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Investition in energieeffiziente Haushaltsgeräte

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Energie wird immer teurer, insbesondere der elektrische Strom. Auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz belastet die deutschen Haushalte sehr, die Förderung der regenerativen Energien zahlen wir alle anteilig mit - da ist der Anreiz umso größer, seinen Bestand an ineffizienten Elektrogeräten einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Doch wo genau lohnt es sich; funktionstüchtige Geräte durch modernere zu ersetzen? Welche Geräte kann man ruhigen Gewissens noch weiter verwenden? Um es vorweg zu nehmen: Die Möglichkeiten um Energie zu sparen sind heute größer denn je.

Beleuchtung

Beginnen wir zunächst bei der Beleuchtung. Hier ist das Einsparpotential enorm. Eine komplette Umrüstung auf LED Leuchtmittel sollte wirklich jeder Haushalt in Betracht ziehen, ggf. auch etappenweise. Der Umstieg ist sehr teuer, doch man hat das Geld spätestens im 2. Jahr wieder drin, denn wer noch viele herkömmliche Glühlampen oder Halogenleuchtmittel im Einsatz hat, kann an dieser Stelle enorme Einsparungen erzielen. Dort wo viel und häufig Licht brennt, sollte begonnen werden.

Vorhandene Kompakt-Energiesparlampen sollten Sie allerdings erst ersetzen, wenn sie defekt sind. Sie benötigen zwar etwas mehr Energie als LED basierte Leuchtmittel, allerdings ist die Differenz nicht so groß das sich ein teurer vorzeitiger Wechsel rentiert.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. LED Leuchtmittel sind leider noch immer recht teuer, da bringt es nichts unter allen vorhandenen Artikeln auf dem Markt sich das günstigste Produkt heraus zu suchen. Damit werden Sie mit Sicherheit nicht glücklich. Diese Billigware aus Fernost hält weder bei der Lichtausbeute, noch bei der Lebensdauer was sie verspricht.

Bleiben Sie unbedingt bei renommierten Markenherstellern, Sie müssen sich einfach damit abfinden das ein gutes LED Leuchtmittel aktuell immer um die 10 Euro kostet.

Waschen / Trocknen

Bei Waschmaschinen ist die Werbewirtschaft besonders einfallsreich, immer neuere Geräte die angeblich noch energieeffizienter sind als die vorherigen.

Doch wenn man mal die nüchternen Tatsachen betrachtet, wird getrickst wo es nur geht. Energiesparprogramme die mit niedrigeren als angegebenen Temperaturen waschen, oder reduzierte Wassermengen; die uns vorgaukeln wir würden sparen. Hohe Waschmittelrückstände in der fertigen Wäsche aufgrund der immer geringeren Wassermengen werden einfach unter den Teppich gekehrt. Dabei können diese besonders bei empfindlichen Personen Allergien auslösen.

Fakt ist jedenfalls, je größer die Netto-Füllmenge der Waschladung, umso sparsamer ist die Maschine – allerdings nur bei voller Auslastung. Eine 8kg Maschine wäscht zum Beispiel 60% mehr Wäsche als eine 5kg Maschine, benötigt dabei aber nur ca. 20% mehr Wasser. Dadurch fallen auch die Energiekosten für das aufheizen des Wassers ebenso geringer aus.

Das ist schon der ganze Trick an den „modernen“ Spar-Waschmaschinen. Mittlerweile gibt es ja sogar 9kg und 10kg Maschinen für Privathaushalte.

Man ist hier an einer technischen Grenze angekommen, Wasser lässt sich mit elektrischer Energie einfach nicht kostengünstig erwärmen, egal was das bunte Öko-Label im Kaufhaus sagt. Besitzen Sie bereits eine Maschine mit 6-7 kg Fassungsvermögen, lassen Sie das Gerät laufen. Gelegentliches entkalken spart hier mehr Energie als ein vorzeitiger Austausch einer Haushaltswaschmaschine mit ohnehin schon relativ geringen Lebenserwartung.

Beim Wäschetrockner verhält sich das ganze ähnlich, wobei die Unterschiede zwischen angeblichen alten Stromfressern und neuen Geräten in der Praxis noch wesentlich geringer sind. Herkömmliche Wäschetrockner sind prinzipbedingt einfach Energiefresser.

Bei der Bauart muss man jedoch genauer hinsehen: Sollten Sie noch einen Ablufttrockner in Ihrem Haushalt haben, ist es wirklich an der Zeit dieses Gerät auszumustern. Die gesamte teuer erzeugte Wärme wird nahezu ungenutzt nach draußen geblasen, zudem strömt kalte Luft durch offene Fenster oder kleine Ritzen wieder zurück ins Haus (ungewollter Luftaustausch).

Hier sollten Sie unbedingt auf einen Kondenstrockner umsteigen. Die aufgewendete Energie zum trocknen der Wäsche ist zwar die gleiche (ggf. minimal höher), jedoch wird die gesamte Wärme an den Raum in dem der Trockner aufgestellt ist abgegeben. Somit wird die teure Wärmeenergie zumindest ein zweites mal genutzt, indem die Heizung des Wohnraums entsprechend entlastet wird.

Wenn es finanziell für Sie in Frage kommt, sollten Sie sich unbedingt für einen (deutlich teureren) Wärmepumpentrockner entscheiden, diese Geräte benötigen nur rund 1/3 der elektrischen Energie indem sie sich das Prinzip einer Wärmepumpe zunutze machen, wie z.B. in einem Kühlschrank. Sie transportieren die in der Raumluft bereits vorhandene Wärmeenergie an die Stelle wo sie genutzt werden kann (in die Trommel mit der zu trocknenden Wäsche) indem die Wärme an anderer Stelle entzogen wird (im Kondensator, wo die heiße feuchte Luft dann sehr effizient getrocknet wird). Die höheren Anschaffungskosten haben Sie nach 2-3 Jahren wieder eingespart.

TV / Video

Bei Fernsehern geht der Trend ganz klar zu immer größeren Modellen, durch moderne Fertigungsmethoden werden Geräte mit Bildschirmdiagonalen >100cm immer günstiger, jedoch bedeutet eine größere Bildfläche natürlich auch höherer Energieverbrauch, da ein LCD Bildschirm von hinten beleuchtet werden muß.

Nun gibt es hier bereits seid einigen Jahren Geräte die bei der Hintergrundbeleuchtung auch auf LED Leuchtmittel umgestiegen sind, mittlerweile sind diese Geräte preislich auf dem gleichen Niveau wie herkömmliche Flachbildschirme mit Kaltkathodenröhren.

Moderne LCD Fernseher mit LED Hintergrundbeleuchtung sind sehr energieeffizient und es kann sich tatsächlich lohnen, hierauf beim Kauf zu achten. Anschlussleistungen von rund 60 Watt für ein 48-50 Zoll Gerät sind hier gute Werte an denen Sie sich orientieren können.

Staubsauger

Bei den Staubsaugern gab es in den letzten Jahrzehnten den Trend zu immer leistungsstärkeren Motoren, die Angaben wurden auch fleißig für Werbezwecke verwendet. 2000 Watt gelten als Standard für einen Staubsauger. Jedoch gibt es auch Geräte mit 2400 Watt und mehr.

Diese Leistungen wurden nicht nur zu dem Zweck der verbesserten Saugleistung erreicht, sondern entwickelten sich auch aus dem Wettbewerb heraus. Ein Hersteller hat mehr Leistung auf den Markt gebracht und mittelfristig sind die andern mitgezogen.

Grundsätzlich kann man sagen, je mehr Leistung ein Staubsauger hat, je höher die Drehzahl des Motors und je lauter wird das Gerät. Es gibt jedoch auch energieeffiziente Geräte am Markt, die nur ca. 800 Watt Leistung haben und dabei eine nur geringfügig schlechtere Saugwirkung erzielen. Wenn Filter und Staubbeutel regelmäßig gewechselt werden kann man durchaus zu so einem Gerät greifen und dabei viel Energie sparen.

Allerdings müssen Sie Ihren alten Staubsauger nicht sofort entsorgen. Wenn er seinen Dienst noch tut, nutzen Sie ihn weiter. Wechseln Sie alle Filter und regeln Sie die Leistung auf ca. 1000 Watt herunter. Fast alle Geräte der letzten Jahre haben eine Drehzahlregelung. So kommt auch Ihr normales Gerät mit wesentlich weniger Energie aus, für die meisten Bodenbeläge reichen diese 1000 Watt völlig aus.

Kühl-/ Gefrierschränke

Bei diesen Geräten sollten Sie ab einem Alter von 10-15 Jahren eine Neuanschaffung in Betracht ziehen. Prinzipbedingt verlieren die Geräte über die Jahre geringfügige Mengen des flüchtigen Kältemittels, wodurch Ihr Wirkungsgrad sich verschlechtert. Auch die Türdichtungen können bei Beschädigungen einen erhöhten Energieverbrauch hervorrufen.

Bei Gefriergeräten sollten Sie ggf. über eine (etwas aus der Mode gekommene) Gefriertruhe nachdenken, diese sind bauartbedingt viel effizienter, da sie beim öffnen zum befüllen/entnehmen des Gefriergutes nicht so viel Kälte verlieren.

Fazit

In einem durchschnittlichen Haushalt finden sich immer wieder Geräte, die beim Energieverbrauch negativ auffallen. Sie können sich ein Energiekostenmessgerät anschaffen/leihen, um aktiv nach solchen Geräten zu suchen.

Eine professionelle Energieberatung ist auch grundsätzlich empfehlenswert, selbst wenn diese nicht kostenlos angeboten wird. Durch die Vorschläge der Experten sparen Sie durchschnittlich bereits im ersten Jahr nach Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen diese Kosten wieder ein. Zudem erhalten Sie viele Informationen, die Ihnen auch in Zukunft beim energiesparen helfen werden.

Haushalt / Haushaltsgeräte / Energie / Energieeffizienz / LED
01.12.2015 · 2.688 Views
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