Das ist so ziemlich das sinnfreiste Argument was ich in der Debatte gehört habe.

echt ? evtl. solltest Du mal darüber nachdenken.

Wenn man(n) nämlich mehr Geld in der Tasche hat kann man auch mehr ( als Deine 21 Euro ) ausgeben.


Nochmal, wieso funzt es in anderen Ländern wunderbar ?
Und wieso soll es hier nicht klappen ?

Ich habe oben Beispiele aufgeführt, von ArbeitsplatzABBAU kann KEINE rede sein, das gegenteil ist eingetreten !

So, genug despediert, jeder soll mit seiner Meinung glücklich werden.
 
Wenn man(n) nämlich mehr Geld in der Tasche hat kann man auch mehr ( als Deine 21 Euro ) ausgeben.

Klar kann man mehr ausgeben wenn man mehr bekommt.
Aber erklär mir doch mal bitte, woher ich bei nem Stundenlohn von 21,50 € brutto mehr Geld bekommen soll, wenn ein Mindestlohn von 9 € festgesetzt wird.

Und wieso soll es hier nicht klappen ?

Weil wir das Land in Europa sind, was an einem Teil der Grenzen das extremste Gehaltsgefälle hat.

Ich habe oben Beispiele aufgeführt, von ArbeitsplatzABBAU kann KEINE rede sein, das gegenteil ist eingetreten !

Das tarifliche Mindestgehalt in der Metall- und Elektroindustrie liegt in Niedersachsen bei ca. 12,50 €/h für Dummbratz Müller, der zwei Tage angelernt wird.
Ein gelernter Facharbeiter liegt tariflich bei 15,80 € die Stunde.

Haut man da einen gesetzlichen Mindestlohn von 9 € drunter, interessiert es kaum jemanden, da die Differenz zum bisherigen Einkommen sehr gering ist.

Muss aber eine Firma wie https://www.griwe.de statt 5,70 € die Stunden 9 € an die Fließbandmitarbeiter zahlen, steigen die Personalkosten um den Faktor 1,6.

gruss kelle!
 
Ich habe oben Beispiele aufgeführt, von ArbeitsplatzABBAU kann KEINE rede sein, das gegenteil ist eingetreten !
Die Konjunktur ist immernoch relativ gut. Die Flaute kommt erst noch.

Nochmal, wieso funzt es in anderen Ländern wunderbar ?
Und wieso soll es hier nicht klappen ?
In welchem land funktionert es denn Wunderbar? In Frankreich bekomen Jugendliche bspw. keine arbeit. Der Mindestlohn fuinktioniert nur solange die Konjunktur gut ist. 2008 bis 2009 wird man das erst wirklich merken.
Bier Kelle aht ja gnaz gut erklärt warum in der Metall und Elektro Branche es auch gut und gerne einen Midneslohn von 10 € geben könnte und das wäre Egal. Aber wie siehts bei den Friseuren aus. Glaubt ihr ernsthaft das würde sich nicht auf den Arbeitsmarkt auswirken?
 
In welchem land funktionert es denn Wunderbar?

In Schweden! Aber das ist auch kein Vergleich. Die Schweden waren nie Opfer eines Krieges, hatten nie Repressalien zu bezahlen und hatten auch keine Wiedervereinigung. Deshalb kaum vergleichbar ;) Das Sozialsystem ist durch hohe Steuerbelastungen der Bürger über viele Jahrzehnte so gut ausgewachsen, weil mit den Steuern Sinnvolles angestellt wurde und nicht Altlasten bekämpft werden mussten. Kinderbetreuung hoch 3 und 99% der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind zufrieden. Aber wir leben in Deutschland, deshalb ist die Frage nach dem Land X in Bezug zum Mindestlohn in Deutschland eher indiskutabel ;)
 
In Schweden! Aber das ist auch kein Vergleich. Die Schweden waren nie Opfer eines Krieges, hatten nie Repressalien zu bezahlen und hatten auch keine Wiedervereinigung. Deshalb kaum vergleichbar ;) Das Sozialsystem ist durch hohe Steuerbelastungen der Bürger über viele Jahrzehnte so gut ausgewachsen, weil mit den Steuern Sinnvolles angestellt wurde und nicht Altlasten bekämpft werden mussten. Kinderbetreuung hoch 3 und 99% der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind zufrieden. Aber wir leben in Deutschland, deshalb ist die Frage nach dem Land X in Bezug zum Mindestlohn in Deutschland eher indiskutabel ;)

Ich bin völlig Deiner Meinung! Das musste den freudigen "Vergleichern" mal gesagt werden! Und trotzdem (oder gerade deswegen) ist ein Mindestlohn (m.E. ohne Tarifbindung) in Deutschland notwendig.

Baffi
 
Weil wir das Land in Europa sind, was an einem Teil der Grenzen das extremste Gehaltsgefälle hat.

"Hatten" würde es besser treffen ...

Z.B. Polen hat meines Wissens nach auch eine Ostgrenze ... nämlich die zur Ukraine.

Vergleich Durchschnittslohn Polen (mit Mindestlohn) - Ukraine (kein Mindestlohn) ...

Polen ~680 Euro / Monat
Ukraine ~150 Euro / Monat

Welche Beispiele brauchst Du noch um von der albernen Argumentation der "Ostflanke" wegzukommen ?
 
Muss aber eine Firma wie https://www.griwe.de statt 5,70 € die Stunden 9 € an die Fließbandmitarbeiter zahlen, steigen die Personalkosten um den Faktor 1,6.

gruss kelle!

Sowas nennt man auch ausbeuterei. Wir haben in De noch eine soziale Verantwortung.
Solche Gehaltsstrukturen gabs vielleicht mal im frühen 20. Jahrhundert, aber hier und jetzt darf es dieses Lohnniveau nicht geben. Dann muss die Firma eben höhere Löhne zahlen oder sie geht pleite.
Die Leute werden sowieso schon mit Sozialleistungen subventioniert. Wieviele Aufstocker haben wir in De?
Jeder soll von seiner Arbeit leben können, ob nun Hans angelernt oder Peter superakademiker.

Hier werden Profite auf Kosten einer Armutsgesellschaft und des Steuerzahlers geschaffen!
 
Hier werden Profite auf Kosten einer Armutsgesellschaft und des Steuerzahlers geschaffen!

Profit ist das eine...

Das andere was unbestreitbar da ist, ist ein Preiskampf auf allen Ebenen.
Mit verursacht durch den Bürger.

Ich will nicht wissen, was ein VW kosten würde, wenn die oben genannte Firma nach VW Haustarifvertrag zahlen würde.

gruss kelle!
 
Richtig. Doch denke ich wird sich das regulieren, beste Beispiele sind Frankreich und England, alles Samt starke Volkswirtschaften.

Hier ist vielleicht das Beispiel VW schlecht gewählt. Während die Stammwerkmitarbeiter sich auf eine 25 std. (whatever so um den Dreh) freuen dürfen. Wurde extremer Druck auf die Zulieferer ausgeübt, um die fehlende Effizienz in den Werken auszugleichen (nicht nur die Personalkosten!).
In den letzten Jahren sind immer mehr Zulieferer nach Osteuropa abgewandert oder haben sonstwo rationalisiert.
Das sind klare Managementfehler, nicht zuletzt auch durch das stumpsinnige VW Gesetz, durch welches unsere Volksverblöder richtig Stimmgewichtung in den Entscheidungen haben.
Man muss nur einen Vergleich zum Weltweit größten Autobauer Toyota ziehen.
Toyota hat eine viel bessere Produktivität und damit auch eine höhere Rendite als VW. Musst dir nur den Thread reinziehen ;) https://www.motor-talk.de/forum/vw-...-2018-weltweit-die-nr-1-t1558449.html?page=37

Doch um zum Thema zurückzukommen. Man muss ein gesundes Verhältniss im Mindestlohn haben. Es dürfen nicht zu viele Arbeitsplätze gefährdet werden, doch sollte er sichtbar über der Hartz IV Linie schweben. Vielleicht wäre ein schrittweiser Mindestlohn der Weg zum Erfolg oder doch nur Schritt für Schritt jede Branche.
Doch für mich unumstritten ist das wir einen brauchen um die kaptitalistische Raubwirtschaft in Deutschland einzudämmen.
 
Doch für mich unumstritten ist das wir einen brauchen um die kaptitalistische Raubwirtschaft in Deutschland einzudämmen.

Ich unterstell Dir einfach mal aufgrund Deines Alters, dass Du noch nie wirklich im internationalen Geschäften tätig warst.

Da wo ich arbeite, gab es lange Zeit den meisten Absatz in Deutschland.
Der ging dann zurück. Zur gleichen Zeit stieg aber die Nachfrage in Asien.

Jedem dürfte klar sein, dass man ein Produkt in China nicht zum gleichen Preis loswird, wie hier in Deutschland.

Das beliebte "Produktion ausgliedern" ging nicht, weil rentierte sich nicht.
Über Standardisierung ließ sich etwas drücken, aber nicht wirklich viel.

Unsere Stundenkosten (inkl. Infrastruktur und Wasserkopf) liegen bei ca. 90 €.
In Rumänien krieg wir die Leistung für 15,50 €.

Und nur zur Info:
Wir liegen so im Bereich von 5% Gewinn, also alles andere als Profitgier.

Es geht bei den Outsourcing und Gehaltdrückaktionen effektiv darum, den Betrieb am sicheren Leben zu erhalten.

gruss kelle!
 
Richtig. Doch denke ich wird sich das regulieren, beste Beispiele sind Frankreich und England, alles Samt starke Volkswirtschaften.
Hm, in Frankreich gibt es eine enorm Hohe Jugendarbeitslosigkeit, die besonders die einwanderer trifft und jede Menge "working poor", also solche die zwar einer Vollzeit-Arbeit nachgehen, aber die Miete nicht zahlen können trotz Mindestlohn.
 
Was bei dieser Diskussion noch gar nicht zur Sprache kam:

es gibt auf (sehr) viele Unternehmen, die gar nicht tarifgebunden sind, oder lediglich über einen Haustarifvertrag verfügen. Diese bezahlen dementsprechend untertariflich.

vor allem das produzierende Gewerbe (aber nicht nur) stellt in Zeiten erhöhter Nachfrage heutzutage nur noch Zeit- / Leiharbeiter ein, um die Produktion zu erhöhen. Diese Leiharbeiter werden entsprechend nicht nach Branchentarifen bezahlt, sondern nach dem Tarif für Leiharbeiter (wenn überhaupt die Leiharbeitsfirma tarifgebunden ist - s.o.).

Jungakademiker hangeln sich von Job zu Job, von Praktikum zu Praktikum. Eine ganze Generation benennt man schon nach ihr: "Generation Praktikum" oder (vom Italienischen ins Deutsche zurückübersetzt) "Generation 1000 Euro". Für diese billigen und willigen Arbeitskräfte zahlen viele grade mal eine Aufwandsentschädigung wenn überhaupt.

Ist also alles relativ. Grundsätzlich finde ich aber die Diskussion über Durchschnitts- und Mindestlöhne schon intressant. Vielleicht könnte jemand ne Umfrage starten, wer tatsächlich wieviel Brutto verdient in der KLAMM-Community. Ist ja sowieso anonym.

Gruß
 
es gibt auf (sehr) viele Unternehmen, die gar nicht tarifgebunden sind, oder lediglich über einen Haustarifvertrag verfügen. Diese bezahlen dementsprechend untertariflich.

Die Aussage passt zum einen nicht. Egal ob Flächen-, Branchen- oder Haustarifvertrag... Tarif ist Tarif.

Der Begriff untertariflich ist als solches schon neben der Spur.
Bei der Metall und Elektroindustire beläuft sich die Gehaltsspanne von ca. 1.400 € bis 4.500 € bei ner 35 StundenWoche.

Sobald jemand 1.500 € im Monat bekommt, ist die Aussage "untertariflich" so erstmal falsch.

Jungakademiker hangeln sich von Job zu Job, von Praktikum zu Praktikum.

Fakten?
Klar gibt es Branchen, wo so etwas mal vorkommt.
Aber hier gelten wie immer in der Marktwirtschaft die Prinzipien von Angebot und Nachfrage.
Wenn sich Akademiker verarschen lassen, Schuld eigene.

Abgesehen davon gibt es immer noch mehrere tausend unbesetzte Stellen, gerade in den klassischen Ingenieursbereichen.

... und willigen Arbeitskräfte...

Somit wäre das Problem ja recht deutlich eingegrenzt.

Vielleicht könnte jemand ne Umfrage starten, wer tatsächlich wieviel Brutto verdient in der KLAMM-Community. Ist ja sowieso anonym.

Und das Ergebnis?
Das statistische Bundesamt hat um die 19 €/h im Westen und 13 €/h im Osten errechnet.
Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen.

gruss kelle!
 
In der Sicherheitsbranceh gibt es Interessanterweise auch Unternehmen die nicht Tariflich bezahlen.. Der Chef sagt dazu sinngemäß: Wer soll denn davon leben? Diese zahlen nämlich übertariflich. Also so eine Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen muss auch nicht unbedingt eine Lohnerhöhung bedeuten.
 
Ich habe mir mal einige Beiträge durchgelesen und möchte nun auch mal meinen Senf dazu abgeben.
1.Zu meiner Situation seit dem 1.10.07 bin ich Arbeit suchen( nein nicht der geschönte Satz im Lebenslauf sondern ich suche wirklich).

Und hatte auch schon etliche Vorstellungsgespärche wo leider auf Grund des Lohnes nichts draus geworden ist. Ein ganz dreister Vertreter einer Zeitarbeitsfirma hatte mir sogar mit einer Meldung beim Arbeitsamt gedroht da ich ja jede Arbeit annehmen müsste.

Ich habe auch keine extrem hohen Lohnwünsche ich möchte halt nur soviel wie ich jetzt vom Arbeitsamt bekomme und das konnte mir bis jetzt keiner Zahlen. Mein ehemaliger Lohn liegt auch unter dem von Kelle geposteten Durchschnittslohn.


2. Thema Zeitarbeiter in meiner alten Fa. hatten wir auch Zeitarbeitnehmer diese hatten im schnitt 4 Euro weniger als die eigenen Mitarbeiter und das obwohl diese teilweise schon 4 Jahre da sind.
Ansich ist besser gesagt war, Zeitarbeit nicht verkehrt es war solange eine gute sache bis die lieben Sozialen Demokraten gesagt haben das Zeitarbeiter solange ausgeliehen werden dürfen wie die Fa. das möchte damit fing zumindes bei meiner alten Fa. das "Lohndumping" an.

3. Mindestlohn einen Gesetzlichen sollte es nicht geben aber es sollte die möglichkeit geben das man ohne nachteile einen Arbeitsplatz mit zunidrigen Lohn ( d.h. sobald man zuschüsse vom Staat bekommt) ohne Nachteile ablehnen kann. Auch sollte der bezug von ALG I verlängert werden wenn man nachweist das man sich um einen Arbeitsplatz bemüht.
 
[...] 3. Mindestlohn einen Gesetzlichen sollte es nicht geben aber es sollte die möglichkeit geben das man ohne nachteile einen Arbeitsplatz mit zunidrigen Lohn ( d.h. sobald man zuschüsse vom Staat bekommt) ohne Nachteile ablehnen kann. Auch sollte der bezug von ALG I verlängert werden wenn man nachweist das man sich um einen Arbeitsplatz bemüht.
Stell' Dir mal vor, wie das werden würde, wenn diese 3 Faktoren zusammen spielen. Also: Kein Mindestlohn. Jeder darf Arbeit ablehnen, wenn sie weniger Geld einbringt, als die momentane staatliche Unterstützung. ALG I-Bezug wird so lange verlängert, wie man sich aktiv um Arbeit bemüht. Weißt Du, was dann passiert? Dann wird es Leute geben, die nie wieder arbeiten gehen (wollen).

Kurzes Rechenspiel: Jemand (45 Jahre alt) arbeitet seit 20 Jahren in der gleichen Firma. Inzwischen hat er ein Brutto von 3000 Euro. Die Firma geht in den Ostblock oder pleite, er wird entlassen. Vielleicht erhält er eine Abfindung oder nicht, egal. Gut, also dieser Herr ist Dauersingle und kinderlos, also LSK 1 ohne Freibeträge. Von seinen 3000 brutto verbleiben ihm also etwa 2000 Euro netto. Und grob über den Daumen gepeilt bekommt er also etwa 1300 Euro ALG I. Das ist schonmal weit mehr, als manch eine andere Berufsgruppe bekommt. Mit 45 hat er heutzutage kaum Möglichkeiten, in seinem gelernten Beruf bei dem Gehalt einzusteigen, wo er aufgehört hat (natürlich gibt es bei diversen akademischen Berufen aus Ausnahmen, aber unser Beispiel ist kein Akademiker, nur (Vor-)Arbeiter). Quereinstieg ist in diesem Alter auch sehr schwierig, für ein Gehalt von mindestens 2100 Euro brutto (damit er wieder etwa 1300 Euro netto hat), unmöglich. Naja, 1300 Euro ALG I sind keine Seltenheit. Aus dieser Sicht ist ALG I für maximal 1/2 Jahre durchaus legitim.

Was Drohungen von Zeitarbeitsbuden angeht: Da reicht meist schon ein böser Blick :LOL: Ich war auch mal in der Situation, die haben mir damals einen Job beim Wachschutz übergeholfen. 5,30 DM/h brutto plus 10% Nachtzulage. Selbst bei den regulären 12 h/d ist man da unter dem ALG-Satz gelandet. Gut für Rentner, die ihre Rente aufbessern wollen. Aber nichts, um davon leben zu können. Ich habe den Job auch angenommen und ganze 2 Monate gemacht, weil ich mir noch gedacht habe, dass ich lieber arbeite und wenig verdiene, als mir den Verstand mit Vera am Mittag zu verkleben. Aber wenn man 12 Stunden am Tag Zeit hat, sein Leben zu ananlysieren, dann fragt man sich ganz automatisch, warum man eigentlich nicht gerade einen Sack Putz für 10 DM/h schleppt. Zum Vergleich: Damals wurde einer ungelernten Hilfskraft auf dem Bau schwarz (folglich netto) mindestens 10 DM/h gezahlt. Also ich verstehe Dich sehr gut, wenn man solche unmoralischen Angebote "dankend" zurück weist.

Gut, also ich bin ja noch ein Befürworter des Mindestlohnes. Jedenfalls so lange, wie es Berufsgruppen gibt, die ganz regulär 8 Stunden täglicher Arbeit unter dem ALG-II-Satz entlohnen. Das Leben in Deutschland ist nunmal teuer, und jeder muss durch seiner Hände Arbeit wenigstens leben können. Und warum bist Du gegen einen Mindestlohn?

Gruß,
Photon
 
https://www.klamm.de/partner/unter_news.php?l_id=8&news_id=692734

Dann wird es ja richtig spannend.

Wenn verschiedene Branchen verschiedene Mindestlöhne haben, dabei die Qualifikation überall in etwa gleich niedrig ist, dann gibt es doch ein Hauen und Stechen um die Briefträgerjobs...

Ist aber schon spannend dass ne Bekannte jetzt in der Postzustellung mehr verdient, als in Ihrem Lehrberuf.
Sie arbeitete bis dato im Dentalbereich.

gruss kelle!

@Photon: Die Rechnung 3000 € brutto -> 2.000 € netto passt bei LSK 1 nicht wirklich.
 
Das ist meiner Meinung nach der Beginn der breiten Abwehrschlacht der Arbeitgeber gegen einen flächendeckenden einheitlichen Mindestlohn.
 
Stell' Dir mal vor, wie das werden würde, wenn diese 3 Faktoren zusammen spielen. Also: Kein Mindestlohn. Jeder darf Arbeit ablehnen, wenn sie weniger Geld einbringt, als die momentane staatliche Unterstützung. ALG I-Bezug wird so lange verlängert, wie man sich aktiv um Arbeit bemüht. Weißt Du, was dann passiert? Dann wird es Leute geben, die nie wieder arbeiten gehen (wollen).
Haben wir die nicht jetzt schon?
Also ich kenne genug die mehr als 10 Jahre arbeitslos sind. Die werden auch nie arbeiten!
Der Staat lässt bekanntlich keinen verrecken.
Mit dem System hätte die eine Chance die wollen aber Löhne angeboten bekommen mit denen du nichts kaufen kannst.


Kurzes Rechenspiel: Jemand (45 Jahre alt) arbeitet seit 20 Jahren in der gleichen Firma. Inzwischen hat er ein Brutto von 3000 Euro. Die Firma geht in den Ostblock oder pleite, er wird entlassen. Vielleicht erhält er eine Abfindung oder nicht, egal. Gut, also dieser Herr ist Dauersingle und kinderlos, also LSK 1 ohne Freibeträge. Von seinen 3000 brutto verbleiben ihm also etwa 2000 Euro netto. Und grob über den Daumen gepeilt bekommt er also etwa 1300 Euro ALG I. Das ist schonmal weit mehr, als manch eine andere Berufsgruppe bekommt. Mit 45 hat er heutzutage kaum Möglichkeiten, in seinem gelernten Beruf bei dem Gehalt einzusteigen, wo er aufgehört hat (natürlich gibt es bei diversen akademischen Berufen aus Ausnahmen, aber unser Beispiel ist kein Akademiker, nur (Vor-)Arbeiter). Quereinstieg ist in diesem Alter auch sehr schwierig, für ein Gehalt von mindestens 2100 Euro brutto (damit er wieder etwa 1300 Euro netto hat), unmöglich. Naja, 1300 Euro ALG I sind keine Seltenheit. Aus dieser Sicht ist ALG I für maximal 1/2 Jahre durchaus legitim.
Naja sehe ich anders wer Jahre lang gut verdient hat kann nicht auf einmal für nen Apel und Ei arbeiten gehen. Er hat auch reichlich an Sozialabgaben und Steuern abgedrückt.
Zu deiner höhe: Laut https://www.das-arbeitslosengeld.de/ArbeitslosengeldRechner_Rechner.php bekommt er 1061,10 € ALGI
Um das Netto zu haben müsste er laut https://www.lohn1.de/lonb.htm
1546,96 Brutto verdienen.


Was Drohungen von Zeitarbeitsbuden angeht: Da reicht meist schon ein böser Blick :LOL:
Bei mir reichte ein " Was meinen sie wielange sie den Kunden noch haben werden zu dem sie mich dann schicken?"

Gut, also ich bin ja noch ein Befürworter des Mindestlohnes. Jedenfalls so lange, wie es Berufsgruppen gibt, die ganz regulär 8 Stunden täglicher Arbeit unter dem ALG-II-Satz entlohnen. Das Leben in Deutschland ist nunmal teuer, und jeder muss durch seiner Hände Arbeit wenigstens leben können. Und warum bist Du gegen einen Mindestlohn?

Gruß,
Photon

Ich bin gegen Mindestlohn da ein Mindestlohn wovon jeder anständig Leben könnte zumindes in den nächsten Jahren nicht kommen wird.
Oder meinst du die 7,50 Euro vom DGB sind der Renner?
Würde bei mir Steuerklasse III sagenhafte 971,94 Euro Netto ausmachen( bei ner 38 std Woche).

Aber selbst 7,50 Euro will das Pack nicht zahlen!
 
Haben wir die nicht jetzt schon?
So weit ich weiß, nein. Jetzt kann man wohl 3 Angebote ablehnen und dann Kürzungen bis Streichungen in Kauf nehmen.

[...]
Zu deiner höhe: Laut https://www.das-arbeitslosengeld.de/ArbeitslosengeldRechner_Rechner.php bekommt er 1061,10 € ALGI
Um das Netto zu haben müsste er laut https://www.lohn1.de/lonb.htm
1546,96 Brutto verdienen.
Ja, ich hatte meine Rechnung schon nach dem Veto von (Bier)Kelle nachgerechnet und auf erstaunliche 3.500 Euro brutto gekommen, um knappe 2000 Euro netto zu haben. Meine Rechnung war wohl noch aus Zeiten, wo wir einen Kaiser hatten *gg*

Bei mir reichte ein " Was meinen sie wielange sie den Kunden noch haben werden zu dem sie mich dann schicken?"
Naja, ein missgünstiger Mitarbeiter könnte Dir das Ding beim Arbeitsamt an den Arsch hängen. Durch solche Aussagen wirkst Du Deiner Einstellung aktiv entgegen und verhinderst damit eine Einstellung. Das könnte Maßnahmen des Arbeitsamtes nach sich ziehen, auch wenn ich wahrscheinlich an Deiner Stelle einen ähnlichen Spruch gebracht hätte :)

Ich bin gegen Mindestlohn da ein Mindestlohn wovon jeder anständig Leben könnte zumindes in den nächsten Jahren nicht kommen wird.
*lach* Was ist das denn für eine Begründung?

[...] Aber selbst 7,50 Euro will das Pack nicht zahlen!
Naja, weil es eben genug Leute gibt, die für weniger als ALG-II-Satz aufstehen und arbeiten gehen. Warum auch immer. Aber das ist nunmal Marktwirtschaft. Wenn sich für jede Arbeit und jedes Bettlergehalt jemand findet, dann werden von allein die Gehälter niemals steigen.

Schon deshalb für Mindestlohn. Auch wenn es nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Gruß,
Photon