Heute am 23.04. ist Georgitag, also der Gedenktag des Hl. Georg.
Obwohl Georg zu den so genannten 14 Nothelfern gehört, sind gesicherte Fakten über sein Leben rar. Vieles fußt auf Legenden, daher wurde er 1969 aus dem römischen Generalkalender gestrichen, 1975 jedoch wieder eingefügt.
Eine der beiden Hauptlegenden sieht Georg als Märtyrer in der Christenverfolgung unter Dioketion (284 bis 305), eine andere Legende sieht ihn als Drachentöter während der Kreuzzüge im 12 Jhd. Nach dieser Legende mit Georg als Drachentöter erhielt die Sankt Georgs-Bucht in Beirut ihren Namen, da der Kampf angeblich hier stattgefunden haben soll.
Vielfach dient Georg als Schutzheiliger, so ist er zuständig für das Vieh und gutes Wetter und gegen Fieber, Hautkrankheiten, Herpes, Kriegsgefahren, Pest, Syphillis und Versuchung.
Er ist Patron folgender Länder und Landesteile:
Albanien, Aragonien, Äthiopien, das Byzantinische Reich, England, Georgien, Kappadokien, Katalonien, Litauen, Malta, Montenegro, Palästina, Portugal, Russland, Serbien, Sizilien und Tirol.
Auch folgende Berufe und Gruppen bauen auf die Fürsprache von Georg:
Bauern, Bergleute, Böttcher, Feldarbeiter, Feuerwehr, Fremdenlegionäre, Gefangene, Pfadfinder, Reiter, Ritter, Ritterorden, Sattler, Schmiede, Schlachter, Soldaten und Wanderer.
Zuletzt noch die Städte die Georg als Schutzheiligen haben:
Aamersfoort (NL), Bad Aibling, Bad Brückenau, Bamberg, Barcelona (E), Beit Jala (West Bank/Palästina), Bensheim, Bocholt, Dzierżoniów (PL), Eisenach, Ferrara (I), Freiburg/Breisgau, Genua (I), Gößnitz, Grebenstein, Haldern, Hattingen, Heide (Holstein), Hemau, Kaltbrunn (CH), Konstantinopel (TR), Limburg/Lahn, Ljubljana (SLO), Lod (ISR), London (GB), Mainz-Bretzenheim, Moskau (RUS), Pasičina (CRO), Piran (SLO), Ptui (SLO), Reggio Calabria (I), Riedlingen, Rio de Janeiro (BRA), Schwarzenberg/Erzgebirge, St. Georgen, Staševica (CRO), Stein am Rhein (CH) und Villeneuve-Saint-Georges (F).
Auch bedeutende Sakralbauten wie z.B. Klöster, die Domkirchen zu Bamberg und Limburg und eine Moschee (Moschee des Propheten Dschirdis in Mossul) sind nach Georg benannt.
Außer im Bulgarisch orthodoxen (06. Mai), sowie im Georgischen (23. November) Glauben ist der Georgstag am 23.04.
Zum Gedenktag eines solch wichtigen Heiligen gibt es natürlich auch mehr als nur eine Bauernregel:
Sankt Georg kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel angeritten.
(Schimmel = die letzten Schneeflocken des Frühlings)
Kommt der Georg auf einem Schimmel, kommt ein gutes Frühjahr vom Himmel.
Ist’s an Georgi warm und schön, wird man noch rauhe Wetter seh’n.
Ist’s an Georgi hell und warm, gibt’s noch ein Wetter, dass Gott erbarm.
Georg und Markus (25. April) ganz ohne Trost, erschrecken uns sehr oft mit Frost.
Gab es Gewitter am Georgitag, so folgt gewiss noch Kälte nach.
Auf St. Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte.
Was bis Georgi die Reben treiben, wird ihnen nicht bis zum Gallus (16. Oktober) bleiben.
Zu Georgi „blinde“ Reben, volle Trauben später geben.
Sind die Reben an Georg noch „blutt“ und blind, freut sich der Winzer mit Frau und Kind.
Am Georgstag zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick und zieht sich nochmal zurück.
Kann der Georg im Korn die Krähe verstecken, wird sich das Mehl häufen zu prallen Säcken.
Am Georgstag soll sich das neue Korn schon so recken, dass sich die Krähe drin kann verstecken.
Es deutet eine gute Ernte an, wenn sich zu Georg schon die Krähe im Korn verstecken kann.
Des St. Georgs Pferd, das tritt den Hafer in die Erd.
Der Georgstag, der ist der Pferde Ehrentag.
Georgi bringt grüne Schuh.
(Früher mussten die Kinder ab diesem Tag auf ihre Winterschuhe verzichten.)