Bei nem Hartz IV Regelsatz von 390 € wird ne Miete von 210 € warm mehr als eng.

Abgesehen davon scheints Du lang nicht mehr arbeitslos gewesen zu sein.
Auch bei ALG I gilt: Machst Du nicht das,was das Amt sagt, dann wird die Kohle gekürzt.

gruss kelle!
 
Ich war vor nicht allzu langer Zeit mal ganze drei Wochen arbeitslos und wurde zu nix gedrängelt, könnte aber gut daran liegen das ich den nächsten Job sicher hatte.

Aber wollen die mehr als ne Zusage a la schreib mal 10 Bewerbungen im nächsten Monat? Kann ich mir bei denen nicht so vorstellen...

Wenn man alleine wohnt helfen einem 600 Euro natürlich nicht, das stimmt.
 
Bei nem Hartz IV Regelsatz von 390 € wird ne Miete von 210 € warm mehr als eng.

Die ~390 Euronen laufen unter "Leistungen zum Lebensunterhalt" oder so ähnlich, Miete u. Nebenkosten unter "Kosten der Unterkunft". Letztere werden aus (mindestens) einem anderen Topf bezahlt und müssen gesondert beantragt werden. Die Richtwerte sind ortsabhängig, wenn die Hütte teurer ist fehlt die Differenz beim Lebensunterhalt. Abhängig von Mietvertrag und Heizung (zB Zentralheizung? Fernwärme? Öfen (Kohle? Öl? Evtl eigener Öltank?) etc.) kann außerdem auch die Beschaffung von Brennstoff übernommen werden (macht Antrag Nr 3...)
 
Die ~390 Euronen laufen unter "Leistungen zum Lebensunterhalt" oder so ähnlich, Miete u. Nebenkosten unter "Kosten der Unterkunft". Letztere werden aus (mindestens) einem anderen Topf bezahlt und müssen gesondert beantragt werden. [...]
Das stimmt. Wenn das ALG 1 nicht zum Leben reicht, muss/kann man zusätzliche Leistungen beantragen, bis das Lebensminimum erreicht ist. Bedeutet aber im Umkehrschluss nix anderes, als dass man aus der Arbeit direkt auf einen Satz zurück fällt, der dem Hartz IV-Satz entspricht. Und der reicht ja wirklich nur zum Überleben.

Ich hab mal kurz gerechnet.
8,50 € die Stunde macht im Monat bei Lohnsteuerklasse 1 runde 1000 €.
ALG I wären dann 600 - 650 €, Rente mittelfristig 500 - 550 €.

Also mit Arbeitslosengeld und/oder Rente braucht man beim Mindestlohn nunmal gar nicht argumentieren.
Genau. Gerade für diese Leute wäre eine Mindestrente überlebenswichtig. Zwar können die auch im Alter zu ihrer Rente noch Leistungen beantragen, bis das Lebensminimum erreicht ist. Aber abgesehen von der Demütigung, ein Leben lang gearbeitet zu haben und dann trotzdem noch um Geld betteln zu müssen, ist ein Satz um Hartz IV wohl kaum ausreichend, um im Alter davon alles bezahlen zu können.

Da muss man zu Ärzten, die man mit der Taxe anfahren muss, wenn man sich kein Auto leisten kann, nicht mehr so gut zu Fuß ist und die Kinder/Freunde nicht ganztags Zeit haben. Medikamentenzuzahlungen, wenn man nicht schwer chronisch krank ist und keine Befreiung hat (wozu sich die Gesetzeslage aber auch schneller ändert als das Wetter). Hilfen für den Haushalt, wenn man nicht gerade eine Pflegestufe hat (und die zu bekommen ist fast schwerer, als den Heiligen Gral zu finden). Und so weiter und so fort.

Ich will zwar nicht sagen, dass ich Angst vor dem Alter habe, aber freudig blicke ich der Zeit nicht entgegen...
 
Da kommt auch immer darauf an, man kann soviel bekommen aber darauf verlassen kann man sich nicht.
Ein Mindestlohn sollte kommen und 8,50 € ist nun auch nicht die Welt aber auf jedenfall ein Anfang um die Aufstockung mit ALG2 entgegenzuwirken. Was man aber auch nicht vergessen sollte von der Politik so eingeführt wurden ist.

Die Aufstockung kannst du damit nicht verhindern. Mindestlohn ist doch nur eine Farce. Wenn die Leistung des Landes nicht erhöht wird, wird auch nicht der Wohlstand des Landes erhöht und somit der Bevölkerung erhöht.

Der Mindestlohn wird doch maximal folgende Effekte haben.

Möglichkeit 1: Der Mindestlohn greift so gut wie gar nicht, weil die meisten Menschen schon mehr verdienen. Das Thema wäre es also kaum Wert, dass man sich damit beschäftigt.

Möglichkeit 2: Der Mindestlohn greift. Dies würde bedeuten, dass die Gastronomie, der Friseur, und etliche andere Dinge teurer werden. Resultat ist entweder, dass es weniger genutzt wird oder aber die Inflation verstärkt wird. Alle im Verhältnis mehr verdienen ohne real wirklich mehr zu haben. Durch die Steuerprogression würden wahrscheinlich sogar alle weniger haben. Naja Hartz IV muss dann mehr werden und die Leute mit Mindestlohn sind dann wieder beim Aufstocken.

Naja mehr fällt mir gerade nicht ein, wie er wirken kann. Aber den Output nur durch die Erhöhung von Gehältern zu steuern ist nur sehr geringfügig möglich. Bessere Bildung, Größere Erfolge in der Forschung, Ressourcenschonendere Produktion, etc. mehrt den Wohlstand aller und nicht das rum Gespiele mit Geld. Ich kann auch jedem eine Million schenken. Reich ist dadurch noch niemand. Denn wenn jeder Millionär ist, dann ist die auch nichts mehr Wert...
 
[...] Möglichkeit 2: Der Mindestlohn greift. Dies würde bedeuten, dass die Gastronomie, der Friseur, und etliche andere Dinge teurer werden. Resultat ist entweder, dass es weniger genutzt wird oder aber die Inflation verstärkt wird.
...oder aber die Trinkgelder sinken, was dann auch dem Arbeitnehmer zugute käme.

Klassischerweise verdienen ja gerade die Leute im Dienstleistungsgewerbe und in der Gastronomie wenig. Meist mit der Begründung, dass ja noch Trinkgeld am Tag anfällt. Je nach Laden und Lage auch sogar gar nicht wenig. Stiegen die Löhne und sinkten dafür die Trinkgelder, hätte der Arbeitnehmer noch genauso viel wie vorher - würde aber ein klein wenig mehr für die Rente tun, im Falle der Arbeitslosigkeit würde die Unterstützung auch etwas höher ausfallen, die Beiträge zur Sozialversicherung würden etwas mehr sein und letztlich nähme auch der Staat ein klein wenig mehr an Lohnsteuer ein. Eigentlich wäre allen damit geholfen.

Mindestlohn ist schon wichtig. Ob nun 8,50 Euro der große Wurf sind, kann man ja sehen wie man will. Aber es arbeiten eben nicht unerheblich viele Leute noch immer für 3 oder 4 Euro die Stunde, sogar welche aus meinem Bekanntenkreis...
 
...oder aber die Trinkgelder sinken, was dann auch dem Arbeitnehmer zugute käme.

Ist das so?

Klassischerweise verdienen ja gerade die Leute im Dienstleistungsgewerbe und in der Gastronomie wenig. Meist mit der Begründung, dass ja noch Trinkgeld am Tag anfällt. Je nach Laden und Lage auch sogar gar nicht wenig. Stiegen die Löhne und sinkten dafür die Trinkgelder, hätte der Arbeitnehmer noch genauso viel wie vorher - würde aber ein klein wenig mehr für die Rente tun, im Falle der Arbeitslosigkeit würde die Unterstützung auch etwas höher ausfallen, die Beiträge zur Sozialversicherung würden etwas mehr sein und letztlich nähme auch der Staat ein klein wenig mehr an Lohnsteuer ein. Eigentlich wäre allen damit geholfen.

Kelle hat dir oben das Gegenteil ausgerechnet. Die Rente müsste immer noch aufgestockt werden. Es wäre nur weniger Geld dafür da sich privat abzusichern. Mehr Lohnsteuer dafür weniger Mehrwertsteuer. Denke die Geringverdiener geben den Großteil ihres Geldes innerhalb Deutschlands aus.

Mindestlohn ist schon wichtig. Ob nun 8,50 Euro der große Wurf sind, kann man ja sehen wie man will. Aber es arbeiten eben nicht unerheblich viele Leute noch immer für 3 oder 4 Euro die Stunde, sogar welche aus meinem Bekanntenkreis...

Das Problem sind Sanktionen des Arbeitsamtes und fehlende Bildung. Bei 3 - 4 Euro kann man sogar Arbeit ablehnen ohne Sanktionen. Dein Mindestlohn selbst wird niemanden etwas bringen. In Amerika gibt es den Mindestlohn. Dennoch müssen viele 2 - 3 Jobs machen. Hier ist die Quote derer, die das müssen (nicht wollen) erheblich geringer trotz der Tatsache, dass wir keinen haben.
 
Kelle hat dir oben das Gegenteil ausgerechnet. [...] In Amerika gibt es den Mindestlohn. Dennoch müssen viele 2 - 3 Jobs machen.
Ist ja richtig. Aber das ist nicht das Problem des Vorhandenseins eines Mindestlohns, sondern ein Problem dessen Höhe. Deswegen glaube ich selbst auch nicht, dass 8,50 Euro der große Wurf sind.

Hier ist die Quote derer, die das müssen (nicht wollen) erheblich geringer trotz der Tatsache, dass wir keinen haben.
Das liegt aber insgesamt am sozialen Netz. In den USA bekommt man im ganzen Leben insgesamt 3 Jahre Sozialhilfe (oder hat sich das inzwischen mit Obama geändert?). Dazu gibt es auch dort nicht die Möglichkeit des "Aufstockens". Und letztlich ist es auch wesentlich einfacher, in den USA einen Job zu bekommen (allerdings auch, ihn wieder zu verlieren), als in Deutschland.

Deswegen ist dort auch die Arbeitsmarktkultur eine ganz andere. Jemand mit 3 schlecht bezahlten Jobs ist durchaus nicht exotisch. Hier in Deutschland ist das schon wesentlich schwieriger. Und darüber hinaus hat es ja auch keiner nötig, weil den Rest der Staat drauf packt. Infolgedessen wird sich hier auch nicht viel ändern, ob nun mit oder ohne Mindestlohn.

Kelle hat dir oben das Gegenteil ausgerechnet. Die Rente müsste immer noch aufgestockt werden.
Dass die Rente ungerecht verteilt und nicht selten viel zu niedrig ist, dass stimmt, ist aber auch ein anderes Thema. Mir geht es um die Frage, ob erstmal der Mindestlohn gerecht und wichtig ist.

Wären alle so wie ich, brauchte es keinen Mindestlohn. Denn ich würde nicht für 3 oder 4 Euro die Stunde arbeiten gehen. Nicht, weil ich mir dazu zu fein wäre, sondern weil ich von dem Geld nicht leben könnte. Ich müsste aufstocken gehen. Und wenn ich sowieso zum Amt muss, dann parke ich meinen Arsch lieber gleich ganztags auf der Couch, ziehe mir ein paar schöne Filme rein und lass' den lieben Gott einen guten Mann sein. Keinen Meter würde ich mich bewegen bis ich jemanden fände, der mir ein Gehalt zahlt, von dem ich leben kann und das höher ist als der Wert, den ich als Stütze für das Nichtstun erhalte. Im Umkehrschluss müssten auch die Firmen entweder die Löhne/Gehälter anheben oder ihre Arbeit mit dem bereits vorhandenen Personal stemmen. Da es aber zu viele Leute gibt, die für jedes noch so schlechte Gehalt jeden knechtlichen Job annehmen (warum auch immer), brauchen wir leider einen Mindestlohn. Wie gesagt: Die Höhe dessen ist jedenfalls aus meiner Sicht noch verhandlungswürdig.
 
Tjo, das Thema Mindestlohn. Ein zweischneidiges Schwert. Vom Grundsatzgedanken eine ganz logische und sozial überfällige Geschichte. Wenn ich mir z.B. eine Freundin ansehe die alleinerziehend 45-50 Stunden die Woche für 5,40 die Stunde als ausgelernte Friseurin ergänzend Hartz IV beziehen muss.

Aber wie so ziemlich jedes politische Thema hat alles zwei Seiten. Eine Seite wäre da zunächst eine grundsätzliche weitere Bevormundung. Es ist einfach grundsätzlich bedenklich zwei Parteien zu verbieten eine Leistung für einen bestimmten Betrag zu erbringen mit dem beide einverstanden wären wenn es da nicht ein Gesetz gäbe welches ihnen dies verbietet.

Außerdem gäbe es bei genauerer Betrachtung noch zweckmäßigere Wege wirtschaftlich schwache Arbeitnehmer zu höheren Einkünften zu verhelfen ohne sie und ihre Arbeitgeber zu bevormunden indem man einfach die Abgabenlast verrringert. Das Problem: Da hat der Staat nichts von. Ganz im Gegenteil.
Verringert man die Abgabenlast bei Geringverdienern bleibt am Ende mehr für sie übrig. Erhöht man den Lohn bleibt am Ende auch mehr für sie übrig aber auch mehr für den Staat und der Arbeitgeber hat höhere Kosten was ihn davon abhalten wird mehr Arbeitszeit für Arbeitnehmer stellen zu können.
 
Ist ja richtig. Aber das ist nicht das Problem des Vorhandenseins eines Mindestlohns, sondern ein Problem dessen Höhe. Deswegen glaube ich selbst auch nicht, dass 8,50 Euro der große Wurf sind.

Ich sage nicht, dass der Mindestlohn das Problem ist. Ich denke schon, dass er leichte Nachteile hat, die halten sich aber in Grenzen. Er ist halt nur keine Lösung.

Dass die Rente ungerecht verteilt und nicht selten viel zu niedrig ist, dass stimmt, ist aber auch ein anderes Thema. Mir geht es um die Frage, ob erstmal der Mindestlohn gerecht und wichtig ist.

Und wenn man betrachten möchte, ob er wichtig ist, dann muss man seine Auswirkungen betrachten. Und die sind betrachtet auf die Altersabsicherung gleich Null. Gerecht ist immer eine Frage der Definition. Auf RTL ist doch zur Zeit diese Sendung über Gehälter. Da gab es einen reichen Typen, der eine insolvente Firma aufgekauft hat. Diese Firma schreibt immer noch rote Zahlen. Er entnimmt kein Geld aus der Firma sondern steckt in die Firma Geld hinein. Diese Menschen haben alle unter 8,50 verdient. Denkst du wirklich die fänden es gerecht wegen dem Mindestlohn den Job zu verlieren? Oder müsste man verlangen können, dass der Investor noch mehr Geld aus Privatvermögen in die Firma steckt? Langfristig möchte er bestimmt schwarze Zahlen schreiben und eine gesunde Firma haben. Dann würden sich sicherlich auch die Gehälter anpassen. Aber das sind die Jobs, die erst mal weg fallen und neu entstehen müssen. Firmen die am Rande der Insolvenz stehen und sich aus eigenere Kraft retten möchten.

Im Umkehrschluss müssten auch die Firmen entweder die Löhne/Gehälter anheben oder ihre Arbeit mit dem bereits vorhandenen Personal stemmen. Da es aber zu viele Leute gibt, die für jedes noch so schlechte Gehalt jeden knechtlichen Job annehmen (warum auch immer), brauchen wir leider einen Mindestlohn. Wie gesagt: Die Höhe dessen ist jedenfalls aus meiner Sicht noch verhandlungswürdig.

Löhne/Gehälter anzuheben wird nicht zu mehr Output der Volkswirtschaft führen. Es gibt also nicht mehr Angebot. Die Preise müssen also inflationiert werden um das Angebot der Nachfrage anzupassen. Denn diese muss wieder sinken. Dein Mindestlohn wird verpuffen. Der Schaden ist aber eher geringfügig meines Erachtens nach, daher soll es mir gleich sein. Ich gebe dann halt 1 Euro Trinkgeld beim Friseur statt 3 Euro. Beim Essen gehen 5% statt 10%, usw. Ich bin zum Glück in einer angenehmen Lebenssituation. Aber die Kleinverdiener werden da am meisten drunter leiden. Egal wie gut es gemeint ist.
 
[...] Denkst du wirklich die fänden es gerecht wegen dem Mindestlohn den Job zu verlieren?
Naja, wie gesagt: Ich fände es nicht so schlimm, einen Job für unter 8,50 zu verlieren. Ich hätte ihn aber erst gar nicht angenommen.

[...] Oder müsste man verlangen können, dass der Investor noch mehr Geld aus Privatvermögen in die Firma steckt?
Das ist eine interessante Frage. Ich denke, dass es ihm überlassen sein sollte. Tritt er nur als Investor auf, dann muss er (wie jeder andere Investor bei seiner Investition auch) entscheiden, ob er weiter investieren will, seine Verluste begrenzen oder seine Investition sogar abschreiben kann/muss. So funktioniert es nun mal.

Bei einer Sache bin ich mir allerdings sicher: Kein Investor schmeißt aus sentimentalen Gründen sein Geld in eine Unternehmung. Und schon gar nicht, damit irgendwelche Billiglöhner nicht zum Amt müssen. Wenn eine Firma unrentabel arbeitet, dann muss man die Rentabilität erhöhen oder die Unternehmung beenden. Das Gute daran ist, dass der Mindestlohn alle betrifft. Es kann also niemand sagen, dass er benachteiligt wurde. Und wer es nicht schafft, ein Unternehmen aufzubauen, das anständige Gehälter bezahlen kann und Gewinne erwirtschaftet, der sollte es auch besser sein lassen.

Natürlich arbeiten nicht alle Firmen von Anfang an gleich mit Gewinn. Aber auch da ist es eine Entscheidung des Investors, ob er weiter investieren möchte oder seinen Einsatz abschreibt. Auf alle Fälle denke ich aber nicht, dass er seine Verluste dadurch verringern sollte, indem er Leute für 'nen Appel und'n Ei schuften lässt.

[...] Ich gebe dann halt 1 Euro Trinkgeld beim Friseur statt 3 Euro. Beim Essen gehen 5% statt 10%, usw.
Genauso sehe ich das auch. Damit kostet mich alles gleich viel wie vorher, dafür wird aber etwas mehr versteuert. Als Bonus haben wir aber vielleicht dann wirklich die Situation, dass niemand mehr 40 Stunden pro Woche für 1000 Euro brutto im Monat "anschaffen" gehen muss.
 
Es ist einfach grundsätzlich bedenklich zwei Parteien zu verbieten eine Leistung für einen bestimmten Betrag zu erbringen mit dem beide einverstanden wären wenn es da nicht ein Gesetz gäbe welches ihnen dies verbietet.
Aber nur, wenn beide Seiten gleichberechtigt sind und nicht eine Seite von einer höheren Macht gezwungen wird, jede Stelle anzunehmen.

Außerdem gäbe es bei genauerer Betrachtung noch zweckmäßigere Wege wirtschaftlich schwache Arbeitnehmer zu höheren Einkünften zu verhelfen ohne sie und ihre Arbeitgeber zu bevormunden indem man einfach die Abgabenlast verrringert.
Welche denn? Sozialversicherungsbeiträge? Wer soll die dann zahlen? Steuern wird man in den Einkommensklassen ja vom Lohn kaum zahlen müssen.

Marty
 
Naja, wie gesagt: Ich fände es nicht so schlimm, einen Job für unter 8,50 zu verlieren. Ich hätte ihn aber erst gar nicht angenommen.

Und anderen möchtest du verbieten für sich selbst etwas anderes zu entscheiden? Vielleicht fällt anderen die Decke zu Hause auf den Kopf.

Bei einer Sache bin ich mir allerdings sicher: Kein Investor schmeißt aus sentimentalen Gründen sein Geld in eine Unternehmung.

Langfristig mit Sicherheit nicht. Aber manche sehen sicherlich auch eine Herausforderung darin ein Unternehmen rentabel zu machen. Und das kann Anfangs durchaus Geld kosten

Genauso sehe ich das auch. Damit kostet mich alles gleich viel wie vorher, dafür wird aber etwas mehr versteuert. Als Bonus haben wir aber vielleicht dann wirklich die Situation, dass niemand mehr 40 Stunden pro Woche für 1000 Euro brutto im Monat "anschaffen" gehen muss.

Ich empfinde nun 1000€ Netto nicht grundsätzlich als wenig. Kommt immer auf die Tätigkeit drauf an. Das mehr versteuert wird stimmt ja nur Indirekt. Wie gesagt, Menschen mit niedrigem Einkommen geben ihr Geld meist im Inland aus und somit kommt es auch wieder früher oder später im Staatshaushalt an. Aber es hätte keiner eine größere Rente (dafür reicht kein Mindestlohn), keiner ein auskommendes Arbeitslosengeld, usw. Dafür hätten die ganzen Friseusen, etc. aber weniger Netto in der Tasche unter dem Deckmantel, dass dies gerechter sei :) Naja, wenn du dies dem Niedriglohnsektor antun möchtest, dann sei es halt so ;)

Aber nur, wenn beide Seiten gleichberechtigt sind und nicht eine Seite von einer höheren Macht gezwungen wird, jede Stelle anzunehmen.

Stimmt. Daher Sanktionen abschaffen. Dann wären beide Seiten wieder gleichberechtigt.

Welche denn? Sozialversicherungsbeiträge? Wer soll die dann zahlen? Steuern wird man in den Einkommensklassen ja vom Lohn kaum zahlen müssen.

Marty

Wenn die Sozialversicherungsbeiträge von jedem bezahlt werden müssten, gebe es zumindest hier eine Stellschraube.
 
[...] Dafür hätten die ganzen Friseusen, etc. aber weniger Netto in der Tasche unter dem Deckmantel, dass dies gerechter sei :) Naja, wenn du dies dem Niedriglohnsektor antun möchtest, dann sei es halt so ;)
Ich empfinde es als ungerecht, wenn jemand von einer Arbeit, die er 40 Stunden pro Woche verrichtet, nicht genug Geld einnimmt, um davon leben zu können. Ich finde es traurig, dass sich um diese 400-Euro-Grenze inzwischen ein ganzer Arbeitsmarkt entwickelt hat. Und ich finde es noch viel trauriger, dass es Leute gibt, die scheinbar für jedes Geld ihre wertvolle Arbeitskraft und Lebenszeit verkaufen.

Und dass ausgerechnet Friseusen und etc weniger in der Tasche haben, glaube ich nicht. Deren "Einkommen" variiert ohnehin von Monat zu Monat, weil die so blöd waren, einen Vertrag zu unterschreiben, in dem bereits das eventuell gezahlte Trinkgeld fester Bestandteil des Gehaltes ist.

Alle anderen Niedriglöhner bekommen von mir genau die gleiche Portion "Mitgefühl" und "Verständnis". Jeder sollte in der Lage sein, einen Taschenrechner zu bedienen oder auch die Grundrechenarten auf dem Papier auszuführen. Wenn dem so ist, kann jeder ausrechnen, wieviel Geld er im Monat braucht und kennt somit sein absolutes Minimum. Da aber offensichtlich die meisten dazu nicht in der Lage sind... naja, hatten wir ja :)
 
Welche denn? Sozialversicherungsbeiträge? Wer soll die dann zahlen? Steuern wird man in den Einkommensklassen ja vom Lohn kaum zahlen müssen.

Marty

Du hast jetzt nur den Fokus auf den direkten Abgaben. Aber an den Sozialversicherungsabgaben kann man in der Tat noch einiges an Entlastung schaffen. Wer die dann zahlen soll? Diejenigen die nach Abzug derer etliche (zehn)tausend Euro pro Monat über dem Existensminimum liegen z.b.?
Welches Interesse sollte der reinen Logik nach z.B. ein Geringverdiener haben Rentenversicherungsbeträge zu bezahlen wenn seine Rente beim Eintrittsalter ohnehin die Grundsicherung niemals übersteigen würde die er ja dann ohnehin bekommt? Ob man dem jetzt die Beiträge erlässt, er dafür keine ergänzende Hilfe braucht und später auf die Grundsicherung mehr draufzahlt oder ihn jetzt so "blank" macht, dass er davon nicht leben kann und dafür später weniger Grundsicherung draufzahlen muss ist doch irgendwie rechte Tasche -> linke Tasche. Es sei dann man spekuliert, dass er vor dem Eintrittsalter "ablebt".
Ähnlich ist es bei der Arbeitslosenversicherung. Welchen faktischen Sinn macht es einen Geringverdiener diese zahlen zu lassen wenn er dafür ein Jahr lang 70 % (? - korigiert mich wenns mehr oder weniger ist) vom Nettolohn bei eintretender Arbeitslosigkeit bekommt und diese 70% ebenso unter dem Existenzminimum liegen, welches er dann ja ohnehin kriegt? rechte Tasche -> linke Tasche.
Es gibt aber auch jede Menge andere Faktoren die einkommensschwache Personen stark belasten. hohe Mieten, steigende Energiekosten, Mehrwerststeuer, Rundfunksteuer, Mobilitätskosten etc.
 
Zuletzt bearbeitet:
Abgaben. Aber an den Sozialversicherungsabgaben kann man in der Tat noch einiges an Entlastung schaffen. Wer die dann zahlen soll? Diejenigen die nach Abzug derer etliche (zehn)tausend Euro pro Monat über dem Existensminimum liegen z.b.?
 
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Welches Interesse sollte der reinen Logik nach z.B. ein Geringverdiener haben Rentenversicherungsbeträge zu bezahlen wenn seine Rente beim Eintrittsalter ohnehin die Grundsicherung niemals übersteigen würde die er ja dann ohnehin bekommt? Ob man dem jetzt die Beiträge erlässt, er dafür keine ergänzende Hilfe braucht und später auf die Grundsicherung mehr draufzahlt oder ihn jetzt so "blank" macht, dass er davon nicht leben kann und dafür später weniger Grundsicherung draufzahlen muss ist doch irgendwie rechte Tasche -> linke Tasche. Es sei dann man spekuliert, dass er vor dem Eintrittsalter "ablebt".

Wenn der Geringverdiener kein Interesse hat, seine Verdienst/Berufssituation zu ändern, dann hast Du wohl wahr.

Für alle anderen Arbeitnehmer, die ein wechselhaftes Berufsleben haben, ist es dennoch interessant.

Als Azubi habe ich ca 65 € pro Monat an die Rente abgedrückt. Kein Betrag, der sich irgendwann auf meine Rentenhöhe auswirkt, aber ich habe zwei Beitragsjahre gesammelt.
Zu Bundeswehrzeiten waren es noch weniger €uronen, aber auch da ein knappes Beitragsjahr.

Diese drei Jahre führen dazu, dass ich nach derzeitiger Gesetzeslage mit 65 satt mit 67 in Rente gehen kann.
Da laut Koalitionsvertrag der Trend weiter dahin geht, den Beitragsjahren mehr Gewicht beizumessen, ist jeder Monat Beitrag, egal wie gering, ein Monat früher in Rente.

Weiterhin: Ein Single mit einem Rentenanspruch von 500 € ist auf Grundsicherung angewiesen.
Bei einem Paar, wo ein Partner richtig gut verdient, der andere halbtags 500 € Anspruch erarbeitet, profitiert richtig von den 500 €. Wären die nicht da, müssten beide von der hohen Rente, ggf. aufgestockt um ein paar €uronen leben.

Andersrum: Jemand verdient knapp unter der Grenze, dass die Rente ausreicht. Jetzt wird dessen Kollege krank, er macht zehn Überstunden. Schon ist er über der Grenze, wo sich Rente "lohnt", und zack, hat er in dem Monat trotz Überstunden weniger Kohle über, weil ihm Rente abgezogen wird.

Ähnliches kann man für die Arbeitslosenversicherung durchexerzieren.

Der springende Punkt ist, zum Einzahlungszeitpunkt weiß keiner, ob bzw. wie sich das für die Auszahlung rentiert.

gruss kelle!
 
Als Azubi habe ich ca 65 € pro Monat an die Rente abgedrückt. Kein Betrag, der sich irgendwann auf meine Rentenhöhe auswirkt, aber ich habe zwei Beitragsjahre gesammelt.
Zu Bundeswehrzeiten waren es noch weniger €uronen, aber auch da ein knappes Beitragsjahr.

Diese drei Jahre führen dazu, dass ich nach derzeitiger Gesetzeslage mit 65 satt mit 67 in Rente gehen kann.
Nur, dass diese zwei Jahre Ausbildung im Ergabnis fast nichts zur Höhe der Rente beitragen. Hättest Du die zwei Jahre keine Beiträge bezahlt, würdest dafür die Jahre 66 und 67 noch arbeiten, wäre deine Rente höher, weil du auch deutlich mehr beiträge zahlst.

Warum die überhaupt ein Mindestalter festlegen ist mir ein Rätsel, soll doch jeder gehen, wann er will. Wer mit 25 in Rente gehen will nach 5 Beitragsjahren, der sollte das dürfen. Er bekommt dann eben auch nur 10 Euro Rente im Monat.

Marty
 
Warum die überhaupt ein Mindestalter festlegen ist mir ein Rätsel, soll doch jeder gehen, wann er will. Wer mit 25 in Rente gehen will nach 5 Beitragsjahren, der sollte das dürfen. Er bekommt dann eben auch nur 10 Euro Rente im Monat.
Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Ich bin zu folgendem Schluss gekommen: Wenn man heute beschlösse, jeder könne in Rente gehen nach persönlichem Gutdünken, dann hätten wir im kommenden Jahr vermutlich eine unbezahlbare Rentenlast.

Als Renter darf man sich in unbegrenzter Höhe Geld hinzu verdienen. Und das ganz legal. Noch dazu kommt, dass man mit einer zu geringen Rente zusätzlich die Grundsicherung beantragen könnte, allerdings ohne die ständige Pflicht, sich einen noch so knechtlichen Job suchen zu müssen. Im Ergebnis also Hartz IV ohne weitere Pflichten, Genörgel vom JobCenter und trotzdem die Möglichkeit, in unbegrenzter Höhe Geld hinzuzuverdienen. Das wäre so gesehen also eine Art von "Bürgergeld" - mit dem Unterschied, dass man sich das Geld auch ins Ausland zahlen lassen kann.

Und dann wäre die Option für mich auch toll. Vielleicht nicht gleich, aber in ein paar Jahren. Ich würde meine kleinen Rentenansprüche bis dato nehmen, auswandern und von der Rente dort mein Überleben sichern. Und dann kann ich mich vor Ort in aller Ruhe um einen Job oder ein Gewerbe kümmern. Oder auch nicht, denn Deutschland zahlt ja aus der Ferne mein Überleben.

Aber der wohl wichtigste Punkt ist wohl, dass der Staat damit rechnet, dass man kaum älter als 77 wird. Ich denke, für jeden Bürger werden so im Schnitt 10 Jahre Rente veranschlagt. Manch einer stirbt mit 60, der hat halt umsonst eingezahlt. Manch einer mit 96, der holt etwas mehr aus seinem Leben und dem Rententopf. Aber alles in allem wird der Schnitt bei 10 Jahren liegen. Damit ist so eine staatliche Zwangsversicherung eine gute und halbwegs zuverlässige Einnahmequelle.