Eintrag #130, 01.05.2021, 00:56 Uhr

Bauernregel #121

Heute, 01.05. ist Gedenktag der hl. Walburga, da wir uns ihrem Leben bereits gestern im Zusammenhang mit der Walpurgisnacht genähert haben, möchte ich mich heute dem Mai widmen, explizit der Frage, wie der Mai zu seiner Bezeichnung "Wonnemonat" kam.

 

Man könnte annehmen der Begriff Wonnemonat erklärt sich von allein. Schließlich ist Wonne ja ein Synonym für Freude, und der Mai als Frühlingsmonat bietet dies ja durchaus. Allerdings sind ja März und April ebenso Frühlingsmonate. Aber sind wir mal ehrlich, das Wetter am Frühlingsbeginn lädt uns ja nicht unbedingt dazu ein das Haus, die Wohnung zu verlassen und die zu dieser Zeit durchaus auch schon vorhandenen Veränderungen in der Natur so bewußt wahrzunehmen wie im Mai. Meteorologen sprechen hier gern von Vorfrühling (bis Ende März), Mitfrühling (April) und Spät- bzw. Vollfrühling (ab Anfang Mai). Am Übergang von Mit- zum Vollfrühling gibt es ja auch die auffälligsten Veränderungen in der Natur. Das Bindeglied zum Wonnemonat ist nun das Wörtchen Wonnemond das sich vom althochdeutschen “Wunnimanod” ableitet. Wunni ist der althochdeutsche Begriff für Weide, manod für Monat wurde teils auch als Mond gedeutet. Somit ist Wonnemonat/Weidemonat der Hinweis darauf, dass im Vollfrühling das Nahrungsangebot für Tiere ausreicht um die meist im April geborenen Jungtiere aufzuziehen.

Nun zunächst die für den gesamten Mai gültigen Bauernregeln:

Gewitter im Mai bringen Früchte herbei.

Donner und Fröste im Wonnemond, Müh’ und Arbeit wenig lohnt.

Ist der Mai recht heiß und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken.

Regen im Mai bringt fürs ganze Jahr Brot und Heu.

Mairegen bringt Segen

Ein nasser Mai schafft Milch herbei.

Grünt die Eiche vor der Esche, gibt’s im Sommer große Wäsche. Treibt die Esche vor der Eiche, bringt der Sommer große Bleiche.

Wie man an diesen Bauernregeln sieht, verstehen die Bauern im Mai unter "gutem Wetter" eher ausreichend Regen anstatt das sonst beliebte warme und trockene Wetter. Zum Abschluss noch einige Bauernregeln für den 01.Mai die sich teilweise jedoch widersprechen:

Am 1. Mai Reif oder nass, macht den Bauern immer Spaß.

Wenn die Sonne gut ist am 1. Mai, gibt es viel Korn und ein gutes Heu.

Regnet’s am ersten Maientag, viele Früchte man erwarten mag.

Wenn der 1. Mai schellt, grünt das ganze Feld.

Fällt Reif am 1. Mai, bringt er im Feld viel Segen herbei.

 

 
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