Eintrag #202, 13.10.2007, 12:29 Uhr

WAS TUN, WENNS KRACHT - rundbrief (teil1)

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WAS TUN, WENNS KRACHT

Derzeit geschehen scheinbar seltsame Dinge in der Welt der
Finanzen. Gold gewinnt an Wert, Aktien erreichen völlig irre
Höhen, Immobilienkredite in USA scheinen Schwierigkeiten zu
bereiten und reissen tiefe Löcher in Bilanzen weltweiter
Banken. Der Dollar ist wenig wert wie selten, die
Druckerpressen für Banknoten scheinen heiss zu laufen.
Mit den Märkten tue ich schon seit etwa 10 Jahren herum und
es scheint sich etwas zusammen zu brauen, sagt meine kleine
Erfahrung.

Das merke nicht nur ich.
Aus allen Ecken und Löchern kriechen die so genannten
Crash-Propheten und beten nicht nur eine Krise am
Aktienmarkt, sondern auch noch gleich eine weltweite enorme
Wirtschaftskrise herbei.

Diesen Artikel sollte jeder gelesen haben:
http://www.goldseiten.de/modules/news/print.php?storyid=2707

Anhänger dieses Gedankenguts finden sich auch besonders in
den "alternativen" Kreisen. Denn dass etwas nicht stimmt,
scheinen viele Menschen zu spüren.

Heute meine unmaßgebliche Meinung zum Thema:

1.) Wann passiert was?

Keine Ahnung. Manch ein Untergangsprophet brüstet sich
damit, schon seit 25 Jahren darüber zu reden.
Es gibt Bücher aus den 80er Jahren, die den grossen Kollaps
logisch und nachvollziehbar für die kommenden Monate
vorhersagen.
Ich persönlich nehme an, wer heute unter 75 ist und recht
gesund, der hat gute Chancen, etwas zu erleben.


2.) Was passiert?

Keine Ahnung. Da gibt es Menschen, die sehen das Ende der
westlichen Welt. Massenarbeitslosigkeit und Hunger stürzt
Europa und die USA in totale Anarchie. Raubende Banden
ziehen plündernd durch die Strassen...
Davon halte ich wenig. Wenn man sich nicht in so genannten
"sozialen Brennpunkten" in der Stadt aufhält, dürften die
Auswirkungen relativ beherrschbar sein.
Allerdings nehme ich durchaus an, dass erstens Geld auf der
Bank weitgehend unerreichbar sein wird. Zweitens könnte
Bargeld drastisch an Wert verlieren. Drittens halte ich eine
Massenarbeitslosigkeit für realistisch. Wer sich darum
kümmert, was morgen auf den Tisch kommt, der braucht keinen
Anwalt, keinen Werbefachmann, keinen Versicherungsverteter,
keinen Klatschkolumnisten, keinen Starfrisör, keinen
abstrakten Künstler, keinen Bänker, keinen Piloten,
Softwaredesigner, Chief-Irgendwas-Consulting-Director...

Von einer Arbeitslosigkeit weit entfernt werden sein:
Bauern, Handwerker, Müllmänner...

Die Auswirkungen sind vom aktuellen Standard her gravierend.
Aber vielleicht ist nur der Standpunkt verschoben?
Stellen wir uns vor, wir werden auf den Lebensstandard von
1957 zurückgeworfen. Das sind nur 50 Jahre!
Hier gibt es weder Handy noch Fernsehen für jedermann. Wer
hat schon eine Waschmaschine? Fliessendes Wasser oder Strom
ist meist vorhanden. Auf den Tisch kommen Äpfel und Brot,
Kartoffeln, Kraut. Hungern muss niemand.
Man fährt mit dem Bus, Autofahren ist zu teuer.
Oder man läuft eben ein wenig.
Man flickt seine kaputten Hosen, statt sich sofort neue zu
kaufen. Gearbeitet wird 42 Stunden pro Woche, 6 Wochen
Urlaub hat keiner.
Singelhaushalte werden zu teuer, man rückt etwas zusammen.

Oh, wie schrecklich?
Schätzungsweise 90% der Weltbevölkerung würde einen solchen
Lebensstandard als "königlich luxuriös" bezeichnen.
Wir sprechen von "Crash".

Sich hier grosse Sorgen zu machen, scheint mir doch etwas
dekadent.

Angemerkt sei jedoch noch eines:
Vor 50 Jahren hatten die Menschen bei uns noch eine gewisse
Erfahrung im Treffen eigener Entscheidungen. Man hatte noch
ein wenig mehr Phantasie und vielleicht auch Können.

Insofern wird die Übergangszeit durchaus von der ein oder
anderen Energieentladung gezeichnet sein.
Eben wie in der Natur bei einem Gewitter.
An sich ist das nicht gefährlich, so lange man nicht zur
falschen Zeit am falschen Ort ist.


3.) Wie bereite ich mich vor?

Die Untergangspropheten horten haltbares Essen und
dergleichen Gegenstände, die in der Übergangszeit angeblich
schwer zu bekommen sein werden. Gold auch.
Naja.

Ich habe mir insbesondere zu diesem Punkt viele Gedanken
gemacht. Was kann man tun? Was soll man tun?

Wer freies Geld hat, dem empfehle ich, einen nennenswerten
Teil in physischem(!) Gold aufzubewahren.

Das ist ein kleiner Schritt. Viele können/wollen den nicht
gehen. Er genügt ohnehin nicht. Ja, fast möchte ich sagen:
Er geht am eigentlichen Thema vorbei.

Das Thema ist nämlich NICHT:
"Die böse Katastrophe kommt."

Oh nein, weit gefehlt.
Das Thema ist:

"Die böse Katastrophe IST bereits da und die Auswirkungen
werden wir spüren."

"Böse" ist das natürlich nicht. Eher teuflisch:
Das Thema ist, dass wir in der "westlichen Welt" uns vom
Menschsein entfernt haben und weiter entfernen.
 
(??)all4you
(??)klamm
(??)Joerg1
(??)Campino007

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