US Air Force schickt Mini-Shuttle ins All

23. April 2010, 16:32 Uhr · Quelle: dpa
Washington/Moskau (dpa) - Das erste Raumschiff der US-Luftwaffe hat seine Feuertaufe bestanden: Am frühen Freitagmorgen startete das geheimnisumwobene Vehikel erfolgreich zu einem Testflug im All.

Das unbemannte Mini-Shuttle, das in über zehn Jahren in aller Stille entwickelt wurde, wurde von einer Atlas-V-Rakete um 01.52 Uhr MESZ vom militärischen Teil des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida in den Orbit befördert. Wie lange es dort bleiben soll, hielt das Pentagon ebenso geheim wie die künftigen Einsatzpläne. Kaum war das Space Plane von der Startrampe, kamen bereits erste Proteste aus Moskau - jetzt müsse auch Russland nachziehen.

«Ehrlich gesagt, wissen wir nicht sicher, wann es zurückkommt», sagte der für Raumfahrt-Programme zuständige stellvertretende Luftwaffen-Staatssekretär Gary Payton. Das hänge von den Experimenten an Bord ab. Tatsächlich könnte die Mission des wiederverwendbaren Roboter-Fliegers, der auf den ersten Blick auch wie Mischung aus Flugzeug und Shuttle erscheint, recht lange dauern - fast neun Monate lang, denn nach Angaben der Luftwaffe ist die maximale Flugzeit auf 270 Tage ausgelegt.

Der Start zumindest verlief glatt und ohne Probleme. Ein Air- Force-Sprecher sagte, er gleich nach Öffnung des neunminütigen Zeitfensters gelungen, das dafür einkalkuliert war. Bis dahin war von dem lange verhüllten Testraumschiff nur die Nasenspitze zu sehen. Das Space Plane ist wesentlich kleiner als die gegenwärtigen Space- Shuttle der NASA, gerade mal 8,80 Meter lang, mit einer Flügel- Spannweite von rund 4,60 Metern. Das Raumschiff hat zwei gestutzte Flügel, eine Ladebucht und wiegt knapp fünf Tonnen.

Das Space Plane X-37B soll die Erde in bis zu 900 Kilometer Höhe umkreisen. Wie es heißt, sollen beim Jungfernflug des Militärshuttles zunächst die Navigations- und Flugleitsysteme, Materialien und Dichtungen geprüft werden. Die Raumfähre soll in der Umlaufbahn ihre Ladebucht öffnen und ihre Sonnensegel entfalten.

Zum geheimnisumwitterten Jungfernflug gibt die Air Force bisher nur so viel bekannt: Die vollautomatisierte Landung ist auf der Air- Force-Basis Vandenberg in Kalifornien vorgesehen. Danach soll das «Space Plane» in nur 10 bis 15 Tagen wieder einsatzbereit sein. «Wenn wir den Vogel zurückhaben, sehen wir, wie lange es wirklich dauert, bis wir ihn wieder fit haben», sagte Payton.

Scharfe Kritik kam aus Moskau. «Die USA haben schlichtweg auf die Rufe Russlands und der Welt gespuckt, auf die Pläne zur Stationierung von Waffen im Weltraum zu verzichten», meinte Ex-Luftwaffenchef Anatoli Kornukow. Als Antwort müsse Moskau nun ein neues System zur Abwehr von Angriffen aus dem All entwickeln. Der X-37B-Orbiter werde die Kampffähigkeit der USA deutlich erhöhen, sagte Kornukow nach Angaben russischer Medien vom Freitag. Das Space Plane zeige das Bestreben der USA, «in den Weltraum zu gelangen und uns zu bedrohen». Darauf müsse Moskau mit «Taten statt Worten» reagieren». 

Seit über zehn Jahren ist an dem auch als Orbital Test Vehicle (OTV) genannten Raumschiff gearbeitet worden. Angefangen wurde das Projekt in den späten 1990er Jahren zunächst von der zivilen Raumfahrtbehörde NASA, 2004 übernahm dann das Militär - zusammen mit dem Hersteller, der Boeing-Abteilung «Phantom Works». Doch bereits jetzt heißt es: Die Luftwaffe hat bereits einen zweiten X-37B-Orbiter bestellt.

United Launch Alliance: http://dpaq.de/g72ES

Raumfahrt / Verteidigung / USA
23.04.2010 · 16:32 Uhr
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