Berlin - Bundesjustizministern Stefanie Hubig (SPD) mahnt zur Vorsicht bei der geplanten Anpassung der Gesetzgebung für die Bestrafung sogenannter Femizide. "Eine Änderung des Mordparagrafen ist anspruchsvoll, das ist ein bisschen wie eine OP am offenen Herzen", sagte Hubig dem "Focus". "Zum […] mehr

Kommentare

27thrasea30. Oktober 2025
@25 Davon hatte @3 doch schon berichtet? Wenn man eine gesetzliche Grundlage für die Anordnung einer Fußfessel schafft, können Gerichte das wenigstens nutzen. Sie mag kein Allheilmittel sein, aber wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung. Der Referentenentwurf sieht übrigens mehr als 4 Monate vor, die in deinem Bericht offensichtlich nicht ausgereicht haben.
26Pontius30. Oktober 2025
"Die Überwachung war aber gesetzlich auf vier Monate begrenzt und lief am 23. Juni aus. [...] Eine Verlängerung der Maßnahme sei deshalb rechtlich nicht möglich gewesen." <link> Was wohl die Frauenhauskoordinierung e.V. dazu sagen würde? Vermutlich dass die gesetzlichen Bedingungen geändert werden müssen, aber das rate ich nur ins Blaue.
25U_w_U30. Oktober 2025
<link> Schöner Bericht zur spanischen Fussfessel. Das Problem bleibt also es hängt weiter von der Entscheidung der Richter und Co. ab. Sobald der Täter die Fessel nicht mehr getragen hat, hat er den neuen Freund umgebracht. Also bringt die Fußfessel auch nur was, wenn Sie wirklich eingesetzt wird sobald auch nur ein Einsatz bekannt ist und dann dauerhaft. Beides wird bemängelt. Da es ja genau die Punkte sind an denen es immer scheitert.
17thrasea30. Oktober 2025
Kleine Abkürzung für die, die keine Zeit oder Lust haben, den Link in @15 zu lesen: "FHK begrüßt zwar grundsätzlich die Überlegungen zur Prävention geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt, sieht die mögliche Einführung aber nur als „flankierende“ Präventionsmaßnahme" Erstens sind sie also nicht dagegen, sondern fordern noch weitere Maßnahmen. Zweitens bezog sich die Stellungnahme auf einen Gesetzentwurf der Opposition im Jahr 2024. @16 Ein typischer Fall selektiver Wahrnehmung?
16Pontius30. Oktober 2025
@15 Wo sind sie denn dagegen?
15U_w_U30. Oktober 2025
auch wenn meine Kommentare gelöscht werden: <link> Selbst Frauengruppen sind gegen die Änderung und Fußfesseln
14thrasea29. Oktober 2025
Beides steht im Koalitionsvertrag unter der Überschrift "Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen und schutzbedürftige Personen und Stärkung von Frauenrechten". Beides dient also dem gleichen Zweck – das haben die beiden Vorhaben miteinander zu tun. Warum der Begriff Femizid korrekt ist: siehe Link in @11, 2. Absatz.
13thrasea29. Oktober 2025
@12 "unter Erfüllung der Mordmerkmale" – die beiden Links zeigen, dass die definierten Mordmerkmale selbst unter höchstrichterlicher Rechtsprechung offensichtlich nicht ausreichend sind für die Tötung / Ermordung von Expartnerinnen. Deshalb ist im Koalitionsvertrag vereinbart, ein neues Qualifikationsmerkmal zu prüfen. Ebenfalls im Koalitionsvertrag vereinbart ist das Schaffen einer einheitlichen Rechtsgrundlage für die gerichtliche Anordnung elektronischer Fußfesseln nach dem spanischen Modell.
12Chris198629. Oktober 2025
Was genau hat der Mordparagraph mit dem Einsatz von Fußfesseln zu tun? Die Tötung eines anderen Menschen unter Erfüllung der Mordmerkmale kennt nur lebenslänglich als Urteil und da ist es ganz zu recht völlig egal, welchem Geschlecht Opfer oder Täter angehören. Davon abgesehen ist der Begriff Femizid im Zusammenhang mit den leider häufigen Tötungen/Ermordungen von Expartnerinnen völlig falsch.
11thrasea29. Oktober 2025
@10 Danke für den Link, inhaltlich absolut erschreckend. Sehr objektiv ist auch die bei der Zeit verlinkte Quelle bei der Bundeszentrale für politische Bildung: <link>
10oells29. Oktober 2025
@8 Jetzt habe ich den Link gefunden, den ich gesucht habe: <link>
9oells29. Oktober 2025
@6 Wie gesagt, "helfen" (im Sinne von: es gaäbe weniger Femizide) würde die Änderung des Mordparagraphen ziemlich sicher nicht. Aber sie würde zumindest eine angemessene Bestrafung sicherstellen (offenbar gibt es Gerichte, bis hinauf zum BGH, die einen Femizid nicht als Mord sehen, wenn der Grund das Verlassen des Mannes durch die Frau war - unglaublich!).
8thrasea29. Oktober 2025
@6 Bei Abnehmen der Fessel wird ebenfalls Alarm ausgelöst, soweit mir bekannt ist. In deinem Beispiel war das aber nicht der Fall. Der mutmaßliche Täter trug keine Fußfessel mehr, weil die Anordnung nach 4 Monaten ausgelaufen war. Mehr sei gesetzlich nicht möglich gewesen, schreibt der hr. Bei der Klarstellung des Mordparagraphen bin ich tatsächlich sehr unentschlossen, nicht sicher, ob das helfen würde. Andersrum aber auch nicht überzeugt, dass es schaden würde?
6oells29. Oktober 2025
@5 Um Gottes willen, ich bin weit davon weg, die Gewalt hinzunehmen. Ich bin nur überzeugt, dass ein potentieller Täter eben einfach die Fußfessel abnehmen wird. Aber eigentlich ging es mir um die Verschärfung bzw. Klarstellung des Mordparagrafen.Ein Femizid ist m.E. immer Mord (da wirst Du einwenden, dass das auch keinen einzigen Femizid verhindern würde und ja: damit hättest Du Recht. Trotzdem bin ich dafür).
5thrasea29. Oktober 2025
@3 Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass die Fußfessel helfen kann. Gerade bedrohte Menschen sollten doch deutlich entspannter leben können, wenn es einen Annäherungsalarm gibt. Bei deinem konkreten Beispiel kann eine gesetzliche Regelung dabei helfen, dass eine Fußfessel für eine längere Zeit angeordnet werden kann. 100% Sicherheit wird es wohl nie geben, da stimme ich dir durchaus zu. Das sollte aber keine Ausrede dafür sein, nichts zu tun und die Gewalt hinzunehmen.
3oells29. Oktober 2025
@2 Frankfurt, Juli 2025: war zwar kein vollendeter Femizid, taugt aber trotzdem als Gegenbeispiel <link>
2thrasea29. Oktober 2025
@1 Da wäre ich nicht so sicher. "Die geplante Gesetzesänderung orientiert sich an Spanien. Dort werden entsprechende Fußfesseln bereits seit 2009 eingesetzt. Und laut Bundesjustizministerium ist dort seitdem kein Opfer von einem Täter mit einer elektronischen Fußfessel getötet worden." <link>
1oells29. Oktober 2025
Seien wir ehrlich: im Zweifel verhindert die elektronische Fußfessel keinen einzigen Femizid. Wenn ein Mann seine Frau töten will, wird ihn die Fessel nicht davon abhalten.