Warum ist 30 so ein Sch*** Alter?

Maik

Entspannter
ID: 111820
L
21 April 2006
1.959
259
Momentan bin ich total verdreht. Ich bin zwar normalerweise auch etwas zickig, aber zur Zeit kann man mich mit der Kneifzange nicht anfassen. Ich hab die totale Selbstfindungskrise, was biologisch sogar normal ist, aber so etwas von ätzend. Ich fühle mich wie in der Pubertät, nicht verstanden und schlimmer noch, es ist alles so farblos. Ich will jetzt nicht sagen, dass man alles kennt und alles weiß, ganz im Gegenteil man versteht, dass man so gut wie nix weiß, aber irgendwo hängt man im Trott und lässt es laufen und es nervt mich, denn ich will nicht das es jetzt 40 Jahre so weiter geht, ich dann in Rente gehe und auf den Bus warte. Ich bin kurz davor für ein Jahr wegzugehen, zu tingeln, mich zu verdrücken. Ich will raus, raus aus meiner Haut, was natürlich nicht geht. Die wenigen Momente wo ich Happy bin, sind selten und fast nur beim Sport. Arbeit nervt auch... Weiterbildung oder Neustart?

Bähhhh, diese Selbstfindungskrise nervt mich oder ist es eine Depression?

Ist hier noch jemand +- 30 und hängt etwas neben der Norm?

Weiß jemand wie man die 30er Krise löst oder wie man am besten durch kommt?

Jap, antworten die mich weiter bringen wären wunderbar. Ich möchte mal wieder etwas bunter durch das Leben laufen. Nur fehlt mir momentan die Anleitung dazu...

MfG
Maik
 
Ich hab noch 9 Monate bis es soweit ist. Und deshalb kann ich auch nicht so viel dazu sagen. Nur, daß ich noch nicht das Gefühl habe, daß es am Alter liegt. Ich hab einfach so aus meinem Leben nichts gemacht. Das wird eher weniger mit der Zahl zu tun haben.
Vielleicht ist das einfach so, daß man irgendwann zu alt für die Neon ist, aber noch nichts neues gefunden hat.
 
Die 3 vorne habe ich noch ganz easy gesehen, die kann man sich ja noch schön reden aber mittlerweile winkt die 4 und man kommt dann doch schon etwas ins Grübeln.

Also - lass Dich von der 3 nicht schocken - die wirklich schlimmen Zahlen kommen noch... ;)
 
Oft ist es die Tatsache, dass dir bei einem "Zahlenwechsel" Dinge ersteinmal richtig bewusst werden.
So glaubst du vielleicht, dass dir mir ab 30 alle Möglichkeiten auf "Neuanfänge" schwinden und sich zu extremen Risiken entwickeln können.

Es ist ja so, dass man mit 20 in der Regel noch zwischen mehreren Ideen (Job, Beziehung etc.) hin und her hüpfen kann, ohne dass es Konsequenzen nach sich zieht.

Danach wirds schwieriger. Unternehmen wollen dich nicht (zu alt), Beziehungen werden seltener, dafür manchmal "ernsthafter" (zu jung?).

Und so fühlt man sich vermutlich, als wäre der persönliche Rentenantrag schon gedruckt.

Ich kann mich eigentlich dem Vorredner anschließen. Zahlen haben nichts zu sagen. Reflektiere nicht zuviel über vergangenes und versuche nicht die Zukunft zu erahnen. Leb so, wie du meinst, dass es weder Dir noch sonst jemandem schadet.

Im Zweifel:
Ich las, dass es Möglichkeiten gibt, manch einer Hormonschwankung und Depression unter Ärztlicher Aufsicht mit Medikamenten (irgendwelche Hormoncoctails) entgegen zu wirken.

Lass dich auf keinen Fall unterkriegen und erfreue dich deines Lebens.

MEINE Meinung zum Thema Job:

Behalte ihn, danke jeden Tag dafür, dass du ihn hast. Er kotzt dich grad an, ok. Arbeit ist oft nur stupides "jeden Tag das gleiche".
Aber es wird Zeiten geben, da wirst du ihn wohl wieder schätzen.
Denk daran: Es gibt leider sehr einige arme Schweine, die wollen und nicht können.
Du hingegen bekommst jeden Monat dein Gehalt. Du weißt also immer, wovon du deinen Kühlschrank füllst und deine nächste Stromnachzahlung bezahlst.

Kopf hoch und mit Gebrüll wieder in den nächsten Tag rein :D


Viele Grüße

David
 
Lieber Maik,

ich bin 26 und kenne das Gefühl schon über en Jahr (wohl etwas frühreif). Ich sitze dank Job seit nem Jahr in ner fremden Rentnerindustriestadt aus der die ganze Jugend und Gleichaltrige (Osten) abwandern und denke mein Leben ist schon gelaufen und bis zum Ende vorbestimmt während ich in Ruhe im Selbstmitleid versinke... also Kopf hoch und sei froh, daß es Dich erst mit 30 erwischt hat :)
 
Ist normal. Hattest Du mit 20 sicherlich auch, weißt es nur nicht mehr. *g*

Dagegen hilft, das Leben in die Hand zu nehmen. Endlich mal das zu machen, von dem Du glaubst, dass es eigentlich noch Zeit hat.

Heiraten, Kinder kriegen, den Job wechseln, auswandern - was auch immer Du vorhast, machs einfach. Ansonsten hockst Du mit 70 echt an der Bushaltestelle und dann ärgerst Du Dich wirklich.
 
Dagegen hilft, das Leben in die Hand zu nehmen. Endlich mal das zu machen, von dem Du glaubst, dass es eigentlich noch Zeit hat.
Das geht immer mehr verloren. Man nimmt das Leben ja in die Hand und rennt vor die Wand. Man schüttelt sich, leckt sich ggf. die Wunden und springt wieder ins Gefecht. Klar man gewinnt auch, nimmt Erfahrungen mit und wirft sich wieder ins Leben. Bam, bam und weiter. Doch der Nachteil an vielen Schlachten, kämpfen oder wie man es nennen soll, ist, das man vernünftiger wird. Was wieder eine Befangenheit mit sich bringt, denn jede Situation ist anders, doch man gleicht immer mit der Vergangenheit ab und entscheidet dann. Ich schweife schon wieder hin und her.

Sagt mir einfach, dass es mit 31 vorbei ist und ich wieder neue Abenteuer erlebe. :)

Momentan ist alles schwarz weiß, ich jammer schon wieder rum. Mich ärgert auch, das immer alles mit der Zeit langweilig wird. Der Sport hat mich nun richtig begeistert, hab ihn gelebt und nun wird er Routine und da geht wieder was verloren. Es macht noch Spaß, aber ich merke das es kein Abenteuer mehr ist. Es ist halt Bestandteil.

P.S.: Ist das Klammlogo oben links neu? Das L war doch vorher nicht durchgezogen?
 
Weiß jemand wie man die 30er Krise löst oder wie man am besten durch kommt?

mhh... wie waere es mit einen Tapetenwechsel... bin auch am ueberlegen Spanien zu verlassen und nach Isla de Margarita auszuwandern... aber ob das was bringt, weiss ich auch nicht..

sonst such dir ne juengere freundin... irgent wie hatte ich frueher immer aeltere freundinnen, aber seit den 30er werden die juenger..
 
Ich weis ja nicht, aber bin jetzt 31 und hab dieses Problem nicht. Klar gibt es mal Tage an denen alles besch... ist, aber die hat ja fast jeder. Klar gefällt einem auch der Job nicht jeden Tag, aber immernoch besser als gar keinen zu haben.

Das alles mal zur Routine wird, lässt sich halt net wirklich vermeiden, kannst jetzt auch nach Spanien auswandern, aber deshalb holt dich dort unter der Alltag trotzdem ein, denn ohne Arbeiten wird es auch net gehen. Irgendwie ist der Tagesablauf etc. immer in einer gewissen Form gleich, aber setz dir halt Ziele, die auch zu erreichen sind.

Ich fahr sehr gerne in Urlaub und entdecke ferne Regionen und plane so schon weit im voraus. Arbeite so auf jeden Urlaub hin und habe so auch ein Ziel vor Augen. Und warum nicht im Alltag einfach mal was spontanes unternehmen?

Tja, so ne richtige Hilfe bzw. Anleitung fürs Leben gibts halt leider net, hoffe aber das sich das bei dir wieder legt :)
 
also ich muß sagen, ich hab mich mit 19 genau so gefühlt wie jetzt mit 20.... ausser das ich ncht mehr so schüchtern bin.

also ich merke da (noch) nix ;)

ansonsten gilt:

"die alten zähne werden schlecht, und man beginnt sie auszureißen...
...die neuen kommen gerade recht, um damit ins gras zu beißen"

;) :D
 
Mit 18 konnte ich es kaum erwarten, endlich 35 zu sein.. Weil ich dachte, in dem Alter wäre man dann endlich auch mal etwas "abgebrühter" und ruhiger..
Mit 25 dachte ich dann, mit 40 auch ruhig "abkacken" (Ruhrpottdeutsch, sorry) zu können, weil ich bis dahin mit Sicherheit "alles gesehen" hätte..

Nu werd ich Ende des Monats 41, bin dem lieben Gott irgendwie (dann doch) ganz dankbar, daß er mit 25 nicht so genau hingehört hat und kann 2 Erfahrungen weitergeben:

1) Die "Rotzigen" (um die 18 ) von heute machen auch nicht viel mehr Mist als wir zu unseren Zeiten.. Wenngleich ich das Gefühl nicht loswerde, sie würden so manchen Mist heutzutage viel mehr ohne Nachdenken fabrizieren. Und weil sich die Gesetzelsage (Stasi 2.0 etc) ebenso geändert hat, wie die Freizügigkeit chemischer Substanzen, reiten sich die Kiddies viel direkter und härter in die "Scheiße"..

2) Die Hühner um die 40... (Was anderes kriegste mit 40 nicht für Längerfristiges..vergiß es !) Da kannst du ruhig Schluß machen... die wirst du jahrelang nicht los.. :ugly: Die sind hartnäckig.. aber echt!

Mit dem Alter an sich komm ich ganz gut klar.. Man hängt mit "alten Säcken" rum, mit denen man die Jahre erlebt hat.. pflegt den Bierbauch und erinnert sich.. Geht in Eckneipen statt in Discos.. läßt im Stadion die sau raus mit den Rotzigen ... und wird bescheidener..
:angel: