Ärger mit Bauunternehmer

Meiho

Member
4 August 2009
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Hallo Leute,

bin grad so sauer und muss das einmal loswerden, vielleicht hat ja jemand nen Tipp für mich, ich versuche auch mich kurz zu fassen:

Mein Mann und ich bauen ein neues Einfamilienhaus mit einem ortsansässigen Bauunternehmer, der bis jetzt einen tadellosen Ruf hat und die Arbeiten sehr günstig macht und vernünftig. Wir haben mittlerweile den Baustand erreicht, dass wir innen nur noch verputzen und streichen, tapezieren und Fußboden machen müssen und die Hausfassade noch verputzt wird.

Mit unseren Nachbarn haben wir abartiges Glück gehabt. Die beiden behandeln uns wie ihre Kinder (sind um die 40 und wir Anfang 20) und helfen uns mit allen erdenklichen Arbeiten. Er ist Malermeister und hat uns "mal eben" 100qm im Erdgeschoss alle Decken verspachtelt und abgeschliffen, das Verhältnis könnte besser nicht sein. Wir werden auch bekocht und all sowas, wir kommen super mit ihnen klar!

Nur wollten wir die Außenfassade in ner bestimmten Farbe und Art ("Fashion" solls wohl heißen, 10cm weiße Ränder um Türen und Fenster) und der Verputzer sagte im Prinzip er macht das nicht, das hätten wir vorher sagen müssen, jetzt wäre es unmöglich, weil der Untergrund anders vorbereitet werden müsste. Drei Tage später ruft er wieder an und sagt es geht doch, er will aber 1800€ extra dafür haben, weil das so viel Arbeit wäre :-? .. ahja.

Wir haben unseren Nachbarn um Rat gefragt, und der hat seinerseits Kollegen vom Fach angerufen - die einstimmige Antwort war, dass diese Art des Verputzens, wie wir sie haben wollen, ohne Aufpreis möglich ist mit einem anderen Material für die Ränder (was wir selbst einkaufen und stellen). Dies haben wir dem Bauunternehmer auch mitgeteilt (wir haben allerdings nur gesagt, dass wir uns informiert haben und nun wissen, dass es wider ihrer Angaben möglich ist und das gefälligst so gemacht werden soll, wie wir es wollen, immerhin bezahlen wir dafür auch viel Geld).

Jetzt kommt der Hammer: Heute morgen ruft mich mein Nachbar auf Handy an und ist völlig aufgelöst.. der Bauunternehmer hat ihn angerufen und ihm im Prinzip gesagt, dass er weiß, dass er uns "beraten" hat und ihm gesagt, er solle sich gefälligst nicht in diese Angelegenheit einmischen. Auch sagten sie, dass sie nur Ärger mit uns hätten.

Habe hieraufhin mit meinem Mann gesprochen und dann beim Bauunternehmer angerufen und den erstmal richtig zur Sau gemacht. Bin grad noch so sauer, ich kann mich garnicht abreagieren. Wir haben ihm zwar gesagt, dass unser Nachbar damit nichts zu tun hätte, weil wir ihn schützen wollen (und auch nie seinen Namen erwähnt haben), aber er wird glaubt uns wohl sowieso nicht. Naja. Hab ihn dann noch gefragt, ob er jetzt jeden einzuschüchtern gedenkt, von dem wir uns beraten lassen könnten und was er damit bezweckt..

Naja Ende vom Lied - er hat natürlich alles abgestritten und meinte er hätte weder gemeckert noch eingeschüchtert - warum er dann überhaupt Anlass hatte, bei unserem Nachbarn um 8 Uhr morgens anzurufen, konnte er allerdings nicht beantworten. Ich hab gesagt, dass er diese Anrufe zu unterlassen hat und besser seine Arbeit machen sollte. Unseren Nachbarn hab ich sofort angerufen und ihn informiert, sollte er nochmal Probleme haben, wird er sich sofort bei uns melden.

Ich weiß, dass im Moment kein Straftatbestand erfüllt ist, aber ich wollte ihn wissen lassen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Hab das Gefühl er will uns für dumm verkaufen, nur weil wir noch so jung sind. Letztendlich bezahlen wir viel Geld für das Haus und das kriegt er auch nur, wenn er alles so baut, wie wir es haben wollen!

Sorry musst das nur mal loswerden. Schätze da kann man nicht viel machen außer abwarten, ob er sich nochmal rührt und dreimal kontrollieren, ob alles vernünftigt gemacht wurde (nicht, dass er uns noch irgendwo tote Ratten einmauert, weil er sich nun ärgert)... oder?

Liebe Grüße
Meiho
 
...

Ihr habt mit dem Bauunternehmer einen Vertrag geschlossen. Was darin steht, zählt.

Wenn ihr Änderungen wollt, und das nicht in der Kalkulation des Bauunternehmers berücksichtigt ist, dann müsst ihr halt mehr zahlen. Das deutet ja wohl auch gerade auf so etwas hin, da er ja laut Deiner Aussage bekannt dafür ist, das er günstig baut. Und nur weil der Nachbar jemanden kennt, der meint, das geht auch anders, heißt das nicht, dass der Bauunternehmer kann oder machen muss.

Im übrigen gibt es vergleichbare Fälle, in denen der Bauunternehmer während der Bauphase dem Bauherren sogar untersagt, die Baustelle zu betreten.

https://www.hausbaumax.de/bauen/experten-ratgeber/artikel-details/article/4/das-kann-bauherren-passieren-betreten-der-baustel.html?no_cache=1&cHash=d62be37d0b

Was denn aber nun? Bekommt er viel Geld - oder baut er sehr günstig? Dein Beitrag ist nicht von Widersprüchen frei ...
 
Hi Hiltwin,

sorry wenn was unklar war, ich hab mich noch so geärgert. Ich hab da keinen Widerspruch gesehen, aber nochmal zur Klärung:

Der Bauunternehmer ist sehr günstig und bis jetzt waren wir sehr zufrieden. Laut Bauvertrag ist ein Pauschalbetrag für jede einzelne Leistung festgelegt, Mehr- oder Minderpreise werden aus- oder nachgezahlt. Das ist alles klar und auch gar kein Problem.

Das Problem war 1. dass der Verputzer uns erst sagt, dass es NICHT möglich ist, und zwei Tage später hat er sich das anders überlegt und plötzlich geht es doch - wenn die Kohle stimmt. Das ist aber meinetwegen seine Art, Geschäfte zu machen, ok. Aber dann ist es auch unser Recht, zu vergleichen.

Wir sind laut Bauvertrag nicht an bestimmte Firmen gebunden, die diese Arbeit ausführen, wir können auch jemanden stellen, der es günstiger macht und kriegen den Minderpreis vom Bauunternehmer erstattet. Das Vertragliche ist garnicht das Problem.

Eigentlich hatte ich mich nur darüber aufgeregt, dass der Bauunternehmer nun versucht hat, unsern Nachbarn einzuschüchtern und das ist doch einfach eine unglaubliche Frechheit, wie er dazu kommt? Darum ging es mir, und ob man das irgendwie unterbinden kann.. aber wie gesagt, n Straftatbestand war noch garnicht erfüllt (Nötigung etc.) von daher müssen wir wohl einfach abwarten, wie sich das entwickelt...

Meiho :(
 
@Meiho
Ja es ist tatsächlich so das der Bauunternehmer das Hausrecht haben kann (und auch in deinem Fall so sein wird, wie so oft), was ihn aber trotzdem nicht das Recht gibt bei deinem Nachbarn anzurufen, egal ob er weiß das die Info von ihm kommt oder nicht. Das du vertraglich nicht fest gebunden bist ist es dein gutes Recht die Informationen über einzelne Leistungen bei einem anderen Anbieter einzuholen.
Nötigung ist der Anruf aber nicht, erst wenn dein Nachbar ihm dies ganz klar untersagt.
Ich denke ihr solltet ein persönliches und klärendes Gespräch führen, denn ich könnte mir vorstellen das einige Infos einfach falsch verstanden und somit anders interpretiert wurden. Das geht schon mit dem Verputzer los und hört bei deinem Nachbars auf.
In diesem Gespräch kannst du noch einmal klar deinen Wunsch formulieren und das der Ärger dir stinkt, ich denke das sollte eine gute Lösung sein, ansonsten hat der Rest der Bauphase einen komischen Beigeschmack und du wirst dich immer wieder ärgern und der Bauunternehmer auch.

Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden ;)

Also atme jetzt tief durch und dann ran ans Telefon.

@Hiltwin
Nur weil jemand günstig baut, heißt es noch lange nicht das ca. 100.000 Euro wenig Geld sind.
Deine Ausführung des Widerspruchs hinkt von daher ein bisschen.
 
Hallo DragonLilly,

danke für deine Antwort... das mit dem Hausrecht ist so ne komische Sache. Da bin ich ehrlich gesagt auch noch nicht so informiert, wie das ganze rechtlich aussieht. Vom gesunden Menschenverstand würd ich sagen, dass es natürlich Bauschritte gibt, wo der Bauunternehmer sagen kann - keiner geht ins Haus - weil der Baufortschritt dann gestört wäre.. zum Beispiel wenn Estrich gegossen wird oder die Fußbodenheizung verlegt wird, Fliesen frisch drauf sind etc., damit da nichts kaputt getrampelt wird - kann ich alles verstehen. Aber das tatsächliche Hausrecht... mh. Schwierig. Aber um das Hausrecht ging es ja eigentlich auch garnicht, ich weiß garnicht, wie das Thema aufkam - das war ja nie ein Problem.

Mit dem Bauunternehmer reden - das war ja das erste, was ich überhaupt gemacht habe. Bishher haben wir es so gehandhabt, dass wir nett und freundlich waren, aber trotzdem natürlich genau und alles kontrolliert und fotografiert haben - das ist ja auch unser gutes Recht. Sollte es irgendwelche Mängel geben, muss man das ja schließlich auch belegen können.

Als ich dann heute von meinem Nachbarn erfuhr, dass der Bauunternehmer sich bei ihm gemeldet hätte, habe ich diesen sofort angerufen und ihn darauf angesprochen. Ich hab ihn gefragt, ob er damit ein Problem hat, wenn wir Angebote vergleichen (alles im Rahmen unseres Bauvertrags) und wie er dann dazu kommt, unseren Nachbarn zur Schnecke zu machen. Außerdem ging es um die Äußerung, dass er gegenüber einem Dritten erwähnt hat, dass wir nur Ärger machen würden, was man auch schlichtweg als Rufschädigung auffassen kann (aber darum gings uns primär ja garnicht).

Letztendlich hat er dann ja alles abgestritten und hieraufhin bin ich ein wenig sauer geworden und hab ihn dann zur Schnecke gemacht und er hat ne ganz klare Ansage gekriegt, dass er dieses Verhalten zu unterlassen hat und nicht so mit uns umzuspringen braucht und mit unserem Nachbarn auch nicht. Ich denke er weiß nun Bescheid, dass er nichts derartiges hinter unserem Rücken machen kann, weil wir es mitbekommen und wir werden auch genau beobachten, wie er sich in Zukunft verhält. Ich schätze ich wollte einfach nur schauen, was er für Möglichkeiten hat und abgesehen davon war ich ganz einfach schockiert über die Art, wie er sich gegenüber unserem Nachbarn verhalten hat. Stell dir vor, du gibst jemandem einen netten Tipp weil du dich mit Malerei auskennst und am nächsten Tag ruft morgens ein Typ bei dir an und sagt dir, dass es besser für dich wäre, dich aus sowas gefälligst rauszuhalten ... :-?

Naja. Mal schauen wenn er schlau ist, wird er jetzt hoffentlich ein wenig kürzer Treten und sone Aktion hoffentlich nicht nochmal bringen...

Meiho

edit: @Hiltwin

Deinem Link entnehme ich, dass es um schlüsselfertige Häuser geht, in denen durch das Kleingedruckte explizit das Hausrecht auf den Bauunternehmer übertragen wird und die Bauherren das meist schlichtweg übersehen - das ist bei uns aber garnicht der Fall. Erstmal ist das Haus komplett von Grund auf selbst gezeichnet und geplant und wir haben dafür ein individuelles Angebot im Vertrag bekommen. Im gesamten Vertrag wurde nicht einmal das Hausrecht auf ihn übertragen. Wir bezahlen in Abschlagsbeträgen, also kann er auch nicht streiten, dass bis zur Zahlung das alles sein Eigentum ist (zumal das Grundstück ja auch schon unser Eigentum ist). Das alleinige Hausrecht wird er also im Moment nicht haben.
 
Also ich bin gelernter Maler und werde aus deinen Ausführungen überhaupt nicht schlau.

Ist die Fassade nun geputzt oder nicht? Wenn ja welcher Art?

Und in der Tat muss man, wenn ihr auf einmal um alle Türen/Fenster weiße Streifen haben wollt (in den Faschen auch?) , den Untergrund anderes behandeln.

Ob diese Änderung nun den Preis von 1800Euro rechtfertigt, kann ich nicht beurteilen. Mehr Arbeit ist es aber auf jeden Fall.

MY
 
Also zu den Malersachen: ich bin kein Fachmann, also wenn was falsch ist, ist es keine Absicht:

Das Haus wurde einmal grob verputzt, scheinbar der Unterputz. Jetzt soll ein Überputz rauf, der eingefärbt ist. Erst sollte das ganze Haus damit verputzt werden und nun wollen wir halt 10cm an allen Fenstern und Türen weiß haben. Wir haben uns informiert, dass es tatsächlich ohne eine andere Untergrundbehanldung möglich ist... da kommt kein Gewebe mehr drauf und muss nichts extra vorbehandelt werden, die nehmen einfach einen Glattputz mit dem das glattgezogen und dann weiß übergemalt wird. Das Material stellen wir selbst. Es werden lediglich 10cm um alle Türen und Fenster abgeklebt.

Natürlich entstehen hierdurch Mehrkosten allein durch das Material, welche wir auch übernehmen. Die Mehrkosten für Arbeit waren uns beim Verputzer, der das bis jetzt machen sollte, zu hoch (1800€) zumal er ja sagte, dass er das so nicht machen kann. Also haben wir uns umgehört, ob jemand das macht und haben nun wen, der das so günstig machen würde und auch in der Art, wie wir wollen - vom Bauvertrag her dürfen wir das. Alles kein Problem.

Das Problem war lediglich, dass unserem Bauunternehmer nicht gepasst hat, dass wir uns umgehört haben, ob das stimmt, was der Verputzer uns gesagt hat und da er wusste, dass die Infos von unserem Nachbarn kommen hat kam es eben zu dem Anruf... das ist das alleinige Problem.
 
...

@Dragonlilly:

Für den Bauherrn sind 100 k viel Geld - für den Bauunternehmer aber sieht das schon ganz anders aus!

@Meiho:

Ich würde an Eurer Stelle den Nachbarn und den Bauunternehmer gemeinsam auf einen Kaffee einladen und bitten, doch sachlich für Euch das Beste rauszuholen.
So wie sich das liest, scheinen vermutlich Euer Nachbar und der BU sich schon von irgendwann früher zu kennen ..

@MY

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Willkommen zurück, wie war es an der Ostsee?
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