Eintrag #138, 09.05.2021, 10:56 Uhr

Bauernregel #129

Wie gestern bereits angekündigt, gibt es für heute (09.05.) wieder keine offizielle Bauernregel.

Daher zunächst was zum schmunzeln:



Trägt der Bauer rote Socken, wird das Wetter feucht oder trocken.

Schreit der Bauer auf dem Dach, gab's im Haus wohl Ehekrach.



Kommen wir zu den heutigen Namenstagen:



Beat/Beatus (der Glückliche) vom Thunersee, ein typisch Schweizer Vorname. Der Legende nach soll er ursprüngich den Namen Suetonius getragen und in England gelebt haben. Nachdem er von Barnabas bekehrt und getauft worden war, reiste er nach Rom wo er sich Petrus anschloss und Priester wurde. Mit einem Begleiter "in das Gebiet nördlich der Alpen" unterwegs wurde Beat am Beatenberg zum Eremit und Drachentöter (dieser Drache soll regelmäßig die ganze Gegend verwüstet haben). Gestorben um das Jahr 112 herum wurde er auf eigenen Wunsch in der Nähe der Höhle bestattet. Anschließend seien Kranke die sein Grab besuchten, von ihren Leiden befreit worden. Sein ursprünglicher Name kann eine gewisse Diskrepanz zu seinm Wohnort nicht leugnen, heißt doch Schweden im Lateinischen Suedia. Man ahnt es schon, die Legende um diesen Beatus ist Ergebnis der Verstrickung mehrerer Beatus Legenden. Eine weitere geht zurück auf den Abt des Klosters Honau im Elsassgau dessen Mönche im 7./8. Jhd. die Innerschweiz missioniert haben sollen. Beatus gilt jedenfalls als Apostel der Schweiz, bei Beatenberg am Thunersee wird seine Höhle gezeigt die seit dem 13. Jhd. Wallfahrtsort ist.



Karoline Gerhardinger (Ordensname: Theresia von Jesus, *20.Juni 1797 in Stadtamhof (bei Regensburg), † 09.Mai 1879 in München) war das einzige Kind des Schiffsmeisters Willibald Gerhardinger und seiner Frau Franziska. Ihre Jugend fiel in die Zeit der Säkularisation in der man bisher gültigen Glaubensvorstellungen feindlich gegenüberstand. Karolinas Ausbildung zur Lehrerin begann bereits Zwölfjährig auf Anregung des damaligen Dompfarrers und späteren Bischofs von Regensburg Georg Michael Wittmann. Mit 15 begann sie kleineren Kinder zu unterrichten und erkannte schon bald, das die schulische Ausbildung, gerade der Mädchen aus ärmeren Bevölkerungsschichten völlig unzureichend war.

Mit etwa 18 Jahren bat Karoline Wittmann um Anleitung zu einem klösterlichen Leben und entschloss sich 7 Jahre später endgültig zu einem Leben als Ordensfrau.

Nach Wittmanns Plan sollte sie jedoch nicht in eine bestehende Ordensgemeinschaft eintreten, sondern ein Kloster für die Erziehung und den Unterricht der weiblichen Jugend nach Vorbild der Augustinerinnen gründen.

Da der Magistrat von Stadtamhof (heute nach Regensburg eingemeindet) aus finannziellen Gründen gegen eine Klosterneugründung war, dauerte es nun bis 1833 bis Karoline mit zwei Gefährtinnen nach Neunburg vorm Wald zog und dort das Vorgängeristitut der "Fachakademie für Sozialpädagogik der Armen Schwestern von unserer lieben Frau". In diese Zeit fällt auch das ablegen der Ordensgelübde, aus Karoline Gerhardinger wurde Theresia von Jesus, als Oberin genannt Mutter Teresia (nicht verwechseln mit der bekannteren Mutter Theresa).

Die Gebäude in Neunburg vorm Wald wurden schnell zu klein um als Mutterhaus zu dienen, König Ludwig I. überlies ihr daher das ehemalige Klostergebäude der Klarissen, gelegen in München Am Anger.

Die Lehrpläne waren sehr modern gestaltet, enthielten Anschauungsunterricht, hauswirtschaftliche und kaufmännische Fächer, Fremdsprachen, musische Bildung und Turnen. Das Konzept war so erfolgreich das es sich in kurzer Zeit in viele Länder ausbreitete. 1847 begleitete Theresia fünf Schwestern in die vereinigten Statten von Amerika, legte dort, teilweise in Ochsenkarren 2.600 Meilen zurück und bereitete sieben Schulgründungen vor.

Mutter Theresia verstarb am 09.Mai 1879 im Münchener Mutterhaus und wurde auch dort bestattet. Heute ruht sie in der Grabkapelle der neuen St. Jakobskirche, ebenfalls in München. Auf ihrer Grabplatte ist ihr Leitwort eingemeißelt:

Alle Werke Gottes gehen langsam und leidvoll vor sich,

dann aber stehen sie desto fester und blühen desto herrlicher.

Am Lebensende Theresias gab es166 Niederlassungen in Europa und 125 in Nordamerika mit etwa 3.000 Schulschwestern.Heute sind in der Kongregation etwa 5.000 Schulschwestern in 30 Ländern weltweit tätig. Theresia wurde am 17.November 1985 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Seit Herbst 1998 steht eine Büste Theresias in der Walhalla (Ruhmeshalle für herausragende Persönlichkeiten des deutschen Sprachraums) bei Regensburg. Zu guter Letzt steht auf der Freisinger Korbinianbrücke eine Brückenfigur Theresias.

 

 
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