Bis ich diese Reihe begann dachte ich in judendlichem Leichtsinn doch tatsächlich, das im 100jährigen Kalender wirklich für jeden Tag eine Bauernregel existiert. Mittlerweile mußte ich jedoch feststellen das es doch teilweise recht große Lücken gibt. So auch heute (08.05.) und morgen. Wenigstens ist zu den heutigen Namenstagen so einiges zu finden. Aber zunächst mal was zum schmunzeln:
Es macht den Bauern gar nicht froh, wenns regnet in sein Cabrio.
Die heutigen Namenstage:
Friedrich von Hirsau (*in Schwaben † 08.Mai 1071 Aberinesberg, heute Heidelberg-Handschusheim), Sohn eines Adelsgeschlechts, Benediktinermönch in Einsiedeln. 1065 kam er mit 12 Brüdern nach Hirsau im Schwarzwald (nähe Calw) um das dortige, verfallene Kloster wieder aufzubauen. Er wurde Abt und führte Reformen durch, mußte jedoch nach Verleumdungen 1069 sein Amt aufgeben. Abt Ulrich von Lorsch vermittelte ihn ins Michaelskloster auf den Aberinesberg, heute Heiligenberg bei Heidelberg-Handschusheim. Hier lebte Friedrich bis zu seinem Tod und wurde auch hier bestattet. Das Kloster auf dem Heiligenberg wurde 1503 aufgegeben, es existieren noch Ruinen die (Stand 2018) täglich besichtigt werden können.
Iduberga von Nivelles (*592, † 08.Mai 652 in Nivelles, nicht zu verwechseln mit der etwa 550 Jahre später lebenden Ida von Nivelles) war die Tochter eines aquitanischen Herzogs. Ihr Gatte war Pippin der Ältere. Einige Quellen sehen sie daher als Stammmutter Karls des Großen. Nach dem Tod ihres Gatten 640 stiftete sie die Abtei Nivelles wo sie dann als Nonne lebte. Sie lies Reliquen und Bücher aus Rom und "von jenseits des Meeres" (Israel oder Irland) kommen. Nach ihrem Tod wurde ihre Tochter Gertrud Äbtissin in Nivelles.
Clara Fey (*11.April 1815 in Aachen, † 08.Mai 1894 in Simpelveld/NL) war Ordensschwester und Gründerin der Kongregation der "Schwestern vom armen Kinde Jesus".
Clara Fey wurde am 05.Mai 2018 von Papst Fraziskus, vertreten durch Kardinal Angelo Amato in Aachen seliggesprochen.
Fey hatte vier Geschwister und wurde bereits im Alter von fünf Jahren Halbwaise da ihr Vater, der wohlhabende Aachener Tuchfabrikant Louis Fey an einem Schlaganfall verstarb. Fey besuchte die Städtische "Weibliche Erziehungsanstalt St. Leonhard" und war dort Schülerin von Luise Hensels.
Schon früh nahm sie Anteil am Schicksal von Waisen und Kindern armer Eltern deren Anzahl mit dem Anstieg der Industriearbeiter immer weiter zunahm. In Sonntäglichen Gesprächen im Freundeskreis der Familie wurden immer wieder Überlegngen angestellt wie eine effektive Hilfe organisiert werden könnte. Richtig konkret wurde es 1837 als sie gemeinsam mit Freundinnen aus eigenen Mittel eine Armenschule gründete. Es wurden Räumlichkeiten angemietet die jedoch schon 1840 zu klein wurden und erweitert werden mussten, 1842 erhielt Fey die Genehmigung zur Nutzung des alten Dominikanerklosters in der Jakobstraße.
1844 kam es schließlich, wieder mit einigen Mitstreitern, zur Gründung der "Gemeinschaft der Schwestern zum armen Kinde Jesus". Die Gemeinschaft setzte sich zum Ziel besonders bedürftigen Kindern und Jugendlichen eine schulische Bildung zu ermöglichen. Die Statuten wurden 1845 dem zuständigen Erzbbischof von Köln, Johannes Kardinal von Geissel, zur Genehmigung vorgelegt. Die Zustimmung kam 1848. Ab diesem Zeitpunkt trugen die Schwestern nun einen schwarzen Habit (die auch uns heute noch gelläufige Schwesterntracht). Ab 1850 legten die ersten neuen Schwestern ihre Profess (die Gelübde des Ordens) ab. Fey wurde nun zur Oberin gewählt.
Schnell wuchs der Orden auf 600 Schwestern in 27 Niederlassungen an. 1878 mußten sie alle bis auf Aachen-Burtscheid aufgrund des Kulturkampfes schließen. Da diese der Pflege erkrankter Schwestern diente blieb sie von einer Schließung verschont.
Fey ging als Verbannte außer Landes und gründete im Niederländischen Simpelveld ein neues Mutterhaus, auch "Haus Loreto" genannt. Neue Betätigungsfelder fanden sich auch in Enland, Belgien und Frankreich. Fey blieb in Simpelveld wo sie 1888 zur Generaloberin gewählt wurde, 1894 verstarb und bestattet wurde
Bereits 1916 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet welcher erst 102 Jahre später mit der Seligsprechung endete.