H3llh4mm3r
back from H3ll
- 21 April 2006
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Hallo ihr lieben (und natürlich auch gehassten),
nun liege ich also seit gestern wieder im Krankenhaus und verharre der Dinge die da kommen mögen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Ich habe auch ewig mit mir gerungen überhaupt was zu schreiben oder es doch lieber sein zu lassen weils einfach auch ziemlich privat ist.
Aber mein Weib meinte auch, dass es, wenn es mir hilft mit der Situation klar zu kommen einfach mein Herz, meine Gedanken und meine Ängste und Sorgen niederschreiben soll und mir Trost und Kraft von Menschen geben lasse die man als "Außenstehende" betrachten soll.
Ok also schreibe ich nun hier also wie es mir momentan geht und hoffe das eure Antworten mir helfen selbst damit klar zu kommen.
Ich bin gerade einmal 30 Jahre jung, habe 2 Einsätze in Krisengebieten überlebt, wurde mehrfach mit Messern oder "nur" Fäusten attakiert.. das volle Programm... Nichts hat mich irgendwie wirklich unter die Erde gebracht oder mir im Ansatz irgendwie das Gefühl gegeben das es nun bald mit mir zuende sein könnte.
Umso schlimmer ist es nun für mich.
Was mich am meisten bedrückt ist die Tatsache, dass ich unter Umständen nicht mehr miterleben kann wie meine kleine Tochter aufwächst und ein eigenständiger Mensch wird der sein eigenes Leben lebt, eine Familie gründet und selbst Kinder hat... Das ist wirklich ein absolutes Horrorszenario und ich habe Angst. Angst nicht für sie da sein zu können wenn sie meine Hilfe, meinen Rat oder einfach nur meine haltende Hand braucht.
Ich war in der letzten Woche beim Notar, habe mein Testament aufsetzen lassen und dafür gesorgt, dass meine Tochter und mein Weib im Worst Case Fall versorgt sind. Ich weiß nicht wann ich das letzte mal so neben der Spur war. Was ist das für eine Scheiße mit 30 Jahren damit klar zu kommen dass man seinen letzten Willen zu Papier bringt.
Meine Gedanken sind zum großen Teil vernebelt von irgendwelchen Blockern und weiß ich nicht was.. teilweise habe ich das Gefühl und die Wahrnehmung neben mir zu stehen und mich selbst von oben nach unten zu mustern und dann festzustellen was für eine arme Sau ich bin. Ich habe die meiste Zeit meines Lebens damit verschwendet für andere Menschen irgendwelche Sachen zu erledigen anstatt mich um mich selbst und meine Familie zu kümmern. Alles erscheint so klein, so bedeutungslos und so unreal, dass ich manchmal anfange zu lachen und mir sage das ist doch alles nur ein böser Traum.
Dann schweifen meine Gedanken ab und kanalisieren sich auf den Punkt: Gott, was kommt danach, gibt es überhaupt ein danach ?
Ein Thema, mit dem ich mich momentan intensiv beschäftige, da ich nicht gläubig bin. Aber greift man nicht in diversen Situationen nach jedem Strohhalm den man zu packen kriegt ? Aber würde ich mich dann nicht selbst verraten wenn ich nicht mehr sein sollte und feststelle es gibt wirklich einen Gott der nun vor mir steht und sagt: Mein lieber Freund, dein ganzes Leben hast du auf mich geschissen und nu kommst du angekrochen ?
Ich weiß es klingt bescheuert aber was soll ich denn machen ...
Während ich so nachdenke und über mein Leben und das was auf mich zukommt meditiere wird mir mal wieder schlecht und ich muss mich übergeben.. Die Ärzte sagen das ist völlig normal und eine Abwehrreaktion meines Körpers.. Ja ist ja toll ihr lieben Ärzte aber es tut weh.. Und ich habe das Gefühl bei jedem Kotzanfall ein Stück meines Lebens aus dem Körper zu kotzen. Ich fühle mich danach immer so schwach, so hilflos und das beschämt mich zutiefst. Was war ich für ein Typ vorher und nun schaut mich an.. ich liege hier in meiner eigenen Kotze und muss warten das eine Schwester kommt um mein Bett neu zu beziehen..Was bitte ist das denn für eine Demütigung ?
Die Ärzte sagen zwar das ich eine "gute Chance" habe, da es früh diagnostiziert wurde und wir ja schon in der Therapie stecken.. Aber hey das habt ihr zu meinem Zimmernachbarn auch gesagt der nun schon seit 5 Monaten im Krankenhaus liegt und der nurnoch ein Schatten seiner selbst ist. Ich will nicht dahin vegetieren und unter höllischen Schmerzen darauf hoffen endlich durch den Tod erlöst zu werden.
Ich habe noch soviele Träume, soviele Sachen die ich erledigen möchte...
Klar ich gehe davon aus, dass die Medizin mittlerweile ausgereifter ist als noch vor Jahren, aber alles in Zusammenhang mit Krebs was man so hört endet zu 90% mit den Worten:
unvorstellbare Schmerzen, langer Leidensweg, nurnoch Haut und Knochen, wann kommt endlich seine Erlösung, Tod...
Bitte nehmt es mir nicht übel aber das möchte ich nicht ! Ich surfe mittlerweile auf seiten die über einen "sanften Tod" informieren. Ich weiß das ich nichtmal daran denken sollte aber solche Gedanken kommen einem einfach zwangsläufig. Wenn man umgeben ist von Menschen die das gleiche Schicksal teilen dann bekommt man auch einfach den Leidensweg mit und wünscht sich für sich selbst sowas nicht.
Wenigstens brauch ich mir über ausfallende Haare keine Gedanken machen ist momentan der Spruch mit dem ich mich hier selbst zum lachen bringe.
Ich bin aktuell in einem absoluten Tief und versuche mich einfach wieder da heraus zu ziehen.
Für mich steht fest das ich Kämpfen werde bis ich es geschafft habe oder aber eben auch nicht. Ich möchte mich gerne an den Aussagen der Ärzte, der Familie und der wenigen Freunde die ich habe klammern und glauben das ich das schon bald überstanden habe und in 10 Jahren mit einem lachenden Auge auf die Geschichte zurück blicke..
So nun habe ich mir erstmal nen bissel was von der Seele geschrieben und werde den Thread (so die Mods und Admins es genehmigen) dazu nutzen um hin und wieder (wenn mir danach ist) die ein oder andere Zeile zu schreiben um mich selbst zu motivieren und etwas zu haben was ich mir hin und wieder selbst durchlesen kann.
nun liege ich also seit gestern wieder im Krankenhaus und verharre der Dinge die da kommen mögen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Ich habe auch ewig mit mir gerungen überhaupt was zu schreiben oder es doch lieber sein zu lassen weils einfach auch ziemlich privat ist.
Aber mein Weib meinte auch, dass es, wenn es mir hilft mit der Situation klar zu kommen einfach mein Herz, meine Gedanken und meine Ängste und Sorgen niederschreiben soll und mir Trost und Kraft von Menschen geben lasse die man als "Außenstehende" betrachten soll.
Ok also schreibe ich nun hier also wie es mir momentan geht und hoffe das eure Antworten mir helfen selbst damit klar zu kommen.
Ich bin gerade einmal 30 Jahre jung, habe 2 Einsätze in Krisengebieten überlebt, wurde mehrfach mit Messern oder "nur" Fäusten attakiert.. das volle Programm... Nichts hat mich irgendwie wirklich unter die Erde gebracht oder mir im Ansatz irgendwie das Gefühl gegeben das es nun bald mit mir zuende sein könnte.
Umso schlimmer ist es nun für mich.
Was mich am meisten bedrückt ist die Tatsache, dass ich unter Umständen nicht mehr miterleben kann wie meine kleine Tochter aufwächst und ein eigenständiger Mensch wird der sein eigenes Leben lebt, eine Familie gründet und selbst Kinder hat... Das ist wirklich ein absolutes Horrorszenario und ich habe Angst. Angst nicht für sie da sein zu können wenn sie meine Hilfe, meinen Rat oder einfach nur meine haltende Hand braucht.
Ich war in der letzten Woche beim Notar, habe mein Testament aufsetzen lassen und dafür gesorgt, dass meine Tochter und mein Weib im Worst Case Fall versorgt sind. Ich weiß nicht wann ich das letzte mal so neben der Spur war. Was ist das für eine Scheiße mit 30 Jahren damit klar zu kommen dass man seinen letzten Willen zu Papier bringt.
Meine Gedanken sind zum großen Teil vernebelt von irgendwelchen Blockern und weiß ich nicht was.. teilweise habe ich das Gefühl und die Wahrnehmung neben mir zu stehen und mich selbst von oben nach unten zu mustern und dann festzustellen was für eine arme Sau ich bin. Ich habe die meiste Zeit meines Lebens damit verschwendet für andere Menschen irgendwelche Sachen zu erledigen anstatt mich um mich selbst und meine Familie zu kümmern. Alles erscheint so klein, so bedeutungslos und so unreal, dass ich manchmal anfange zu lachen und mir sage das ist doch alles nur ein böser Traum.
Dann schweifen meine Gedanken ab und kanalisieren sich auf den Punkt: Gott, was kommt danach, gibt es überhaupt ein danach ?
Ein Thema, mit dem ich mich momentan intensiv beschäftige, da ich nicht gläubig bin. Aber greift man nicht in diversen Situationen nach jedem Strohhalm den man zu packen kriegt ? Aber würde ich mich dann nicht selbst verraten wenn ich nicht mehr sein sollte und feststelle es gibt wirklich einen Gott der nun vor mir steht und sagt: Mein lieber Freund, dein ganzes Leben hast du auf mich geschissen und nu kommst du angekrochen ?
Ich weiß es klingt bescheuert aber was soll ich denn machen ...
Während ich so nachdenke und über mein Leben und das was auf mich zukommt meditiere wird mir mal wieder schlecht und ich muss mich übergeben.. Die Ärzte sagen das ist völlig normal und eine Abwehrreaktion meines Körpers.. Ja ist ja toll ihr lieben Ärzte aber es tut weh.. Und ich habe das Gefühl bei jedem Kotzanfall ein Stück meines Lebens aus dem Körper zu kotzen. Ich fühle mich danach immer so schwach, so hilflos und das beschämt mich zutiefst. Was war ich für ein Typ vorher und nun schaut mich an.. ich liege hier in meiner eigenen Kotze und muss warten das eine Schwester kommt um mein Bett neu zu beziehen..Was bitte ist das denn für eine Demütigung ?
Die Ärzte sagen zwar das ich eine "gute Chance" habe, da es früh diagnostiziert wurde und wir ja schon in der Therapie stecken.. Aber hey das habt ihr zu meinem Zimmernachbarn auch gesagt der nun schon seit 5 Monaten im Krankenhaus liegt und der nurnoch ein Schatten seiner selbst ist. Ich will nicht dahin vegetieren und unter höllischen Schmerzen darauf hoffen endlich durch den Tod erlöst zu werden.
Ich habe noch soviele Träume, soviele Sachen die ich erledigen möchte...
Klar ich gehe davon aus, dass die Medizin mittlerweile ausgereifter ist als noch vor Jahren, aber alles in Zusammenhang mit Krebs was man so hört endet zu 90% mit den Worten:
unvorstellbare Schmerzen, langer Leidensweg, nurnoch Haut und Knochen, wann kommt endlich seine Erlösung, Tod...
Bitte nehmt es mir nicht übel aber das möchte ich nicht ! Ich surfe mittlerweile auf seiten die über einen "sanften Tod" informieren. Ich weiß das ich nichtmal daran denken sollte aber solche Gedanken kommen einem einfach zwangsläufig. Wenn man umgeben ist von Menschen die das gleiche Schicksal teilen dann bekommt man auch einfach den Leidensweg mit und wünscht sich für sich selbst sowas nicht.
Wenigstens brauch ich mir über ausfallende Haare keine Gedanken machen ist momentan der Spruch mit dem ich mich hier selbst zum lachen bringe.
Ich bin aktuell in einem absoluten Tief und versuche mich einfach wieder da heraus zu ziehen.
Für mich steht fest das ich Kämpfen werde bis ich es geschafft habe oder aber eben auch nicht. Ich möchte mich gerne an den Aussagen der Ärzte, der Familie und der wenigen Freunde die ich habe klammern und glauben das ich das schon bald überstanden habe und in 10 Jahren mit einem lachenden Auge auf die Geschichte zurück blicke..
So nun habe ich mir erstmal nen bissel was von der Seele geschrieben und werde den Thread (so die Mods und Admins es genehmigen) dazu nutzen um hin und wieder (wenn mir danach ist) die ein oder andere Zeile zu schreiben um mich selbst zu motivieren und etwas zu haben was ich mir hin und wieder selbst durchlesen kann.
Du sollst sehen können, wie deine Tochter aufwächst und ihr eigenes Leben führt!