KZ Dachau, War es wirklich so?

wwewrestling

Nervensäge
ID: 238422
L
20 Juni 2006
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Meine Geschichtslehrerin hat heute das Thema Nazionalsozialismus angesprochen, weil wir in deutsch das buch "Die Welle" als Lüktüre haben

Sie hat das Thema Dachau angesprochen...
Eigentlich stimmte alles was sie sagte, blos bei einer Sache hatte sie entweder gelogen oder hatte sich vertan
Sie sagte das im KZ in Dachau zwar die Gaskammer war, die aber nie eingesetzt wurde

Ich hab die Sache meinen Eltern erzählt und ihr könnt euch nich vorstellen wie sie ausgetickt sind
Den derren Großeltern waren in diesen Vernichtungslagern
Sie behaupteten das die Geschichtslehrerin totalen unsinn erzählte...

Was ist den nun wahr?
 
Ich habe hier irgendwo ein Buch über das KZ, ich sag dir gleich Bescheid. Soweit ich weiß, war Dachau nicht als Vernichtungslager geplant.
Edit: Viele Menschen wurden durch Hunger, Krankheit, Mord, Massenerschießungen, Experimente, etc getötet (31951 wurden beurkundet, die "nicht registrierten" Einlieferungen ausgenommen), mehr als 3000 kranke und behinderte Dachauer Häftliche in der Gaskammer der Euthanasieanstalt bei Linz ermordet und viele in Vernichtungslager deportiert.

Ich guck mir das später nochmal genauer an, aber für die Benutzung der Gaskammer gibt es glaube ich keine eindeutigen Belege.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh,

das ist ein Gerücht, was sich standhaft hält. Ich schaue mal nach, da gibt es Links.

Aber von einer Geschichtslehrerin? Das wundert mich ein wenig. Ich finde das auch bedenklich und kann die Reaktion deiner Eltern verstehen.

Wird angezweifelt, aber ich verstehe den Kontext nicht. Man hat sie zwar erschosssen, aber nicht vergast? Ich könnte kotzen.
https://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/dachau/index.html
 
Das KZ Dachau hatte eine Gaskammer. Ob diese benutzt wurde ist bis heute nicht geklärt. Insofern ist die Aussage deiner Lehrerin falsch. Man weiß es einfach nicht. Was man aus Akten weiß ist, das wohl im "Normalfall" die Menschen die ermordert werden sollten aus Dachau nach Linz transportiert wurden. Die Nazis haben aber nicht nur Gaskammern zum ermorden ihrer Opfer benutzt.

Cya Nightfire
 
Ich stimme Nightfire da zu,

für mich ist es eigentlich auch ziemlich unrelevant, ob Menschen in Dachau vergast worden sind oder Dachau nur als "Arbeitslager" bzw. "Durchgangslager" eingesetzt wurde.

Ich wüsste jetzt nicht, ob ich lieber erschossen oder vergast werden möchte.

Fakt ist, dass Dachau eines der ersten KZs war, vielleicht noch nicht "perfektioniert".

Und die "Beweise", speziell die fehlende Abnahmegenehmigung für den Betrieb halte ich für ziemlich perfide.
 
Darum geht es in diesem Thread aber nunmal.

Ja ok,

vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es ungeklärt ist, bzw. besser: Geschichtlich nicht bewiesen. Geklärt werden könnte es wahrscheinlich noch heute anhand der inzwischen wirklich unglaublichen Forenzik.

Aber diese Dachau Geschichte wird von den "jungen" Nazis immer wieder gerne genommen.
 
Hm,

bissel mein Geschichte-LK rauskramen.

Es ist nicht klar ob die in Dachau errichteten Kammern wirklich genutzt wurden.
Unsicher ist dies vor allem aufgrund der Tatsachen das Menschen zur Tötung fortgebracht wurden bzw. in Dachau selbst Erschießungen vorgenommen wurden. Somit ist es geschichtlich so, dass es weder Beweise für noch gegen die Nutzung dieser Anlagen gab.
Somit hat die Geschichtslehrerin das entweder falsch formuliert, ist dumm oder du hast es falsch verstanden. Richtig wäre es wenn sie die Aussage getroffen hätte das eine Nutzung geschichtlich nicht nachzuweisen ist.

Davon ab gebe ich Bad_Boy recht, das es eigentlich "egal" ist - Fakt ist das Menschen in Massen ermordet wurden.
Und ebenso Fakt ist das ich keinen Plan habe was einige ewig-gestrigen mit der Anzweifelung der Nutzung bewirken wollen?! Weil der Tranport weg von Dachau und eine entfernte Tötung besser war?:wall:
 
Zufällig war ich heute schulisch im Gedenkzentrum in Dachau.

Laut der Person die uns herumführte (und soweit ich das mitbekommen ha), wurde die Gaskammer in Dachau nur vereinzelt genutzt, d.h. es gibt Belege dass einzelne Persone oder auch Gruppen in der Gaskammer getötet wurden , jedoch wurde sie nicht zur organisierten Vernichtung von Häftlingen/Personen angewandt.
 
Ich wage hier übrigens mal darauf hinzuweisen, dass man sich mit solchen Aussagen auf einem sehr schmalen rechtlichen Grad bewegt. Die Verleumdung der Verbrechen des zweiten Weltkrieges wird mit hohen Strafen belegt.

Und vor allem wenn eine Lehrerin solchen Stuss von sich gibt - da sehe ich einen sehr hohen Handlungsbedarf!
 
danke Lirrec. So hatte ich das nämlich auch im Kopf. is zwar schon jahrelang her, aber der "Führer" damals (omg kann man das so schreiben?) meinte auch, dass da drin Menschen umgekommen wären.
:-?
 
So weit ich weiß war Dachau kein Vernichtungslager! Dennoch gab es unzählige Tote in Dachau durch Hinrichtung und natürlich Opfer, welche Verhungert oder Verdurstet sind. Die Leichenberge waren auch ohne Gaskammern hoch genug, wie ein Film im KZ selbst zeigt. Was mich stört ist, dass solche Sachen direkt vor den Toren Münchens passiert ist, und es in München selbst wohl kaum jemanden Interessiert hat, was in Dachau genau mit den "Gefangenen" passiert.

Edit: Dachau war ja in erster Linie dazu gedacht, um politische Gegner Hitlers stumm zu machen. Es war ja nicht Grundsätzlich für die Vernichtung von Juden konzipiert.

edit: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Dachau#Baracke_X_mit_Gaskammer
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ist den nun wahr?
Man bräuchte den genauen Dialog. Ich vermute das deine Lehrerin nicht direkt behauptet hat das in Dachau kein Häftling vergast wurde. Als der Ofen aus war wollten alle ihre Ärsche retten und haben viele Beweise vernichtet. Die sogenannte Baracke X wurde für den geplanten Zweck der Massenvernichtung nicht in Betrieb genommen. Das heißt aber auch nicht, dass dort niemand getötet/vergast wurde.

P.S.: Die Versuche die an Menschen unternommen wurden, waren mit die schlimmsten Verbrechen die ich mir vorstellen kann.
 
Und vor allem wenn eine Lehrerin solchen Stuss von sich gibt - da sehe ich einen sehr hohen Handlungsbedarf!
Allerdings! Deine Eltern sollten das dem Rektor mitteilen!

Sie sagte das im KZ in Dachau zwar die Gaskammer war, die aber nie eingesetzt wurde
Soll das die 500.000 Euro Frage in einer bekannten Quiz-Sendung werden? Na, vielen Dank!
 
Zuletzt bearbeitet:
Allerdings! Deine Eltern sollten das dem Rektor mitteilen!

Locker bleiben - wie leicht kommt es zu Missverständnissen. Wurde wirklich behauptet das keine Leute dort getötet wurde oder wurde nur gesagt das es geschichtlich nicht bewiesen ist, dass dort Menschen umgebracht wurden.

Vielleicht sollte man das einfach von Schüler zu Lehrer klären und nicht direkt in politische Panik geraten - oder willst du auch direkt die zeitungen über diesen ungeheueren Vorfall informieren. Schlagzeile Bild: Deutsche Lehrerein leugnet Holocaust?
Man kann auch alles übertreiben.
Aber ist ja einfacher als einfach mal zu reden, nicht?! Dann ist man wenigstens politisch korrekt gewesen.
Sorry für die harten Worte, aber ich hasse es wenn alles direkt über 3. läift anstatt normal mit der "Gegenpartei" zu reden wie etwas gemeint ist!
 
Ich wage hier übrigens mal darauf hinzuweisen, dass man sich mit solchen Aussagen auf einem sehr schmalen rechtlichen Grad bewegt. Die Verleumdung der Verbrechen des zweiten Weltkrieges wird mit hohen Strafen belegt.

Und vor allem wenn eine Lehrerin solchen Stuss von sich gibt - da sehe ich einen sehr hohen Handlungsbedarf!

sie verleumdnet die Verbrechen doch nicht, sie sagt nur in diesem einen Kz wurde die Gaskammer nicht benutzt, das kann durchaus sein

Die Menschen dort können aber dort immernoch erschossen worden sein, sie können sich zur Tode gearbeitet haben oder sie sind an der Unterversorgung an Nahrung oder durch Krankheiten umgekommen/ermordet worden...oder sie wurden eben von da zu anderen Vernichtungslagern gebracht und dort vergast


jedenfalls nur weil man sagt in einem KZ wurde die Gaskammer nicht benutzt verleumdnet man nicht die Verbrechen im Nationalsozialismus als ganzes
 
sie verleumdnet die Verbrechen doch nicht, sie sagt nur in diesem einen Kz wurde die Gaskammer nicht benutzt, das kann durchaus sein

Ich meinte das ja auch nicht wortwörtlich.

Wie erklär ich das jetz am Besten? :think:

Also ich wollte damit sagen, dass man sich ja grundsetzlich sehr schnell in eine rechtliche Grauzone begibt, wenn man mit seinen Aussagen Verbrechen der Nazizeit verdreht oder verharmlost. Und wenn einem sowas nachgewiesen wird, dann wird man sehr hart bestraft.

Ganz von der Tatsache ab:
Sie ist eine Geschichtslehrerin!
Setzt sich zusammen aus "Geschichte" und "Lehrerin".
Über die Geschichte sollte sie Bescheid wissen. Allwissend muss sie ja nicht sein, aber als Lehrerin sollte ihr klar sein, wie schnell Pupertierende Sachen in den falschen Hals kriegen. Also schlägt man entweder vor so einer brisanten Unterichtsthematik noch mal in einem Buch genau nach oder benutzt andere Formulierungen.

Sie hingegen hat - wenn man den Schilderungen des Threadstarters Glauben schenken mag - etwas in Frage gestellt und es so hingedreht, dass es als Meinungsäußerung ihrerseits rüberkommt.
Und DAS darf ein Lehrer nicht. Nicht bei einem so brisanten Thema.
 
Also ich wollte damit sagen, dass man sich ja grundsetzlich sehr schnell in eine rechtliche Grauzone begibt, wenn man mit seinen Aussagen Verbrechen der Nazizeit verdreht oder verharmlost. Und wenn einem sowas nachgewiesen wird, dann wird man sehr hart bestraft.
Das ist leider Gottes absolute Dummheit und Überreaktion der Verantwortlichen. Wenn es geschichtlich unklar ist, dann ist da auch Diskussionsbedarf. "Er hat H****r gesagt, er ist ein Nazi" :roll:

Ich wohne in der Nähe vom KZ Dachau. Meine eben auch öfter gehört zu haben: Arbeitslager, kein Vernichtungslager. Für mich persönlich macht das auch keinen großen Unterschied mehr. Aber andererseits: Eine Tötungsmaschinerie (Leute kommen rein, werden umgebracht) ist eine Nummer schlimmer einzustufen als ein Arbeitslager, bei dem aufgrund schlechter Verhältnisse Arbeiter wegsterben. Wenn einige Leute mal die Augen aufmachen würden kann man sich gut vorstellen, dass letzteres in den Fabriken in ärmeren Ländern heutzutage noch ähnlich existiert.
 
Sie hingegen hat - wenn man den Schilderungen des Threadstarters Glauben schenken mag - etwas in Frage gestellt und es so hingedreht, dass es als Meinungsäußerung ihrerseits rüberkommt.
Und DAS darf ein Lehrer nicht. Nicht bei einem so brisanten Thema.

genau hier denke ich das sie das nicht hat, aber läßt sich natürlich nicht genügend beurteilen ohne den genauen Wortlaut

aber, und da hat der Flashas vollkommen recht, anstatt uns hier mit Wortverdrehen, Haarspaltereien und Überreaktionen über Verbrechen die Generationen vor uns stattfanden sollten wir uns lieber mit der Gegenwart befassen:

auch heute ist die halbe Welt ein Arbeitslager und wird ohne Rücksicht auf den Menschen ausgebeutet und moderne Welteroberer gibt es heute auch und die sind nun leider auch nicht zimperlich mit der Behandlung ihrer Gegner