muenchner1989

Kingpui.de
ID: 260017
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12 Oktober 2006
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Super für fast 10Euro das Liter - ich fall vom glauben :mrgreen:

Beinahe zehn Euro pro Liter hat Esso an einer Tankstelle in der Nähe von Stuttgart genommen. Selbst die Polizei konnte nicht helfen. Die Fahrer müssen zahlen.

Preisschock an der Zapfsäule: 9,99 Euro kostete ein Liter Superbenzin am Ostermontag an einer Esso-Tankstelle in Filderstadt. Da der Kraftstoff nur noch in geringer Menge vorrätig war, sollten die Kunden dadurch vom Tanken des Superkraftstoffes abgehalten werden, wie die Polizei berichtete.

Zusätzlich waren an den Zapfsäulen Hinweise angebracht, kein Superbenzin zu tanken. Trotzdem tankten zwei Kunden und fielen an der Kasse aus allen Wolken.

So wunderte sich eine Frau aus Filderstadt als sie für 20 Liter Superkraftstoff rund 200 Euro bezahlen musste. Ein anderer Kunde tankte 10 Liter und sollte rund 100 Euro hinblättern. Beide weigerten sich zunächst, zu bezahlen und riefen stattdessen die Polizei. Der Mitarbeiter der Tankstelle war sich laut Polizei keiner Schuld bewusst, da er keinen Einfluss auf die Kraftstoffpreise habe.
Video

„Die Preise werden von der Zentrale eingestellt“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Die Kunden jedenfalls bezahlten ihren Einkauf und hoffen nun auf eine gütliche Einigung mit der Geschäftsleitung der Tankstelle am Dienstag. An der Tankstelle wollte sich niemand zu dem nächtlichen Vorfall äußern.

Rainer Hillgärtner, Sprecher des Auto Club Europa, sagte, dass „das an den Schwarzmarkt erinnere. Dass Weltkonzerne in einen Versorgungsengpass hineinstolpern, wie Betrunkene in einen Dorfteich, ist kaum zu glauben. Dem Grunde nach müsste jetzt die Gewerbeaufsicht von Amts wegen Ermittlungen aufnehmen. Das gilt auch für falsche Preisangaben und Wucherpreise an den Zapfsäulen“.

Auf Nachfrage bei Tankstellen in und um Stuttgart gaben 2 von 10 an, keinen Superkraftstoff mehr zu haben, bei 5 war dagegen noch genügend Benzin vorhanden. Drei Tankstellenbetreiber wollten keine Auskunft zu den Versorgungsengpässen bei Super, Superplus und Biosprit E10 erteilen.

Bundesweit ist das befürchtete Benzin-Chaos an den Tankstellen zu Ostern ausgeblieben. Shell-Sprecherin Cornelia Wolber sagte der Nachrichtenagentur, Leerstände gebe es nur punktuell. „Die Lage ist bei weitem nicht so kritisch wie befürchtet.“

Der Hintergrund: Neben Osterreiseverkehr und Fahrverbot für Tanklastwagen an Feiertagen gibt es auch logistische Probleme wegen der E10-Einführung. Laut Wolber führte das in den vergangenen sechs Wochen schon öfter zu vorübergehenden Leerständen bei einzelnen Tankstellen.

https://www.welt.de/finanzen/articl...assiert-9-99-Euro-fuer-einen-Liter-Super.html
 
Nichts desto trotz sind die Preise über Ostern derb gewesen. Hab nicht schlecht gestaunt, als ich in Holland 'nen Preis von 1,75€ für Super – nicht Plus – gesehen habe.
 
:arrow: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Natürlich, aber 9,99 / Liter ist deutlich über jedem durchschnittlichen Preis und whsl. gibt das noch ein jur. Nachspiel, wenn sich die Tankstelle nicht kulant zeigt. Die Preise sind schon theoretisch sittenwidrig und ob das wirklich so bezahlt werden muss halte ich für fragwürdig.
 
Wenn's da steht!?
Ist ja nicht "kleingedruckt" oder sowas ...

Ich kann doch als Bauer auch meine Eier für 2€ pro Stück verkaufen.
Kauft dann halt keiner. Aber erlaubt ist es meines Wissens nach.
 
Auch wenn es da steht gibt es Regulierungen für solche Preise.

Es gibt übliche Marktpreise und wenn die geforderten Summen, wie in dem Beispiel bei 1.50/Liter 550% mehr betragen, dann funktioniert das so in Deutschland nicht.

Überhöhte Preise werden Jahr für Jahr reguliert und die Verbraucherschützer und Co verklagen die Firmen und klagen Rückerstattungen ein. Wucher wäre hier das Stichwort. Findige Juristen könnten sogar noch das Ausnutzen einer Notlage ("kein Benzin") anführen.

Nur weil etwas irgendwo steht ist es noch lange nicht rechtens. Die Polizei wurde gerufen, die Kunden mussten vorerst bezahlen. Nun hätte aber ein Prozess erfolgen können und das Gericht hätte das zu entscheiden gehabt. Das hat sich aber erledigt, da Esso schon eingelenkt und versprochen hat das Geld zurückzuzahlen. (Whsl. die Differenz zum normalen Preis)

Insgesamt eine unglückliche Geschichte, da das Ordnungsamt scheinbar auf die 9,99 bestand, da bei 0,00 eine Täuschungsabsicht gegeben wäre.(Ach - Gratis ist ne Täuschungsabsicht, 9,99 aber okay ...)

Update: Das Ordnungsamt hat scheinbar 0,00 vorgeschlagen, aber die Essozentrale hatte das mit Täuschungabsicht abgelehnt und die 9,99 gesetzt.
 
Hat sich erledigt, die Kunden haben auf Kulanz das Geld zurückbekommen. Aber seltsam ist das schon, wenn der PReis doch "offensichtlich" da steht. Bei manchen Internetangeboten ist der Preis viel versteckter und man soll trotzdem blechen müssen. Und da gibt es bei div. Angeboten auch Preisspannen von 0 - 100 €...
 
Schmerzgrenze

Wenn die Preise für Sprit hoch sind, hat das den Nebenefekt, dass weniger gefahren wird. Das tut der Umwelt gut und erzieht den Fahrer zu sparsamerer Fahrweise. Die Schmerzgrenze wäre für mich 2 Euro für den Liter. Ab 2 Euro würde ich in den Streik treten und den Kauf eines Gasautos in Erwägung ziehen.
 
Die Schmerzgrenze wäre für mich 2 Euro für den Liter. Ab 2 Euro würde ich in den Streik treten und den Kauf eines Gasautos in Erwägung ziehen.
das haben die Raucher früher auch gesagt: "bei 5 DM ist die Grenze" ... heute zahlt man umgerechnet 10 DM und man kann nicht sagen, dass es jetzt wesentlich weniger Raucher gibt ;)
 
Schmerzgrenze

die Schmerzgrenze von 2 Euro die ich gemeint habe liegt nicht in der fernen Zukunft, sondern ist kurzfristig für das Jahr 2011 gemeint.
 
Wenn die Preise für Sprit hoch sind, hat das den Nebenefekt, dass weniger gefahren wird. Das tut der Umwelt gut und erzieht den Fahrer zu sparsamerer Fahrweise. Die Schmerzgrenze wäre für mich 2 Euro für den Liter. Ab 2 Euro würde ich in den Streik treten und den Kauf eines Gasautos in Erwägung ziehen.

Sei nicht so voreilig ;)

Ein Auto, welches mit Flüssiggas fährt wird nicht billiger sein zu dem Zeitpunkt und auch noch andere Schwächen offerieren.

Du brauchst ein Tankstellennetz für Gas, da wirst du schon deine ersten Probleme haben und da derzeit an X Technologien gearbeitet wird, werden die großen Konzerne warten was sich durchsetzt und dann erst reagieren. Es müsste also erst ein riesiges Aufgebot an Gasfahrzeugen geben, bevor flächendeckend Gas erhältlich ist.

Der Nebeneffekt wird nicht so deutlich ausfallen wie du denkst. Der LKW Verkehr wird weiterhin rollen und die Spritkosten werden im Endeffekt auf die Verbraucher umgelegt.
Der Individualverkehr mag sich etwas einschränken oder aber auf andere Technologien verteilen.
 
0,00 wäre auch falsch gewesen. 9,99 war da schon richtig, da es ja der tatsächliche Preis war.

Hat ne Tankstelle eigentlich kein "Ausverkauft-Schild"? :ugly:

Das frag ich mich auch, bzw. wieso wurde nicht einfach alles verkauft? Ist das ein technisches Problem (wenn der Tank ganz leer ist gibts Probleme?) oder wieso?
Dann gäbs doch das Problem nicht, wenn jemand versucht zu tanken kommt halt nichts mehr...
Oder wieso wurde die Zapfsäule nicht einfach gesperrt oder DEFEKT ran geschrieben... Gäbe genug Möglichkeiten
 
Ich hab auch schon ein --,-- an den Anzeigen gesehen.
Technisch geht es also.
 
So, ich habe mich heute noch einmal genauer nach dem Mittagessen am Gericht informiert.

Mein Ansatz Wucher trifft zu, der passende Unterbereich ist dann Sittenwidrigkeit.

Aus Sittenwidrigkeit folgt die Nichtigkeit des Vertrages, was im Tankstellenfall aber nicht funktioniert, da das Benzin ja schon vorab im Tank des Kunden gelandet ist. Ein Abpumpen wäre nicht sinnvoll.

Daher müsste der Kunde wert-gemäße Entschädigung leisten, im Fall der Tankstellenstory eben den ~ durchschnittlichen Literpreis bezahlen. Also irgendwas zwischen 1,50 und 1,60 Euro.

Was die Richter dann endgültig entschieden hätten kann ich natürlich nicht angeben, aber jur. ist der Ansatz auf jeden Fall vertretbar und hätte eine hohe Chance auf Erfolg.
 
Du brauchst ein Tankstellennetz für Gas, da wirst du schon deine ersten Probleme haben und da derzeit an X Technologien gearbeitet wird, werden die großen Konzerne warten was sich durchsetzt und dann erst reagieren. Es müsste also erst ein riesiges Aufgebot an Gasfahrzeugen geben, bevor flächendeckend Gas erhältlich ist.
Bei uns gibt es im Stadtgebiet alleine 20 Tankstellen, die Flüssiggas anbieten, geschätzt fahren in Deutschland 2 Mio. Autos mit Flüsseiggas, die Ältesten seit über 30 Jahren...

Und selbst bei Erdgas wäre das Problem mittlerweile keines mehr, das bekommt man auch weit verbreitet.

Marty
 
Bei uns gibt es im Stadtgebiet alleine 20 Tankstellen, ......

Hier gibt es Autogas sogar an einer Pommesbude und das ist kein Witz, der hat nen Gastank und eine Zapfsäule davor stehen und bezahlt wird direkt an der Säule per EC-Karte. Damit ist eigentlich auch klar, das innerhalb kürzester Zeit jede Tankstelle ohne großen Aufwand Autogas anbieten könnte.

Aber wie heißt es so schön, solange nicht genug Leute das kaufen bieten wir es nicht an und solange es nicht von viel mehr angeboten wird, wollen wir es nicht kaufen ;).

Zurück zum Thema natürlich ist so ein Preis sittenwidrig und sicher wäre der Aussicht auf Erfolg bei der Rückforderung sehr groß.