es ist geschehen und wir wissen das so langsam alle.
 
Ein solcher Amoklauf ist eine schreckliche Sache, aber die moralische Entrüstung in der Öffentlichkeit darüber ist mir doch zu viel. 16 Leben sind verfrüht beendet worden, auf jeden Fall traurig, aber darum wird jetzt ein Aufstand gemacht wie sonst um kaum etwas. Es passieren so viele andere schreckliche Dinge auf der Welt, auch in Deutschland - Kinder werden vernachlässigt, Kinder werden missbraucht, Menschen werden vergewaltigt, landen auf der Straße. Wen kümmert's? Die Öffentlichkeit selten.
Ist doch klar, so ein Amoklauf ist sehr medienwirksam, darsu lässt sich gut politisches Kapital schlagen. Die anderen von Dir angesprochen Dinge sind dazu weniger geeignet.
 
Naja, ich glaube aber nicht unbedingt, dass die Medien so etwas "gerne" berichten. Ich finde es etwas schlimmer, wie die Presse manchmal arbeitet bzw. schnelle Information, aber teils falsche Information (Vermutungen usw.)
Sollte Richtigkeit nicht vor Schnelligkeit gehen?

Das die Politiker nun nach einer "Lösung" suchen, obwohl es da keine gibt...hmpf
Dann sind eben sogenannte Killerspiele dran schuld, Gesellschaft...etc. kennen wir ja aus Erfurt...
Aber das die Pol. davon keine Ahnung haben, da sie eben nicht damit aufgewachsen sind, das ist etwas worüber ich mich aufrege.
Vielleicht fragen sie ja noch den Herrn Pfeiffer.

Für mich hat der Täter die Schuld und der Vater (fahrlässig gehandelt) und nicht die Gesellschaft oder wer anders.
 
Killerspiele sind einfach nicht Schuld. Ich kenne genug Leute die diese spielen und sonst ein ganz normales Leben führen. Ich denke er hatte wenig Selbstwert und Mindertwertigkeitskomplexe.
 
Killerspiele sind einfach nicht Schuld. Ich kenne genug Leute die diese spielen und sonst ein ganz normales Leben führen. Ich denke er hatte wenig Selbstwert und Mindertwertigkeitskomplexe.

Die Alleinschuld gibt ihnen sowieso sicher niemand. Das wäre einfach nur unlogisch, wenn jemand behaupten würde, "Killerspiele sind Schuld an Amokläufen".

Die Diskussion dreht sich viel mehr darum, ob das Spielen solcher Spiele einen Amoklauf begünstigt/fördert/dazu anregt. Hier ist die Sicht sicherlich nicht so klar...

Ich bin der Meinung: Das Verbot von Killerspielen bringt wenig. Menschen, die zu einem Amoklauf fähig sind, sind soweit gestört, dass sie auch von anderen Dingen/Medien angeregt werden. Höchstwahrscheinlich gehört eine Vielzahl von Faktoren dazu, einen Amoklauf auszulösen. Bei diesem Jungen gab es einfach zuviele solcher "Vergünstigungen": Schützenverein, PC-Spieler, gestörte Psyche etc.
Dies kann aber doch nicht dazu führen, Millionen von Menschen solche Spiele zu verbieten, weil es bei einer äußerst geringen Zahl zu so etwas führt.

Zusammenfassend also: Killer-Spieler können Amoklauf unter Umständen begünstigen -> ja! Verbot solcher Spiele macht Sinn -> nein!
 
Naja, ich glaube aber nicht unbedingt, dass die Medien so etwas "gerne" berichten..
Doch, tun sie, (in gleichem Maße wie die örtlichen Bestattungsunternehmer ingsgeheim nicht allzutraurig sein werden) denn schließlich sind Medien nichts anderes als gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen, und solche Vorfälle bringen Quoten und damit (Werbe-)Einnahmen.
 
Ich weiss das es für die Eltern und allgemen für alle die betroffen sind und auch sich betroffen fühlen eine schwere Zeit ist und das es eine traurige Angelegenheit ist aber muss daraus ein solches Medienspektakel von über ne Woche sein?
 
@ukem
wie gesagt, so vorstellen kann ich es mir nicht, aber von deinem Standpunkt aus gesehen, dürften die ja dann total abgebrüht sein.

Medienspektakel würde ich das nicht nennen, eher Information bzw. Information im Überfluss.