Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Aber in Tschernobyl sind Dinge passiert, die meines Wissens nach in einem deutschen Kraftwerk technisch gar nicht möglich sein sollten. Weil von Menschen zum Proben von Problemen, diese bewusst beigeführt wurden und Sicherheitsprotokolle deaktiviert wurden.
In Tschernobyl wurde ein Graphitmoderator verwendet, der bei der Explosion der Kernschmelze in Brand geriet und dann die Schmelze hinausgeschleudert hat. Hat alles nur noch schlimmer gemacht statt die Kettenreaktion zu bremsen. Es gab auch kein Containment - der Reaktor stand nur in einer Halle.
https://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Tschernobyl#Ursachen

Fukushima liegt eindeutig in einer Gefahrenregion und hat dafür recht gut standgehalten, dass es so alt ist und so viel mitmachen musste. Aber hier ist für mich die Atomaufsichtsbehörde gefragt, die eben sowas regelmäßig prüfen muss.
In Fukushima gab es einen inkompetenten Chef, der noch nicht mal eine Ingenieurausbildung hatte. Wie soll so jemand Anweisungen geben, wenn er eh keine Ahnung hat.
Im Vergelich zu Tschernobyl ist Fukushima aber noch harmlos.
Bei Tschernobyl gab es auf dem Dach Werte zwischen 10 und 100 Gray/h und da wurden sogar noch Menschen hoch geschickt!
In Fukushima ist es auch scheinbar nicht nötig den Reaktor zuzuschütten, um die Strahlung zu begrenzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin kein Experte und ich kann die Wahrscheinlichkeiten auch nicht berechnen. Ich kenne aber nun die Historie und möchte nicht mit dem Risiko leben, alle 25 Jahre einen GAU mitzumachen, wodurch auch immer verursacht.

Wenn man dann jetzt in den Dokus hört, welche Katastrophen noch gedroht haben in der Zwischenzeit und nur durch Glück in letzter Minute verhindert wurden, dann wird mir eigentlich übel.

Mir wird auch übel, wenn ich rausschaue und die Schornsteine der Kohlekraftwerke sehe, ich kann auch nicht nachvollziehen, warum die neu gebaut werden, ich kann auch die Subventionen in dem Bereich nicht nachvollziehen und bin strikt dagegen.

Angesichts der Macht der Stromkonzerne tendiere ich immer mehr zu dezentralen oder sogar absolut lokalen Versorgung mit Energie. Ich werde bei meinem geplanten Haus darauf achten, möglichst autark von externer Energie zu bauen.

Gruss
Marty
 
Ich bin kein Experte und ich kann die Wahrscheinlichkeiten auch nicht berechnen. Ich kenne aber nun die Historie und möchte nicht mit dem Risiko leben, alle 25 Jahre einen GAU mitzumachen, wodurch auch immer verursacht.

Du wirst damit leben müssen... Dabei ist es ziemlich egal, was Deutschland macht... Und es wird nicht so kommen, dass sobald Deutschland die AKWs abschaltet die anderen Länder sagen: "Na, da schau her... Geht auch so"... Denn es gibt bereits jetzt genügend Länder ohne Atomkraft (wie Italien... Die aber jetzt auch umdenken) und die zieht auch keiner als glorreiche Vorbilder heran.
 
[...] Wenn man dann jetzt in den Dokus hört, welche Katastrophen noch gedroht haben in der Zwischenzeit und nur durch Glück in letzter Minute verhindert wurden, dann wird mir eigentlich übel. [...]

Vor einigen Tagen habe ich eine Doku gesehen, bei der ein Kamerateam zufällig bei der Besichtigung eines KKW eine Störung mitansehen konnte. Plötzlich ging ein Alarmsignal los. Die Mitarbeiter haben dann in den Ordnern mit den Anweisungen für Störfälle nach dem Fehler gesucht und waren nach einiger Zeit froh, dass sich das Signal zwischenzeitlich von selbst wieder abschaltete.

Der Kommentator gab schließlich noch den Hinweis, dass der Betreiber schriftlich darum gebeten hatte, die Bilder nicht zu veröffentlichen. :ugly: Eine Erklärung für die Störung gab es da allerdings anscheinend auch noch nicht. Hier kann man sich die Doku ansehen.

(Situation ab Minute 15:15 - Wer etwas mehr Zeit hat sollte ab ca. Minute 11 gucken)
 
Zuletzt bearbeitet:
Du wirst damit leben müssen... Dabei ist es ziemlich egal, was Deutschland macht.
Das mag Deine Ansicht sein. Wenn man sich allerdings anschaut, dass Deutschland (im Gegensatz zu Italien z.b.) durchaus ein Technologieführer in der Welt ist und sehr wohl als Beispiel für andere dient, dann könnte es etwas bewirken, wenn wir damit anfangen.

Die Österreicher bewirken etwas, indem sie ihre Schauspieler als Governeur in andere Staaten schicken und dort für Umweltschutz sorgen lassen.

Es muss nur jemand, der gross ist und entsprechenden Verbrauch hat, zeigen, dass es geht. Und wer könnte das besser als wir?

Und es wird nicht so kommen, dass sobald Deutschland die AKWs abschaltet die anderen Länder sagen: "Na, da schau her... Geht auch so".
Sicher nicht ma nächsten Tag, aber vielleicht in 10 oder 20 Jahren.

Meinst Du, Klimaschutzziele wären jemals vereinbart worden, wenn nicht einer gesagt hätte "Wir fangen auch ohne Euch an!" und jeder nur immer auf den anderen zeigt?

Dieses Lemmingverhalten "Die anderen machen nichts, machen wir auch nichts. Wenn wir doch was machen, werden wir wirtschaftlich runiert!" geht mir auf den Zeiger. Unsere Autoindustrie hat unseren Untergang prophezeit, als es um den Katalysator ging. Als Filter in die Kohlekraftwerke sollten hat das RWE gedroht, es müsse Insolvenz anmelden und könne auf dem Markt nicht mehr bestehen... Alles lächerlich und nur Drohgebärden zur Gewinnmaximierung.

Marty
 
Mir persönlich ist scheißegal, wo die Dinger stehen. Jedes, das abgeschaltet ist, ist ein Gewinn. Und wenn wir in Deutschland eine Insel der Glückseligen ohne AKW sind, ist mir das auch recht: Das heißt dann nämlich, daß eben die Deutschen Reaktoren schon mal nicht mehr hochgehen können. Italien ist uns was das anbelangt um etliche Jahre voraus - dort gibt es keine AKWs mehr.
 
Grad eine interessante News eines Umweltforschers hier auf Klamm gelesen.

Atomkraft: Ist Deutschland zu naiv?
Laut dem australischen Umweltforscher Prof. Barry Brook, sollte Deutschland weiterhin auf Kernkraft setzen, weil das die rentabelste, sicherste und umweltfreundlichste Energiequelle ist. Der Co2-Ausstoß bleibt gering, Energiebedarf gedeckt und Risiken sind absehbar. Japan ist da kein Gegenbeweis.

Nach Brook sind Fukushima und Tschernobyl nicht vergleichbar. Japans Unglück wurde durch höhere Macht verursacht, die so stark nur selten zuschlägt. Außerdem scheint sich die Situation wieder zu entspannen. Es mache kein Sinn über abstrakte Risiken nachzudenken, wenn es echte Probleme gibt.

Keine Industrienation kann ewig fossile Energien nutzen sowie keine Nation die Wende mittels Öko-Strom schafft. Die Kapazitäten, Effizienz und Verwaltung sind mager. Wobei AKW-Technologien wie "fast reactor technolgy" ein stetiges Recycling ermöglichen und die Abfälle nur noch 300 Jahre strahlen.

Und zu dem was Dubberle schreibt, dass wir Italien als vorbild nehmen sollten. Habe grad mal einen Artikel gefunden, der zwar von 2007 ist, aber denke, dass sich das nicht soo stark geändert hat

Italien ist ein rohstoffarmes Land und importiert fast alle Rohstoffe die in der Industrie verarbeitet werden. Außerdem werden mehr als drei Viertel des Energiebedarfes durch importierte Energie gedeckt.

Ob das so vorbildlich ist, dass Energieproblem dadurch zu lösen, dass man die Verantwortung auf andere umwälzt? Wir könnten ja auch alle AKW's und Kohlekraftwerke abschalten und dann AKW-Strom und Kohle-Strom aus den Nachbarländern nutzen. Ob das dann aber wirklich ein besseres Gewissen macht? Naja. Würde nur Sinn machen, wenn man dann auch konsequent nur Ökostrom importiert. So wie es Italien macht bei der Importmenge, ist es nur einem Konflikt mit dem Volk zu umgehen. Denn die sehen nur, dass der Staat die Umwelt nicht belastet...
 
Eine Aussage, dass Atomernergie sicher sei und die Tragödie in Japan kein Gegenbeweis disqualifziert diesen "Experten" aber ziemlich. Ist ein GAU nur dann ein GAU, wenn er menschlich oder technisch verursacht wurde? Wenn es also ein Erdbeben oder ein Tsunami war, dann haben wir zwar einen GAU, aber die Sicherheit ist trotzdem gegeben? Wenn es nicht so traurig wäre, dann müsste ich lachen.

Marty
 
Temelin ist von Deutschland aus gesehen im Osten. Bei der hier vorherrschenden Westwindlage mag man das als sicher bewerten wollen. Ich tue das nicht.
 
Beunruhigt mich in der Tat in keinster Weise... In meinem Leben gibt es Probleme, die mich tatsächlich betreffen... Es muss einem schon fast zu gut gehen, dass man sich in die Atomangst so reinsteigern kann...

Genau! Islamisierung, Kommunismus, Hartz IV-Dekadenz...

... Auch da muss es einem fast zu gute gehen, um sich in sowas 'reinzusteigern! :mrgreen: :ugly:
 
Beunruhigt mich in der Tat in keinster Weise...

Argumentieren nicht Leute wie Du genau mit der Unsicherheit osteuropäischer AKW um die Sicherheit der deutschen Meiler hoch zu jubeln? (korrigier mich bitte bevor ich nach Beiträgen dieser Art von Dir suche)

Es muss einem schon fast zu gut gehen, dass man sich in die Atomangst so reinsteigern kann...

Existenziell bedrohliche Dinge in unmittelbarer Umgebung machen mir Sorgen.
Im Falle eines Unfalls in Biblis werden nämlich alle anderen Problem auf einmal richtig klein - nicht nur für mich und Darkkurt.
 
Mal wieder ein nettes Zitat, welches meiner Meinung nach sehr gut die wirkliche Realität wiederspiegelt und keinen Wunschtraum.

„Technisch ließe sich der Atomausstieg schnell bewerkstelligen“, sagte der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, der „Frankfurter Rundschau“. Doch ohne die Kernkraft könnten Deutschland und Europa ihre Klimaziele nicht erreichen.

Das ein Ausstieg möglich ist, ist sicherlich unstrittig. Die Frage ist nur immer zu welchem Preis.

Langsam mehren sich ja die Stimmen aus Politik, Umweltforschung, etc. die auch so heikle Sachen ansprechen. Anfangs hat man ja nur immer von überall gehört, wie leicht es scheinbar ist die AKW's vom Netz zu nehmen. Klar ist es einfach, man muss halt nur dagegen die Klimaziele ein wenig strecken.
 
Klar ist es einfach, man muss halt nur dagegen die Klimaziele ein wenig strecken.

Meinst Du nicht, den Japanern (und jedem klar denkenden Menschen) gehen die Klimaziele angesichts radioaktiver Verseuchung grosser Landstriche und des Meeres am Allerwertesten vorbei?

Möchtest Du CO2-Emissionen gegen radioaktive Emissionen tauschen?
 
Meinst Du nicht, den Japanern (und jedem klar denkenden Menschen) gehen die Klimaziele angesichts radioaktiver Verseuchung grosser Landstriche und des Meeres am Allerwertesten vorbei?

Möchtest Du CO2-Emissionen gegen radioaktive Emissionen tauschen?

Ein KKW hat kaum bis keine radiaktive Emissionen im normal betrieb.
Ein Kohle Kraftwerk strahlt da deutlich mehr und produziert auch noch mehr CO2.

Du hast Angst davor das Landstriche radiaktiv verseucht werden aber keine angst davor das wir unsere Meere versauern, mehr Tornados und Hurrikans haben und eventuell ganze Landstriche versenken?

Jeder kann für sich wählen was für ihn das kleinere übel ist.
 
Das Problem ist, dass KKWs da sicher kein Ausweg sind. Wie gesagt reicht das Uran nicht mehr so besonders lang, und dazu kommt, dass der Abbau auch noch ein Riesendrama ist.
Dieses Jahr, Erdkunde-Abi-Prüfungsthema in Bayern: Folgen des Uranabbaus für den Niger
Die sind echt nicht nur positiv, der ganze strahlende Abraum bleibt da liegen, die atmen haufenweise Alphastrahler ein, und ausserdem gibts noch keine Lösung für die Endlagerung. Naja, die Probleme sind auch noch nach nem seitenlangen Thread die gleichen und nicht wegzudiskutieren.
Gruß, TA
 
Meinst Du nicht, den Japanern (und jedem klar denkenden Menschen) gehen die Klimaziele angesichts radioaktiver Verseuchung grosser Landstriche und des Meeres am Allerwertesten vorbei?
Klar denkende Menschen gehen aber nicht davon aus, dass es es in Deutschland zu "radioaktiver Verseuchung grosser Landstriche und des Meeres" kommt. Es geht um die Klimaziele Deutschlands, da spielt das Unglück in Japan keine Rolle.

Ohne die genauen Zahlen (zu kennen) läßt sich schwer sagen, ob die Klimaziele zu erreichen sind. Und wenn nicht, muß man halt abwägen, ob man eine zwar beim CO2-Ausstoß klimafreundliche, aber durch den Müll alles andere als umweltfreundliche Energieform beibehält, oder ob man Abstriche bei den Klimazielen macht.

Ich frag mich ehern, ob was die wirtschaftlichen Folgen sind. Da wird innerhalb kürzester Zeit dem Strommarkt eine vermutlich beachtliche Menge Strom entzogen.