News Bayern: Ministerpräsident Edmund Stoiber will Blasphemie härter ahnden

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25 April 2006
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[N] Bayern: Ministerpräsident Edmund Stoiber will Blasphemie härter ahnden

Folgende News wurde am 19.06.2006 um 10:52:00 Uhr veröffentlicht:
Bayern: Ministerpräsident Edmund Stoiber will Blasphemie härter ahnden
SternShortnews

Der bayerische Ministerpräsident Stoiber hat gegenüber der "Bild"-Zeitung eine Initiative angekündigt, wonach die Ahndung für Blasphemie strenger werden soll - in gravierenden Fällen sollten sogar bis zu drei Jahre Haft vergeben werden. Nach Angaben Stoibers möchte er diese Initiative bei einem Integrationsgipfel im kommenden Juli der Kanzlerin Angela Merkel vorlegen. Stoiber meint, dass jemand, der absichtlich die religiösen Gefühle anderer verletzt, strenger bestraft werden sollte. "Es darf ...
 
Ui, Kirche und Staat wieder näher zusammenbinden, warten wir noch ein paar jährchen, vielleicht darf dann auch wieder fleissig exorziert und hexen verfolgt werden. :roll:
 
Jaja, Liquid, zeig mir einmal das Wort Kirche in der News.

Es geht um das verletzen religiöser Gefühle, a la Mohammedkariakturen.
Gut, vielleicht denkt Stoiber nicht gerade in die Richtung, aber spaßig wäre es...

gruss kelle!
 
Kelle schrieb:
Es geht um das verletzen religiöser Gefühle, a la Mohammedkariakturen.
Gut, vielleicht denkt Stoiber nicht gerade in die Richtung, aber spaßig wäre es...
CHRISTLICH soziale union. Es war auch die CSU, die sich am meisten gegen "Pope Town" zur Wehr gesetzt hat.
 
Oh toll. Sind wir schon wieder auf den Weg ins Mittelalter ?
Wann gibs denn dann wieder Hexenverbrennung und Steinigungen ?

Naja...Stoiber...das sagt alles....soll der doch Priester werden. Das wäre für ihn schön und für uns sogar noch besser :evil:

Die Damen und Herren der Politik sollten sich gefälligst mal um wichtigere Dinge kümmern als um so nen Quark.
 
Liquid0815 schrieb:
CHRISTLICH soziale union.

Stoiber spricht vom Verletzungen der religiösen Gefühle.
Klar, wird er lauter brüllen wenn Christen verletzt werden als wenn es Hinduisten sind, aber das gesetzt würde für alle anerkannten religionen und deren Anhänger gelten.

gruss kelle!
 
Es ist ärgerlich, dass ausgerechnet Stoiber dieses wichtige Thema aufgreift, und mal wieder in einer Art und Weise, die mehr als ungeschickt ist. Bestrafung und Tabuisierung werden ganz bestimmt nicht helfen, Blasphemie zu "bekämpfen".

Vielmehr sollte man den Dialog von Gläubigen und Atheisten suchen und dafür sorgen, dass man sich gegenseitig akzeptiert: Die Atheisten sollen die Gläubigkeit des anderen respektieren, und die Gläubigen sollen anderen nicht ihren Glauben aufzwingen wollen. Aber genau das ist es ja, was Stoiber so unglaubwürdig macht, da er die Interessen katholisch-kirchlicher Kreise vertritt, die ihren Einfluss vor allem in Bayern nicht verlieren wollen.
 
bennsenson schrieb:
Vielmehr sollte man den Dialog von Gläubigen und Atheisten suchen und dafür sorgen, dass man sich gegenseitig akzeptiert:

Ich würde ja erstmal einfach anfangen, dass sich diejenigen Reiligion bzw. eigentlich deren Anhänger "vertragen", die miteinander eng verwandt sind, a la Judentum/Christentum/Islam.
Wenn man das hat, dann kann man sich den anderen Fällen zuwenden ;-)

gruss kelle!
 
Kelle schrieb:
Ich würde ja erstmal einfach anfangen, dass sich diejenigen Reiligion bzw. eigentlich deren Anhänger "vertragen", die miteinander eng verwandt sind, a la Judentum/Christentum/Islam.
Wenn man das hat, dann kann man sich den anderen Fällen zuwenden ;-)

Da es nicht "die Anhänger" einer Religion gibt, sondern unzählige verschiedene Strömungen, wird dies kaum möglich sein. Am ehesten lässt sich die katholische Kirche durch ihr Oberhaupt den Papst auf eine solche Weise steuern, bei den protestantischen Kirchen wird das schon erheblich schwieriger, im Islam und Judentum ebenfalls.

Ich sehe das Problem eher darin, dass sich Religion in den verschiedenen Kulturen und Nationen auf ihre Ausprägung im alltäglichen Leben und in ihrer Aufgabe als Maßstab von Gesetz und Werten zu stark unterscheiden, wobei das auch kein neues Problem ist.

Selbst jemand, der einer christlichen Kirche angehört, zu Taufe und Trauung antanzt und vielleicht mal zu Weihnachten, dürfte aus der Sicht eines strenggläubigen bayrischen Katholiken schon kaum mehr als "echter Christ" in Frage kommen. Ganz zu schweigen von dem Kontrast zwischen anderen Religionen und Ausprägungen innerhalb dieser Religionen.

Deshalb war der Vergleich "Gläubiger"<->"Atheist" vielleicht etwas zu extrem, worauf ich eher hinauswollte ist der Dialog und das Verständnis unter Menschen verschieden starker religiöser Neigungen. Einseitige Verbote sind da sicherlich fehl am Platz.
 
Liquid0815 schrieb:
CHRISTLICH soziale union. Es war auch die CSU, die sich am meisten gegen "Pope Town" zur Wehr gesetzt hat.

Und wenn es jetzt nicht von der CHRISTLICH sozialen Union käme, wäre es ok, oder ?
Finde ich echt lustig das sobald jemand aus der christlichen Ecke ein eigentlich nicht unwichtiges Thema (zwar ungeschickt) aufgreift sofort alles drauf eindrischt. Erstaunlichweise wird nicht so negativ reagiert wenn es darum geht das Angriffe gegen andere Religionen geahndet werden. Warum der Unterschied ?
Amüsant finde ich auch, das anscheind die CSU mit der Kirche gleichgesetzt wird - stand da was davon drin das die Kirche das verlangt hat.
Ganz davon abgesehen, gibt es ein solches Gesetz bereits, oder wusste das niemand. Und hier gehts es um Verletzung religiöser Gefühle bzgl. aller Religionen (die anerkannt sind - es geht nicht um jede Sekte)
Natürlich hat Stoiber es wieder mal geschafft, das ganze mehr als ungeschickt zu beginnen und natürlich kann man (leider) davon ausgehen, dass er es mehr in Richtung Christentum sieht.
Und sonst - stimme ich mal bennsenson zu (das das auch noch passiert :evil: )
 
Agroschx schrieb:
eindrischt. Erstaunlichweise wird nicht so negativ reagiert wenn es darum geht das Angriffe gegen andere Religionen geahndet werden. Warum der Unterschied ?

Holla, hab ich was verpasst?
Als es um die Mohammedkarikaturen ging, hieß es doch
"Unsere Pressefreiheit...", "Die sollen sich nicht so (rückständig) anstellen..."
Oder wenns um Juden geht...
"Wir sind doch nicht am zweiten Weltkrieg schuld, das waren andere..."
etc.

Also, in meinen Augen stellt es sich so dar, dass viele Ignoranten gegen Religion als solches wettern, wobei die Schwere der Wetterei von dem Status der Religion abhängt, sprich ob es "Landesreligion" oder Fremdreligion ist.

gruss kelle!
 
Agroschx schrieb:
Und wenn es jetzt nicht von der CHRISTLICH sozialen Union käme, wäre es ok, oder ?
Habe ich das gesagt?
Ich finde es allgemein schwachsinnig, dass man auf Erden über Recht und Unrecht von Gotteslästerung streitet. Wenn es einen Gott wirklich gibt, dann würde der das schon richten, und bräuchte dazu keine irdischen Gesetze.

Genauso finde ich es lächerlich, dass man uns hier in Europa die Pressefreiheit wegen ein paar Mohamedkarikaturen einschränken will. Also was ich über Mohamed gelesen hatte, war er tollerant und hatte Humor... dann hätte er über die Witze wohl auch nur geschmunzelt und darüber hinweggesehen.

GOTT sei dank bin ich Atheist.

Wenn ich mir überlege, dass das Gesetz verschärft werden würde, würden dann Filme wie Dogma aus den Ladentheken verschwinden müssen?

Aber ich glaube unser Land hat derzeit wirlich größere Probleme, als die Religion... :roll:
 
Liquid0815 schrieb:
Genauso finde ich es lächerlich, dass man uns hier in Europa die Pressefreiheit wegen ein paar Mohamedkarikaturen einschränken will.

Wenn die Presse verantwortungsvoll mit der Pressefreiheit umgehen würde, bräuchte man sie nicht einschränken.

Jede Freiheit geht nur soweit, bis sie die Freiheit einer anderen Gruppe, einer anderen Person tangiert.

In Deutschland gibt es das Recht auf freie Meinungsäußerung, trotzdem bringt mir ein dezentes "Du Scheiß Bullenschwein" ne heftige Verurteilung ein, weil ich jemanden mit meiner Äußerung verletze.

Liquid0815 schrieb:
Aber ich glaube unser Land hat derzeit wirlich größere Probleme, als die Religion... :roll:

Ahja?
Rassisums, Ausländerkriminalität, Intergration von Zuwanderern ist kein großes Problem hier in Deutschland?
Gut, wenn Du meinst.

gruss kelle!
 
Kelle schrieb:
Ahja?
Rassisums, Ausländerkriminalität, Intergration von Zuwanderern ist kein großes Problem hier in Deutschland?
Gut, wenn Du meinst.

gruss kelle!
sind türkische Moslems krimineller als Orthodoxe Russen?
Religion hat zwar etwas mit Integration zu tun, aber ich glaube nicht wirklich viel, denn man kann religiös noch am besten "aneinandervorbei" leben, ohne dass die Integration davon schaden nimmt. Das machen hier in Bayern Katholiken und Protestanten ja schon lange erfolgreich ;)

Da ist Familienehre usw. ein weitaus größeres, und die hat wenig mit der tatsächlichen Religion zu tun, eher mit deren Auslegung.

Das war übrigends auch nicht Stein des Anstoßes, sondern eher dieser Fall:

Mathieu Carrière

Glaubst du wirklich Ede hat mit seinem Kommentar an die Moslems, Juden, Hindus... in unserem Land gedacht? Glaub ich kaum.

edit: ich hab erst zu spät gesehen, dass der hier gepostete Link eine verstümmelte sternshortnewsmitteilung ist, daher auch der kommentar mit der Kirche in meinem 1. Post.

P.S. Ede hat zudem vergessen, dass Kreuzigungen nicht immer etwas mit Religion zu tun haben müssen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Liquid0815 schrieb:
Religion hat zwar etwas mit Integration zu tun, aber ich glaube nicht wirklich viel, denn man kann religiös noch am besten "aneinandervorbei" leben, ohne dass die Integration davon schaden nimmt.

Wenn ich so beliebte "Statistiken" aus der rechten und auch kirchlichen Seite höre "Letztes Jahr wurden in Deutschland X Moscheen gebaut, und Y Kirchen geschlossen", dann hat das für mich schon mit Integrration zu tun.

Oder, gabs im alten Forum anno dazumal nen Thread, "Im Jahre 20irgendwas gibt es in Deutschland mehr Moslems als Christen."

Unterschiedliche Religionen können sicher ungestört aneinander vorbeileben, aber es geht zum einen nicht darum, aneinander vorbeizuleben, sondern miteinander zu leben, zum anderen gehts auch darum, dass Religion gerne als Hetzmittel genutzt wird, siehe oben...

Liquid0815 schrieb:
Glaubst du wirklich Ede hat mit seinem Kommentar an die Moslems, Juden, Hindus... in unserem Land gedacht? Glaub ich kaum.

Handelsblatt schrieb:
Der CSU-Chef argumentierte, der Streit um die Mohammed-Karikaturen zeige auf alarmierende Weise, wohin die Verletzung religiöser Gefühle führen könne.

Alles Klar? ;-)

gruss kelle!
 
Kelle schrieb:
Wenn ich so beliebte "Statistiken" aus der rechten und auch kirchlichen Seite höre "Letztes Jahr wurden in Deutschland X Moscheen gebaut, und Y Kirchen geschlossen", dann hat das für mich schon mit Integrration zu tun.

Oder, gabs im alten Forum anno dazumal nen Thread, "Im Jahre 20irgendwas gibt es in Deutschland mehr Moslems als Christen."

Unterschiedliche Religionen können sicher ungestört aneinander vorbeileben, aber es geht zum einen nicht darum, aneinander vorbeizuleben, sondern miteinander zu leben, zum anderen gehts auch darum, dass Religion gerne als Hetzmittel genutzt wird, siehe oben...
Klar geht es darum miteinander zu leben, aber ich verhalte mich Moslems, Christen oder Juden gegenüber anders, seitdem ich aus der Kirche ausgetreten bin.

"Hallo, zeig mal deine Lohnsteuerkarte, ich will wissen welche Religion du hast". Vorallem in einer Multikultistadt wie München ist das unrelevant, welche Religion jemand hat. Bei jemanden aus dem Balkan kannst du eh nicht sagen, ob Moslem oder Christ, selbst beim Essen nicht, da z.B. Albaner da nicht allzustreng Gläubig sind.



Kelle schrieb:
Des Argument zieht er jetzt aus der Hosentasche, weils von Nutzen ist, damals, als das Thema Karikaturen aktuell war, war er nicht so besorgt um das Thema Gotteslästerung. ;)
 
Liquid0815 schrieb:
Habe ich das gesagt?

GOTT sei dank bin ich Atheist.

Ein bisschen OT - aber mein beliebtestes Thema - Wenn man Atheist ist, ist man auch gläubig - man glaubt halt das es keinen Gott gibt. Von der Theorie her kannst du also auch in deinen religiösen Gefühlen beleidigt werden :evil:

Liquid0815 schrieb:
Das war übrigends auch nicht Stein des Anstoßes, sondern eher dieser Fall:

Mathieu Carrière

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten - ich finde es weniger als Gotteslästerung als eher als geschmacklos. Bedenkt man dass Kreuzigung druchaus eine Tötungsmethode war die stattgefunden hat :(

Davon abgesehen ist mir das alles ziemlich wurscht weil man mich sehr schwer beleidigen kann.

Trotzdem finde ich es halt erstaunlich, das bei solchen Themen sofort ein Geknüppel losgeht und keine Diskussion ob so etwas benötigt wird (nicht unbedingt hier - aber in allen möglichen Kommentaren im Radio usw.).

Ich finde es halt auch nicht richtig wenn man Leute aufgrund ihres Glaubens beleidigt bzw. ihre religiösen Gefühle verletzt indem man "ihren Gott" lächerlich macht. Muss man unbedingt nicht gläubig sein oder den Aufgeklärten spielen.
Meine Mutter würde ohnmächtig werden wenn ihr jemand den Glauben nehmen will (glaub mir das gab lange Diskussionen daheim in meiner Jugend).
Von daher finde ich es durchaus richtig das man sich nicht immer auf seine Freiheiten berufen darf, wenn man dadurch andere verletzt. Da hört für mich die persönliche Freiheit auf.
Rücksichtnahme ist hier eher angebracht
.
 
Liquid0815 schrieb:
Religion hat zwar etwas mit Integration zu tun, aber ich glaube nicht wirklich viel, denn man kann religiös noch am besten "aneinandervorbei" leben, ohne dass die Integration davon schaden nimmt. Das machen hier in Bayern Katholiken und Protestanten ja schon lange erfolgreich ;)

Da ist Familienehre usw. ein weitaus größeres, und die hat wenig mit der tatsächlichen Religion zu tun, eher mit deren Auslegung.

Was ist denn "tatsächliche Religion"? Religionen bzw die Schriften und Überlieferungen, auf denen sie basieren, sind IMMER Auslegungssache, und das "Familienehre"-Problem ist ein gutes Beispiel, wie sich archaische Gesellschaftsregeln und eine strenge Religiösität gegenseitig konservieren.

Religion und das Verständnis bzw die Wahrnehmung der großen Bedeutung der Religion für zB bestimmte muslimische Menschen in Deutschland ist deswegen ein Kernpunkt der Integration bzw des Verständnisses der Problematik der Integration.
 
Da geb ich dir natürlich recht, Agroschx, aber ist es darum gleich notwendig ein Gesetz zu verschärfen? Genausogut könnte man jeden noch so schlechten Witz von Stefan Raab auf die Waage legen und jedes noch so unbekanntes Sternchen könnte klagen, aber man kann auch einfach darüber hinwegschauen, wie es die meisten machen, oder über sich selbst lachen.

Viele Judenwitze stammen übrigends von Juden, eben genau aus diesem Grund: über sich selbst lachen.