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- 25 April 2006
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Folgende News wurde am 11.08.2010 um 22:59:46 Uhr veröffentlicht:
Bundesregierung erhöht Flutopfer-Hilfe für Pakistan
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Bundesregierung erhöht Flutopfer-Hilfe für Pakistan
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(AFP/A. Kerber) NEW YORK - Die Vereinten Nationen haben die internationale Gemeinschaft um Soforthilfe in Höhe von umgerechnet 353 Millionen Euro für die Flutopfer in Pakistan gebeten. UN-Nothilfekoordinator John Holmes warnte am Mittwoch vor einem deutlichen Anstieg der Toten durch Krankheit und Hungersnöte, sollten die Gelder nicht schnellstens fließen. Pakistanische Islamisten versuchten derweil, die Not im Land für ihre Zwecke zu nutzen.
Das Geld werde für die erste Versorgung der Betroffenen mit Nahrung, sauberem Wasser, Unterkünften und Medikamenten benötigt, sagte Holmes in New York. Nach einem Monat werde die UNO überprüfen, welche weiteren Gelder gebraucht würden.
6 Millionen Flutopfer
Der UNO zufolge brauchen rund sechs Millionen Flutopfer Soforthilfe zum Überleben. Weitere acht Millionen Menschen sind indirekt oder längerfristig von den Überschwemmungen betroffen, bei denen mehr als 1. 600 Menschen ums Leben kamen.
"Die Opferzahl ist bislang relativ niedrig im Vergleich zu anderen Naturkatastrophen, die Zahl der Betroffenen aber außergewöhnlich hoch", sagte Holmes. "Wenn wir nicht schnell genug handeln, könnten viele weitere Menschen durch Krankheiten und Lebensmittelknappheit sterben. "
Größter Hilfseinsatz der Geschichte
Die Vereinten Nationen rechnen mit dem größten Hilfseinsatz in ihrer Geschichte. Umgerechnet rund 81 Millionen Euro Soforthilfe werden laut UN etwa benötigt, um Flutopfer mit einem Dach über dem Kopf zu versorgen. Weitere 116 Millionen Euro würden für Lebensmittelkäufe gebraucht, rund 85 Millionen Euro für die Versorgung mit Trinkwasser.
Schon vor dem UN-Spendenaufruf stockten die USA ihre Nothilfe um 20 Millionen auf 55 Millionen Dollar auf, die EU-Kommission erhöhte ihre Hilfe von 30 auf 40 Millionen Euro. Das UN-Welternährungsprogramms (WFP) erklärte, es bemühe sich darum, bis zu sechs Millionen Flutopfer in Pakistan zu versorgen. Dies werde 150 Millionen Dollar (116 Millionen Euro) kosten.
Nach den Worten des Regierungschefs von Sindh, Syed Qaim Ali Shah, wird sich Pakistan ohne umfangreiche Hilfe aus dem Ausland nicht von der Flutkatastrophe erholen. Die bislang zugesagten Hilfen seien "Peanuts". Auch die Hilfsorganisation Oxfam erklärte in Berlin, die internationale Gemeinschaft habe auf die Katastrophe bisher "nur verhalten reagiert".
Taliban: 'Hilfe ablehnen'
Von der unzureichenden Hilfe versuchten die Islamisten im Land zu profitieren. Als schnelle Helfer vor Ort wollen islamistische Hilfsorganisationen und die Taliban ihren Einfluss im Land ausbauen.
Die Taliban forderten die pakistanische Regierung auf, keine Hilfsgelder aus den USA anzunehmen. Hilfen aus den USA und anderen Ländern würden "zur Unterwerfung führen", sagte Taliban-Sprecher Azam Tariq in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP. Die Aufständischen hatten ihrerseits Hilfen für die Flutopfer in Höhe von 20 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.
Deutschland stockt auf
Die Bundesregierung ihre Soforthilfe am Mittwoch auf zehn Millionen Euro erhöht. Das Entwicklungshilfeministerium und das Auswärtige Amt stockten ihre Zusagen jeweils von einer auf fünf Millionen Euro auf, sagte ein Sprecher des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) in Berlin. Der Sprecher verwies zudem darauf, dass Deutschland auch an den Hilfen der EU für Pakistan "erheblich beteiligt" ist.