Eintrag #267, 29.12.2009, 23:33 Uhr

Lagebestimmung (Teil 5)

Euro und EU

Griechenland ist bankrott. Also nicht so ein bißchen bankrott wie Merkel-Deutschland, sondern richtig bankrott. Nun ist Griechenland kein Kleinstaat am Ende der Welt, sondern Mitglied der EU und Teilhaber an der Wunderwährung Euro. Wobei das größte Wunder dieser Währung ist, daß sie noch immer existiert. Diese Wunderwährung macht Völker zu Brüdern und unter Brüdern müssen sich alle gegenseitig helfen, bis zum letzten Blutstropfen bzw. Cent. Während man sich Freunde aussuchen kann, ist das bei Brüdern nicht möglich. Griechenland ist ein Bruder, der sich gewissermaßen mit einem gefälschten Gentest in die Familie geschlichen hat, denn Griechenland hatte nie auch nur im Ansatz die Voraussetzungen für den Euro-Beitritt erfüllt.

Nun sitzen wir im selben Boot. Die einen rudern und Griechenland sitzt auf dem Sonnendeck und genießt die Aussicht. Euronien hat nun die Wahl, das Sonnendeck abzuhacken, also Griechenland über Bord zu werfen und so das Boot zu beschädigen, oder eben weiterhin für Griechenland mitzurudern und sich ein bißchen mehr anzustrengen. Am heftigsten rudern muß natürlich Merkel-Deutschland, als größter Netto-Zahler der EUdSSR. Aber wir zahlen gerne, wir haben nicht einmal etwas dagegen, wenn das neue EU-Außenministerium seine Dokumente nur in Englisch und Französisch ausfertigt, obwohl es mit Deutsch eine dritte offizielle EU-Amtssprache gibt.

Griechenland darf also hoffen, von den deutschen Steuerzahlern gerettet zu werden. Griechenland ist ja nicht so wahnsinnig groß, wenn wir den Fonds für den Neubau von Synagogen und Moscheen nach Griechenland überweisen, sowie die Gehälter aller Frauen-, Gleichstellungs- und Islambeauftragten, ist dem Land schon geholfen. Nur, leider, ist Griechenland nicht der einzige Problemfall von Euronien. Da wären noch Portugal, Spanien, Italien und Irland. Wenn wir die alle sanieren möchten, wird es ernst, dann können wir unseren Damen und Herren Ministern keine neuen Dienstwagen mehr kaufen. Das ist vielleicht noch zumutbar, aber wenn nur noch ein weiteres Land hinzukommt, müssen wir den Kanzler-Airbus verkaufen - und das geht leider nicht mehr.

Die EU ist ein Scheinriese, geschaffen, um deutsches Geld in fremde Kassen zu leiten. Die EU ist nicht in der Lage, Deutschland in irgendeiner Form zu stützen. Die EU mit ihrer Regelungswut jenseits aller Logik hat sich zu einem Beschäftigungsprogramm für überflüssige Beamtenheere zu entwickelt. Gleichmacherei soll alles auf das geringste Niveau herabziehen. EU-weite Ausschreibungen führen dazu, daß deutsche Handwerker und Firmen einer Konkurrenz ausgesetzt werden, die jenseits deutscher Standards alle Angebote unterbieten kann. Das führt zu der grotesken Situation, daß Deutsche das Geld nicht mehr verdienen dürfen, mit dem die EU finanziert wird.

Der Euro ist übrigens so wenig ein Wert an sich wie der Dollar, was ihn als Einziges stützt, ist der Glaube an die deutsche Wirtschaftskraft. Schaut man in die Schatulle der Europäischen Zentralbank, so findet man darin ein paar Krümel Gold und haufenweise grünes Papier, denn, ja, der Dollar ist der Wertbezug dieser Esperanto-Währung. Fällt der Dollar, reißt es den Euro mit in den Abgrund.

Alles Gute 2010!

Ich hoffe, dieser Wunsch klingt nicht allzu zynisch. Wenn es der Welt schlecht geht, muß das nicht heißen, daß es Ihnen schlecht ergehen muß. Die Zukunft sieht düster aus, gewiß, aber das sagt nichts über Ihre persönliche Zukunft. Ich wünsche Ihnen das, was ich jedes Jahr wünsche:

Kommen Sie gut durch!

© Michael Winkler
 
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