Geschichte 60 Jahre Bundesrepublik - euer Fazit?

Seid ihr mit dem System der Bundesrepublik Deutschland zufrieden?

  • Ja, ich bin zufrieden

    Stimmen: 10 17,5%
  • Ja, zufrieden schon, aber es gibt noch Verbesserungspotential

    Stimmen: 30 52,6%
  • Ja, gerade noch so, es könnte ja noch schlimmer sein.

    Stimmen: 5 8,8%
  • Nein, das System ist überaltet und muss reformiert werden.

    Stimmen: 8 14,0%
  • Nein, das System war von vorn herein ein Fehler.

    Stimmen: 4 7,0%

  • Umfrageteilnehmer
    57
Ich persönlich hab gar nicht gewählt, hätte ich auch nicht gekonnt, ich war schon BRD-Bürger, weil ich vor Öffnung der Grenzen illegal abgehauen bin. ich weiß nicht so genau, aber die Menschen bzw. Familie, die ich kenne, haben nicht gewählt, weil sie es nicht wollten. Es ging zu schnell, dass war uns allen irgendwo schon klar.

Wie gesagt, ist auch nicht jetzt so schlimm. Ich bin der Meinung, die Politik wollte zu schnell zu viel und das ging schief.
Ich persönlich war jung, zu jung. Ich wollte nur frei sein, ich wollte nicht überwacht werden, ich hatte die Nase voll von den Dingen in meiner Familie, so wollte ich nicht leben und ergriff die Chance bzw. bin einfach blind und übermütig drauf los und abgehauen. Jugendlicher Wahnsinn würde ich heute sagen. :LOL:

Jetzt sind wir Deutschland, mein Kind ist ein Einheitskind.
Was mich eigentlich nur ärgert, ist die Tatsache, dass die DDR totgeschwiegen wird. In der Schule, in vielen Bereichen. Das finde ich nicht ok, nicht fair. Dieser Staat hat nun mal 40 Jahre existiert, ob einem das nun gefällt oder nicht und diese Tatsache sollten wir unseren Kindern nicht verschweigen.
 
Welche Alternative hätten sie denn gehabt?

Freiheit mit dem Grundgesetz der BRD oder doch lieber wieder weggesperrt werden? Hm, schwierige Wahl... :roll:

Ich müsste nochmal genau schauen aber die "Allianz für Deutschland" (CDU Ost, DSU, DA) war das einzige Bündnis, welches die sofortige Einheit Deutschlands als TOP-Punkt im Wahlprogramm hatte.
Andere Parteien wie die SED-PDS waren strikt gegen die Einheit und für ein 2-Staaten-Konstrukt, welches aber angesichts der ökonomischen Zustände in der DDR in eine noch grössere Katastrophe (Abwanderung wie bis 1961) geführt hätte.

Die Alternative "wieder weggesperrt" gab es nicht denn es waren die ersten demokratische Wahlen. ;)
 
in den letzten jahren wurde vielzuviel freiheit zugunsten von kein bischen mehr sicherheit geopfert, und leider geht der trend unvermindert weiter.
naja das ende der ddr hab ich erlebt nur hier werden jetzt zum schutz vor terror immermehr massnahmen eingeführt die die ddr zum schutz vorm bösen westen sicher auch eingeführt hätte würde sie jetzt auch 60 jahre alt werden.
https://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ test
 
naja das ende der ddr hab ich erlebt nur hier werden jetzt zum schutz vor terror immermehr massnahmen eingeführt die die ddr zum schutz vorm bösen westen sicher auch eingeführt hätte würde sie jetzt auch 60 jahre alt werden.

"eingeführt hätte" sicherlich. Du vergisst dabei aber, dass diese Formen der Überwachung in der DDR an der Tagesordnung waren.
Siehe "Abteilung M", "Abteilung 26" und solche netten Schlagworte wie "Sicherheitsüberprüfung" [meine Mom war als "Geheimnisträgerin" eingestuft und durfte nicht in den Westen fahren weil sie in der Buchhaltung (!!!) der Uni gearbeitet hat] bzw. "OPK".

All diese "Kleinigkeiten" in der damaligen Grössenordnung heute etablieren zu wollen ist nicht nur unrealistisch sondern stösst [im Falle des skizzierten Szenarios in dem verlinkten Video] innerhalb kürzester Zeit an die Machbarkeitsgrenze aufgrund der Datenmengen.
Zur DDR-Zeit war es wurscht wie lange ein Brief innerhalb der DDR bzw. aus/in die DDR gebraucht hat. Es war genug Zeit zum Kontrollieren.
Im Zeitalter von Emails, Messengern, Kryptografie und VOIP-Telefonie ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Vorratsdatenspeicherung muss ausserdem erst noch durch das Bundesverfassungsgericht als verfassungskonform bestätigt werden, was ich persönlich für mehr als fraglich halte. [Hier wieder der Verweis auf die rechtsstaatliche Ordnung - Legislative vs. Judikative]
 
Da Du nach der Zufriedenheit "mit dem System" fragst, muss man ja wohl mit ja antworten - es wird mir wohl keiner eine bessere Verfassung als das Deutsche GG nennen können.
"Verbesserungspotential" & Co. sind Vokabeln, die in tagespolitische Debatten gehören...
 
Welche Alternative hätten sie denn gehabt?
Einen eigenen, neuen, besseren Staat zu gründen z.B.

Freiheit mit dem Grundgesetz der BRD oder doch lieber wieder weggesperrt werden? Hm, schwierige Wahl... :roll:
Wieso weggesperrt. Die Bürger der DDR hätten 1990 auch etwas Neues anfangen können. Aber das Begrüssungsgeld und die DM haben wohl zu Verblendung geführt.

Marty
 
Wieso weggesperrt. Die Bürger der DDR hätten 1990 auch etwas Neues anfangen können. Aber das Begrüssungsgeld und die DM haben wohl zu Verblendung geführt.

Hätten Sie machen können, aber ich denke das beste ist und bleibt ein vereintes Deutschland ;) Wohin kämen wir wenn jeder Landstrich "was neues" macht? Wieder 500 Länder in Europa und jeder scheißt jedem vor die Burg? :ugly:
 
Ach jetzt sind wir auch noch raffgierig. :clap:
:roll:


Was soll denn das permanente Gejammer? Ich bin froh, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist... Dass sich die Ostdeutschen gewünscht haben zur BRD beizutreten... Es hat sie ja keiner gezwungen, sondern diese Wahl wurde vom Volk so getroffen... Ich verstehe da deine Einstellung nicht... Was für einen Sinn hat da die Frage nach Alternativen, wenn es sowieso schon bestmöglich abgelaufen ist?
 
Ach jetzt sind wir auch noch raffgierig. :clap:
:roll:
Wer sagt das? Wenn ich die Wahl hätte, jahrzentelang Entwicklungsland zu bleiben oder mich einfach einem Staat anzuschliessen, der meinen Aufbau mitfinanziert... keine grosse Wahl, finde ich. Ich würde es auch nicht anders machen.

Und wenn ich mir heute mal direkte Städte im Vergleich ansehe, so eine Stadt aus dem Ruhrpott zu Dresden oder Rostock z.B., dann weiß ich, wer da profitiert hat und wer nicht.

Marty
 
ey hört doch auf damit. birnchen nimm nicht immer alles persönlich in dieser Hinsicht. Du warst doch noch ein Kind, also mach mal halblang. :roll:

@Marty
Es wurden Fehler gemacht. Die Investitionen wurden teilweise ohne Nachzudenken in die neuen Bundesländer gepumpt und die alten Bundesländer vernachlässigt.
Ist jetzt aber weder die Schuld der einen Seite noch der Anderen sondern lediglich Schuld der Politik, wenn man von Schuld überhaupt sprechen sollte. Das Geld wurde falsch aufgeteilt.
 
Ist jetzt aber weder die Schuld der einen Seite noch der Anderen sondern lediglich Schuld der Politik, wenn man von Schuld überhaupt sprechen sollte. Das Geld wurde falsch aufgeteilt.
Ich rede gar nicht von Schuld. Ich erkläre, warum Dinge so passiert sind. Und ich erkläre, warum Dinge heute so sind, wie sie sind.

Schuld haben wir daran alle, wir wählen die Politiker, die diese Dinge machen.

Und wenn Birnchen meint, die Bürger der DDR hätte Raffgier getrieben bei ihrer Entscheidung, dann ist das nicht der richtige Begriff, es geht aber in die richtige Richtung. Es war doch kein Verlangen nach westdeutscher Demokratie, es war das Verlangen nach DM, Fernsehern, VW etc.

Marty
 
Schuld haben wir daran alle, wir wählen die Politiker, die diese Dinge machen.

So einfach sehe ich die Sache aber nicht. Ich wähle eine Partei, zwangsweise, die vielleicht irgendwo noch annähernd für meine Belange richtig erscheint. Und nicht den Politiker, die kommen aus den Reihen der Parteien. Das System mag ich absolut nicht, muss aber damit leben.


Und wenn Birnchen meint, die Bürger der DDR hätte Raffgier getrieben bei ihrer Entscheidung, dann ist das nicht der richtige Begriff, es geht aber in die richtige Richtung. Es war doch kein Verlangen nach westdeutscher Demokratie, es war das Verlangen nach DM, Fernsehern, VW etc.

DM, Fernseher und Autos (auch VW) hatten wir auch. :roll: Also das kann es ja nun echt nicht gewesen sein. Erzähl mir bitte nicht, was wir nicht hatten, denn wir hatten alles.
Natürlich ist es eine Frage von Beziehungen, Status, Geld und Möglichkeiten gewesen, bestreite ich nicht, aber es soll mir bitte keiner erzählen, wir hätten das alles nicht gehabt. Denn es gab es. :roll:

Da steckt etwas mehr dahinter, warum '"wir" die Nase voll hatten. Nur das gehört hier nicht her, ist nicht Bestandteil des Threads.
 
Um mal einbißchen das Thema zu wechseln.
Es lebt sich schon nicht schlecht in Deutschland, wenn man vielleicht nicht gerade Harz IV Empfänger ist (was ich zum Glück noch nicht bin).
Ich finde aber, es wird immer noch zu wenig für Kinder getan. In der DDR war der Grippen- und Kindergartenplatz kostenlos, das Schulessen auch. Es ist doch schlimm, wenn sich heute die Eltern nicht mal mehr das Schulessen leisten können. Warum wird dafür nichts getan. Aber Spenden nach Afrika oder sonst wohin, das geht immer. Sollte die Politik nicht lieber erst mal unsere Kinder ordentlich versorgen?
Ich hab auch was von Gleichheit bei Bildung hier in dem Thread gelesen. Mh...wenn man sich die Gebühren für die Uni nicht leisten kann, wo ist dann die Gleichheit? Ja...es gibt Barfög. Und...wie toll ist, wenn man fertig ist mit dem Studium, nicht gleich nen Job findet und man hat gleich mal Schulden. Auf lange Sicht, wird es doch so werden, das die Reichen sich die Bildung leisten können und die anderen Kinder bleiben auf der Strecke. Ist es nicht eigentlich auch schon so?
 
Und...wie toll ist, wenn man fertig ist mit dem Studium, nicht gleich nen Job findet und man hat gleich mal Schulden.
Die Schulden hast du zunächst auch mal mit Job. Das Bafög-Amt kommt aber auch erst 5 Jahre nach Förderungsende auf dich zu.

Ich hab jetzt auch etliche Schulden beim Staat, aber das hält mich nicht ab, was aus mir zu machen. Wer in seine Bildung nicht investieren möchte, der hat auch keine Bildung verdient.
 
So einfach sehe ich die Sache aber nicht. Ich wähle eine Partei, zwangsweise, die vielleicht irgendwo noch annähernd für meine Belange richtig erscheint. Und nicht den Politiker, die kommen aus den Reihen der Parteien.
Das ist die eine Hälfte einer Wahl. Zum Glück hast Du zwei Stimmen, mit Ersterer kannst Du direkt einen Kandidaten wählen.

DM, Fernseher und Autos (auch VW) hatten wir auch. :roll: Also das kann es ja nun echt nicht gewesen sein. Erzähl mir bitte nicht, was wir nicht hatten, denn wir hatten alles.
OK, dann verstehe ich nicht, warum in den ersten Wochen nach Maueröffnung ganz viele in den Westen gekommen sind und in grenznahen Gebieten die Supermärkte leergekauft haben und zeitweise soviel Andrang für das Begrüssungsgeld war, dass die Banken Bargeld ranschaffen mussten. Wenn es doch alles gab...

Natürlich ist es eine Frage von Beziehungen, Status, Geld und Möglichkeiten gewesen, bestreite ich nicht, aber es soll mir bitte keiner erzählen, wir hätten das alles nicht gehabt.
Man musste wohl schon mit Erich schlafen, um an einen Volvo zu kommen, was musste man dann tun, um an einen VW zu kommen? Und wann war denn ein erstes schnurloses Telefon im DDR-Laden kaufbar?

Da steckt etwas mehr dahinter, warum '"wir" die Nase voll hatten. Nur das gehört hier nicht her, ist nicht Bestandteil des Threads.
Es ging nicht um "Nase voll haben", es ging um die Wiedervereinigung, die sich daran anschloss. Das der Umsturz nicht aus Raffgier geschah, weiß ich selber.

Marty
 
Die Schulden hast du zunächst auch mal mit Job. Das Bafög-Amt kommt aber auch erst 5 Jahre nach Förderungsende auf dich zu.

Ich hab jetzt auch etliche Schulden beim Staat, aber das hält mich nicht ab, was aus mir zu machen. Wer in seine Bildung nicht investieren möchte, der hat auch keine Bildung verdient.

Ist doch egal, ob in 5 Jahren erst gezahlt werden muss. Zurück zahlen muss man auf alle Fälle und das sind nun mal Schulden. Ich wäre zumindest nicht froh, mit dem Studium fertig zu sein und zu wissen, in 5 Jahren hab ich eine monatliche Belastung von xxx Euro. Wann kann man dann anfangen eine Familie zu planen, den die Kostet auch Geld.


Ich habe auch Geld investiert in meine Weiterbildung. Aber wenn ich kein Geld gehabt hätte, hätte ich es nicht machen können bzw. wenn ich keinen Job gehabt hätte, hätte ich es mir nicht leisten können und ich habe es mühsehlig jeden Monat abgestottert. Und welche Bank gibt schon einen Kredit raus für ein Studium oder Weiterbildung, wenn man nicht garantieren kann, das man danach auch einen Job bekommt.
 
Und wann war denn ein erstes schnurloses Telefon im DDR-Laden kaufbar?
Wozu brauch ich denn ein schnurloses Telefon? Wir haben erst zur Jahrtausendwende eins gekauft und hatten ein normales seit ich denken kann.

Ich denke den meisten Menschen ging es einfach um Freiheit. Daß man fahren konnte wohin man wollte, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Natürlich gab es in den Läden nicht alles, aber das war auch nicht nötig. Verhungert sind wir nicht und das Moskauer Eis war um Längen besser als alles was danach kam. Genauso wie die Bambini-Schoki. Wenn ich ins Ausland fahre, dann kauf ich auch nen Haufen exotische Sachen, das ist doch menschlich und das ist auch der Punkt, wieso die Leute damals so nach Westgeld angestanden haben. Mit Ostmarkt konnte man ja wohl nichts bei euch im Supermarkt einkaufen.


Und welche Bank gibt schon einen Kredit raus für ein Studium oder Weiterbildung, wenn man nicht garantieren kann, das man danach auch einen Job bekommt.
Die KfW zB., die mir 8 Monate lang eine Studienabschlußfinanzierung gezahlt hat. Da zahl ich jeden Monat 105€ von zurück. Das geht alles wenn man will. Irgendwo muß das Geld ja herkommen. Der Staat kann nicht alles finanzieren, ohne Steuern zu erhöhen.
 
OK, dann verstehe ich nicht, warum in den ersten Wochen nach Maueröffnung ganz viele in den Westen gekommen sind und in grenznahen Gebieten die Supermärkte leergekauft haben und zeitweise soviel Andrang für das Begrüssungsgeld war, dass die Banken Bargeld ranschaffen mussten. Wenn es doch alles gab...

Weil Menschen mitunter "bekloppt" sind? Weil sie Geld umsonst erhalten haben, weil sie die Dinge billiger bekommen haben, anstatt 1:3 zu tauschen?
Weil es meistens so ist, dass man das haben möchte, was man nicht haben kann? Was weiß ich, frag doch die Leute, dies es getan haben.

Man musste wohl schon mit Erich schlafen, um an einen Volvo zu kommen, was musste man dann tun, um an einen VW zu kommen? Und wann war denn ein erstes schnurloses Telefon im DDR-Laden kaufbar?

Was soll das? Ich hab keine Ahnung, was man tun musste, um nun unbedingt einen Volvo zu fahren. Das einfachste war wohl, bei der Stasi zu arbeiten oder eben super Kontakte zu haben. Und keine Ahnung, ab wann man Telefon kaufen konnte, ich hatte eins, seit ich denken kann. Ob nun mit Schnur oder ohne ist doch völlig banane. Ich weiß auch nicht, seit wann nun genau es Handys für alle so super billig zu kaufen gibt. Muss ich das wissen? :roll:

Ich wollte einfach nur damit ausdrücken, dass man aufhören soll mit dem Schwachsinn, wir hätten kein Fernseher gehabt oder keine schicke Wohnungseinrichtung oder sonstiges. Das ist Quatsch. Es ist ein super verbreitetes Phänomen damals gewesen und auch heute noch, dass alles aus dem Westen besser war. Am Besten noch die Dinge im Westen kaufen, die die Markierung "made in DDR" hatten. :ugly:
 
@birnchen, Drachenjenny und Marty
ich glaube es ist ziemlich unsinnig jetzt über ein paar einzelne Stücke/Produkte, was weiß ich was zu debattieren. Dieser Autovergleich hinkt dermassen, wenn man irgendwelche Markenprodukte haben will gerade Elektronik, Auto etc. ("Premium"-Sachen) muss man selbst heute z.T. jahrelang sparen. Es geht einfach darum ob überhaupt die Möglichkeit bestand sowas zu haben. Sprich gab es Autos in der DDR ja, konnte man eins bekommen ja, war es ein Volvo, VW, was weiß ich nein (kaum), war es in 1-3 Monaten da, nein (kaum). Sowas sind doch einfach nur Nebenschauplätze...Marty ich hatte von Dir eigentlich mehr erwartet als dieser niveaulose Vergleich....