Munster (dpa) - Nach dem Tod eines Offiziersanwärters, der bei einem Fußmarsch im niedersächsischen Munster bewusstlos zusammengebrochen war, sucht die Bundeswehr nach den Ursachen. Der Mann war zehn Tage nach seinem Kollaps am Samstag in einer Klinik gestorben. Wie die Bundeswehr weiter mitteilte, […] mehr

Kommentare

30thrasea18. August 2017
Heute in den Nachrichten: <link> Laut erstem Untersuchungsbericht mussten der verstorbene Soldat und mehrere Kameraden einen brachialen Strafmarsch laufen. Mehrere der am 19. Juli eingesetzten Ausbilder verweigerten eine Vernehmung, offiziell seien sie krankgeschrieben. Insgesamt hätten an dem Tag nicht nur wie zunächst berichtet nur vier, sondern elf Soldaten über akute Erschöpfungssymptome geklagt. So sei eine Soldatin "kurzzeitig benommen und nicht ansprechbar" gewesen.
29Chris198630. Juli 2017
Den im letzten Absatz beschriebenen Lehrgang "Überleben im Einsatz" habe ich 2008 als einer der ersten damals selbst mitmachen dürfen. Im Endeffekt ein etwas abgespeckter EK damals durch den man (wie beim EK1) auch nur durchkommt wenn man den Kopf ausschaltet und den Körper ans Limit bringt. Hier ging es primär darum unter starker körperlicher Belastung, Schlafmangel etc. immer noch zu funktionieren, sich zu orientieren und durchzuhalten. Kann sich aber geändert haben seit dem.
28flowII30. Juli 2017
keine ahnung, wieviel leute bei so einem lehrgang mitmachen aber wenn da insgesamt 4 soldaten ausfallen, dann halt ich das schon fuer relativ viel
27raptor23096130. Juli 2017
@25 : Ich weiß nicht, wie es heute bei der BW ist. Zu meiner Zeit hatte man die Pflicht, bei neuen Beschwerden sich in der Sanitäts-Staffel zu melden. Auch mitten in einer Übung war die Möglichkeit, sich bei dem Ausbilder, bei beim "Spieß" oder bei einem Sanitäter zu melden. Nicht für eine Blase am Fuß, an den Händen oder anderen Kleinigkeiten. Aber mit richtigen Beschwerden wurde man mit dem Wagen in die Kaserne gefahren. Natürlich war das Wochenende "Geschichte" - aber man wurde untersucht!
26raptor23096130. Juli 2017
Wenn man mich "sexuell belästigt" hätte wäre ich sofort zum Vorgesetzten gegangen. Wäre es abzusehen gewesen, daß die Vorgesetzten unter den Quälern wären wäre ich zur Polizei bzw. zur Presse gegangen - und hätte auch die Namen genannt. So etwas gab es aber zu meiner Zeit nicht! Wenn ein Ausbilder so etwas gewagt hätte wäre er nicht einmal mehr eine Stunde Ausbilder gewesen. Wir waren "Bürger in Uniform" - und hatten sogar die Pflicht, ungesetzliche Befehle zu verweigern!
25raffaela30. Juli 2017
@19 Natürlich wird man kein Soldat, wenn man nicht 3 km weit laufen kann...etc...pp. Das ist aber hier vielleicht nicht die Schuld des Soldaten, sondern der Eignungsprüfung. Eventuell hatte er auch einen Infekt vorher? Daraus resultierend eine Herzmuskelentzündung ....die merkt man erst, wenn man nicht belastbar ist. Und wenn die Truppe so "hart" ist, wird der Ausbilder ihn laufen lassen. Aber das wissen wir erst, wenn Ergebnisse vorliegen.
24raptor23096130. Juli 2017
... und damit man mich nicht mißversteht: Auch wenn wir bei der BW an die Grenzen gebracht worden sind - das hat bei uns niemanden wirklich gestört. Lieber bei der Ausbildung unter einem "scharfen" Ausbilder leiden - als im Ernstfall (ob im Verteidigungsfall oder im Auslandseinsatz) vor den Tatsachen stehen, daß Krieg eben totale Fitness und Geistesgegenwärtigkeit gefordert ist. Da ist mir ein Schweinehund als Ausbilder lieber, als ein Kuschel-Ausbilder, mit dem man ein Bier trinken kann.
23raffaela30. Juli 2017
@22 So etwas gehört selbstverständlich in die Öffentlichkeit. "Früher" war vielleicht alles besser oder noch schlimmer. Aber ich finde es beschämend, dass Soldatinnen an der Stange tanzen und sich Rekruten sexuell missbrauchen lassen müssen. Und das gab es früher schon? Na dann sollte man mal nicht auf die kath. Kirche schimpfen, wenn das früher bei der BW normal war.
22ReneBerlin130. Juli 2017
@16 Es scheint einfach mal keine vernünftigen Tauglichkeitsuntersuchungen mehr zu geben die bei OA strenger sein müssten als bei ZS. Und was die "Lorbeeren" angeht, alles was an angeblichen Mißständen in letzter Zeit aufgezeigt wurde gibt es schon ewig und früher war es noch schlimmer als jetzt und da hat keiner gemuckt so wie heute. So etwas wurde intern ohne Öffentlichkeit geklärt. Frag mich eh was das in der Öffentlichkeit zu suchen hat.
21flowII30. Juli 2017
keine ahnung ob das heute als oa bei dem einstellungstest anders ist aber meine kumpels haben dort 1995 mehr als geschwitzt und einer von vieren wurde auch nicht angenommen. soviel zum thema "wir nehmen jeden"
20raptor23096130. Juli 2017
Ich werde auch nicht Rettungsschwimmer, wenn ich nicht schwimmen kann - den Beruf aber toll finde. Werde nicht Tierpfleger, wenn ich den Kot der Tiere nicht wegräumen kann, weil mir dann übel wird - aber gerne Tiere streichle ... Genau so kann ich kein Offizier werden, wenn ich nicht einmal 3 Kilometer bei Hitze mit Gepäck marschieren kann.
19raptor23096130. Juli 2017
Wegen "Jammern und nichts mehr aushalten": Bei der Beschreibung, was man damals bei der BW machen mußte geht es auch nicht darum, daß die Kameraden nichts aushalten. Es geht darum, aufzuzeigen, was eigentlich bei dem Beruf Soldat gefordert wird. Die wenigsten Soldaten sitzen lediglich am "Schreibtisch". Ein Soldat ist normalerweise z.B. mit Nachschub, Sanitätswesen oder eben mit Kampfhandlungen beauftragt. ... und dafür braucht man eben einen gewissen Grad von Fitness.
18raffaela30. Juli 2017
@17 Mit Verlaub - das was du sagst, da bin ich ganz bei dir! Jedoch lesen sich die vorherigen Kommentare leider anders. Von Jammern und nichts mehr aushalten können lese nur ich ?
17raptor23096130. Juli 2017
@16 : Hier geht es nicht darum, ob eine Untersuchung des Todes oder eine Obduktion stattfinden soll. Natürlich ist dies notwendig. Es geht auch nicht, um das, was man in unserer Zeit bei der Bundeswehr machen mußte (... von Sumpf war nie die Rede) Es geht darum, daß keine Soldaten eingestellt werden dürfen, die nicht für diesen Beruf geeignet sind. Es geht darum, die Offiziersanwärter nicht erst beim Tod zu untersuchen. Es geht darum, VOR der Einstellung eine körperliche Eignung zu attestieren!
16raffaela30. Juli 2017
Die Bundeswehr m u s s den Tod dieses Soldaten untersuchen! Egal, ob er eine Vorerkrankung hatte oder durch den Marsch zusammen gebrochen ist. Die BW hat sich durch ihre Ausbilder in jüngster Vergangenheit ja nicht mit Lorbeeren geschmückt. Ich denke, man muss sich hier als Mann auch nicht brüsten, dass man mal einen Gewaltmarsch durch den Sumpf gemacht hat. Interessiert nämlich an dieser Stelle niemanden. Im übrigen werden auch zivile Personen in diesem Alter obduziert.
15ReneBerlin130. Juli 2017
@14 na siehste da bist Du eigentlich aus dem selben Holz, ich war bei der NVA und das war echt kein Zucker schlecken. Und wir hatten genug OA`s und die haben auch nur im Stillen gejammert aber nie öffentlich so wie heute. Und das es keine anständige ärztliche Untersuchung mehr zu geben scheint liegt auch nur daran dass wir "Frieden" haben und scheinbar jeder für "tauglich" eingestuft wird. Meine Meinung.
14flowII30. Juli 2017
@13 ich war in meiner jungend bei der gst und kenne durchaus gewaltmaersche. des weitern hab ich 15 monate fuer den staat gedient und kenne durchaus 24h schichten. ob das nun mit einem dienst eines oa vergleichbar ist, liegt jetzt in deiner bewertung
13ReneBerlin130. Juli 2017
@9 Kameraden diskreditieren ??? Hast Du überhaupt gedient ??? und damit meine ich nicht den "Dienst" in der Poststube oder Küche . So´n Typen kenn ich nämlich auch, erzählt er sei beim Bund und als ich fragte wie die Ausbildung inkl. schießen so ist meint der er hätte noch nie geschossen und macht seinen "Dienst" in der Poststube ... ich konnt nicht mehr vor lachen.
12raptor23096130. Juli 2017
Noch einmal wegen falsch verstandene "Kameradschaft": Ich war auch 10 Jahre lang bei der Feuerwehr. Was würdest Du davon halten, wenn ich bei einem Hausbrand einen wegen "Überlastung" zusammengebrochenen, dienstunfähigen Kameraden der Feuerwehr rette - anstatt Deiner Mutter?
11raptor23096130. Juli 2017
... Aber nach "3 Kilometern" Fußmarsch mit Gepäck und Waffe – quer durch den Wald (ohne Wege) – bei großer Hitze - ist bei uns keiner zusammengebrochen. Da kannst Du gerne bei mir auf „Kameradenschwein“ anspielen.
10raptor23096130. Juli 2017
@9 : Gegenfrage: Was sind das für Kameraden, die im Ernstfall sofort zusammenbrechen? Wer nicht Dienstfähig ist sollte nicht zur BW gehen. So mutet man seinen Kameraden zu, seine Arbeit zu machen - und auch noch die Arbeit des Kameraden zu übernehmen. Wenn er zusammenbricht muß ein Kamerad sein Gepäck und seine Waffe tragen, zwei andere Kameraden ihn tragen, seine Wache übernehmen, ... / und "Hart" waren wir nicht. Kameradenhilfe war schon groß angesagt. Jeder stieß mal an seine Grenzen. ...
9flowII30. Juli 2017
schon krass wie hart ihr damals drauf wart in eurer erinnerung. erschreckender find ich aber, das ihr eure kameraden diskreditiert. denkt mal drueber nach
8ReneBerlin130. Juli 2017
So tragisch das auch ist, aber ich sags immer wieder = nur noch "Lappen" in der BW. Wir sind mitte der 80íger 35 km durch Wald und Wiesen und die letzten 5 km sogar in Vollschutzanzug, Schutzmaske inkl. und selbst da sind nur zwei kurz vorm Ziel zusammen gebrochen und wir waren eine Wacheinheit die rund um die Uhr auf Posten und in Bereitschaft war. Ganz zu schweigen von den "Alarmeinsätzen" egal zu welcher Uhrzeit für die die Ruhepause hatten und danach wieder zum Dienst mussten.
7raptor23096130. Juli 2017
Wir hatten füher auch Formaldienst, Wache schieben, Nachtalarm ... und mußten trotzdem mit Gepäck bei Sonnenschein und sommerlicher Hitze ein vorgegebenes Ziel in ca 20 Kilometern Entfernung in vorgegebener Zeit erreichen. / Vor Antritt bei der BW hatte ich 2 größere Untersuchungen wegen körperliche allgemeine Dienstfähigkeit: Einmal Hausarzt, zweitens die Untersuchungen bei der Bundeswehr. Gibst es so etwas heute nicht mehr???
6mikarger30. Juli 2017
@4 : Schonmal etwas von "Vorne kürzer!" gehört? Ich war in Formation ganz hinten links und brauchte nicht ein einziges mal sprinten, egal ob Gleichschritt oder ohne. Vorbelastung schön und gut aber es wurde, laut Meldung, eine sehr lange Pause mit Mahlzeit und Getränken gemacht. Wenn ich nun unterstelle daß er davon Gebrauch gemacht hat, liegt, wie @3 vermutet, eine unerkannte Vorerkrankung recht nahe.
5raptor23096130. Juli 2017
Nach nur 3 Kilometern zusammengebrochen? Was wollen diese Offiziersanwärter machen, wenn sie als Offiziere im Krieg die Truppe führen sollen? Im Klima von Somalia, Afghanistan, Mali, Sudan und künftig sonst wo. Nachts bei Frost, tagsüber bei 30-40 Grad. Oder bei tropischer Hitze in hoher Luftfeuchtigkeit? Da läuft man bedeutend länger als 3 Kilometer – und das im Dschungel (ohne „öffentliche Wege“!) Während des Marschierens Feuergefechte, wenig Schlaf (Nachts „Eigensicherung“: Wache schieben!
4Teekayy2629. Juli 2017
@3 Es hört sich einfach an, aber es kommt auf die Vorbelastung an. Wenn du zuvor tagelang von morgens bis abends Formaldienst hattest, dann noch Nachtalarm und Frühsport, können auch 3 km mit leichtem Gepäck eine Qual sein. Gerade weil man in Formation maschiert. Ich hatte zum Beispiel mit der Schrittlänge zu kämpfen und musste ständig kurze Sprints einlegen um wieder aufzuholen. Dass wegen dir die Kameraden hinter dir ebenfalls sprinten müssen, macht das ganze psychisch nicht gerade einfacher.
3Chris198629. Juli 2017
Ich vermute da kommt nachher irgendeine Vorerkrankung raus. 3km bei der Temperatur mit leichter Ausrüstung macht jeder normale Mensch. Mein Beileid an die Angehörigen.
2Fan201629. Juli 2017
Es ist immer schade, wenn ein Mensch stirbt, egal wie. Aber das ist eine Berufsarmee!!! Soll man die jetzt auch in Watte packen? Die müssen belastbar sein!!! Ich kenne nicht die Ursachen aber vielleicht mal Herz-TÜV bevor es los geht.??? Selbst im Grundwehrdienst in den 80-zigern haben sie uns geschliffen bis der Arzt kommt. Auch bei höheren Temperaturen. Da ist auch der eine oder andere mal zusammengeklappt und musste von den Kameraden mitgenommen werden.