Partyfotos

Jogi6

Well-known member
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21 April 2006
549
32
Hi!

Also ich mache jetzt schon seit längerem privat Partyfotos und bin eig. auch ganz zufrieden mit den Fotos, aber wenn ich auf so größeren Partyseiten schaue, sehen die Fotos viel besser aus. Ich weiß nicht, ob diese nachbearbeitet sind oder ob die Fotos einfach so gut mit einer Digital-Spiegelreflex werden.

Wenn ich mir zb. dieses Foto ansehe:

https://www.andreastischler.com/inf...otozone&loc=best&dat=party07&nb=1449&pic=1445

Also echt schönes Bild! Kontrast sehr gut und auch alles andere finde ich. Nur ist dieses nachbearbeitet? Gibt es dafür Filter in Photoshop?

Danke schon mal für eure Hilfe! :)
 
Ich würde mal behaupten die Fotos sind durch ne hochwertige Kamera so gut geworden. Kenne selber mehrere Partyfotografen, da wird kein Foto bearbeitet, wäre auch unmöglich bei rund 150 Fotos je Abend ;)
 
Ne gute Cam braucht auch noch ein gutes Objektiv und einen guten Blitz, und gute Einstellungen.

Bei Partypics ist der Fotograf doch eher unwichtig :D
 
der andreas tischler ist ja ein recht erfolgreicher fotograf in und um wien. wenn du den einmal live fotografieren gesehn hast weist du was ich meine.... verbringt auf jedem event maximal eine halbe stunde und zieht dann weiter das er selber 10 events pro nacht schafft.

mit den richtigen kamereinstellungen bei ner digitalen spiegelreflex und beachtung von ein paar grundregeln (zb wie stell ich mich bei welchem licht hin) muss man recht wenig nachbearbeiten.
 
Da wurde einiges retuschiert - jedoch wohl eher mit Schminke und Make-Up :p

Also ich kenne mich im Bereich der Photographie nicht so gut aus, jedoch wäre (wie ja auch schon erwähnt) der Zeitaufwand viel zu hoch dafür.

lg spoon 8)
 
Also, nur eine Vermutung von mir:

- Spitzen-Spiegelreflex (Nikon D3X oder Ähnliches) mit noch "spitzeren" Objektiven
- Licht ist in den Locations immer ähnlich --> gute Ausleuchtung auch mit Blitz (der Rauch verstärkt Lichtstrahlen ja noch)
- Filter, durch den alle Fotos durchgejagt werden (Kontrast, Hautweichzeichner, Farbverstärker, Auto-Tonwertkorrektur oder Ähnliches)
- relativ hoher Prozentsatz an Ausschuss (Fotos, die vernichtet werden und die wir nie zu Gesicht bekommen)

Wie gesagt, nur eine Vermutung von mir...
 
Also, nur eine Vermutung von mir:

- Spitzen-Spiegelreflex (Nikon D3X oder Ähnliches) mit noch "spitzeren" Objektiven
Ack, Verdammt guter Blitz nicht vergessen.
- Licht ist in den Locations immer ähnlich --> gute Ausleuchtung auch mit Blitz (der Rauch verstärkt Lichtstrahlen ja noch)
Eher nicht... Genau das Licht ist ja das Problem... Wenn du zu sehr aufblitzt zerstörst du die typische Atmosphäre. Und ewig belichten kannst du eine Horde angetrunkener Halbwüchsiger auch nicht. Also denk ich mal offene Blende, möglichst kurze Belichtung mit Blitz auf zweitem Vorhang.
- Filter, durch den alle Fotos durchgejagt werden (Kontrast, Hautweichzeichner, Farbverstärker, Auto-Tonwertkorrektur oder Ähnliches)
Auch eher weniger... Die Bilder werden aber wohl im .raw-Format gespeichert und müssen daher eh noch "erstellt" werden. Ich denke aber mal ab einer gewissen Menge passiert das per Batch
- relativ hoher Prozentsatz an Ausschuss (Fotos, die vernichtet werden und die wir nie zu Gesicht bekommen)
Ich denke auch mal, daß da in Serien von 3 oder mehr Bilder belichtet wird...

Gruß Aru
 
Stimmt...sorry...das mit dem Licht war ein Blödsinn von mir...zu kurz gedacht ;)

Und RAW-Format stimmt sicherlich auch - die haben ja dann meistens gleich Foto-Festplatten mit - weil .raw ist ja relativ sehr groß.
 
der andreas tischler ist ja ein recht erfolgreicher fotograf in und um wien. wenn du den einmal live fotografieren gesehn hast weist du was ich meine.... verbringt auf jedem event maximal eine halbe stunde und zieht dann weiter das er selber 10 events pro nacht schafft

Da hast du recht! Der ist sehr erfolgreich und hat sehr gut besuchte Partyseiten! Mittlerweile hat er jedoch Angestellte und hat sich mehr auf Promis spezialisiert. ;)

Also, nur eine Vermutung von mir:

- Spitzen-Spiegelreflex (Nikon D3X oder Ähnliches) mit noch "spitzeren" Objektiven
- Licht ist in den Locations immer ähnlich --> gute Ausleuchtung auch mit Blitz (der Rauch verstärkt Lichtstrahlen ja noch)
- Filter, durch den alle Fotos durchgejagt werden (Kontrast, Hautweichzeichner, Farbverstärker, Auto-Tonwertkorrektur oder Ähnliches)
- relativ hoher Prozentsatz an Ausschuss (Fotos, die vernichtet werden und die wir nie zu Gesicht bekommen)

Wie gesagt, nur eine Vermutung von mir...

Also eine Spitzen-Cam hat der auf jedenfall. Ich hab ihn mal gefragt und hab dann bei Geizhals zusammengerechnet, was die Cam kostet. Also der hat eine Profi Canon Cam, die ca. 5.000 € kostet. ;)

Filter...ist es denn möglich mehrere Fotos mit einem Filter durchlaufen zu lassen?

Bezüglich dem Prozentsatz der vernichteten Fotos weiß ich nicht wies aussieht, jedoch machen die Fotografen oft 2 Fotos in Folge, aber löschen glaub ich dann sofort das Schlechtere. Ich kann nur sagen, bei den Fotos, die ich mache, lösche ich meistens die Hälfte.
 
Mal kurz in die Runde geworfen, Langzeitsynchro ist hier das gesuchte Stichwort ;)

Das Prinzip? Einfach und es läuft alles Per Automatik, wenn man mal verstanden hat, wie es geht.

Das Bild wird in zwei Bereiche geteilt:
Personen im Vordergrund
Lichtergedöns im Hintergrund

Personen im Vordergrund werden durch den Aufsteckblitz ausgeleuchtet, meist wird ein Bouncer verwendet. Deshalb haben die Leute immer so fette Kinnschatten.
Die Blitzleistung, die Entfernung zum Vordergrund und die ISO ergeben die nötige Blende für die "Idealausleuchtung" der Personen. Die Verschlusszeit, solange sie nicht kürzer als die Synchronzeit ist, sonst gibts den Verschlussvorhang zu sehen, spielt dabei keine Rolle.
Über die Verschlusszeit lässt sich nun die Helligkeit des Hintergrundes regeln, desto länger, desto heller - wie bei einer Langzeitbelichtung. Deshalb gibts im Hintergrund meist Verwacklungsunschärfe.
Jetzt dürfte der Begriff klar sein: eine Langzeitbelichtung wird mit Blitzlicht synchronisiert.

Bei denen es jetzt gerade rattert, warum die Personen im Vordergrund trotz Langzeitbelichtung noch scharf sind... sie werden vom Blitzlicht "eingefroren", das hat was mit der Abbrenndauer zu tun.

Theorie klar?

Dann jetzt die Praxis.
Kamera auf Blendenpriorität, Blende schön weit aufreißen, Blitz sollte ittl (Nikon), dttl (canon) unterstützen und wird auf Langzeitsynchro gesetzt. Das war es auch schon. Der Rest ist Erfahrungswert: z.B. bei meinem D80 und SB600 Gespann werden die Ergebnisse besser, wenn ich am Blitz die automatisch ermittelte Leistung um ein Drittel Lichtwert reduziere dafür aber die Gesamtbelichtung in der Kamera um 2/3 Lichtwert anhebe.

Das Ziel?
Eine ausgewogene Belichtung des Bildes also Hintergrund nicht unterbelichtet und Personen nicht totgeblitzt, Personen scharf, möglichst wenig Bewegungsunschärfe.

Wie kommt man an diese Qualität?
In dem man alles ins Gefecht wirft was nur geht. Größtes Problem ist der Lichtmangel. Also alles was mehr Licht auf den Chip bringt hilft weiter.
- Lichtstarke Objektive
- Profikameras sind empfindlicher, man kann also auch mit den Iso raufgehen und hat trotzdem geringes Rauschen - die Belichtungszeit kann kürzer ausfallen, was verwackeln verhindert
- Aufsteckblitze mit entsprechender Ansteuerung, Leitzahl und Regulierbarkeit

Das war es auch schon :ugly:
 
Danke für deine sehr informative Antwort, Thomas!

Denn genau das Licht ist eines der größten Probleme, die man beim Fotografieren bei Nacht/Partybeleuchtung etc hat.

@Jogi6: Welche Kamera benutzt du denn für deine Partybilder?

Eine kleine Kompaktkamera? Digitale Spiegelreflex?

Denn genau da liegt das Problem: Du musst für scharfe Bilder, die bei wenig Beleuchtung geschossen werden, ja möglichst viel Licht in möglichst kurzer Zeit auf den Chip deiner Kamera bekommen, denn je weniger Licht rein kommt, umso länger muss die Blende geöffnet sein und du kriegst Unschärfe/Verwacklungen etc rein.

Daher haben professionelle Party-Fotografen oft auch relativ große Objektive an ihren Kameras. Damit meine ich nicht irgendwelche langen Teleobjektive (man will ja nicht jeden Pickel eines pubertierenden Party-Teenagers im Detail fotografieren), sondern mit großer Linse. Die können dann ja deutlich mehr Licht fassen in kurzer Zeit.

Wenn du im Vergleich dazu mal die Linse einer kleinen Kompaktkamera ansiehst, wirst du sehen, dass da nie die gleiche Menge Licht in der gleichen Zeit rein kann...

Wie du deinen vorhandenen Blitz mit der Langzeitaufnahme synchronisierst hat Thomas ja schon echt vorzüglich beschrieben... viele Fotografen verwenden, besonders für solche Nachtbilder, auch des öfteren einen Diffusor auf ihrem Blitzgerät, weil Leute beim tanzen bekanntlich schwitzen und niemand von Fotos begeistert ist, wo jeder so glänzt als hätte man sich mit Bowlingpolitur eingerieben...

Zum Nachlesen könnte auch folgender Artikel hilfreich sein:

https://www.photographybay.com/2009/12/22/7-tips-for-shooting-in-troubling-lighting/

-Flori-
 
@Thomas...danke für deine Aufklärung! :) Du scheinst dich da recht zu auszukennen! ;)

@evident...Ich habe zurzeit eine Canon IXUS 980 IS, also eine normale Digi-Cam, bin aber am Überlegen, ob ich mir eine Canon EOS 50D + Objektive (weiß ich noch nicht genau welche) + Blitz zulegen soll. Wär schon was tolles! :)

Jetzt weiß ich auch, warum die solche Diffuser haben! Hab mich schon mal gefragt, aber nicht weiter darüber nachgedacht. Die gibt es ja in verschiedenen Formen. Manche sehen sehr komisch aus (zb. sehr groß und rund https://img.idealo.com/folder/Product/1503/9/1503960/s2_produktbild_gross.gif).
 
mit Fotograf meine ich die Person die die Kamera bedient ;)

Naja eine ruhige Hand brauch man schon :p

Ansonsten, es wurde höchstwarscheinlich bisschen bearbeitet aber nur wenig, bei solchen Partybildern wird nicht viel Arbeit reingesteckt, da man kaum Geld dafür sieht.

Höchstwarscheinlich eine sehr gute Cam und dann die Belichtung in ein Bildbearbeitungsprogramm verbessert und fertig.

MfG Speax
 
Dagegen!

Arbeitetet man, statt im JPG (8Bit pro Kanal), im Raw-Format, das bei manchen Kameras bis zu 16Bit pro Kanal umfasst, so hat man wesentlich mehr Helligkeitsabstufungen, und das natürlich dann auch in den Lichtern als auch in den Tiefen. Es ist also durchaus möglich in einem Raw-Workflow in Bereichen die bei einer "JPG-Aufnahme" einfach unter-/über-belichtet wären noch Zeichnung zu gewinnen, die Belichtung im Nachhinein also noch etwas zu korrigieren - es ist also nicht unmöglich. Trotzdem sollte die Belichtung halbwegs stimmen, da der maximale Kontrastumfang einer Kamera nun mal eben begrenzt ist ;)