Berlin (dts) - Die Deutschen haben noch nie so häufig wegen psychischer Erkrankungen bei der Arbeit gefehlt wie im vergangenen Jahr. Das zeigt eine aktuelle Vorabauswertung des Gesundheitsreports 2020 der Techniker Krankenkasse (TK), über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) […] mehr

Kommentare

17Wawa66631. Januar 2020
@15 ...es nicht Borderline ist. Dass die Leute das Thema damals lächerlich gemacht haben, ja, das Problem verstehe ich. Sowas gibt es bei vielen Themen, dass "Möchtegerns" den Ruf ruinieren. Was soll man dagegen tun? Wobei das Problem hier ja vom Tisch ist, Emoszene ist out, es gibt kaum mehr welche, u. ich denke, viele Außenstehende erinnern sich auch gar nicht mehr an den Trend. Es ist natürlich unmöglich, allgem.gültige Aussagen zu machen, wenn man nur seine eigenen Erfahrungen als Basis hat.
16Wawa66631. Januar 2020
@15 Wenn keine Krankheit besteht (egal, ob psychisch oder physisch), sollte es Normalfall sein, dass der Arzt das mitteilt und die Person nach Hause schickt. Trotzdem zu behandeln, würde der ärztlichen Ethik widersprechen. Und ja, an die unter den Emos, die aus irgendeinem kruden Szene-Normgefühl Selbstverletzung betrieben haben, oder, weil sie Aufmerksamkeit wollten oder sich so ausdrücken wollten, erinnere ich mich noch. Wobei man auch fragen kann, wie gesund ist so ein Verhalten, auch, wenn..
15deBlocki31. Januar 2020
@15 Welcher Arzt darf schon jemanden abweisen?! Ich teile hier ja auch lediglich meine persönliche Erfahrung mit. Als Beispiel: es gab eine Zeit, in der Emo total aktuell war und da wurde auf einmal geritzt, weil es cool war. Solches Benehmen nimmt den Leuten, die krankhaft schneiden die Chance, ernst genommen zu werden. Du glaubst daran, dass die Laien die Unterschiede kennen. Ich habe das Gegenteil erlebt.
14Wawa66631. Januar 2020
@10 ...und wer nicht? Kann ja einem Fremden nicht in den Kopf gucken. Andere Frage: Wenn die es alle nicht wirklich nötig haben, wieso behandelt man sie dann? Wieso weist der Arzt sie nicht ab?
13Wawa66631. Januar 2020
@10 Ich kenne (außer einer Freundin, die bipolar diagnostiziert ist und auch mehrfach stationär in Kliniken war) niemanden, der zum Psychologen geht, geschweige denn regelmäßig. Ich kenne aber paar Leute, denen es seit Jahren schlimm geht, und die das m.E. wenigstens mal prüfen lassen sollten. Dass es zu wenig Therapieplätze gibt, habe ich gelesen. Kann aber nicht beurteilen, wer hier in den Wartezimmern sitzt. Selbst, wenn ich dort wäre - woher woll ich wissen, wer davon echt krank ist? ...
12Wawa66631. Januar 2020
@10 Ich hätte vermutet, die Leute kennen den Unterschied zwischen Niedergeschlagenheit und Depression. Was Borderline betrifft - welcher Laie kennt das Wort überhaupt und benutzt es dann noch als Selbstbezeichnung? Schizophrenie - ja, wird leichtfertig umgangssprachlich verwendet, fälschlicherweise denken da viele an "klassische" Persönlichkeitsspaltung - aber auch da denke ich, maßt sich kein Laie ernsthaft an, es selber bei wem diagnostizieren zu können. Es ist fachl. falsche Umgangssprache.
11thrasea31. Januar 2020
@10 Für eine genaue Diagnose gibt es Ärzte und Fachärzte. Was dort diagnostiziert wird, ist wohl kaum Einbildung. So ist es ja auch mit der Grippe oder Erkrankungen des Bewegungsapparates.
10deBlocki31. Januar 2020
@9 Und genau da habe ich meine Zweifel. Wissen die Leute wirklich den Unterschied zwischen Depression und depressiver Phase? Können sie Schizophrenie und Borderline o.ä. erkennen? Die Leute, die wegen der "Depri-Laune" zum Facharzt rennen, nehmen nämlich den wirklich Kranken die Zeit und die Therapieplätze weg. Das ist nämlich meine Erfahrung.
9Wawa66631. Januar 2020
@7 ...eher das Gegenteil. Das Stigma ist noch riesig. Und ja, natürlich ist jede Traurigkeit nicht gleich eine Depression. Wüsste nicht, dass das irgendwer behaupten würde?! Manche Leute benutzen zwar umgangssprachlich das Wort "depri", wenn sie sich niedergeschlagen fühlen, aber selbst die dürften wissen, dass zwischen dem und einer klinischen Depression ein großer Unterschied besteht. Wobei ich diesen Sprachgebrauch selber nicht gut finde, weil er Begrifflichkeiten verwässert.
8Wawa66631. Januar 2020
@7 Da gehen unsere Eindrücke auseinander. Ich bekomme eher mit, dass Leute sich halbtot schuften, immer weitermachen, bis sie komplett zusammenbrechen, weil sie einfach nicht wahrhaben wollen, dass sie überlastet sind. Psychische Probleme (ob schon krankhaft, oder noch nicht - aber schon risikohaft) werden gern kleingeredet oder ignoriert, a la "Ich bin doch nicht verrückt!" Klar mag es vielleicht auch Leute geben, die andauernd zum Psychologen rennen, aber ich kenne das aus meinem Umfeld nicht.
7deBlocki31. Januar 2020
@6 Hypochondrie habe ich nicht unterstellt. Allerdings wird schneller etwas auf die Psyche geschoben, als es vielleicht tatsächlich so ist. Aber auf der anderen Seite ist es für die dauerhaft Kranken jetzt viel leichter, auch eine Krankmeldung zu bekommen. Ich bin nur tatsächlich aus Erfahrung ein Verfechter davon, dass nicht jeder depressiv ist, der mal traurig ist. Hat ja auch nicht jeder eine Grippe, der niesen muss.
6Wawa66631. Januar 2020
@4 "Burnout" mag ein modisches Wort sein, aber dass Leute so überarbeitet sind, dass sie nicht mehr können, gab es schon immer. Also von wegen Hypochondrie, das ist einfach komplette Überlastung wegen Überstressung. Im Japanischen gibt es bsp seit den 60ern das Wort Karoshi, Tod durch Überarbeiten. Dazu zählt auch, wenn Leute durch zu viel Stress depressiv werden und sich umbringen. Ob sich Leute psychische Erkrankungen aus Faulheit ausdenken? Vermute nicht. Ist es doch immernoch ein Stigma.
5Wawa66631. Januar 2020
@3 Neid gab es früher schon, allerdings denke ich, nicht so einen Optimierungswahn wie heute. Früher konnte es wohl auch mal einfach genug sein, man konnte froh sein, mit dem, was man hat. Kann mir vorstellen, dass auch der Krieg eine Rolle spielt: Nach Leid und Hunger (und den gab es noch bis in die 50er - man denke auch an die Lebensmittelmarken, in der DDR bis 1958!) wünscht man sich wahrscheinlich bodenständigere Dinge, als wenn man quasi schon immer wie die Made im Speck lebt.
4deBlocki31. Januar 2020
Unabhängig davon, dass meine Vorredner recht haben, sind zeitgleich aber auch solche neumodischen Erkrankungen wie "Burnout" aufgekommen und man kann sich viel leichter mit der Psyche krank schreiben lassen als noch vor 10 Jahren.
3Bronco0131. Januar 2020
Wundert es jemanden bei der heutigen Gesellschaft?? Einer ist dem anderen sein Teufel, nur noch Hektik und Stress. Dazu der Neid auf evtl. Aussehen. Ich frag mich oft, was aus dieser Welt geworden ist!!! Einfach nur traurig!!!
2Wawa66631. Januar 2020
...gut aussehen (schlank und fit), gut verdienen, Statussymbole besitzen (Haus, Auto, vorzeigbare Familie) - klar MUSS man nicht. Aber viele Leute zwingen sich in dieses Muster und haben irgendwelche Versagensängste oder Minderwertigkeitsgefühle, wenn es nicht klappt, wie im "Bilderbuchleben". Ich halte diese Erwartungen nicht für gesundheitsfördernd.
1Wawa66631. Januar 2020
Stress und Ängste scheinen die größten Probleme zu sein. Finanzielle Sorgen, Sorgen vor Arbeitslosigkeit, bei Einigen auch Angst vor Kriminalität,... Dazu ein Leistungsdenken, die Erwartung, immer verfügbar sein zu müssen, immer erreichbar sein zu müssen, für die Arbeit sonstwie durch die Gegend zu ziehen, wobei dann natürlich auch schwierig ist, ein stabiles, dauerhaftes soziales Umfeld zu etablieren. Nebenbei "muss" man natürlich auch noch gesellschaftliche Erwartungen einhalten...