BuddyJesus
Koksnutte
- 16 Juni 2006
- 1.749
- 238
Es ist ja auch unbestritten, dass viele Jahre nahezu alles falsch gelaufen ist in Bezug auf Integration. Aber seit schätzungsweise 2 Jahren, wird dieses Thema endlich öfter aufgegriffen und als wichtig erachtet.
Die Politik bemüht sich, etwas für die Zukunft zu tun, dass es mal besser läuft. Und nun sollten die Eingewanderten auch ihren Teil dazu beitragen.
Es stimmt, dass Integration seit einigen Jahren eine sehr viel wichtigere Thematik ist, als je zuvor. Doch gerade deshalb lässt sich das "Problem" nicht von jetzt auf gleich lösen. Die Unzufriedenheit der deutschen Bevölkerung ist definitiv verständlich, ebenso die wachsende Ungeduld, mit der sie Immigranten mit Sprachdefiziten und mangelndem Integrationswillen gegenübertritt.
Dabei wird oft nicht bedacht, dass im Laufe von 50 Jahren entstandene Versäumnisse, nicht in 3-4 Jahren aufgeholt werden können. Man beschwert sich z.b. über den türkischen Gemüsehändler, der seit 10 Jahren seiner Arbeit in Deutschland nachgeht, ohne ausreichend Deutsch zu beherrschen, weil es einfach nie als nötig angesehen wurde. Plötzlich verlangt man von ihm nicht nur ausreichende Sprachkenntnise, sondern auch (zumindest grobes) Wissen über Geschichte und Entwicklung der BRD.
Ab einem bestimmten Alter ist es aber leider nicht so einfach eine Sprache zu erlernen, oder es greift die altersbedingte Sturheit und Ignoranz. Für viele Menschen ist es auch lediglich nicht mehr nötig, da sie z.b. einen überwiegend heimischen Bekanntenkreis und/oder Kinder und Enkel mit den erforderlichen Sprachkenntnissen haben, sodass diese sich um wichtige Angelegenheiten kümmern können.
Soll heißen: Seitdem Integration eine so wichtige Rolle in der Politik eingenommen hat und Thema in (fast) jeder Nachrichtensendung ist, erwartet man, dass Immigranten sich *schwupps* integrieren.
Ich sage nicht , dass die deutsche Sprache für Bürger der BRD unwichtig ist.
Ich bin, ganz im Gegenteil, überzeugt davon, dass man als Einwohner Deutschlands sowohl der deutschen Sprache möglichst weitgehend mächtig sein sollte, als auch Kenntnisse über Geschichte, Kultur und Entwicklung besitzen sollte.
Doch wird das eben nicht in wenigen Jahren geschehen, wenn man die Problematik ein halbes Jahrhundert lang vernachlässigt hat.
Es braucht einen Ansatz und Zeit, damit sich die "Medizin im Körper verbreiten und wirken kann".
