Eintrag #184, 28.06.2007, 14:29 Uhr

gedanken über die sinnlosen gebote...

heute habe ich mal wieder einen rundbrief von thomas von lebenswert.de mit folgendem inhalt erhalten:

    10 Gebote sind 10 zu viel


     Ehre Deine Eltern

     Ein altes Gebot, Nummer 4 der zehn Gebote unter anderem.
     Nun, wie es eben so ist mit Geboten - ich pfeif drauf.
     Nicht, dass ich meine Eltern nicht ehren würde.
     Vielmehr ist es völlig schwachsinnig, hieraus ein Gebot zu
     machen. Und noch hirnrissiger ist es, diesem "Gebot" auch
     noch zu folgen, einfach deshalb, weil es eben ein Gebot ist.

     Ich sehe heute zwei Perspektiven - denn ich bin Sohn und
     selbst Vater.

     Also soll natürlich auch mein Nachwuchs mich ehren.
     Ja, das wünsche ich wirklich.

     Aber als Vater muss ich mir daher ernsthaft die Frage
     stellen: Warum um alles in der Welt soll mein Sohn mich
     ehren?

     Was macht mich ehrwürdig?

     Was tue ich, das seinen Respekt verdient?
     Wer bin ich im täglichen Leben, dass ich seine Achtung
     gewinne?

     Verstehst du, darum mag ich dieses Gebot nicht.
     Denn wenn ein Vater sich zurücklehnt und sagt: "So du
     Hosenkacker, da stehts geschrieben, vom Chef persönlich:
     Ehren sollst du mich, du Wicht, sonsts setzts aber gewaltig
     was!" Ja bitteschön, welchen Sinn hat denn ein solches
     Gebot? Sinnlos!

     Wenn aber der Vater (gleiches gilt immer auch für die
     Mutter, ist doch klar) ein Leben führt, das als
     zukunftsfähiges Vorbild und Leitbild den Kindern dient ...
     dann braucht dieser Vater kein Gebot, er möge doch bitte
     geehrt werden. Dann ist Ehre die natürlichste Sache auf der
     Welt. Ehre, wem Ehre gebührt.

     So oder so - das Gebot ist Blödsinn.
     Noch viel schlimmer: Dieses Gebot lenkt vom eigentlichen
     Leben ab. Wenn den Eltern vom Gesetz her Ehre zusteht, dann
     müssen sie dafür ja nichts tun... und wenn Kinder gesetzlich
     zur Ehrerbietung verpflichtet sind, dann endet das in leerer
     Höflichkeit, um dem Wortlaut genüge zu tun ... doch in
     beiden Herzen ist es leer.



     Du sollst nicht töten.

     Ja, danke für den Hinweis. Gerade hatte ich vor, meinem
     Nachbarn den Schädel zu spalten, nur so aus Jux. Aber dem
     Herrn seis gedankt, dass er gerade noch rechtzeitig das
     Gebot des Nicht-Tötens erlassen hat, um schlimmeres zu
     verhindern.

     Was bin ich doch für ein unwissender Depp. Na, zum Glück
     gibts noch die Obrigkeit, die auf mich aufpasst. Was kommt
     als nächstes: "Du sollst regelmäßig atmen"?

     Aber zurück zum töten. Das gilt natürlich nicht im Krieg und
     das gilt schon gleich tausendmal nicht für Tiere.
     Und sicher gibts noch Millionen Ausnahmen. Ach.



     Du sollst nicht ehebrechen. Und überhaupt sollst du nicht
     mal dran denken.

     Und DU sollst mir keine Vorschriften machen.
     Ich VERZICHTE auf dieses Gebot.
     Und ich sage dir auch ganz klar, warum dem so ist.
     Denn sollte ich die Ehe brechen oder noch besser:
     Sollte ich ernsthaft (oder auch nicht ernsthaft) daran
     denken, dann setze ich mich mal in Ruhe hin und überlege
     mir, WARUM.

     Ja, dafür gibts nämlich kein Gebot:
     "Du sollst dein Hirn einschalten" - brauchts ja nicht, die
     Obrigkeit denkt für dich mit.

     Beim Gedanken an Ehebruch überlege ich mir einmal, was
     schief läuft in meiner Ehe.
     Wo hakts, wie hat sich das entwickelt, wie will ich die
     Zukunft gestalten? Was passt mir nicht und wo liegt MEINE
     Verantwortung an der Situation?



     Du sollst nicht stehlen und nicht mal dran denken.
     Und lügen sollst du auch nicht.

     Schon wieder so ein Gebot. Einfach hingeknallt.
     Ich erlasse jetzt ein neues Gebot:
     "Wenn du stehlen willst, dann schlaf nochmal drüber und
     überlege dir, WARUM du das tun willst. Was sind deine
     Motive? Was ist dir wichtig im Leben? Wohin führt das? Da
     läuft scheinbar in deinem Leben etwas irgendwie nicht
     reibungslos und es liegt nun an dir, herauszufinden, warum
     dem so ist. Es liegt an dir, Verantwortung für dein Leben zu
     übernehmen. Das gleiche gilt fürs Lügen."



     Gebote braucht ein dummer Mensch, der kein Gefühl für sein
     Herz hat. Ein Befehlsempfänger, heute nennt man sowas einen
     "Verbraucher".

     Wer sich nach Geboten richtet, degradiert sich selbst zur
     zweibeinigen Maschine.
     Mensch ist der, der gemäß den grundlegenden Geboten lebt,
     ohne diese je beachtet zu haben.

     Wer diese Gebote braucht, der hat sie schon gebrochen.


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