Eintrag #10, 31.08.2006, 22:52 Uhr

Das "letzte Erstemal"

Heut war also mein letzter erster Schultag. Vorrausgesetzt ich verhau mein Abitur nicht und muss noch ne Ehrenrunde drehen.

Der Tag war ganz ok. Ich hatte mich schon seelisch und moralisch auf meine mich liebende Klasse eingestellt, als es dann tatsächlich so weit war und ich sie alle wieder sah. Meine euphorie war Anfangs kaum zu stoppen. Schließlich werde ich es in knapp 10 Monaten komplett hinter mir haben.

Nun habe ich an diesem Tag etwas wichtiges gelernt. Ich weiß jetzt, warum die meißten mich hier irgendwie nich ab können. Der Grund dafür ist so banal wie logisch : Ich bin manchmal unernst und manchmal zu emotional. :arrow: Witz und Freude ist für die meißten in der Schule nicht angebracht. Für viele geht es nur um das erreichen unerreichbarer Ziele und vernünftigtuerei.  :exclaim:

Der Tag hätte nicht besser laufen können, ich bekam meinen STundenplan, mein Abschlussfahrtshirt (siehe Fotoalbum) und einen Bonbon. Was will man eigentlich mehr?
Im Prinzip bin ich ganz Glücklich in meiner Momantanen Situation. Aber irgendwie fühl ich mich auch völlig daneben. Ich hätte gern die nächsten 12 Monate hinter mir und wäre irgendwo, nur nicht hier.
Ich mag mein zu Hause. Ich mag die Süßigkeiten hier. Vita Cola. Die Landschaft. Einige Menschen.
Aber genau genommen wünsche ich mir nichts mehr, als mehr Menschen die mich verstehen. Weniger gemotze über das "System" und Deutschland. Ich will nicht in einer veralteten DDR Generation versauern die sich teilweise sogar die Mauer wieder wünscht. Man muss doch auch mal mit dem glücklich sein können was man hat.

In Sozi behandeln wir dieses Halbjahr Wirtschaftspolitik. Meine Lehrerin las uns dazu ne Anekdote von Böll (?) vor. Darin gings irgendwie um einen Fischer, der in den Tag hinein lebte und nur immer für die nächsten 2-3 Tage plant. Und es gab da noch einen Touristen. Dieser wollte dem Fischer erklären wie er ein bombastisches Unternehmen aufbauen könnte. Dazu müsste er allerdings mehr arbeiten, um am Ende garnicht mehr arbeiten zu müssen. Man, das klingt ja logisch. Aber lasst doch ma den Fischer machen was er für richtig hält. Der will doch nur n bisschen gemütlich daherleben. Is doch nix dabei. Naja, wer von den beiden der Deutsche is dürfte ja klar sein. Aber der Fischer hat bestimmt weniger zu meckern.

Danach hat ich noch Kunst. Expressionismus. :arrow: NO!
Das is ma garnich mein Ding. Ich bin Impressionist. Eindeutig. Das liegt mir. Ich mag das. Aber so rote Kreise auf schwarzem Grund malen?! Neee, das is nu garnich meine Sache. Vielleicht kann ich sie irgendwie davon überzeugen, dass Impressionismus auch ne Form des Expressionismus is?! Nee, wird schwer... denn wenn dann dürfte es wohl anders herum sein hmm?!

Naja, muss ich mich wohl erstmal damit abfinden. Orange Himmel hinter blauen Bergen gespickt von roten Menschen, die ne Mauer bauen. Sowas könnt ich mal zeichnen. Impressionistisch natürlich.

Habt euch wohl....

...Caro
 
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