Eintrag #27, 01.12.2006, 09:13 Uhr

Brief an Coca Cola Teil 1

Sehr geehrte Coca Cola Company,
Dear Coke,

wie Ihnen zweifellos aus den verschiedenen Berichten in Presse, Funk und Fernsehen bekannt geworden sein dürfte, ist es mir jüngst gelungen, im Rahmen des Rechtsstreits mit Matthias ("Hiasl") Grünewald, dem sog. Herrgottsschnitzer von Oberammergau, juristisch zweifelsfrei nachzuweisen, dass ich ein direkter Nachfahre des Evangelisten Lukas bin.

Kaum minder zweifellos dürfte Ihnen bekannt sein, dass ich somit im Besitz des Urheberrechts auf Weihnachten bin.

Noch offene Lizenz- und Tantieme- Forderungen werden derzeit von meiner Rechts- und Inkasso-Abteilung bearbeitet und dürften Ihnen binnen weniger Monate zugehen. Ich bin sicher Sie haben Verständnis dafür, dass sich diese Vorgänge derzeit recht zeitaufwändig gestalten, schließlich müssen eventuelle Ansprüche seit dem Konzil von Nizäa (325 D.Z.) geprüft werden.

Ohne dem Ergebnis dieser Prüfung vorgreifen oder dieses in irgendeiner Form präjudizieren zu wollen, möchte ich mich schon heute mit Ihnen ins Benehmen setzen, da Ihr Haus - abgesehen vielleicht von der Käthe Wohlfahrt GmbH & Co. OHG in Rothenburg ob der Tauber - die weihnachtliche Tradition unserer Tage wohl am nachhaltigsten geprägt hat. Schließlich dürfte es in unserem gemeinsamen Interesse liegen, bestimmte unterschiedliche Auffassungen über gewisse weihnachtliche Traditionen möglichst früh und einvernehmlich zu bereinigen.

Beginnen wir also mit dem Offensichtlichsten: den Coca- Cola Weihnachts- Trucks. Natürlich ist mir bewusst, dass Sie nicht unbeträchtliche Mittel in die Entwicklung und Umsetzung dieser - wahrscheinlich originellen - Marketing- Idee investiert haben. Daher schlage ich Ihnen vor, dass wir uns in diesem Aspekt einvernehmlich auf eine Umlackierung der in Rede stehenden Fahrzeuge einigen. Das "Weihnachtsmannrot" ist schließlich eine Beleidigung für jedes mit ästhetischem Sinn und ansatzweiser Intelligenz begabte Wesen. Die Farbe sollte etwas duftiger sein. Ein zarter Lavendelton vielleicht, oder ein gedecktes Altrosa wäre meine bevorzugte Wahl. Natürlich kann ich auch verstehen, dass viele Zeitgenossen eher ein sachtes Bleu, ein leichtes Apfelgrün oder einen dezentes Champagner bevorzugt. Ich bin mir sicher, dass Sie hier eine interessante Auswahl verschiedener Alternativen finden werden, über die wir uns anschließend verständigen können.

Beim nächsten Punkt kann ich leider nur wenig konziliant bleiben. Es geht - Sie werden das bereits vermutet haben - um das äußere Erscheinungsbild des Weihnachtsmannes, das Ihr Haus - wir mir glaubwürdig versichert wird - ganz entscheidend mit geprägt hat. Ich bitte Sie: Muss es denn ausgerechnet so ein verlotterter alter Zausel sein? Mit Schmerbauch und hängenden Arschbacken?? Wer soll sich den mit so was identifizieren??? Hier ist ein gründliches Re- Design gefragt. Sechs bis neun Monate regelmäßiges Work- Out in einem kompetenten Fitness- Studio wirken da nach meiner persönlichen Erfahrung Wunder.

Wo wir schon dabei sind: Ist der Muskelaufbau erst einmal erfolgreich verlaufen, ist eine Umgestaltung der Kleidung natürlich unumgänglich. Wenn wir die Figur des Weihnachtsmannes von konvex auf konkav umgemodelt haben, ist es nur logisch die Kleidung des heil'gen Mannes etwas körperbetonter zu gestalten (außerdem könnten die Stiefel etwas graziler ausfallen - nicht gar so grob). Sicherlich können wir uns auch hier einvernehmlich auf einen Couturier einigen, der zweifellos auch einige interessante farbliche Akzente setzen dürfte.

Mein Freund Mahmud hat in diesem Zusammenhang übrigens ein paar Vorschläge zur Umgestaltung des "Sidekicks" des Weihnachtsmannes geäußert. Sie wissen schon: Knecht Puprecht, Hans Muff - oder wie die Figur in den verschiedenen Kulturkreisen eben heißen mag. Er findet, dass hier eine etwas maskulinere Note - auch im Sinne einer erhöhten Akzeptanz in der Zielgruppe - wünschenswert wäre. Mahmud sprach beispielsweise von ausgeprägter Körperbehaarung und allerlei Leder- Accessoires. Obwohl ich Mahmuds Ansichten nicht immer uneingeschränkt teile, bin ich jedoch zuversichtlich, dass Sie auch diesen Aspekt in Ihre wohlwollende Prüfung mit einbeziehen werden.

Vortsetzung auf Teil zwei
 
 (35) barank
 (??) all4you
 (33) exDelphi

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