Kurze Vorgeschichte und Einleitung:
Seit 15.06. bin ich im Krankenhaus. Eingewiesen wurde ich mit unklaren Flüssigkeitseinlagerungen wobei mir eigentlich schon klar war, das es mit den Nieren zu tun haben musste. Die ersten Untersuchungsergebnisse bestätigten dies, ich hatte akutes Nierenversagen, ausgelöst durch einen Mangel an roten Blutkörperchen, landläufig als "Blutarmut" bekannt. Diese wurde ausgelöst durch meinen Blutverdünner in Kombination mit den chronischen Wunden an den Unterschenkeln mit denen ich mich seit 2009 herumplage.
Das große Problem bei beginnendem Nierenversagen ist bei meiner Gewichtsklasse, das man zunächst davon ausgeht die Gewichtszunahme läge vielleicht an einem veränderten Lebensstil bzw. Leckereien die man vorher Monatelang nicht verspeiste. So wurden, erstmal schleichend und etwa ab dem 11.06. deutlich merkbar, etwa 25 bis 30 Liter Flüssigkeit die normal über die Nieren ausgeschieden worden wären, im Körpergewebe, hauptsächlich in den Oberschenkeln und rund um die Taille, eingelagert.
Ergebnis: Sofort ab auf die Intensivstation, insgesamt 3 Bluttransfusionen, tägliche Spritze die die Bildung roter Blutkörperchen anregt und, solange ich auf Intensiv war, Dauerdialyse mit anfänglich 250 ml Flüssigkeitsentzug pro Stunde, das ganze kombiniert mit einer Trinkmengenbeschränkung auf 1,5 Liter pro Tag.
Sehr positiv finde ich, das ich schon einen Tag nach meiner Einlieferung zum ersten Mal Physiotherapie hatte. Seit ich nun auf eine "normale" Station verlegt wurde, habe ich drei Mal pro Woche, jeweils Montag, Mittwoch und Freitag fünf Stunden Dialyse, Flüssigkeitsentzug dabei je ca. 4 Liter.
Bis einschließlich Mittwoch lief also diese Woche ganz normal, Montag und Mittwoch die normale Dialyse, dazu die tägliche Physiotherapie.
Nun kam jedoch der Donnerstag, hier sollte in der Frühe mein bisher auf stationäre Behandlung ausgelegter Dialysezugang direkt an der rechten Seite des Halses in einen auch für ambulante Behandlung vorgesehenen am Schlüsselbein verlegt werden. Gut, es wurde, wie so häufig, später als geplant, ich wurde schließlich gegen 13 Uhr abgeholt
Dieser Eingriff ist normalerweise Routine und wird quasi bei allen Dialysepatienten recht regelmäßig durchgeführt,denn ewig kann auch ein solcher Zugang nicht im Körper verbleiben. Durchgeführt wird er mit örtlicher betäubung und dauert etwa 30 Minuten.
Der Anästhäsist und die Operateurin stellten sich bei mir vor und schon ging es los. Das ziehen des bisherigen Zugangs war überhaupt kein Problem und in einer Minute erledigt. Nun wurde die örtliche Betäubung eingespritzt und die Operateurin machte sich ans Werk.Für den Zugang am Schlüsselbein wird ebenfalls die große Halsvene benutzt die beim Halszugang auch verwendet wird. Anschließend wird unter der Haut eine Verbindung zum Schlüsselbein geschaffen wo der Zugang dann mit einem großen Pflaster abgedeckt auch problemlos unter Alltagskleidung verschwinden kann.
Es wurde also begonnen den ersten Schlauch am Hals einzuführen, allerdings gelang dies nicht so wie erwartet, irgendwie kam sie nicht dahin, wo sie ihn gerne gehabt hätte, ein zurück war jedoch auch nicht möglich. Es blieb nur, einen Kollegen dazuzurufen und, um Blutungen zu vermeiden, mir während der Wartezeit stark auf den Hals zu drücken. Der Kollege kam schließlich, schaute sich das ganze an, murmelte etwas von grenzwertig und orderte Haken...![]()
Da ich ja nur örtlich betäubt war, verursachten die Haken zwar keine Schmerzen, ich spürte jedoch jeden einzelnen was schließlich auch der Operateur merkte und sich beim Anästhesisten beschwerte, "gib ihm mal was, der Patient ist so unruhig" woraufhin umgeswitcht wurde und ich doch eine Vollnarkose erhielt aus der ich etwa um 17.30 wieder aufwachte.
Etwa eine halbe Stunde später, als klar war das von der Narkose keine Komplikationen mehr zu befürchten waren wurde ich wieder in mein Zimmer gefahren und bekam von den Schwestern recht direkt mein normales Abendessen angeboten worauf ich jedoch dankend verzichtete. Denn ich weiß ja nicht, wie lange mir noch so stark auf den Hals gedrückt wurde, Schmerzen jedoch hatte ich durchaus. Daher begnügte ich mich mit zwei Tütensuppen die doch wesentlich leichter zu "essen" waren. Gegen 22 Uhr gönnte ich mir dann noch ein Schmerzmittel und schlief recht früh ein.
Den ereignisreichen Freitag gibt es in Folge 2.