Wolfgang Hohlbein "Chronik der Unsterblichen - Am Abgrund"

Tito

New member
1 August 2007
1
1
Thomas von Kummant: Pose mit Schwert
Die Entstehungsgeschichte einer international
ausgezeichneten Comic-Erzählung

Überlingen, 1. August 2007
Unter dem Titel „Pose mit Schwert“ präsentiert walz kunsthandel in der Überlinger Bahnhofstrasse 14 vom 25. August bis 30. September Arbeiten aus dem kreativen Bereich der „Neunten Kunst“, den Comics. Originalzeichnungen, Studien und Skizzen zur graphischen Umsetzung von Wolfgang Hohlbeins „Chronik der Unsterblichen“ bereichern das Sommerprogramm der Stadt Überlingen um eine besonders für junge Menschen und Familien interessante Ausstellung.

Die Roman-Reihe „Die Chronik der Unsterblichen“ ist ein mythisches Vampir-Epos vor der Kulisse des mittelalterlichen Transsilvanien – erdacht von Deutschlands erfolgreichstem Fantasy-Autor, Wolfgang Hohlbein. Dass die Comic-Version aber nicht nur irgendein x-beliebiger „Comic zum Roman“ ist, dafür steht bereits Hohlbein selbst, der sich beinahe schon aus Prinzip gegen Verfilmungen seiner Werke wehrt, um deren Verfremdung zu verhindern. Der Zeichner Thomas von Kummant konnte ihn aber schnell davon überzeugen, dass der Stoff als Comic funktionieren würde.

Während die szenische Adaption des ersten Romans von Benjamin von Eckartsberg vorgenommen wurde – er ist wie Thomas von Kummant Mitglied des Studios „Die Artillerie“ in München –, steht inzwischen sogar im Raum, dass Hohlbein selbst anschließend ganz neue Szenarios für die Weiterführung der Comic-Reihe schreiben könnte. Das ist wenig verwunderlich, wenn man einen Blick in das Album wirft, dessen Bildgewalt einen sofort gefangen nimmt. Wesentlich dafür verantwortlich ist eine ganz außergewöhnliche, so im Comic noch nie gesehene Arbeitstechnik. Thomas von Kummant malt nämlich zunächst mit Acryl die Hintergründe, die perfekt die dunkle Grundstimmung der Geschichte unterstreichen. In diese Hintergründe werden dann die mit Feder gezeichneten handelnden Figuren eingefügt. Dieser Vorgang – wie auch die Kolorierung der Personen – erfolgt am Computer im Photoshop. Mittels diverser Schritte der Nachbearbeitung schafft es Thomas von Kummant dann, die einzelnen Ebenen so miteinander zu verbinden, dass sie eine Einheit bilden, die an die Optik von Zeichentrickfilmen erinnert und durch eine Vermittlung von Tiefe besticht, die man so im Comic noch nie gesehen hat.

Der aufwändige Arbeitsstil ist aber auch wesentlich für die lange Entstehungszeit des ersten Bandes der „Chronik der Unsterblichen“ verantwortlich. Gleich zweimal zwang sich Thomas von Kummant sogar zu einem völligen Neuanfang. Zunächst gefiel ihm der ursprüngliche – in einem Preview-Heft zum Internationalen Comic-Salon 2002 der Stadt Erlangen abgedruckte – Einstieg in die Geschichte nicht mehr, und dann zeigte ein Probedruck, dass die Farben überhaupt nicht mit der Bildschirmdarstellung seines Computers übereinstimmten. Wieder stand eine grundlegende Überarbeitung der schon vorliegenden Seiten an.

Von all diesen Mühen und Strapazen, aber auch den beeindruckenden künstlerischen Ergebnissen des von der Frankfurter Buchmesse 2005 als bester Comic des Jahres ausgezeichneten Projektes erzählt jetzt die Ausstellung bei walz kunsthandel. In Überlingen sind zahlreiche der in Acryl ausgeführten Hintergründe zu sehen, daneben aber auch die separat kreierten Federzeichnungen und die ihnen zugrunde liegenden Charakterstudien der handelnden Personen.

Gewissermaßen als Katalog zur Ausstellung ist der Band „The Making of ‚Die Chronik der Unsterblichen“ verfügbar. Das Buch erschien in Coedition beim Kölner Verlag Egmont vgs und der französischen Edition Paquet. Der erste Comic-Band der „Chronik der Unsterblichen“ avancierte in Frankreich zum Bestseller und hat im Mutterland des europäischen Comics mittlerweile Kultstatus.

walz kunsthandel ist seit 2006 mit seiner Galerie in der Überlinger Bahnhofstrasse 14 ansässig und legt seinen Schwerpunkt auf die Kunst des 20. Jahrhunderts sowie auf ausgewählte aktuelle Tendenzen. Das Thema Comic liegt den beiden Inhabern Michael und Christina Walz besonders am Herzen. Beide waren lange Jahre in verantwortlicher Position bei Deutschlands führendem Comic-Verlag Egmont Ehapa tätig.

Mit dem Zeichner Thomas von Kummant und dem Szenaristen Benjamin von Eckartsberg werden zwei halbtägige Workshops „Wie entsteht ein Comic“ stattfinden. Und zwar am Montag, 27. August von 14 bis 18 Uhr sowie am Samstag, 29. September, ebenfalls von 14 bis 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos aber begrenzt (nur nach vorheriger Anmeldung in der Galerie, per Mail unter [email protected] oder telefonisch bei Christina Walz unter Tel. 07551 93 77 90).

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11-13 Uhr und 15-18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 07551-93 77 92, [email protected]
www.walz-kunsthandel.de
Eintritt frei



PS: Anmerkung für die Experten
Die Ausstellung wurde bereits im letzten Jahr während des Internationalen Comicsalons in Erlangen gezeigt, und wurde von uns für diesen Sommer übernommen.