Zivi/Bund vor Studium?

Sunjo1987

Sunjo1987
ID: 28784
L
29 September 2006
443
21
Hi ich bin 22 Jahre alt und werde vorraussichtlich diesen Juni/Juli mein Fachabitur haben.

Theoretisch müsste ich ja jetzt anfangen mich an verschiedenen FH`s zu bewerben, aber da ich noch keinen Wehrdienst/Zivildienst geleistet habe frage ich mich ob ich nicht vielleicht erst das machen muss.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

LG SUNJO1987
 
Hallo SUNJO1987,

wenn der Bund in Form des Kreiswehrersatzamtes will, dass Du Bund/Zivildienst machst so kann er Dich (Deutsche Staatsbürgerschaft usw. vorausgesetzt) mustern lassen und dann entsprechend zu Deinem Dienst einziehen.
Das ganze nennt sich Wehrpflicht und ist hier geregelt: https://bundesrecht.juris.de/wehrpflg/BJNR006510956.html#BJNR006510956BJNG000507310
Für Deine Einberufung kannst Du dem Bund auch Vorschläge machen. Der Erfolg ist aber bei weitem nicht sicher.
Wenn Du den Dienst an der Waffe verweigerst kannst Du auch einen "Einberufungsvorschlag" machen indem Du Dich auf eine Zivildienststelle bewirbst, die wird Dir dann das weitere Vorgehen erläutern. Das ist in der Regel deutlich planbarer (z.B. heimatnah/fern und Arbeitsgebiet was einem eher zusagt usw.).
Die Restchance besteht allerdings auch, dass das Kreiswehrersatzamt Dich nicht mustert oder nach der Musterung nie wieder was von sich hören lässt. Einige solche "vergessenen" müssen nie einen Dienst erledigen. Häufig aber werden die vermeintlich "vergessenen" dann kurz vor Ablauf der Frist doch noch zum Dienst eingezogen und aus Studium, Praktikas, usw. heraus gezogen.
Mein Tipps:
1. Sofern Du noch nicht gemustert sein solltest dies nachholen lassen, evtl. bist Du "untauglich" und die Sache hat sich dann für Dich ganz schnell erledigt.
2. Wenn Du Zivildienst dem Bund vorziehst alles dazu nötige in die Wege leiten, (Verweigerung, Zivistelle suchen, usw.) um dann alles so zu legen wie es Dir passt. Wäre ja jammerschade wegen der wenigen Monate gleich 3 Semester später dran zu sein...
3. Es gibt Studiengänge die eine "aufschiebende Wirkung" haben, d.h. während solch einem Studium kannst Du nicht eingezogen werden. z.B. duale Studiengänge. Da Du 22 bist, ist die Chance nicht gerade klein bei solch einem Studiengang komplett um den Dienst herum zu kommen. (gesetzliche Erläuterungen zu dem Kniff und möglichen Problemen hier: https://www.zentralstelle-kdv.de/z.php?ID=66)

Beste Grüße
 
gemusstert wurde ich schon und als tauglich befunden.. und ich muss denen jedes Jahr eine Schulbescheinigung schicken damit die wissen das ich noch auf die Schule gehe...

bloss hat das Sinn wenn ich mich jetzt an einer FH bewerbe? Sollte ich das aufjedenfall tun auch wenn ich eingezogen werde?

Oder nach dem Abi direkt zum Bund gehen und das Studium später anfangen?
 
bloss hat das Sinn wenn ich mich jetzt an einer FH bewerbe? Sollte ich das aufjedenfall tun auch wenn ich eingezogen werde?

Auf jeden Fall, der Wehr- oder auch Zivildienst verschiebt deinen Platz. Kriegst du also jetzt einen zugesprochen gilt der auch noch nach dem Wehrdienst/Zivildienst.

Oder nach dem Abi direkt zum Bund gehen und das Studium später anfangen?

Wenn du noch nie was anderes als Schule gesehen hast würd ich das auf jeden Fall machen (ich nehme aber mal an, du hast schon ne Asubildung).

Mit Ausbildung würd ich es mir ernsthaft überlegen, den Versuch zu starten, drum rum zu kommen. Bei deinem Alter hast du da sogar Chancen mit der richtigen Taktik glaub ich. Schaden tut der Dienst zwar nicht, aber nochmal 9 Monate mehr bevor du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst machen deine Chancen dort sicherlich nicht besser denke ich.
 
Zuletzt bearbeitet:
. Schaden tut der Dienst zwar nicht, aber nochmal 9 Monate mehr bevor du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst machen deine Chancen dort sicherlich nicht besser denke ich.

Kommt das denn im Bewerbungsgespräch besser an zu sagen: "Kein Plan ob ich noch gezogen werde", als 1 Jahr älter zu sein und Bund / Zivi im Lebenslauf stehen zu haben? Gegebenenfalls noch was interessantes abgesahnt, wie z.b. nen C oder CE-Führerschein?
 
Naja er will ja ein Studium machen und danach ist die Chance sehr gering, dass er eingezogen wird und dann seinem Arbeitgeber mitteilen muss, dass er ggf. noch dienen muss.
Zudem hat meinen Arbeitgeber mein CE Führerschein und meine ADR-Bescheinigung recht wenig interessiert. Kommt halt af die Branche an in der man arbeitet.
 
Kommt das denn im Bewerbungsgespräch besser an zu sagen: "Kein Plan ob ich noch gezogen werde", als 1 Jahr älter zu sein und Bund / Zivi im Lebenslauf stehen zu haben?

Er wird nicht in die Verlegenheit kommen. Nach dem Studium ist er 25 Jahre und damit "unziehbar". Kommt die Frage, warum er keinen Dienst geleistet hat begründet er das damit, dass er seine Bildung vorrangetrieben hat. Find ich klingt nicht unbedingt schlecht. ;)

Gegebenenfalls noch was interessantes abgesahnt, wie z.b. nen C oder CE-Führerschein?

Das könnte natürlich durchaus noch interssant sein (Führerschein kannst du zwar vergessen, aber die Berufsförderung der Bundeswehr ist schon nicht schlecht).

Aber ob sich das dafür wirklich lohnt? Ich will den Bund nicht verteufeln - bin da selber auch gerade - aber ob er jetzt soooo sinnvoll ist für jemanden, der schon einiges an Lebenserfahrung hat? ;)
 
Was haben die denn für eine tolle Berufsförderung für GWDLer? Als ich vor 10 Jahren (8O boah bin ich alt) da war habe ich davon nichts mitbekommen.
 
Was haben die denn für eine tolle Berufsförderung für GWDLer? Als ich vor 10 Jahren (8O boah bin ich alt) da war habe ich davon nichts mitbekommen.

Genaueres kann ich dir (noch) nicht sagen, aber es gibt schon einiges. Einmal die 700€ für Förderkurse und dann stellt der Bund noch kostenlose Seminare zur Verfügung. Die Welt ist das für GWDler natürlich nicht, aber Möglichkeiten gibt es auch für diese allemale.
 
Hier gibt's irgendwo schon einen Thread, wo das Für und Wider von Bund und Zivildienst ausufernd diskuttiert wurde. Da sollten isch genug Infos finden. Hat jemand den Link?
 
Meine Erfahrung war, dass es diese Angebote gab, man aber weder Zeit noch die Möglichkeit hatte diese wahrzunehmen. Wenn du andere Erfahrungen hast bzw. dies von anderen gehört hast, dann hat sich da ja scheinbar etwas in die richtige Richtung entwickelt.
 
Genaueres kann ich dir (noch) nicht sagen, aber es gibt schon einiges. Einmal die 700€ für Förderkurse und dann stellt der Bund noch kostenlose Seminare zur Verfügung. Die Welt ist das für GWDler natürlich nicht, aber Möglichkeiten gibt es auch für diese allemale.

Ich weiß nicht mehr genau wieviel mir nach 21 Monaten dafür zur Verfügung stand. Aber als ich mal in das dicke Buch geguckt hab, was diese Kurse kosten, da war so gerade mal nen Staplerschein drin und da hörte es schon fast auf.
So richtig vom Hocker gerissen hat mich das alles nicht.

Naja er will ja ein Studium machen und danach ist die Chance sehr gering, dass er eingezogen wird und dann seinem Arbeitgeber mitteilen muss, dass er ggf. noch dienen muss.
Ja das mit dem Studium hab ich hier im konkreten Fall irgendwie ausgeblendet. War zu spät um klar zu denken ;)
Als generelle These lasse ich die Frage aber mal stehen. :)