Noch fünf Tage, sagen die Bauernregeln, dann ist es geschafft, aber immer langsam, es geht ja heute erst los mit den Eisheiligen. Einige aus dem Süden werden jetzt sagen "Moment mal, die Eisheiligen beginnen doch erst morgen". Richtig, in den südlichen Bundesländern der heutige "Mamertus" nicht zu den Eisheiligen, in Norddeutschland jedoch schon. In Süddeutschland legt man eher Wert auf die heutigen Namenstage von Francesco, Gangolf, Joachim und Lucinda, Mamertus wird erst als letzter genannt.
Die heutigen Bauernregeln sind recht ausführlich, die erste eher ein Bauernregelgedicht das alle Eisheiligen ausser Bonifatius mit erwähnt, weshalb ich es nur heute mit einbaue.
Der heilige Mamerz,
der hat von Eis ein Herz;
Pankratius hält den Nacken steif,
sein Harnisch klirrt von Frost und Reif;
Servatius’ Hund der Ostwind ist –
hat schon manch’ Blümlein totgeküsst;
und zum Schluss, da fehlet nie,
die eisigkalte Sophie.
Die restlichen heutigen Bauernregeln lauten:
Pankrazi, Bonifazi, Servazi sind drei frostige Lumpazi. Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.
Mamertus, Pankratius und hinterher Servatius, sind gar gestrenge Herrn, die ärgern die Bauern und auch die Winzer gern.
Mamertus, Pankratius, Servatius, die bringen oft Kälte und Verdruss, doch auch der Bonifazi, das ist erst ein Lumpazi.
Pankratius, Servatius, Bonifatius, der Winzer sie beachten muss: Geh’n sie vorüber ohne Regen, bringt’s dem Weine großen Segen.
Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer juchhei.
Der heutige Eisheilige Mamertus († um 477 in Vienne, Gallien) entstammte einer gallorömischen Familie aus Lyon. Er wurde 461 Erzbischof in Vienne wo er die Bittprozessionen an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt (dieses Jahr übermorgen, 13.05.) einführte. Eine Überlieferung besagt das Mamertus allein durch ein Gebet eine gewaltige Feuersbrunst bändigte die drohte ganz Vienne zu vernichten. Auch andere Wunder werden ihm zugeschrieben.
Kommen wir abschliessend noch allgemein zu den Eisheiligen. Es gibt derer Fünf (Nord) bzw. 4 (Süd). Ursprünglich waren es nur 3 bzw. 4, die kalte Sophie als letzte Eisheilige wurde erst später zugefügt wodurch auch schon die früheren Bezeichnungen Gestrenge Herren oder Eismänner erklärt sind (Vor der Zufügung waren es ausschließlich Männer).
Begünstigt wurde die Namensentstehung durch den klimatischen Einfluss der kleinen Eiszeit Anfang des 15. Jhds. die bis in das 19. Jhd. hinein für lange, kalte Winter und niederschlagsreiche, kühle Sommer sorgte.
Klimatologische Untersuchungen aus den letzten 50 Jahren zeigen jedoch keine Häufung von Frosttagen während der Eisheiligen. Im Gegensatz hierzu stehen frühere Untersuchungen und Aufzeichnungen die speziell die Zeiträume von 1570 bis 1630 sowie 1675 bis 1715 als extrem Kalt schildern.