Eintrag #47, 20.11.2008, 22:44 Uhr

Mein Sohn, ich war Author und Publizist deiner Akte

Mittlerweile ist es ja fast schon Routine in den Personalabteilungen, ihre Bewerber zu googeln, schön dass man bereits in einigen Jahren alles Wichtige und vor allem Unwichtige über einen Menschen finden kann, nur weil die Eltern damals, d.h. heute, eifrige Tipper waren.

Angesichts der derzeit unzähligen Diskussionen über den Bundestrojaner, den Schutz sensibler Daten, dem WEB2-Projekt meinVZ und Co. finde ich es sehr beängstigent, wie viele Daten von einem Menschen bereits veröffentlich werden und vor allem für jedermann zugänglich sind, bevor er überhaupt laufen kann und weitere Schritte ins Leben unternimmt.

Ein Hersteller für Babynahrung macht es möglich, im milupa-webchen finden sich Schilderungen und Protokolle über Kinder, wie sie die Stasi nicht hätte besser erstellen können. Auch für die Damenwelt gibt es unzählige detaillierte Erfahrungsberichte über Schwangerschaft, Hochzeit, Geburt und Erziehung. Was will man mehr.

Ich glaube, es bedarf derzeit einiger Aufklärung über die Preisgabe persönlicher Informationen im Internet und ich finde, ein Hinweis für deren mögliche Verwendung gehört, genauso wie die Schreckensmeldungen auf den Zigarettenschachteln an jedes Anmeldeformular aller Anbieter von Klickibunti-Webbaukästen.

Viel Spaß bei der Bewerbung, und sei dir sicher, dein Chef weiß genau, wie lang du durch das Becken deiner Mutter gebraucht, wann du Laufen gelernt und das erste Mal auf ins Töpfchen gepieselt hast.

Soviel zum Thema: "Schlauer homo sapiens, ich spionier mich selber aus !"

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