Heute am Valentinstag blicken wir wieder einmal etwas hinter die Kulissen, wo kommt das alles eigentlich her und wie entwickelte sich alles.
Die für heute überlieferten Bauernregeln befassen sich alle mit dem ausgehenden Winter, schließlich ist mehr als die Hälfte des Winters geschafft und alle sehnen den Frühling herbei.
Ist’s am Valentin noch weiß, blüht zu Ostern schon das Reis.
Mit Reis ist hier nich das Getreide (der Reis) gemeint, sondern das Reis(ig), also die jungen Triebe an Bäumen und Büschen.
Oder auch:
Am Tag von Sankt Valentin, gehen Eis und Schnee dahin.
Wenden wir uns nun dem Namensgebenden Element des heutigen Tages zu, dem Valentin.
Das sich hartnäckig haltende Gerücht, der Valentinstag sei eine Erfindung der Süßswarenindustrie und des Floristenverbandes kann ich ein wenig revidieren. Es verhält sich ähnlich wie mit dem Geschenkeeinkaufsrausch vor Weihnachten. Vieles was wir aus "Tradition" tun und machen (und vor allem kaufen) hat zwar wirklich sehr weit zurück reichende Hintergründe, wurde jedoch, vor allem im Verlauf des (beginnenden) 20. Jahrhunderts durch Marketing und gezielete Werbung zu dem gemacht, was es heute ist.Die Valentinstagstraditionen wie wir sie heute in Deutschland kennen stammen überwiegend aus dem anglo-amerikanischen Raum und wurden durch die nach dem 2. Weltkrieg in Westdeutschland stationierten amerikanischen Soldaten bekannt. Die darauf einsetzende Werbung von Floristik- und Süßwarenindustrie trug das übrige dazu bei den Valentinstag zunächst zu einem Tag zu machen, an dem Männer ihr Auserwählte zu beschenken hatten. Inzwischen hat sich dies, nicht zuletzt durch die Emanzipation, gewandelt, heute beschenken sich eher Liebende untereinander, wobei es auch nicht mehr unbedingt Blumen und Pralinen sein müssen. Wenn man sich jedoch die Mengen betrachtet ist das Geschäft mit Blumen immer noch attraktiv, so wurden zum Valentinstag 2018 alleine von Lufthansa Cargo 800 Tonnen Blumen aus der ganzen Welt nach Deutschland transportiert.
Doch wo kommen die Traditionen her?
Auch hier dient uns wieder der Heiligenkalender der Römisch-Katholischen Christen als erster Hinweisgeber. Hier stossen wir gar auf mehrere Heilige mit dem Namen Valentin welcher früher scheinbar weltweit eine ähnliche Verbreitungsrate hatte wie heutzutage der Nachname Müller in Deutschland. Da sich Heiligengedenktage immer nach dem Todestag des jeweiligen Heiligen richten, lässt sich das eigentlich recht gut abgrenzen, jedoch gab es nur wenige die Lesen und Schreiben konnten, weshalb es durch mündliche Überlieferung doch zu der einen oder anderen Vermischung der verschiedenen Valentine kam.
Bei dem offiziell für heute zuständigen handelt es sich um 'Valentin von Terni der im 3. Jhd. Bischof von Interamna, dem heutigen Terni im mittelitalienischen Umbrien war.
Bereits früh kam es zu Vermischungen mit Valentin von Rätien. Dieser lebte im 5. Jhd. zu Zeiten der Völkerwanderung, hatte niederländische Herkunft und kam um 435 nach Passau wo er von Papst Leo zum Bischof geweiht und als Bischof von Rätien eingesetzt wurde. Rätien umfasste ein Gebiet zwischen St. Gotthard, Chur, Brixen, Regensburg und Passau. Sein Gedenktag ist der 07. Januar.
Zur Vermischung kam es da beide bei Krankheiten wie Epilepsie als Helfer galten. Eine weitere vermischung gab es mit Valentin von Rom welcher der Überlieferung zufolge in Rom, trotz Verbot des römischen Staates, Liebespaare Christlich getraut haben soll. Da für Valentin von Rom ebenso wie für Valentin von Terni der 14.Februar 269 als Todestag überliefert ist, wird vermutet, das es sich um ein und dieselbe Person handelt.
Kommen wir nun noch einmal in die Neuzeit, das Brauchtum das sich am Valentinstag Verliebte beschenken hat sich mittlerweile weltweit und Religionsübergreifend verbreitet was in arabisch geprägten Ländern und in Indien immer wieder zu Konflikten führt. So wurde beispielsweise in Saudi-Arabien in den Jahren 2002 und 2008 der Verkauf von Valentinstagsartikeln verboten, im Jahr 2012 kam es zur Verhaftung von 140 Muslimen die den Valentinstag gefeiert hatten, ebenso wurden sämtliche auffindbaren roten Rosen konfisziert.
In Indien wird die Indische Bevölkerung von hinduistischen und islamistischen Traditionalisten in den letzten Jahren gewarnt, sie sollen das öffentliche Eingeständis der Liebe vermeiden da dies nicht der indischen Kultur entspreche.
Im großen und ganzen zielen alle Gegenbewegungen darauf ab, den Valentinstag nicht zu begehen da er den christlichen, also westlichen Traditionen entstammt.
Persönlich sehe ich es so, ob man nun den Valentinstag oder andere Feste verschiedener Religionen begeht oder nicht, die Hauptsache ist doch, das wir nie vergessen, das wir alle Menschen sind und dem entsprechend menschlich und mit gegenseitigem Respekt voreinander miteinander umgehen.