Eintrag #271, 04.01.2010, 10:48 Uhr

Tageskommentar (4.01.2009)

Da jetzt ein paar vergessene Säue durch die Dörfer getrieben werden können, fällt der Obrigkeit auf, daß die Gewalt gegen Polizisten zunimmt. Dabei sollte man gerade von Seiten der Politik dafür Verständnis haben. Es sind schließlich oft genug stramme Antifaschisten, die ein paar Trainingsrunden gegen Polizisten nehmen, um dann später um so intensiver den Kampf gegen Rechts durchführen zu können. Weiterhin: In jedem Polizeistaat der Welt sind es Polizisten, die wehrlosen Staatsbürgern den Willen der Despoten und Tyrannen einprügeln. Da steht es einer Demokratie wie Merkel-Deutschland doch gut zu Gesicht, wenn regimetreue Staatsbürger wehrlosen Polizisten die Grundlagen der Demokratie einprügeln. Und wenn irgendwelche Zuwanderer, die in ihrer Heimat vor Respekt vor Polizisten in den Boden versinken, hier ungestraft auf die Polizei losgehen dürfen, merken die erst, wie wertvoll Freiheit und Menschenrechte doch sind.

Und die Polizisten? Nun ja, demokratische Lösungen sind nun mal leider nur selten für alle optimal. Wenn die Mehrheit - erkennbar an der Überzahl der Angreifer - nun mal der Ansicht ist, daß Polizeiorgane verdroschen werden müssen, erfordert es die freiheitlich-demokratische Grundordnung, den Willen der Mehrheit zu erfüllen. Die Gesetze sind nun einmal so. Höchstens im Personenschutz haben die Polizisten die Möglichkeit, erzieherisch tätig zu werden: indem sie die Rabauken einfach durchwinken, direkt zu dem Politiker. Den zu vermöbeln ist bestimmt noch viel spaßiger, als sich mit einer ganzen Hundertschaft Bereitschaftspolizei abzugeben.

Hinter dem "Arbeit macht frei"-Diebstahl von Auschwitz soll ein britischer Nazi-Sympathisant stecken, der schwedische Rechtsradikale dazu verleitet hat, polnische Kriminelle anzustiften, den Schriftzug zu stehlen. Die Beute sollte anschließend verkauft werden. Was ist daran so schlimm, daß ein bißchen Eisen gestohlen wurde, das jeder Schlosserlehrling ersetzen könnte? Ganz einfach, es geht um die materielle Symbolik. Weil dieser Schriftzug Teil eines Symbols ist, das für eine ganz bestimmte Geschichte steht, muß das Original wieder an seinen Platz zurück. Wäre es Bestandteil einer spirituellen Symbolik, einer in auch nur im geringsten ideellen Angelegenheit, wäre die Materie egal.

Materielle Symbole haben sich immer als Blendwerk erwiesen, ihr Verschwinden war nie ein Verlust. Ideelle Symbole hingegen verschwinden nie. Ein Plastikkreuz für wenige Cent ist für die christliche Anbetung ein ebenso wertvoller Fokus, wie das juwelenbesetzte Werk eines Meistergoldschmieds für Millionen Euro. Materielle Symbole lassen sich materiell bekämpfen, ideelle Symbole nur ideell. Werden ideelle Symbole materiell bekämpft, so steigert das nur ihren Wert. Der Kommunismus hat versucht, mit materieller Gewalt die ideelle Religion zu bekämpfen. Der materialistische Kommunismus ist vorüber, und die Kreuze wurden wieder hervorgeholt.

Der verhinderte Terrorist mit dem Unterhosen-Sprengstoff im Auftrag der CIA hatte noch eine andere Aufgabe: Friedensnobelpreisträger Obama benötigte einen Vorwand für eine neue Front im Jemen. Das geht in den USA nun mal nicht mit der ehrlichen Ankündigung, daß man ein paar Bomben zuviel habe und die auf irgendwelche andere Völker werfen möchte, sondern nur mit einem Sündenbock. Dazu spielt man gerne über Bande. Als damals ein paar Leute aus Saudi-Arabien ferngesteuerte Flugzeuge in das World Trade Center geflogen haben und so eine hervorragend durchgeführte Sprengung verschleierten, haben die USA folgerichtig Afghanistan angegriffen. Jetzt hat man einen Nigerianer, der zu blöd war, um einen Bombe zu zünden, und nimmt sich des Jemens an.

Immerhin, die Angloamerikaner haben dazugelernt. Anstatt teuere eigene Truppen im Jemen zu verheizen, wie das im Irak und in Afghanistan passiert, baut man ein paar Todesschwadronen aus Einheimischen auf. Diese Terror-Bekämpfer metzeln dann ihre Landsleute nieder und werden von den "Qualitätsmedien" dafür als Helden gefeiert. Und sollten sie ein paar Leute zuviel umbringen, gehört das zu der landesüblichen Folklore und kein Verteidigungsminister muß zurücktreten. Und, seien wir ehrlich: Um einen amerikanischen Luftschlag anzufordern, braucht man kein Oberst bei der Bundeswehr zu sein.

© Michael Winkler
 
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