Tiere, Musik, Gegentände etc.

G = Gaben mir Rat

Gaben mir Rat und gute Lehren,
Überschütteten mich mit Ehren,
Sagten, daß ich nur warten sollt,
Haben mich protegieren gewollt.

Aber bei all ihrem Protegieren
Hätte ich können vor Hunger krepieren,
Wär nicht gekommen ein braver Mann,
Wacker nahm er sich meiner an.

Braver Mann! Er schafft mir zu essen.!
Will es ihm nie und nimmer vergessen!
Schade, daß ich ihn nicht küssen kann!
Denn ich bin selbst dieser brave Mann.


--Heinrich Heine--
 
H = Hoppe Hoppe Reiter....


Wenn er fällt, dann schreit er
Fällt er in den Graben
Fressen ihn die Raben
Fällt er in den Sumpf
Macht der Reiter plumps!

Hoppe, hoppe, Reiter
Wenn er fällt, dann schreit er
Fällt er in das grüne Gras
Macht er sich die Hosen nass
Fällt er in den Sumpf
Macht der Reiter plumps!

Hoppe, hoppe, Reiter
Wenn er fällt, dann schreit er
Fällt er in das Wasser
Wird er noch viel nasser
Fällt er in den Sumpf
Macht der Reiter plumps!
 
I = Im See

Heute ist das Wasser warm,
Heute kann's nicht schaden.
Schnell hinunter an den See!
Heute geh'n wir baden.

1, 2, 3, die Hosen aus,
Schuhe, Rock und Wäsche,
und dann, plumps ins Wasser rein,
gerade wie die Frösche.

Und der schönste Sonnenschein
brennt uns nach dem Bade
Brust und Buckel knusperbraun,
braun wie Schokolade.

-- Adolf Holst --
 
J = Jakob möchte jodeln können.


„Jodelhi“ und „Jodelho“.
Doch das Jodeln klingt sehr komisch.
Echtes Jodeln klingt nicht so.
 
K = Kletterbüblein

Steigt das Büblein auf den Baum,
ei, so hoch, man sieht es kaum!
Schlüpft von Ast zu Ästchen,
hüpft zum Vogelnestchen
Ui! da lacht es,
hui! Da kracht es -
plumps, da liegt es drunten.


-- Friedrich Güll --
 
L = Laterne, Laterne ....

Laterne, Laterne
Sonne, Mond und Sterne
Brenne auf, mein Licht
Brenne auf, mein Licht
Aber nur meine liebe Laterne nicht
Laterne, Laterne
Sonne, Mond und Sterne
Brenne auf, mein Licht
Brenne auf, mein Licht
Aber nur meine liebe Laterne nicht
Laterne, Laterne
Sonne, Mond und Sterne
Brenne auf, mein Licht
Brenne auf, mein Licht
Aber nur meine liebe Laterne nicht
 
N = Nebel

Ich stehe am Fenster und schaue hinaus.
Ei! Seht doch: Verschwunden ist Nachbars Haus!

Sagt: Wo ist die Straße, wo ist der Weg?
Wo sind die Zäune, wo ist der Steg?
Der Nebel bleibt hängen, hält alles versteckt,
hat Straßen und Häuser ganz zugedeckt.


-- Ernst Kreidolf --
 
P = Puppendoktor


Ach, lieber Doktor Pillermann,
sieh dir doch nur mein Püppchen an;
drei Tage hat es nichts gegessen,
hat immer so stumm dagesessen.
Die Arme hängen ihm wie tot,
es will nicht einmal Zuckerbrot.
Ach, lieber Doktor, sag mir ehrlich,
ist diese Krankheit sehr gefährlich?"

"Madam, Sie ängstgen sich noch krank!
Der Puls geht ruhig, Gott sei dank;
doch darf sie nicht im Zimmer sitzen,
sie muß zu Bett und tüchtig schwitzen;
drei Kiebitzeier gebt ihr ein,
dann wird es morgen besser sein!
Empfehle mich!


-- Paula Dehmel --
 
Q = Qualle

Im Meer schwamm eine Qualle,
die wollte so gerne nach Halle.
Nach Halle an der Saale,
dort gab's bestimmt auch Aale.

Lang' trieb die Qualle durch's Mittelmeer
doch dann hatte sie keine Mittel mehr.
Auf der Sandbank erklärte man ihr explizit
Quallen bekämen dort niemals Kredit.

Es platze der Wunschtraum der Qualle
von einem Besuch – in Halle.
Noch heute treibt sich die Qualle umher,
mal in diesem – und auch in jenem Meer.
 
über die Rose


Laßt uns doch Cupidens Rosen
Mit des Bacchus Lust vermischen.
Laßt uns doch mit Rosenkränzen
Unsre muntren Scheitel krönen,
Und bei zartem Lachen trinken.

Rose! Königin der Blumen!
Rose! jedes Frühlings Zierde,
Rose! Liebling aller Götter,
Rose, die Cytherens Knabe,
Mit den Charitinnen tanzend
Selbst auf schöner Stirne traget,

Kröne mich denn, lieber Bacchus!
So will ich dein Lob besingen,
Und mit einer schönen Dirne,
In den besten Rosenkränzen,
Deinen Festtag tanzend ehren.
 
S = Seereise


Pitsch - patsch -Badefaß,

Rumpumpel planscht die Stube naß;

Ist ein junger Wasserheld,

Segelt durch die ganze Welt

Im Wipp - im Wapp - im Schaukelkahn

Über den großen Ozean!

Stehn alle Wilden still

Und schrein: Was bloß Rumpumpel will?

So spliternackt und pitschenaß,

In Seinem kleinen Schaukelfaß?

Schnell das Badelaken!


-- Paula Dehmel --
 
T = Taube

Auf Krauses Dach – so wie ich glaube,
gurrt seit Tagen schon 'ne Taube.
Ich finde dieses Gurren schön,
gern würd' ich mal die Taube seh'n.

Dieser Wunsch, er macht mich schwach,
ich klett're hoch, auf Krauses Dach.
Ich will unbedingt die Taube seh'n,
die bei Krause gurrt so schön.

Da – ich hör' das leise gurren
oder war's ein Magenknurren?
Knurrt vielleicht sogar Herr Krause
und – ist der eigentlich zu Hause?

Leider kann ich noch nichts sehen
und bin gezwungen aufzusteh'n.
So hoch oben war ich nie,
hui jetzt schlottern mir die Knie'.

Huch – nun wird mir auch noch übel,
weit und breit jedoch kein Kübel.
Jetzt gilt: Flugs sich nieder hocken,
ups – da kommen ein paar Brocken.

Zu spät konnt' ich mich niederknien,
ich hab auf Krauses Dach gespien.
Da ist es wieder – leises Gurren,
oder war's ein Schuheschurren?

Die Taube – sie kommt anstolziert,
nachzuseh'n was grad' passiert.
Gar vorwurfsvolle Blicke fragen,
"Mensch was willst du damit sagen?"

Nein – so sollte das nicht sein,
kam nicht hier rauf um auszuspei'n.
Ich finde doch das Gurren schön,
kam nur rauf, um dich zu seh'n.

Nun – jetzt hab' ich dich geseh'n,
und kann beruhigt nach unten geh'n.
Ich mache hier noch rein geschwind,
sodass wir zwei zufrieden sind.
 
U = Ungenügend


Ich kannte einen Regenwurm,
der sich dreimal ringelte,
wenn man dreimal klingelte.
Doch sprach Professor Friedrich Stur:
Das reicht noch nicht zum Abitur!
 
V = Vielfraß

Der Vielfraß ist heut nicht willkommen,
er hat sich neulich schlecht benommen
beim Waschbär und beim Warzenschwein.
Die laden Vielfraß nie mehr ein.
 
W = Winter


Vom Norden der Winter kam heut in der Nacht.
Was hat er der Stadt alles mitgebracht?
Dem Mann auf dem Denkmal einen schneeweißen Hut,
der Turmuhr eine Mütze, die steht ihr sehr gut,
der Tanne im Park einen Pelz aus Hermelin,
der Fensterscheibe Blumen, die trotz Eis und Kälte blühn,
den Dachrinnen Bärte und der Pumpe einen Zopf,
den Kindern rote Nasen und ’nen Schneeball an den Kopf.
 
X = Xanthippe (Frau des Sokrates)


Xanthippe war ein böses Weib,
man sagt, sie stritt zum Zeitvertreib.
War tatsächlich – sie – so schlecht
oder war sie stets im Recht?

Sokrates – Mann der Xanthippe,
riskierte stets 'ne dicke Lippe.
Vielleicht hielt er – der Philosoph
seine Frau auch nur für doof?

Warum wohl – gab sie nicht bei Zeiten,
Gift auf seines Buches Seiten?
Hat sie's getan? Mitnichten
weiß die Geschichte zu berichten.

Nein – es gebar die Schöne,
dem Sokrates sogar 3 Söhne.
Sie blieb – zumeist – in ihrem Haus,
er nahm den Mantel und ging aus.

Sie begoss den armen Tropf,
mit dem Inhalt – aus 'nem Topf.
Gelassen nahm er hin – "den Segen",
nach dem Donner folgt meist Regen.

Voll Wut zerstampfte sie – mit Füßen,
seinen Kuchen – wohl 'nen süßen.
Sie hatte stets das letzte Wort,
doch dachte jemals sie an Mord?

Der Philosoph – er starb im Knast,
Xanthippe hat ihn nicht gehasst.
Das Gift – wodurch sein Ende naht,
bekam der Sokrates vom Staat.

Zum Schluss hab ich noch eine Bitte,
denkt bitte nach – über Xanthippe.
War sie nun ein böses Weib,
die schimpfte – nur zum Zeitvertreib?
 
Y - ( Nicht wieder Witze reißen, weil ich das schreibe)

Das Xylophon, das Xylophon
kommt niemals ohne Ypsilon,
Das Ypsilon gehört dazu,
wie an die Füße ein Paar Schuh.
 
Z= Zukunftsvision - irgendwo im Nirgendwo

Zukunftsvision
Ich lebte einst im Nirgendwo,
dort wurde ich nicht richtig froh,
so zog ich um - nach Irgendwo,
dort gab es sogar einen Zoo.

In dem Zoo - im Irgendwo
da gab es nicht einmal ein Klo.
Mein Körper der bedrängt' mich - oh,
ich musst' zurück - nach Nirgendwo.

Geschafft - frohlockte ich noch so,
als ich zurück - im Nirgendwo.
Weit und breit - auch hier kein Klo,
's wurd' angepasst - ans Irgendwo.

Die Moral von dem Gedicht
bleib wo du bist und mecker nicht.
Schmiede, wo du bist, dein Glück
und hab' die Zukunft stets im Blick.