Moskau (dpa) - Mit der Ankündigung eines teilweisen Truppenabzugs hat Russland am Dienstag überraschend ein Zeichen der Entspannung in der Ukraine-Krise gesetzt. Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz erklärte Präsident Wladimir Putin anschließend in Moskau, dass Russland keinen neuen Krieg […] mehr

Kommentare

32O.Ton15. Februar 2022
@27 Die weitbreite fruchtbare Kornfelder sind wohl da.
31k29329515. Februar 2022
@30 : Wir kriegen mehr als die Hälfte unserer Erdgasimporte derzeit aus Russland. Das lässt sich nicht von heute auf morgen ersetzen. Ich sehe Nordstream 2 aber auch als überflüssig an. @28 : Das Baltikum ist sicherheitspoitisch (militärisch) tatsächlich näher an den USA als an Deutschland, aber es hat den €, deswegen haben wir dort wirtschaftliche Interessen. Bei Polen hast du völlig recht - ist aus unserer Sicht nur Zeit- und Geldverschwendung, wenn sich dort nicht bald massiv was ändert.
30Xeelee15. Februar 2022
@29 unsere Interessen sind Europa und somit Unabhängigkeit von den USA UND Russland, Nordstream ist da kontraproduktiv und auch überhaupt nicht nötig für unsere Versorgung.
29O.Ton15. Februar 2022
@28 Ein Hauptthema ist, daß Russland herausfordert (schon seit 2007) ganze europäische Sicherheitssystem. In Deutschland versteht man schwer die wachsende militärische und politische Drohung und Druck durch Russland. Und die Interessen Russlands sind furchtbar fragwürdige.
28AS115. Februar 2022
Nur, damit hier keine Missverständnisse entstehen: ich habe Polen und die Ukraine - die baltischen Staaten in Teilen auch - als außenpolitische US-Satelliten bezeichnet. Damit ist keine Wertung verbunden. Diese Staaten haben offensichtlich entschieden, dass ihre Sicherheitsinteressen am besten durch enge Anlehnung an die USA vertreten werden. Aber es sind halt nicht unsere Interessen.
27k29329515. Februar 2022
@26 : Deutsche Interessen in der Ukraine? Naja, mit der Ukraine als "Kornkammer Europas" ist es seit Stalin vorbei.
26AS115. Februar 2022
@25 Das Verhindern von Nord Stream 2 liegt in amerikanischem Interesse, nicht in unserem. Denn dann sind wir weiterhin davon abhängig, dass die Ukraine und Polen auch immer schön das Gas durchleiten - und wie schon gesagt, dass sind außenpolitische US-Satelliten. Die Abhängigkeit vom russischen Gas ist unstrittig. Und was sind denn die deutschen Interessen in der Ukraine? Jetzt mal abgesehen vom blumigen "regelbasierten Völkerrecht", dass wir ja auch nur verteidigen, wenn es in den Kram passt?
25thrasea15. Februar 2022
@23 Ich sehe die Heuchelei eher in deinem Kommentar. Nord Stream 2 verhindern zu wollen ist an sich kein Ölembargo. Die alten Leitungen gibt es noch, sie sind alle in Betrieb. OK, wenn man in die Ukraine einfällt und sie zerstört, kann man darüber nicht mehr liefern. Wir haben uns doch in den letzten Jahren immer abhängiger gemacht von russischem Gas – und in unserem Fall reden wir nicht nur von 7%.
24k29329515. Februar 2022
@5 :Richtig, wir bekommen mehr als die Hälfte unserres Gases aus Russland - jetzt schon, ohne Nordstream 2. Die Nordstrea-Leitungen nichht zu nutzen, stattdessen nur über die Ukraine zu importieren, könnte strategisch Sinn machen, denn dann kann Putin nicht mal einfach so in die Ukraine einmarschieren - die Pipeline könnte durch Kampfhandlungen beschädigt werden, und Putin möchte sein Gas weiterhin nach Deutschland verkaufen.
23AS115. Februar 2022
@22 Oh doch. Das russische Erdöl substituiert 1:1 das venezolanische Erdöl, eine Umrüstung von Anlagen ist nicht erforderlich. Der Anteil wird noch weiter steigen, denn Venezuela fällt ja aufgrund des vollständigen Embargos aus. Und natürlich ist es Heuchelei, wenn man einerseits Nord Stream 2 sabotiert, andererseits aber kein Ölembargo gegen Russland verhängen wird, damit der amerikanische Wähler nicht wegen steigender Spritpreise einen Denkzettel verpasst.
22thrasea15. Februar 2022
@20 Die 7% stimmen überein mit deinem Link, den ich ohne Paywall lesen kann. Danke dafür. Ja, drittgrößtes Land klingt dramatisch – aber wie gesagt, es sind nur 7%. Das rechtfertigt für mich den Vorwurf der Heuchelei nicht.
21thrasea15. Februar 2022
@19 Danke, über dieses Stichwort bin ich fündig geworden. Die Statistik der EIA ist hier öffentlich verfügbar: <link> Demnach stimmt es, dass Russland im November das drittwichtigste Land für Öl-Importe in die USA war. Das klingt dramatischer, als es wohl ist, denn der Anteil der Importe aus Russland bei nur 7%. An den 7% wird es doch nicht scheitern? 87,7% der Importe kamen aus Kanada.
20Tommys15. Februar 2022
@14 es ist mehrfach beschrieben z.b. hier: <link>
19AS115. Februar 2022
@18 Entschuldige, hatte ich mal wieder nicht drauf geachtet. Zitat: "Für 2021 hat die EIA noch keine abschließenden Zahlen veröffentlicht. Im November vergangenen Jahres war Russland nach Mexiko und Kanada und vor Saudi-Arabien der drittwichtigste Öllieferant der US-Amerikaner. Die Novemberdaten sind die aktuellsten, die bei der EIA derzeit abrufbar sind."
18thrasea15. Februar 2022
@17 Leider Paywall, ich kann aus dem lesbaren Teil keine Argumente erkennen. Danke trotzdem.
17AS115. Februar 2022
@14 <link>
16O.Ton15. Februar 2022
@8 Finnland ist zwar nicht von Bevölkerung gross, aber ist derart grösser als Balt. Staaten, daß sie hat sich mit Ach und Krach gegen Sowjetunion behauptet. Nur daß wenn Putin weiter so imperialisiert, kann Finnland (mit Schweden) schnell NATO-Mitgliedschaft suchen. Bereitschaft dafür ist aussenpolitischer Grundstein Finnlands (und Schwedens). Daß kleinere Staaten Schutzmächte suchen, soll doch selbstverständlich sein.
15AS115. Februar 2022
@6 3. Verhinderung eines NATO-Beitritts der Ukraine und Georgiens. Wenn die USA dort ihren Einfluss geltend machen wollen, sollen sie das gefälligst allein tun. Sie sind ja ohnehin schon kräftig dabei. 4. Mäßigendes Einwirken auf die baltischen Staaten. Provokationen und schlechte Behandlung der russischen Minderheit im eigenen Land bieten nur Vorwände für Russland, aktiv zu werden. Siehe Beispiel Finnland.
14thrasea15. Februar 2022
@11 Ach, ist das so? Auf die Schnelle habe ich nur eine Statistik von 2016 gefunden, da waren die USA aber unter ferner liefen bei den russischen Ölexporten: <link> Hat sich das seit 2016 so komplett gedreht? Hast du dafür eine Quelle?
13AS115. Februar 2022
@6 Was sind die Schlussfolgerungen für eine stringente deutsche Außenpolitik? 1. Mehr Unabhängigkeit von den USA, vor allem in Bezug auf die Sicherheitspolitik. 2. Stärkung der militärischen Komponente der EU, verbunden mit Sicherheitsgarantien für die EU-Mitglieder an der Ostflanke. Diese sind in Art 42 der EU-Verfassung ohnehin verankert, und zwar mit einer deutlich stärkeren Beistandsverpflichtung als sie zum Beispiel Art 5 des NATO-Vertrages kennt.
12AS115. Februar 2022
@6 Diese angebliche militärische Erpressbarkeit hat ja dazu geführt, dass Polen, die baltischen Staaten und auch die Ukraine als US-Satelliten fungieren. Sie sehen ihre Sicherheit nur dann gewährleistet, wenn sie sich außenpolitisch eng an die Vereinigten Staaten anlehnen - und die nehmen dieses Angebot natürlich dankend an, um ihren Einfluss in der Region aus den genannten strategischen Gründen zu vergrößern.
11Tommys15. Februar 2022
Wenn man sich dann zu Gemüte führt, dass die USA das drittgrößte Land sind mit dem Export von Öl aus Russland ....dann wird einem die ganze Heuchelei bewusst. Wir sollen es kürzen, keine Energie aus Russland.... und die USA verkaufen Deutschland dann das amerikanische Öl made in Russia... geht doch mal weg mit eurer Heuchelei...
10AS115. Februar 2022
@6 Die operative Analyse der militärischen Fähigkeiten ergibt nämlich ein anderes Bild. Die russischen Streitkräfte sind zwar in den letzten Jahrzehnten erheblich modernisiert und professionalisiert worden, allerdings hat auch eine Neuausrichtung stattgefunden, die grosse strategische Angriffsoperationen - wie zu Zeiten der Sowjetunion - nicht mehr erlauben. Insofern führt eine größere außenpolitische Unabhängigkeit von den USA auch nicht zu einer militärischen Erpressbarkeit.
9AS115. Februar 2022
@6 Die Energiewende wird die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen sukzessive verringern und damit die strategische Position der EU und damit auch Deutschlands verbessern. Dennoch muss auch dauerhaft ein entspanntes Verhältnis ein strategisches Ziel sein - gerade auch in Hinblick auf China. Und bevor jetzt wieder der Einwand kommt, die EU wäre militärisch allein zu Nichts in der Lage - auch das ist unwahr.
8AS115. Februar 2022
@6 Im Gegensatz zu den USA, die an einer Einkreisung eines mutmaßlichen geopolitischen Rivalen interessiert sind, muss das deutsche Interesse eine friedliche Koexistenz mit Russland sein, und das gilt nicht nur wegen der Eigenschaft als Rohstofflieferant. Die baltischen Staaten wären übrigens gut beraten, von Finnland zu lernen. Dieses Land hat eine sehr lange Grenze mit Russland und respektiert das Sicherheitsbedürfnis des grossen Nachbarn, ohne dabei die eigenen Interessen zu vernachlässigen.
7AS115. Februar 2022
@6 Offensichtliches muss man manchmal wohl doch noch erklären. Die strategischen Interessen Deutschlands stimmen nicht mit den Interessen der Vereinigten Staaten überein. Und nein, deswegen ist Deutschland im Gegensatz zu Polen und der Ukraine auch kein außenpolitischer Satellit der USA. Und da wir in den Rahmen der EU eingebettet sind, brauchen wir weder die USA noch die NATO zum Schutz unserer Sicherheit. Vor allem nicht die NATO, solange sie US-dominiert ist - siehe oben.
6O.Ton15. Februar 2022
@5 Hast einiges vergessen: Nordstream 2 ist strategisch absolut richtig FÜR PUTINISTEN. Ausserdem ich glaube, daß Deutschland ist wenigstens so viel "US-Satellit" als Polen oder Ukraine. Und besser US-Satellit als Putin-Satellit, wenn der Satellitismus so wichtig ist.
5AS115. Februar 2022
@4 Nordstream 2 ist strategisch absolut richtig, denn es macht uns unabhängig von der Durchleitung durch die US-Satelliten Polen und Ukraine. Wer glaubt, wir wären von russischem Gas unabhängig, irrt. Und solange die Amerikaner nur einen Tropfen Öl aus Russland importieren, haben die in Bezug auf Nordstream 2 gefälligst die Klappe zu halten.
4Xeelee15. Februar 2022
@3 das ist immer noch besser als uns noch erpressbarer zu machen als wir ohnehin schon sind. wozu noch eine zusätzliche Abhängigkeit?
3aladin2515. Februar 2022
@2 : Es ist aber doch ein Wahnsinn, Milliarden-Investitionen nun einfach so in den Sand zu setzen. Das wird auch für uns sehr teuer.
2Xeelee15. Februar 2022
@1 Nordstream war von Anfang an ein Fehler, ist nicht schade drum wenn das erledigt ist. und nein für unsere Versorgung benötigen wir kein Gas aus Russland…
1hichs15. Februar 2022
Mal sehn ob der Scholzomat das N-Word ausspricht. N-Word I und N-Wort II wären betroffen und dann wird's auch bei uns das Gas noch teurer.