Eintrag #5, 29.09.2005, 20:08 Uhr

Sinnlos?!

An einem verregnetem Sommertag lag Angelina, wie so oft, wenn es regnete, auf Ihrem Bett und lauschte den Regentropfen, die langsam auf das leicht geöffnete Fenster prasselten. Sie musste an ihn denken, ihn, der immer für sie da war und nun meilenweit entfernt. Sie konnte Mark klar und deutlich vor Ihren Augen sehen und doch war es nur ein Gedanke. Eine Träne lief ihr über das leicht gerötete Gesicht. Ihr Gesicht, das so voll Trauer und Sehnsucht nach ihm erfüllt war.
Warum müssen meine Eltern nur so stur sein? Warum nur mussten wir so weit voneinander getrennt werden? Früher, so dachte sie, trennten uns nur ein paar Häuser, jetzt sind es schon fast Welten. Was ein Umzug doch alles bewirken kann. Sie schloss ihre Augen und stellte sich vor jetzt neben ihm zu liegen, seinen Atem auf ihrer Haut zu spüren und ihre Hände über seinen Körper gleiten zu lassen. Sie schenkte ihm ihre Gefühle, die sie bis heute noch empfand, aber ihm gegenüber nun nicht mehr zeigen konnte. Seit Tagen wusste sie nicht, ob sie ihn jemals wieder sehen würde. Ich werde sterben ohne ihn, wäre er doch noch ein einziges mal hier, dachte sie. Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb mit Tränen durchtränkten Augen einen Brief an ihn. „Warum müssen Eltern so grausam sein? Nur, weil ich einer anderen Religion angehöre? Das, was wir befürchtet haben, ist nun geschehen und wirft mich um! Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, kenne keinen Ausweg. Ich hoffe, du verstehst meine Entscheidung, mich von dieser Welt zu trennen.“
Doch sie zerriss den Brief und warf ihn weg. Oft dachte sie noch darüber nach, was er beim letzten Treffen zur ihr gesagt hatte. Er meinte, dass das Leben gemein sei, aber oft ein Sinn habe, was passiere. Trotz des schmerzlichen Ausdrucks in seinem Gesicht hörte er sich erschreckend ernst an. So ernst, dass man glauben konnte er liebe sie nicht wirklich. Doch sie wusste, dass es seine Art war, damit fertig zu werden. Er war ein Teil von ihr und sie würde ihn nie verstoßen!
Draußen wurde es dunkel und dadurch, dass sie so viel geweint hatte, schlief sie schnell ein. Genau in jenem Moment aber war er ihr bereits nachgereist. Der nächste Tag schien für Angelina jedoch nicht besser als der vorige. Sie nahm den Brief wieder aus dem Mülleimer, klebte ihn zusammen, faltete ihn, steckte ihn in den Umschlag und ließ ihn auf dem Schreibtisch liegen. Später kam Mark an und da das Fenster immer noch offen war, stieg er dort ein. Von ihr jedoch fehlte jede Spur.
Er lass den Brief und schaute auf das Fenster. Die Gardine flatterte im Wind.
 
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