Heute am 03. Mai war früher Tag der Kreuzauffindung, zudem ist Gedenktag für Jakobus den Jüngeren und Philippus
Die heutigen Bauernregeln erhoffen Regen, nur sollte er nicht zu stark sein:
Wie’s Wetter am Kreuzauffindungstag, bis Himmelfahrt es bleiben mag.
Wenn es am Kreuztag heftig regnet, werden alle Nüsse leer und sind nicht gesegnet.
Zu Philipp und Jakobi Regen bedeutet viel Erntesegen.
Am Sankt Philips Tag die Linsen zum Felde trag.
Nun widmen wir uns noch dem Fest der Kreuzauffindung.
Dies wird in den orthodoxen Kirchen am 06. bzw. 07. Mai begangen. In der römisch -katholischen Kirche beging man das Fest früher am 03. Mai, es wurde dann jedoch im Zuge der Neuordnung des Liturgischen Kalenders durch das Motu proprio (Apostolisches Schreiben des Papstes) von Johannes XXIII. 1960 mit dem Fest Kreuzerhöhug am 14. September zusammengelegt.
Die Legende der Kreuzauffindung existiert in drei Versionen, die älteste ist die Helena-Legende. Diese besagt, das Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin um das Jahr 325 ins Heilige Land reiste. Aufgrund der Hinweise eines Bischofs ordnete sie Grabungsarbeiten an woraufhin drei Kreuze unter einem heidnischen Tempel gefunden wurden. Nach dem Bericht von Ambrosius von Mailand wurde das Kreuz Jesu durch den "Titulus", also die von der Bibel überlieferte Inschrift "INRI" identifiziert. Einen Teil der Kreuzreliquien nahm Helena mit nach Kostantinopel, der Rest verblieb in Jerusalem.
In einer im Mittelalter beliebten Legende findet nicht Helena sondern ein Jude Namens Judas das Kreuz worauf er zum Christentum konvertiert, den Beinamen Cyriacus annimmt und später Bischof von Jerusalem wird.
Die Protonikelegende weicht von den anderen beiden jedoch deutlich ab. In ihr wird das Geschehen vom 4. ins 1. Jhd. vorverlegt.Hauptfigur ist Protonike, die Gattin des römischen Kaisers Claudius. Sie reiste mit ihren beiden Söhnen und ihrer jungfräulichen Tochter nach Jerusalem wo sie den Berg Golgota und das Kreuz Jesu zu sehen wünschte. Das Jerusalemer Kirchenoberhaupt erläuterte ihr das der Berg Golgota in jüdischem Besitz sei und das die Juden den Christen den Zugang zum Berg nicht gestatten. Nun befahl Protonike den Oberen der Juden den Golgota an die Christen zu übergeben, was diese obskurerweise auch taten.
Nun ging Protonike dorthin und fand in Jesu Grab drei Kreuze. Beim Betreten der Grabkammer fiel die Tochter sofort tot um worauf der ältere Sohn sagte, das Christus es nicht zulassen würde das jemand der an ihn glaube, seinetwegen sterbe. Also nahm Protonike eines der Kreuze, legte es auf den leblosen Körper und betete. Als dies Wirkungslos blieb versuchte sie es, genauso erfolglos mit dem zweiten Kreuz. Als sie jedoch das dritte Kreuz nahm und es über ihre leblose Tochter hielt kehrte diese augenblicklich ins Leben zurück. Somit war das Kreuz Jesu identifiziert und Protonike lies eine Kirche über dem Ort erbauen. Danach kehrte sie nach Rom zurück und berichtete Claudius die Ereignisse. Dieser forderte nun alle Juden auf Italien zu verlassen.
Die Protonikelegende ist nur in syrischer und aramäischer Sprache überliefert, die anderen beiden Legenden findet man auch auf Lateinisch und Griechisch.